Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • Zitat

    viele Pflichtversicherte mit Hausbesitz haben auch noch Mieteinnahmen weil sie als Hausbesitzer vieleicht eine Wohnung vermietet haben


    Ich glaube nicht, dass es da viele Betroffene geben wird.


    Aber sei es drum. Ich halte die Idee für richtig. Jemand, der heute 30k durch eigene Arbeit an Einnahmen erzielt und 10k ohne eigene Arbeit durch Vermietung oder Kapitaleinnahmen, warum sollte der weniger Beitrag zahlen als jemand, der 40k nur durch eigene Arbeit verdient?


    Wenn der Krankenkassenbeitrag weiter nach "Leistungsfähigkeit" gehen soll und nicht auf eine Kopfpauschale umgestellt wird, dann ist nicht zu verstehen, warum nur Erwerbseinkünfte zählen sollten. Warum?!

  • Zitat

    Original geschrieben von Benz-Driver
    Es ist alles nur geborgt. Für die Dauer des Lebens. Und in Wahrheit ist jegliche Anhäufung von Werten völlig sinnlos, weil man ja eh nichts mitnehmen kann. Wichtiger wäre, daß man das Leben genießt, Spaß hat und Zufriedenheit erlangt. Und dazu braucht es keine Luxusgüter. :)

    Sicher braucht es keinen Luxuslimousine und keine Villa um gluecklich zu sein. Aber in Armut kann man auch nicht gluecklich werden.


    Denke wenn man gluecklich sein will, muss man schon zumindest soviel Geld haben, das man sich nicht staendig Sorgen machen muss alle Rechnungen bezahlen zu koennen und sich ein bisschen Alltagsluxus leisten kann ohne das spekulieren muss wie man es bezahlt.


    Also unter 20.000 Euro p.a. ist es imho schon sehr schwierig bis unmoeglich gluecklich zu werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Ich glaube nicht, dass es da viele Betroffene geben wird.


    Aber sei es drum. Ich halte die Idee für richtig. Jemand, der heute 30k durch eigene Arbeit an Einnahmen erzielt und 10k ohne eigene Arbeit durch Vermietung oder Kapitaleinnahmen, warum sollte der weniger Beitrag zahlen als jemand, der 40k nur durch eigene Arbeit verdient?


    Wenn der Krankenkassenbeitrag weiter nach "Leistungsfähigkeit" gehen soll und nicht auf eine Kopfpauschale umgestellt wird, dann ist nicht zu verstehen, warum nur Erwerbseinkünfte zählen sollten. Warum?!


    Das nützt dem der davon betroffen ist rein garnichts. Ich habe einen Bekannten, der ist Rentner, hat eine bescheidene monatlich Rente von 700 Euro und monatliche Mieteinnahmen von 750 Euro , den sein Krankenkassenbeitrag würde sich mehr als verdoppeln. Der hält von dieser sogenannten Bürgerversicherung garnichts und sagt: "Solche Abzocker wähle ich niemals" Ganz gleich wie man dazu steht, wenn man alles im Gesamtkondex sieht was die bei Steuern und Sozialabgaben planen, steht fest das da niemals 90 Prozent der Bürger entlastet werden. Die allermeisten werden da sogar belastet auch wenn man da jetzt keinen Prozentsatz nennen kann.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Sicher braucht es keinen Luxuslimousine und keine Villa um gluecklich zu sein. Aber in Armut kann man auch nicht gluecklich werden.


    Denke wenn man gluecklich sein will, muss man schon zumindest soviel Geld haben, das man sich nicht staendig Sorgen machen muss alle Rechnungen bezahlen zu koennen und sich ein bisschen Alltagsluxus leisten kann ohne das spekulieren muss wie man es bezahlt.


    Also unter 20.000 Euro p.a. ist es imho schon sehr schwierig bis unmoeglich gluecklich zu werden.


    Du hast völlig Recht, das Leben sollte finanzierbar sein, mit permanenten Existenzsorgen wird man sicher nicht glücklich. Das meinte ich aber auch gar nicht. Ich wollte vielmehr festhalten, dass materielle Güter oft überbewertet werden. Viele haben eine 80-Stdn.-Woche, haben eine riesen Hütte, 2 Porsche in der Garage, alles nach Maß gefertigt, aber null Zeit, das Ganze auch zu genießen. Sie arbeiten für die Anhäufung vin Gütern, die sie nach dem Tod eh verlieren und versäumen dabei, zu leben. Das empfinde ich nicht als optimal. Das ist nämlich auch keine Lebensqualität (so wie das tägliche Kämpfen um das Überleben). Irgendwie sollte man einen Mittelweg finden, einen, der einem noch Zeit für seine Familie lässt, Zeit, um glücklich zu sein.

    Samsung Galaxy S7
    iPhone 7

  • Zitat

    steht fest das da niemals 90 Prozent der Bürger entlastet werden


    Die Aussage kannst du überhaupt nicht treffen. Du weißt erstens gar nicht, wie stark die Entlastungen ausfallen, so es sie gibt. Zweitens haben wir bis jetzt an Belastungen nur Nischengruppen gefunden. Ich zähl ehrlich gesagt Leute mit Minieinkommen aber Eigentum, das für 750 € Miete im Monat reicht, dazu.


    Zitat

    Die allermeisten werden da sogar belastet auch wenn man da jetzt keinen Prozentsatz nennen kann.


    Mit Miet- und größeren Zinseinnahmen bei gleichzeitigem Einkommen unter 47k, Vermögen über 1 mio., Einkommen über 60 bzw. 80k (was vergessen?) bekommt man nicht mal im Ansatz "die allermeisten".


    Zitat

    Der hält von dieser sogenannten Bürgerversicherung garnichts und sagt: "Solche Abzocker wähle ich niemals"


    Sein gutes Recht. Ich finde das so sympathisch, dass ich mir fast schon wieder vorstellen könnte, Grüne zu wählen - allein wegen der Ehrlichkeit und der Konsequenz, etwas Systematik ins Steuer- und Abgabensystem zu bringen. Wenn - wie dein Bekannter - jeder erstmal primär an sich selbst denkt, dann ist zwar auch an jeden gedacht. Aber ich brauche nur bis höchstens Griechenland zu gucken - und sehe, wie man in der Weise einen Laden voll gegen die Wand fährt.


    Ein "Weiter so" wird es nicht geben. Trotz Superkonjunktur kriegen wir nur teilweise eben einigermaßen ausgeglichenen Haushalt hin. Irgendwer wird mittelfristig bluten müssen. Ich habe keine Lust auf ein ewiges Schwarzer-Peter-Spiel. Und dazu wird es kommen, wenn schon die Vermögendsten überhaupt - und das sind die hier genannten Gruppen zu 99 % - erstmal sagen: Was? Ein paar hundert Euro mehr im Jahr? Nicht bei mir! Ja, wo denn dann?

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Irgendwer wird mittelfristig bluten müssen. Ich habe keine Lust auf ein ewiges Schwarzer-Peter-Spiel. Und dazu wird es kommen, wenn schon die Vermögendsten überhaupt - und das sind die hier genannten Gruppen zu 99 % - erstmal sagen: Was? Ein paar hundert Euro mehr im Jahr? Nicht bei mir! Ja, wo denn dann?


    Warum sollen die Vermögenden, die eh schon das meiste zahlen, nun auch noch eine DDR-Light finanzieren, nur weil einige Sozialromantiker meinen, die Zeit sei gekommen?


    Ihr vergesst, dass die "Reichen" dazu auch bereit sein müssen. Sonst wird das nichts.
    Das hat dann aber nichts mehr mit Ego oder "nicht zahlen können" zu tun, sondern schlicht mit mangelnder Bereitschaft, dieses leistungsfeindliche Denken zu unterstützen.


    Ich bin sehr gespannt.
    Populismus ala Gabriel und Roth bringt uns hier nicht weiter.


    Angestellte, die nicht 6-stellig / 100k€ abhängig beschäftigt sind, zähle ich nicht als "reich".

    Beste Grüße
    W.

  • Ich kanns nicht mehr hören. Wegen ausgeglichener Haushalte und Schuldenabbau sei dies alles nötig. Der Staat hat kein Einnahmeproblem sonder ein Ausgabeproblem und ein Verschwendungsproblem. Da muß der Hebel angesetzt werden, indem man milliardenschwere Steuerverschwendung unterläßt, nicht sinnvolle Subventionen kürzt und nicht laufend neue soziale Wohltaten beschließt, obwohl man das Geld dafür nicht hat.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Benz-Driver


    Ich glaube du triffst es ganz gut. Immaterielles kann ebenso Luxus sein, natürlich nur dann, wenn einige Grundbedürfnisse befriedigt sind.


    Mir selbst geht es bestimmt nicht schlecht, auch wenn ich keine 80.000 p.A. verdiene (und denke, dass man damit lange nicht reich ist). Aber ich bin mit diesem materiellen Gedanken groß geworden. Mir gefallen schöne Autos, ich hätte auch gerne mal ein Haus und wenn mir ein neues Gadget gefällt, will ich es auch kaufen können.
    Es ist einfach verdammt schwer davon ab zu kommen. Ich persönlich würde mir manchmal wünschen mich einfach irgendwo in die Sonne zu setzen und zu genießen. Nur ist es nicht so einfach, eine grundsätzliche Einstellung zu ändern. Vielleicht kommt das auch erst im etwas gehobeneren Alter von ganz alleine.


    Was man aber auch sagen muss: Das Streben nach "mehr" bringt uns als Menschheit weiter.



    Grüße,
    Sebastian

  • Zitat


    Warum sollen die Vermögenden, die eh schon das meiste zahlen, nun auch noch eine DDR-Light finanzieren, nur weil einige Sozialromantiker meinen, die Zeit sei gekommen?


    Der Staat hat Schulden in Billionenhöhe. Wer, wenn nicht Vermögende, soll das primär jemals bezahlen? Die "weitaus meisten" der Menschen, die ich kenne, haben gar nicht so viel Vermögen, wie in den letzten Jahrzehnten pro Kopf an Schulden aufgebaut wurden. Alles zusammengerechnet, vom spärlichen Sparguthaben bis zu den Ikea-Sperrholzmöbeln. Das ist auch kein repräsentativer Querschnitt, ich weiß. Aber ihr macht euch etwas vor, wenn ihr meint, mit den hier kursierenden Summen zu den armen Kirchenmäusen zu gehören.


    Zitat

    Ihr vergesst, dass die "Reichen" dazu auch bereit sein müssen. Sonst wird das nichts.


    Mich hat niemand gefragt, als die Mehrwertsteuer 2007 plötzlich von 16 % auf 19 % erhöht wurde - das hat mich knapp 0,85 % meiner damaligen Einnahmen gekostet. Hochgerechnet auf den 80k-Kleinverdiener ungefähr 700 € pro Jahr. Meinen Bekannten hat niemand gefragt, als er nunmehr von der GEZ zur Kasse gebeten wurde, obwohl er gar keinen Fernseher hat. 1,8 % seiner Einnahmen von 500 € für alles im Monat gehen jetzt da rein - hochgerechnet auf den 80k-Haushalt sind das 1.440 € Mehrbelastung pro Jahr.


    Niemand hat danach gefragt. Das wurde einfach so eingeführt.


    Zitat

    Das hat dann aber nichts mehr mit Ego oder "nicht zahlen können" zu tun, sondern schlicht mit mangelnder Bereitschaft, dieses leistungsfeindliche Denken zu unterstützen.


    Ah, und was machen die Leute dann? Gehen lieber Klos putzen für 6,50 € die Stunde? Haha. Fahren Linienbus inkl. "Fahrgastkontakt" im Schichtdienst durch Hamburg für kaum 1.600 € netto bei Mieten von ~ 11 € kalt/m²? Haha. Nein, Quatsch. Ich sehe die Bedenken. Aber mal ganz ehrlich: Den Leuten bleibt immer noch verdammt viel. Sie haben viel mehr als andere. Sie sind auch sonst oft in ihren Jobs privilegierter als die Leute, die wirklich die Drecksarbeit dieser Gesellschaft leisten müssen. Die auch zur Kasse gebeten werden und wurden (vgl. oben), aber dabei viel weniger Aufstand gemacht haben.


    Zitat

    nicht sinnvolle Subventionen kürzt und nicht laufend neue soziale Wohltaten beschließt, obwohl man das Geld dafür nicht hat.


    Die Grünen wollen doch gerade an die Subventionen. Ehegattensplitting? Das ist eine Subvention. Kaum will man sie abschaffen, gibt es Terz. Verzicht auf Beiträge auf Mieteinnahmen? Subvention! Es gibt Terz. Und so weiter.


    Ich sehe auch hier die Bedenken. Aber grob überschlagen muss der Staat größere Einschnitte machen als nur diese populistischen Einwürfe, damit der Haushalt ausgeglichen ist UND auch mal Schulden zurückgezahlt werden können.

  • Das Ehegatten-Splitting gehört sicher nicht zu den Subventionen schon garnicht zu den nicht sinnvollen Subventionen. Die milliardenschwere Steuerverschwendung stört dich anscheinend auch nicht, bzw.. dazu hast dich bis jetzt garnicht geäußert.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

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