Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • bernbayer:


    Zitat

    Das nützt alles sogut wie nichts.


    Wieso?


    Zitat

    Wer hat da noch Lust sich groß anzustrengen wenn man ihm ab 80.000 Euro so stark steuerlich belastet.


    Keine Ahnung, aber ich glaube, die meisten Menschen strengen sich schon enorm an, um auf 80.000 zu kommen.


    Zitat

    Ganz gleich wie man da jetzt rechnet, es muß mehr Steuer bezahlt werden und dies geht einfach zu Lasten von Investitionen und Arbeitsplätzen.


    Im Gegenteil: Wenn der Steuersatz steigt, ich aber weiter Investitionen absetzen kann, dann wird Investieren attraktiver.


    Zitat

    Ich komme nochmal darauf zurück, warum hat ROT-Grün denn selbst seinerzeit den Spitzensteuersatz gesenkt? Wenn das keinen Effekt für Wirtschaft und Arbeitsplätze hat, dann hätten sie das ja gleich damals nicht machen brauchen.


    Das ist eine gute Frage, warum sie das damals gemacht haben.


  • Das ist so nicht richtig. Investitionen können sicher von der Steuer abgesetzt werden, aber eben nicht unbegrenzt und nicht auf einem Schlag, sondern immer nur ein gewisser Prozentsatz pro Jahr, z.B. 10 Prozent der Investition. (Abschreibung). Steigt der Eimkommenssteuersatz kann ich deswegen auch nicht mehr absetzen. Außerdem fehlt das was ich an Steuer mehr zahlen muß ja mir um mehr zu investieren zu können und infolge mehr steuerlich abschreiben zu können.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Investitionen können sicher von der Steuer abgesetzt werden, aber eben nicht unbegrenzt und nicht auf einem Schlag, sondern immer nur ein gewisser Prozentsatz pro Jahr, z.B. 10 Prozent der Investition. (Abschreibung).


    Investitionen als Betriebsausgaben kann ich quasi unbegrenzt absetzen, wenn sie denn tatsächlich angefallen sind. Natürlich kann ich sie nicht sofort voll abschreiben. Jedenfalls sind die Auswirkungen für Investitionen eher unerheblich.


    Zitat

    Steigt der Eimkommenssteuersatz kann ich deswegen auch nicht mehr absetzen.


    Stimmt. Würde ich aber nicht investieren, ginge mehr von meinem Überschuss ans Finanzamt. Es wird attraktiver, das Geld auszugeben und z.B. für Investitionen zu nutzen.


    Zitat

    Außerdem fehlt das was ich an Steuer mehr zahlen muß ja mir um mehr zu investieren zu können und infolge mehr steuerlich abschreiben zu können.


    Ich denke, die Einkommensteuer hat so gut wie keine Auswirkungen auf die Investitionsfähigkeit eines Betriebes. Punkt. Bei 80.000 plus sind wir ohnehin in einem Bereich, bei dem sich bald eine Kapitalgesellschaft lohnt. Dann ist das Problem Einkommensteuer erstmal keins mehr.

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Und? Liegt das Medianeinkommen in Deutschland nicht irgendwo bei 18k-20k?


    Vor etwas über zwei Wochen gab es einen Bericht darüber im Handelsblatt. Der Median liegt bei 32.500 Euro und der arith. Mittelwert bei 43.500 Euro.

  • Ja, so ist eben bei Steuererhöhungen. Da bleiben mir unterm Strich weniger und dem Staat dafür mehr. Das kann man gut finden, oder nicht. Fakt ist aber, dass es für Steuererhöhungen in gewissem Maße eine Mehrheit zu geben scheint. Die Bevölkerung möchte, dass der Staat seine Schulden abbaut. Das kann man eben u.a. durch Steuererhöhungen bewerkstelligen, und diese sollen dann eben nach Möglichkeit nicht otto-normal-Verdiener stemmen, sondern die wirtschaftlich starken 3%.

  • Gab es da nicht mal so ne schöne Umfrage ob die Leute es gut finden wenn "Reiche" nach den Plänen von SPD und Grünen mehr Steuern zahlen sollen und die Mehrheit dafür war, nachdem man den Befragten dann aber mal genauer gesagt hat was denn "reich" nach den Vorschlägen konkret bedeutet waren sie nicht mehr so angetan - eben weil es sie auch selbst betreffen würde und nicht nur die Millionäre...


    Keiner zahlt wohl wirklich gern Steuern, aber ich kann diesen Spruch mit den "breiten Schultern" echt nicht mehr hören, insbesondere nicht wenn er von Personen kommt die 7stellige Beträge Nebenberuflich erwirtschaften oder üppige Diäten und Pensionen kassieren aber selbst u.a. damit nicht in die allg. Sozialkassen einzahlen. Die Art und Weise mit der hier versucht wird "Klassen(Wahl)Kampf" zu betreiben lässt einen mittlerweile nur noch mit dem Kopf schütteln.

  • Reich sind eben immer nur die anderen...
    Das ändert aber nichts daran, dass eine Gesellschaft m.E. nur mit einem solidarischen Steuersystem funktioniert: Wer mehr verdient, muss auch mehr zahlen und zwar nicht nur absolut, sondern auch prozentual. 10% von 20k tun eben viel mehr weh als 10% von 80k und sind daher alles andere als gerecht, auch wenn die Leute mit den 80k (die natürlich nie reich sind, s.o.) das eher anders sehen.

  • Dieses Prinzip haben wir ja schon und das will auch niemand abschaffen. Es geht nur darum die Steuerschraube nicht noch weiter nach oben zu schrauben. Das bringt außer der üblichen Neiddebatte nur Nachteile für Konjunktur, Wirtschaft und Arbeitsplätze. Läuft die Wirtschaft schlecht, dann trifft das auch den kleinen Mann hart, wenn er evtl. seinen Arbeitsplatz verliert. Zu hohe Steuern führen auch dazu, daß noch mehr sogenannte "Reiche" ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, sie zahlen dann 0 Steuern in Deutschland.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Das sind doch die Argumente, die wir schon seit Jahrzehnten in Deutschland hören, wenn irgendetwas vermeintlich unbequemes beschlossen werden soll: Mehrwertsteuererhöhung, Mitbestimmung in Unternehmen, Mindestlöhne, Kündigungsschutz, und, und, und. Trotz alldem geht es Deutschland mit am besten in Europa. Nur wenige Länder stehen noch besser da, und das sind auch nicht gerade die, die für ihre niedrigen Steuern bekannt sind.

  • Ja Deutschland geht es ja gerade deshalb besser, weil es bei uns notwendige zum Teil harte Reformen vor 2005 gegeben hat. Da war sicher nicht alles hundertprozent richtig, aber die Grundausrichtung hat schon gestimmt. Jetzt soll das ganze wieder ein ganzes Stück zurückgedreht werden, das wird böse Folgen in einigen Jahren haben. Vorausgesetzt Rot-Grün würde die Wahl gewinnen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

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