1. Mai Randale, Heute Nacht/Morgen in Berlin!

  • Bei den ersten Mai Auseiandersetzung in Berlin ist es richtig, dass es eine größere Anzahl von Menschen gibt, die aus Lust am Krawall mitmachen. Dies ist de facto ein Problem - auch für die, welche das ganze Veranstalten.


    Aber: Bisher wurde auch jedes Jahr von Seiten der Polizei provoziert und eine Eskalation heraufbeschworen.


    Am ersten Mai (auch in Berlin) geht es aber auch um Inhalte. Deshalb mal ein Aufruf zum 1. Mai in Berlin:


    "„Berliner Bündnis für Soziale Grundrechte – Stoppt die Hartz-Pläne!"


    Höchste Zeit für Gegenwehr: Heraus zum 1. Mai!


    Liebe gewerkschaftlich, sozial und politisch Engagierte und Zaudernde!


    Wir rufen auf zur Beteiligung an der DGB-Demo in Form eines bunten, lautstarken


    „BLOCK DES KONSEQUENTEN WIDERSTANDES"


    Treffpunkt auf der DGB-Demo: 9:30, Brandenburger Tor,
    da wo sich auch der Block der Erwerbslosen sammelt
    (Pariser Platz/ Anti-Hartz-Transparent)


    Nachmittags wollen wir uns an der Demo in Kreuzberg beteiligen.


    Kreuzberger 1. Mai-Demo (ab 13.00 Uhr Kundgebung)


    Treffpunkt: 15:00 Uhr Oranienplatz (Anti-Hartz-
    Transparent / vor Kuchenkaiser)


    Im Windschatten des US-Krieges, an dem sich die Bundesregierung zwar offiziell
    nicht beteiligt, aber die Invasionstruppen durch die Gewährung von Überflugrechten,
    durch AWACS-Einsätze und durch viele weitere Maßnahmen strategisch unterstützt,
    startet die sozialdemokratisch-grüne Koalition einen Generalangriff auf erkämpfte
    Rechte von Beschäftigten und Erwerbslosen:




    Zum 1. Januar 2004 plant die Bundesregierung die Zerschlagung der
    Arbeitslosenhilfe. Danach soll es nur noch Arbeitslosengeld II in Höhe der
    heutigen Sozialhilfe geben. Rund 1,13 Millionen Haushalte, die derzeit
    Arbeitslosenhilfe beziehen, müssen durch die Absenkung der Arbeitslosenhilfe auf
    Sozialhilfeniveau zum Teil erhebliche Einkommensverluste hinnehmen. Aus einer
    bisher an der Arbeitslosenversicherung orientierten Leistung würde dann eine
    Fürsorgeleistung. Bereits in diesem Jahr werden ein knappes Drittel bzw. 470.000
    Haushalte, die derzeit Arbeitslosenhilfe beziehen, beim Neuantrag für die
    Weiterbewilligung der Arbeitslosenhilfe aufgrund verschärfter Anrechnungen von
    Partnereinkommen und Vermögen ganz aus dem Leistungsbezug rausfallen. Und
    schon kommt die nächste Katze aus dem Sack: Das erbärmliche
    Sozialhilfeniveau soll noch weiter gedrückt werden.




    Gravierende Kürzung des Arbeitslosengeldes: Statt 32 Monate Anspruch
    auf Arbeitslosengeld ab 55 Jahren nur noch 18 Monate, für alle
    Jüngeren maximal noch 12 Monate. Gleichheit poor!




    Massive Ausweitung der Leiharbeit: Sozialversicherungspflichtige
    Arbeitsplätze werden verstärkt durch „prekäre", d. h. ungeschützte
    Zeitarbeitsplätze mit Billigentlohnung ersetzt - ein prima Mittel um betriebliche
    und gewerkschaftliche Gegenwehr zu untergraben.




    Weitere Privatisierung sozialer Risiken: Nach der Abschaffung der paritätischen
    Beitragszahlung in die Rentenkasse droht nun die Privatisierung des
    Krankheitsrisikos. Das Kapital wird entlastet und die Beschäftigten sollen sich
    selbst versichern.




    Aufweichung des Kündigungsschutzes und neue „Zumutbarkeiten" für
    Erwerbslose. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.



    Solche „Reformen" bekämpfen nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Beschäftigten
    und Erwerbslosen. Es handelt sich um ein gigantisches Spar- und
    Umverteilungsprogramm zugunsten des Kapitals mit dem Ziel der Ausweitung des
    Niedriglohnsektors. Die versprochenen Arbeitsplätze wird es nicht schaffen.
    Am Ende steht der Zwang jede Arbeit anzunehmen.



    Diese Schröder-Clement-Pläne, die jetzt – glücklicherweise! - soviel Empörung
    hervorrufen, sind aber nur die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des
    Hartz-Konzeptes. Was diese rot-grüne Regierung an Sozialabbau plant, daran hat
    kein Kohl sich je gewagt!



    Während viele betriebliche und gewerkschaftlichen Gruppen wie z. B. in der IGM-
    Berlin und soziale Inis protestieren, beteiligten sich die Gewerkschaftsspitzen im
    Sinne des Co-Managements jüngst noch an der Erarbeitung der Hartz-Pläne. So
    bewertete etwa die von ver.di in die Hartz-kommission entsandte Funktionärin Isolde
    Kun(g)kel Weber das Hartz-Konzept so: "Der Bericht ist nicht ganz aus Gold,
    aber er trägt unsere Handschrift!". Die IGM schließt lieber Niedrig-
    Leiharbeitstarife ab, anstatt auf dem Grundsatz: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"
    zu beharren. Trotz aller vollmundigen Ankündigen eines „unruhigen Mai" seitens des
    DGB und der IGM steht daher wieder eine Rücksichtnahme auf Rot-Grün zu
    befürchten, indem irgendeiner der geplanten Einschnitte abgemildert und das
    Ergebnis dann als grandioser „Erfolg" verkauft wird. Wir setzen dagegen: Keine
    Kompromisse und keine Zugeständnisse gegenüber den Schröderplänen! Die ganze
    Richtung paßt uns nicht, genausowenig wie die Schwarz-gelbe Stimmungsmache.



    In dieser Situation rufen wir daher zu einem breiten Bündnis aller betrieblich,
    gewerkschaftlich, sozial-, und außerparlamentarisch Widerspenstigen auf: Einer für
    alle – alle für eine! Für gemeinsame, phantasievolle Aktionen! Wir haben
    den Traum von „anders arbeiten", noch lange nicht aufgegeben! Eine
    bessere Welt ist möglich! Kurzfristig fordern wir:




    Gewerkschaften raus aus dem Boot! Solidarität statt Standortlogik!



    Erhalt der Arbeitslosenhilfe!



    Beibehaltung der paritätischen Sozialversicherung!



    Sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde, Jobs!



    Eine wirklich existenzsichernde soziale Grundsicherung für jedEn!



    Die 30-Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich!



    Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von „oben nach unten!"



    Sofortiger Abzug der Interventionstruppen aus dem Irak!



    Wir fordern es mit Wonne: Hartz und Rürup in die Tonne!



    Erstunterzeichner: Initiative Anders Arbeiten.


    Besucht unsere Infostände! Kontakt und weitere Informationen: http://www.anti-hartz.de
    v.i.S.d.P.: Gerald Wolf, 10967 Berlin. Anti-Hartz-Bündnis: c/o Anders arbeiten, Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin"



    Desweiteren weiteren kann sich auch jeder sein eigenes Bild von den Aktivitäten machen.


    kanalB schreibt:


    "kanalB uebertraegt den revolutionaeren ersten mai in Berlin fast live im internet. am donnerstag ab 14 uhr gibts hier aktuelle videoschnipsel von der walpurgisnacht und den hoehepunkten des tages. leidglich um ein weniges zeitversetzt werden die ereignisse als real-videos zu sehen sein.
    gegen die platte stimmungsmache in den buergerlichen medien - fuer eine authentische darstellung von der richtigen seite der barrikaden ersetzt kanalB auch am ersten mai herkoemmliches fernsehen"


    Und der Link



    Der 1. Mai bei kanalB


    Grüße


    Stefan

  • Noch nicht mal 1. Mai, und schon ein Stern weniger... :(


    Bin mal gespannt wann ich mal einen 1. Mai erlebe,
    an dem mir nicht der Stern am Auto abgerissen wird.
    Nichts wünsche ich mir mehr, als mal jemanden dabei zu erwischen.

    Signatur ist so 2002.


  • Allein schon das Argument der provozierenden Polizei könnte einen zur Decke gehen lassen: es ist es der Job der Polizei, für Sicherheit, Ruhe und Ordnung zu sorgen. Und dass die dann nicht mit Lendenschurz und Blümchenschmuck im Haar anrücken, um den Pflastersteinwerfenden Light-Terroristen zu Leibe zu rücken, ist mehr als verständlich. Wer Krawall machen wil, darf das gerne in einer 10 qm Zelle machen, aber nicht auf den Straßen, die andere auch benutzen wollen. Wenn die Idioten das nicht einsehen wollen, brauchen die sich über hartes Vorgehen nicht wundern. Und wenn doch Schäden angerichtet werden, hätte ich kein Problem damit, das Pack unter strenger Aufsicht alles wieder so herstellen zu lassen, wie es vor der Verwüstungstour war. Je schneller sie dabei arbeiten, desto früher können sie sich wieder frei bewegen.


    Und der ganze Rest: natürlich können die Gewerkschaften nicht von heute auf morgen eine 180-Grad-Wende machen, aber gerade durch derartige Aufrufe zu Kundgebungen und (nat. friedlichen!) Demonstrationen vergiften sie das Klima immer weiter. Das sehe ich als sehr gefährlich an, da sich leider viele von den gewerkschaftlichen Meinungsmachern anheizen lassen, ohne deren Argumente zu hinterfragen und sich ein paar eigene Gedanken dazu zu machen. Und so geht hier bestimmt nichts voran :(

  • Hi!


    Mir stehts auch langsam bis zum Hals.Wohne zwar nicht in der Nähe der Krawallorte aber wohne schließlich in der Stadt und arbeite teilweise auch dort.Und irgendwann ist mal Schluß.In diesem Sinne dürfen sich alle Leute die sich mit der Polizei und anderen Leuten prügeln wollen aus Berlin verp*ssen!
    Mehr als Unverständnis kann hier keiner in der Stadt aufbringen.


    Guten Abend noch.

  • Zitat

    Original geschrieben von NoKiA4LiFe
    ....dürfen sich alle Leute die sich mit der Polizei und anderen Leuten prügeln wollen aus Berlin verp*ssen!


    Das Schlimme ist ja, daß reichlich dieser Typen von außerhalb kommen um hier Randale zu machen :mad:

    Gruß
    berlibaerchen

  • Also ich find Deeskalation besser, nicht alle sind unbedingt auf Krawall aus, viele steigern sich auch erst rein. Wenn man die davon abhält, ist schon viel gewonnen.


    Gibt dann auch weniger Streß, die paar richtigen Chaoten zu verhaften :)


    Und gibt weniger verletzte Pressefotografen, die danach die Polizei verklagen. Kann viel Geld sparen.


    UNd pleite ist Berlin ja schon genug.


    :)

    Vertrauensliste Teil V #1, Teil IV #2, #3, #4, Teil III #5, Teil I (die ganz alte - mit Strg+F nach windsandsterne suchen) #6 - und die vielen, die sich nicht eintragen.

  • hi,
    leider tarnen sich die chaoten meist in harmlosen gruppen.


    dass diese "gereizt" reagieren, wenn sie mit wasser beschossen werden, ist logisch und verständlich.


    insofern ist es leider nicht so einfach, die chaoten zu verhaften.


    allerdings sollte man bei krawallen per megaphon direkt alle unbeteiligten und friedlichen auffordern, den platz zu verlassen (platzverweis) und den rest dann einkesseln und einsperren. die deeskalationstaktik hat sich m.e. ja überhaupt nicht bewährt und die schäden in jedem jahr sind beträchtlich!


    diese krawalltouris können gegen eine andere republik ja gerne mal in einem totalitäten staat demonstrieren :D


    greetz
    cm

  • Meine Meinung? Wird wieder keinem gefallen... :rolleyes:


    Ein paar gezielte Beinschüsse auf die dreistesten unter den Flaschenwerfern.


    Ich werde das nie kapieren. Wie kann es sein, daß diese Chaoten mit (womöglich brennenden) Flaschen auf Polizisten schmeißen, diese sich aber nicht adäquat zur Wehr setzen dürfen?!?


    Was das angeht, bin ich zugegebenermaßen absolut radikal. Unbeschränkter Waffeneinsatz der Polizei. Möglichst gezielte Schüsse in die Beine. Diese Kriminellen gehören ausnahmslos und alle hinter Gitter, und zwar für lange Zeit. Wer Recht und Ordnung derart respektlos mit Füßen tritt, soll eine sehr lange Auszeit von der Gesellschaft nehmen.


    Ja, ich weiß, dies würde die Situation eskalieren lassen; die Verrückten würden womöglich dann in Zukunft selbst Waffen haben. Allerdings kann man zum einen wohl davon ausgehen, daß die Polizei dann trotzdem besser bewaffnet sein dürfte, zum anderen würde dies dann legitimieren, daß nicht unbedingt nur aufs Bein geschossen werden muß. Wäre auch kein Schaden...


    Wie gesagt, habe bei diesen Kriminellen eine überaus radikale Einstellung...

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    Meine Meinung? Wird wieder keinem gefallen... :rolleyes:


    Ooch - da wär ich nicht so sicher ;) Bisher gehen doch die meisten Beiträge in diese Richtung, wenn auch z.T. etwas abgemildert. :D

  • Ich komme gerade von meiner Nachtschicht im Krankenhaus… Und die Bilanz ist mehr als erschreckend. Es ist schon traurig wenn man sieht wozu erwachsene Menschen imstande sind :rolleyes:
    mapa812

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