Turnaround oder Totalschaden - wie geht es weiter mit Nokia?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gaestle
    Weil sie nicht nur auf Einnahmen verzichten müssten, sondern auch noch für umme einen fremddefinierten Standard stärken müssten. Google entwickelt wie alle anderen Firmen auch nicht aus Nächstenliebe. Dementsprechend ist die Unterstützung des Standards auch eine direkte Unterstützung von Google für lau. Warum sollte das Nokia kostenlos machen? Nokia braucht keine Google-definierten Codecs.


    Man kann auch entwickeln, weil man einen bestimmten Fortschritt erreichen will. So wie Google mit Chrome keinen Cent macht, aber von der besseren Nutzbarkeit der Webdienste profitiert - wie auch jeder andere der Webdienste anbietet. Sehr egoistisch und anprangerungswürdig. Von einem möglichst freien Codec profitieren auch alle die den Codec verwenden wollen. Für "lau" steht doch überhaupt nicht mehr zur Debatte, die MPEG LA Mitglieder erhalten Geld von Google, nur Nokia ist sich zu fein dafür und verweigert die Lizensierung - aus idiologischen, nicht finanziellen Gründen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ups, Microsoft, nicht mal programmieren geht nicht mehr?

    Da sehe ich eher einen Fehler bei den zugelassenen Konfigurationen- drum ist eine 'Lösung' auch "Toggle 'Validate Server Certificate' to On".


    Edit:

    Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Das können die Apfel-Leute auch nicht. Wer werfe den ersten Stein? :p

    Sicher daß von iOS nicht automatisch ein Zertifikat verlangt und überprüft wird?

  • Zitat

    Original geschrieben von dham
    Man kann auch entwickeln, weil man einen bestimmten Fortschritt erreichen will.


    Klar. Aber trotzdem glaube ich nicht, daß Google hier rein altruistisch handelt.


    Googles Geschäftsmodell ist hochinteressant und, zumindest für mich, immer noch schwer zu durchschauen. Google läßt mich kostenlos seine Suche nutzen, seinen Mail-Dienst, Maps, Kalender etc. Google verschenkt Applikationen, selbst entwickelte wie den Browser Chrome, zugekaufte wie Picasa. Google verschenkt ganze Betriebssysteme. Wie zur Hölle verdienen die Geld?


    Einer der Eckpfeiler der Google-Strategie scheint identisch zu der von Amazon zu sein: Marktmacht aufbauen, Mitbewerber verdrängen und dann aus ungefährdet starker Position Partnern und Kunden die Bedingungen diktieren - Amazon macht das mindestens in den USA ausgesprochen erfolgreich mit Verlagen wie auch direkt mit Autoren, und es gibt gar nicht wenige, die Apple bei dem Deal mit den amerikanischen Verlagen als "Weißen Ritter" sahen, der die Knechtschaft unter Amazon beinahe beendet hätte.


    Unumschränkte Marktkontrolle zu erreichen könnte auch bei WebM erstmal der Antrieb sein, gerade im Zusammenspiel mit den schon marktmächtigen Google-Produkten YouTube und Android - den Codec am Markt etablieren, für lau möglichst viele Endkunden versorgen damit, dann irgendwann in YouTube und Android H.264 abklemmen, woraufhin alle anderen Smartphone-Plattformen WebM implementieren müssen, damit ihre Clients noch YouTube gucken können, und alle Video-Portale ihren Content auf WebM umcoden dürfen, um die Android-Kundschaft nicht zu verlieren. Zum Finale etabliert Google dann ein Sperrfeuer an WebM-Updates in so schneller Folge, daß keine Plattform mehr hinterherkommt, bietet gleichzeitig aber einen feinen Transcoding Proxy an, den die gehetzten Plattform-Betreiber gegen eine durchaus annehmbare Gebühr für ihren Content verwenden dürfen, die aber gar keinen signifikanten Teil des WebM Revenue einbringt. Der kommt über die Metadaten rein, die der Transcoding Proxy abgreift und den User-Profilen hinzufügt, die Google schon über Suche, Maps, Mail etc. anlegt... Nur ein Gedankenspiel und ohne jeglichen Anspruch, Googles Geschäftsmodell wirklich verstanden zu haben, wie gesagt.


    Tja, muß mich das als Endanwender überhaupt kümmern, falls das so kommt? Ich genieße Amazons Politik günstiger Preise bei gleichzeitig erstklassigem Service. Trotzdem hab' ich mich für einen E-Book Reader abseits des Kindle-Universums entschieden und kaufe meine E-Books bei anderen Händlern. Sony als Hersteller des Readers und Adobe als Lizenzgeber des DRM-Schutzes sind alles andere als gemeinnützige Einrichtungen, wahrscheinlich keinen Deut fairer zu ihren Mitarbeitern als Amazon, aber im Vergleich kleine Fische und bei weitem nicht in der Position, in absehbarer Zeit ein marktbeherrschendes Monopol/Oligopol zu errichten. Auch mein Arbeitgeber will Profit machen, u.a. um mich bezahlen zu können. Deshalb hab' ich grundsätzlich nichts gegen ein bißchen Profitstreben. Die Unternehmen hinter H.264 sind allesamt keine Engelchen, die Lizenzgebühren aber ausgesprochen fair. Wenn Googles WebM irgendwann H.264 den Rang abläuft, haben wir, fürchte ich, ein paar kleine Teufelchen ausgetrieben mit einem richtig dicken Beelzebub.

    CU
    joschi

  • "Wenn Presseberichte aus England stimmen sollten, könnte Nokia bald einen deutlichen Wettbewerbsvorteil haben. Angeblich arbeitet Nokia an einem Mobiltelefon, welches den Akkumulator selbst auflädt. Die Idee hinter der Technologie wurde bereits vor drei Jahren patentiert. Dafür soll dieses Smartphone die Energie von Radiowellen nutzen, die von elektronischen Geräten aus der Umgebung ausgesendet werden. Es heißt, Nokia hätte bereits einen Prototyp, der im Standby-Betrieb keine zusätzliche Energiequelle benötigt. Der nächste Schritt soll ein Mobiltelefon sein, welches solche Radiowellen auch über größere Distanzen nutzen kann. Im Patentportfolio von Nokia befinden sich wohl enorme Werte, die noch nicht ausreichend im Aktienkurs widergespiegelt sind."


    Quelle: deraktionaer.de

  • Zitat

    Original geschrieben von joschi
    Wie zur Hölle verdienen die Geld?

    Die Frage ist doch nicht ernstgemeint, oder? Durch die Vermarktung von Werbung natuerlich. Alles andere ist nur Beiwerk und dient letztendlich dem Ziel, den Kunden moeglichst eng an sich und die eigenen Dienste zu binden, um ihn und sein Verhalten moeglichst gut analysieren zu koennen und damit zielgerichtetere (= teurere) Werbung verkaufen zu koennen.


    Edit: Brandaktuelles Beispiel: Google Maps, jetzt mit 100% mehr Werbung.

  • Zitat

    Original geschrieben von harlekyn
    Die Frage ist doch nicht ernstgemeint, oder? Durch die Vermarktung von Werbung natuerlich. Alles andere ist nur Beiwerk und dient letztendlich dem Ziel, den Kunden moeglichst eng an sich und die eigenen Dienste zu binden, um ihn und sein Verhalten moeglichst gut analysieren zu koennen und damit zielgerichtetere (= teurere) Werbung verkaufen zu koennen.


    Ganz ernstgemeint war die Frage zwar tatsächlich nicht, aber Deine Antwort beleuchtet nur die Spitze des Eisbergs, denke ich. Werbung ist "nur" das, was sie im Moment vielleicht am besten in klingende Münze umsetzen können oder wollen.


    Im Kern dürfte es zum einen darum gehen, möglichst viele Nutzer in den eigenen Diensten zu haben bzw. in möglichst vielen Diensten anderer Daten zum Nutzerverhalten abgreifen zu können. Das "an sich und die eigenen Dienste binden" ist dabei vom Ansatz her was ganz anderes als Apples Walled Garden, weil's nicht darum geht, den Nutzer direkt zu melken. Was Google macht mit den Daten, dürfte GfK & Co. blaß werden lassen vor Neid: Die umfassendste Echt- und Langzeit-Marktforschung, die die Welt je gesehen hat. Trends früher und zuverlässiger als der Rest der Welt zu erkennen und dann noch kontrollieren zu können, welche meiner Erkenntnisse ich an Dritte weitergebe, das ist schon wow. Theoretisch könnte Googles Geschäftsmodell schlicht darauf aufbauen, anhand der eigenen Trendanalysen an der Börse zu spekulieren, gezielt Anteile von Unternehmen zu kaufen, wenn sie steigendes Interesse an deren Produkten registrieren, und zu verkaufen, wenn das Interesse nachläßt.


    Zum anderen geht's vielleicht auch ein Stück weit darum, User zu bestimmtem Verhalten zu konditionieren mit den eigenen Diensten. Wir haben vor einiger Zeit in der Firma uns eine Google Search Appliance hingestellt. Das ist eine verplombte Blackbox im LAN (nicht mal ein Backup der Index-Datenbank kannst Du ziehen) und kein wirklich billiger Spaß. Mir persönlich wäre eine Apache Lucene/SOLR Installation erheblich lieber gewesen - open source, keine Lizenzkosten, nach Belieben konfigurierbar und in sauberer Konfiguration keinen Deut schlechter, was die Qualität der Suchergebnisse betrifft (zumal eine Google Search Appliance mitnichten so gute Ergebnisse liefert wie das "echte" Google). Aber: Ist halt keine Google-Suche. Und das ist, was unsere User aus dem Internet gewöhnt sind. Aus dem selben Grund haben wir schon vor längerem auf Google Maps umgestellt, um Layer mit eigenen geografischen Daten mit Kartenhintergrund zu versehen, und Teleatlas den Laufpaß gegeben. Gespart haben wir dabei nichts - wenn Google nämlich mal Geld will für seine Produkte, ist's gleich vorbei mit billig.

    CU
    joschi

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