Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Ich sehe auch hier die Bedenken. Aber grob überschlagen muss der Staat größere Einschnitte machen als nur diese populistischen Einwürfe, damit der Haushalt ausgeglichen ist UND auch mal Schulden zurückgezahlt werden können.


    Ich bin grundsätzlich bei Dir, jedoch sehe ich in erster Linie kein Einnahmenproblem. Probleme bestehen aus meiner Sicht in erster Linie aufgrund von Vollzugsdefiziten sowie auch erheblich auf der Ausgabenseite. Ich glaube, wenn Gelder für die Allgemeinheit sichtbar sinnvoller verwendet werden würden, wäre das Geschrei auch nicht ganz so groß.


    Ein polemisches Beispiel:


    Warum muss man bei Roland Berger ein Gutachten für 700k über mögliche Ursachen der Verkehrsstörung an der Kreuzung x in Auftrag geben, das zum Ergebnis kommt, die Glühlampe an der Ampel muss gewechselt werden?
    Steckt man das Geld z.B. in die Beseitigung von Strassenschäden, würde es zum Ersten in den Arbeitsmarkt investiert und zum Zweiten müsste ich mir nicht alle drei Jahre für 2k neue Stossdämpfer einbauen lassen.

  • Zitat

    Die milliardenschwere Steuerverschwendung stört dich anscheinend auch nicht, bzw.. dazu hast dich bis jetzt garnicht geäußert.


    Stört mich schon, ich habe auch etwas dazu geschrieben. Angesichts der Volumen insgesamt würde selbst 0 Verschwendung das Problem nicht lösen. Und jeder, der mal ein Privatunternehmen von innen gesehen hat, weiß: auch da laufen Projekte gern mal aus dem Ruder. Es wird gar nicht möglich sein, Verschwendung komplett abzustellen. Zumal auch in der Bevölkerung irgendwie immer noch Rückhalt dafür da ist, zum Beispiel hier in Hamburg die Elbphilharmonie immer weiter zu bauen. Die Kosten steigen um Schritte, die größer sind als die ursprünglich veranschlagte Gesamtsumme, 700 Mio. € sind definitiv Verschwendung für so ein Konzerthaus. Und jetzt stell' dich mal hier auf die Straße mit der Idee, das Ding als Ruine stehenzulassen, um wenigstens 200 Mio. € + x weitere Kosten einzusparen. Viel Spaß mit den Hamburgern.


    Zitat

    Das Ehegatten-Splitting gehört sicher nicht zu den Subventionen schon garnicht zu den nicht sinnvollen Subventionen.


    Es ist eine Subvention, eine sehr sinnlose dazu. Von der Ehe allein hat die Gesellschaft, hat der Staat nix. Warum sollte Ehepaar Müller, kinderlos, weniger Steuern zahlen müssen als meine Freundin und ich, wenn wir unverheiratet zwei Kinder haben, die den ganzen Laden mal durchschleppen werden? Das ist Unfug!

  • Da liegst du falsch. Das BVG hat 1982 geurteilt, das Ehegattensplittung sei keine Steuervergünstigung die vom Gestzgeber beliebig verändert werden kann sondern eine sachgerechte Besteuerung. Deshalb sind die Pläne der Grünen auch höchstwahrscheinlich nicht verfassungskonform.


    http://www.zeit.de/2012/07/Ehegattensplitting

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Ich sehe die Bedenken. Aber mal ganz ehrlich: Den Leuten bleibt immer noch verdammt viel. Sie haben viel mehr als andere. Sie sind auch sonst oft in ihren Jobs privilegierter als die Leute, die wirklich die Drecksarbeit dieser Gesellschaft leisten müssen. Die auch zur Kasse gebeten werden und wurden (vgl. oben), aber dabei viel weniger Aufstand gemacht haben.


    Sind die Menschen, die sich einen kleinen Wohlstand erarbeitet haben und nun durch Bildung und persönlichen Einsatz, oftmals in Zeiten der Weiterbildung knappem Budget, "privilegiert"?


    Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen; da sage ich Dir, dass ich mir manchmal wünsche in meinem früheren Job als einfacher Arbeiter zu sein.
    Von der Belastung und der Verantwortung und dem zeitlichen Einsatz wäre das auf jeden Fall angenehmer als jetzt in der "privilegierten" Stellung.


    Schwere Arbeit bitte nicht immer mit körperlicher gleichsetzen!
    Ich achte jede Tätigkeit, gerade auch die körperlichen anstrengenden; aus eigener Erfahrung.
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir aber auch sagen, dass es früher schön war nach 7 Stunden Feierabend zu haben, trotz schwerer Arbeit. Danach war aber auch wirklich Arbeitsschluß.
    Das haben viele der hier so gescholtenen etwas besser verdienenden nicht.


    Und es ist oftmals unter großen Entbehrungen in der Zeit der Weiterbildung und Einsatz zustande gekommen. Erarbeitet würde ich mal sagen ;)


    Ich will aber nicht meckern, weil es immer eine persönliche Setzung von Prioritäten ist und jeder selber die Entscheidungen trifft.
    Genauso wenig akzeptiere ich aber das Jammern von Leuten, die eben weniger haben aufgrund von mangelnder Bereitschaft sich einzusetzen.
    Ausnahmen gibt es auf beiden Seiten, also Leute ohne Chancen und easy Jobs im oberen Bereich.
    In der Regel ist das aber anders.


    Just my 2cents.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Da liegst du falsch. Das BVG hat 1982 geurteilt, das Ehegattensplittung sei keine Steuervergünstigung die vom Gestzgeber beliebig verändert werden kann sondern eine sachgerechte Besteuerung. Deshalb sind die Pläne der Grünen auch höchstwahrscheinlich nicht verfassungskonform.


    http://www.zeit.de/2012/07/Ehegattensplitting


    Es gibt dazu in der Literatur auch andere Meinungen. Punkt ist jedenfalls, dass es viele unverheiratete Paare mit gemeinsamen Kindern gibt und die schlechter gestellt sind als kinderlose Ehepaare. Das entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit. Man kann alternativ auch gern ein Familiensplitting einführen, das würde aber wiederum zu Steuermindereinnahmen führen, die durch höhere Steuersätze für alle ausgeglichen werden müssen. De facto ist es eine Subvention der Ehe, die bei den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen doch arg fragwürdig erscheint. Die "Wirtschaftseinheit", die einer Ehe unterstellt wird, gibt es auch in vielen anderen Lebensformen, ohne dass sie vom Staat gewürdigt wird. Eine Ausnahme fällt mir übrigens gerade ein: bei Hartzern ist keine Ehe erforderlich, um die dort finanziell negativen Auswirkungen des Zusammenlebens auszulösen. Würde ein Hartzer-Paar aber plötzlich gut verdienen, zählen sie nicht mehr als Paar. Das ist unlogisch und nicht zu rechtfertigen.

  • DAS BVG hat so geurteilt, da nützen auch andere Meinungen nichts. Wer sich da benachteiligt fühlt muß dann halt heiraten dann kann er die angeblichen Vorteile des Ehegattensplittings genießen. Das ganze lenkt aber etwas vom eigentlichen Thema Subventionsabbau ab, da gibt es ganz andere Brocken, wie z.B. die unsinnige "Solarförderung" und viele weitere, man kann sich nicht alle aufzählen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    DAS BVG hat so geurteilt, da nützen auch andere Meinungen nichts.


    Das BVerfG hat nichts dazu gesagt, ob das Ehegattensplitting absolut in jetziger Form bleiben muss. Es hat nur Anforderungen festgelegt, die ggf. auch anders einzuhalten sind. Ansonsten wäre der ganze Aufschrei um das Grünenkonzept (auch hier) zwecklos - ein wesentlicher Bestandteil würde ja garantiert nie kommen können! :)


    Davon abgesehen ist es eine 30 Jahre alte Auslegung des Grundgesetzes. Es wäre nicht das erste Mal, dass auch das Verfassungsgericht seine Meinung über die Zeit ändert.

  • 7650w:


    Zitat

    Warum sollen die Vermögenden, die eh schon das meiste zahlen, nun auch noch eine DDR-Light finanzieren, nur weil einige Sozialromantiker meinen, die Zeit sei gekommen?


    Bei manchen Postings fehlen mir echt die Worte...Unglaublich.


    Stichwort: Solidarität. Reiche werden zumeist auf "Kosten" der Mehrheit reich. Im 19, teilweise 20 Jahrhundet haben die "Reichen" bis zu 90% Steuern zahlen müssen, und waren trotzdem superreich, insbesondere in den USA, Großbritannien und Deutschland.


    Zitat

    Populismus ala Gabriel und Roth bringt uns hier nicht weiter.


    Populismus= populus = das Volk. In Deutschland denkt jeder gleich an das Böse im Wort. Vielleicht denken die Politiker ja tasächlich mal an die Menschen....?!



    Zitat

    Ich kanns nicht mehr hören. Wegen ausgeglichener Haushalte und Schuldenabbau sei dies alles nötig. Der Staat hat kein Einnahmeproblem sonder ein Ausgabeproblem und ein Verschwendungsproblem. Da muß der Hebel angesetzt werden, indem man milliardenschwere Steuerverschwendung unterläßt, nicht sinnvolle Subventionen kürzt und nicht laufend neue soziale Wohltaten beschließt, obwohl man das Geld dafür nicht hat.


    Und warum muß man denn bei den ärmsten der Armen kürzen, oder bei Behinderten, oder bei Aussteigerprogrammen für Nazis, oder, oder, oder?


    Man kann einfach auch Vermögen besteuern, die Körperschaftsteuer wieder einführen und änliches.


    Wenn ernsthaft jemand behauptet, ich führe meine Firma nicht mehr, weil ich nur noch 30% Gewinn vom 10 Millionen Umsatz mache, dann sage ich: Gut, es findet sich bestimmt jemand anders, der gerne nur 15% Gewinn von 10 Millionen behalten will und das genauso gut kann.


    Aber scheinbar verstehen das verschiedene Parteien und Politiker nicht.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Jemand, der heute 30k durch eigene Arbeit an Einnahmen erzielt und 10k ohne eigene Arbeit durch Vermietung oder Kapitaleinnahmen, warum sollte der weniger Beitrag zahlen als jemand, der 40k nur durch eigene Arbeit verdient?


    Weil er die 10.000 durch Vermietung oder Kapitalertrag aus bereits versteuertem Geld erwirtschaftet hat.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • Nicht unbedingt.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!