Prinzipiell (auch inbezug auf die steuerliche Anerkennung von Flutschäden als Außergewöhnliche Belastung) ist das wohl so.
Die Frage bleibt aber, ob man von einem Bürger, der in einem eigentlich nicht hochwassergefährdeten Gebiet wohnt, den Abschluss einer Versicherung erwarten darf, wenn er die Entstehung einer künstlich (neu) geschaffenen Gefahr nicht erkennt und ihn niemand darauf hinweist.
Hätte der Staat diese Bürger darauf hingewiesen, dass der Bau von Deichen in gefährdeten Gebieten dazu führt, dass nun sie die Gelackmeierten sind, sollte man den Abschluss einer Versicherung wohl erwarten dürfen. Werden die Deichprojekte dagegen ohne jegliche Einschränkung als "Verbesserung des Hochwasserschutzes" regelrecht gefeiert, darf man die (in der Tat logische) Erkenntnis, dass diese Darstellung in ihrer Pauschalität einfach falsch ist, in meinen Augen nicht einfach voraussetzen.
Auch und insbesondere für die insoweit anfallenden Schäden sehe ich den Staat (und damit den Steuerzahler) in der Pflicht. Letztlich haftet der Bürger und Steuerzahler für staatliches Versagen. Fühlt er sich von der Regierung geprellt, hat er bereits in Kürze die Chance, ökologischen Belangen mehr Gewicht zu verleihen. ![]()
Frankie
Edit - nur so nebenbei:
Solidarität ist etwas, bei dem Rechtsansprüche und ein "hätte, wäre, wenn" eine eher nachgeornete Rolle splielen sollte. Sind die Schäden beseitigt und können die Flutopfer wieder ein halbwegs geordnetes Leben führen, wird man sich solcher Fragen bestimmt annehmen müssen - insbesondere in versicherungsrechtlicher Sicht. Hierbei könnte aber eine weitere Dekade vergehen, ohne dass eine wrklich zufriedenstellende Lösung gefunden wird ... ganz unabhängig davon, welche Konstellation eine künftige Bundesregierung hat.
Die "Bremser" werden nie alle ... nicht in Deutschland ... ich hielte es sogar für denkbar, dass "brave" Bürger gegen die Errichtung eines Deichs klagen könnten, weil sie ein solches Bauwerk genau vor ihrem Fenster für vollkommen deplatziert halten. ![]()