Krieg/Bürgerkrieg in Syrien

  • Zitat

    Original geschrieben von Felsen2000
    Es ist typisch deutsch, den Einfluss von Religion so gering zu schätzen. Etwa 98,2% der Weltbevölkerung sehen das anders.


    Eben drum ... und deshalb halte ich es für fatal, wenn sich 1,8% der Weltevölkerung anmaßen, diesen 98,2% das überzutrichtern, was sie für Anstand, Moral und Menschenrecht halten.


    Auch ich halte die westliche (eher säkulare) Sichtweise für die Richtige. Hier muss man aber bedenken, durch welche Wirren Europa gestolpert ist, bis wir zu dieser Einsicht gelangt sind.


    Man stelle sich vor, dem Deutschland des Mittelalters wäre von Außen mit Gewalt ein modernes Rechtssystem mit philosofischer Betrachtung von Menschenrechten "übergestülpt" worden. Der Jubel von Funktionären und Volk hätte sich wohl in Grenzen gehalten. :rolleyes:


    Frankie

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Zudem:
    Der Umstand, dass Assad keine westlichen Inspektoren in das betroffene Gebiet lässt, spricht auch in keiner Weise gegen ihn. Was bei solchen Aktionen herauskommt, ist doch hinlänglich bekannt.


    Natürlich nicht, warum denn auch?


    "Natürlich können Sie bei mir gern eine Hausdurchsuchung machen, ich habe ja nichts zu verbergen. Ach ja aber in die Garage dürfen Sie nicht und die dumpfen Schreie aus dem Keller, tja da kann ich Sie leider auch gerade nicht reinschauen lassen..."


    Allein schon von westlichen Inspektoren zu sprechen zeugt von einer deutlichen Unkenntnis der Situation. Vor Ort sind Kontrolleure der UN (nicht der USA) - das sind bekanntlich 193 Mitgliedstaaten incl. China, Russland und vieler arabischer Staaten.
    Hieraus eine einseitige Deutungshoheit der Untersuchungsergebnisse durch die USA ableiten zu wollen wäre vermessen.


    Ähnliche Spielchen hat der Iran in der Vergangenheit ja auch mit den Inspekteuren getrieben. Die zivilen Atomanlagen durfte man sehen, die anderen Anlagen (welche durch massive Flag-Stellungen und andere militärische Einrichtungen geschützt werden) zeigt man nicht. Insofern hat der Iran die militärische am besten gesicherte Atomanlage welche natürlich nur zu zivilen Zwecken verwendet wird. Und natürlich muss man diese ja schützen, damit keiner auf die Idee kommt da mal eine Bombe drauf zu werfen...
    (Komisch nur, dass die anderen Anlagen dann nicht so schützenswert sind - obwohl doch alle ausschließlich zivil genutzt werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Boomer64
    “Terror ist der Krieg der Armen, und Krieg ist der Terror der Reichen.“


    Peter Ustinov


    So sehr sehr ich Ustinov schätze, das ist hier nur ein Mythos.


    Arme haben nicht die Ressourcen für Terrorismus und vielmehr ganz andere, existenzielle Sorgen.


    Gemäß W.I. Lenin ist "Terrorismus bourgeoises Abenteurertum".
    Wenn man sich die Protagonisten des Terrors Revue passieren lässt, sieht man, daß da keine Hungerleider, sondern klein- bis großbürgerliche Akteure zugange waren bzw. sind.


    Die RAF? Alles gutbürgerliche Sprösslinge? "Carlos" (Ilich Ramírez Sánchez, von Assads Vater unterstützt)? Papa war Anwalt. Osama Bin Laden? Aus reichem Hause. Seine 911er "Piloten"? Studenten aus bürgerlichen Hause. Die Czernajews? Kleinbürgerliche Aktionisten.
    Die deutschen Konvertiten unter den islamistischen Djihadisten? Das Trio der NSU? Breivik? Alles Bourgoisie.


    Lenin hat das ganz klar erkannt, wie ich finde.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Ein den gegenwärtigen "Friedenseinsätzen" historisches Pendant konnte man im Scheitern von Che Guevara in Bolivien sehen.


    Obwohl sein Einsatz nur vorteilhaft für eine diktatorisch geschundene Bevölkerung gewesen wäre, hatte er (fast) keinerlei Rückhalt von dem "zu befreienden" Volk und wurde letztlich sogar von denen verraten, in deren (vermeintlichem) Interesse er gehandelt hat.


    Rein objektiv wäre eine - zumindest zeitweise - sozialistische Regierung für die einfachen Bürger von Vorteil gewesen. Nur haben sie das nicht erkannt - und waren auch gar nicht in der Lage, das zu erkennen.


    Genau das ist es, was ich in der arabischen Welt sehe. Eine Bevölkerung, die politisch wie religiös in eine Richtung geprägt ist, die man nicht von heute auf morgen einfach umkehren kann. Auch wer es gut meint und von der Richtigkeit seines Tuns zutiefst überzeugt ist, wird letztlich der Gescholtene sein.


    Fragt Che, würde man jetzt zu sagen versucht sein ... aber auch den Grund dafür, warum man ihn eben nicht mehr fragen kann, halte ich für aussagekräftig genug.



    Ergänzung:
    Für mich ist es nach wie vor unbegreiflich, warum man in der (auch jüngeren) Vergangenheit regelmäßig wiederkehrende Ereignisse und ihre Folgen mit einer Beharrlichkeit ignoriert, die schon an Altersstarrsinn erinnert.


    Eingriffe in bürgerkriegsähnliche Ereignisse, die Leben schützen sollten, haben in den meisten Fällen das genaue Gegenteil erreicht. Für mich persönlich (und nur für mich) hatte ich etwa die Intervention in den Jugoslawienkrieg im Vorfeld befürwortet. Hier waren die Verhältnisse aber auch vollkommen anders: Ziel war die Rückkehr in ein (vorher existentes) friedliches Gesellschaftssystem ... und nicht etwa die grundsätzliche Umerziehung eines gesamten Kulturkreises. Aber schon in diesem Fall halte ich eine andere Sichtweise zumindest für begründbar.

  • Zitat

    Es ist typisch deutsch, den Einfluss von Religion so gering zu schätzen. Etwa 98,2% der Weltbevölkerung sehen das anders.


    Naja mit typisch deutsch kann ich mich leider nicht identifizieren, da ich ursprünglich vom Balkan stamme und somit "Religionskriege" und Nato Angriffskriege mit Ihrer westlichen Berichterstattung sowie den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort kennenlernen durfte und die Differenzen zwischen dem was die Weltmächte für den Balkan wollten und was dem dummen Fussvolk als Kriegsgründe verkauft wurden um sich gegenseitig sinnlos niederzumetzeln.


    Gewinner gab es keine ausser die westlichen Kapitalischten Grosskonzerne, die die niedergeraffte Wirtschaft zum Schleuderpreis aufgekauft haben und die Leute in die ausländische Abhängigkeit getrieben haben.

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    So sehr sehr ich Ustinov schätze, das ist hier nur ein Mythos.


    Arme haben nicht die Ressourcen für Terrorismus und vielmehr ganz andere, existenzielle Sorgen.
    ...


    Hmm ... Deine Überlegungen sind nicht von der Hand zu weisen und könnten ein Ansatz sein, zur Lösung meiner Frage betreffend den Unterschied zwischen "Terrorismus" und (bewaffnetem) "Widerstand" beizutragen.


    Wenn man den Terrorismus in Deinem Sinne definiert, könnte man fast meinen, dass Ustinov eigentlich "Widerstand" meint, wenn er Terrorismus schreibt.


    Aber gut ... erst mal nur ein Denkansatz ...



    Edit:
    Eigentlich schreibt er ja "Terror" und nicht "Terrorismus". Hier sehe ich auf Anhieb noch eine Differenzierungsmöglichkeit ...



    Beispiel:
    Kinder veranstalten Terror (Terror-Kid) oder eben
    Kinder veranstalten Terrorismus (was anderes).

  • Mal was anderes:


    Mich würde interessieren, in welcher Altersgruppe die in diesem Thread aktiven Befürworter und Gegner einer militärischen Intervention sind.


    Denke ich in meine (erweiterte) Jugend zurück schließe ich gar nicht mal aus, anders gedacht zu haben. Allerdings muss diese Frage leider unbeantwortet bleiben, weil es seinerzeit keine vergleichbaren Fälle gab. Eine deutsche Beteiligung an Militäreinsätzen auf fremdem Boden (und eine damit verbundene Diskussion) war schon aus grundsätzlichen Erwägungen undenkbar.

  • Zitat

    Original geschrieben von Nokiahandyfan
    ...
    Der nächste Einsatzort für die USA wird der Iran sein, da stört Syrien etwas....


    Ich lese diese Unterstellung so oft, nur auf welcher Landkarte soll das funktionieren? Seit wann ist Syrien ein Nachbarland des Iran?
    Jahrelang standen bzw. stehen die US-Truppen in Irak und Afghanistan, somit direkt an den Grenzen zu Iran, vergaßen aber, dort einzumarschieren?
    Aus dem Irak sind sie längst abgezogen und ziehen bald aus Afghanistan ab - um mit dem ganzen riesigen logistischen Aufwand den schwierigen Umweg über das entfernte Syrien zu nehmen?


    Wer hat sich den Unfug ausgedacht?

    LG: V30
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    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ... Seit wann ist Syrien ein Nachbarland des Iran? ...


    Ist es nicht, aber der "Iran" hat die USA vor einem militärischen Einsatz gewarnt.
    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/…e-in-syrien-a-918465.html
    ---
    Edit:
    Da Syrien angeblich UN-Mitarbeitern den Zugang erlauben soll, dürfte sich der US-"Einsatz" verzögern.


    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/…g-gewaehren-a-918486.html

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    China. Und zwar nur China. Es ist das einzige Land, das den USA gefährlich werden kann. Wach mal auf, der Iran ist inzwischen so egal wie Afghanistan und Nordkorea. In 10 Jahren werden die Amis komplett aus der Region (mit Ausnahme Israel) abgezogen sein. Es gibt keinen Grund mehr, sich mit solchen Staaten zu beschäftigen.


    Dann frage ich dich mal direkt: wann würdest du denn einen Einsatz als "bewiesen" ansehen? Weder der Westen, noch die Medien, noch ÄoG gelten für dich ja als seriös. Von wem würdest du also Beweise akzeptieren?


    Ja, China wird den USA gefährlich. In vielen strategischen Sachen sind sie der USA voraus. Beschäftige Dich mal mit den Ressourcen in Afrika. Da wirst Du sehen, dass fast überall China seine Hand mit im Spiel hat. Im Gegensatz hat China aber nicht überall auf der Welt Militärbasen, so wie die USA.


    Allerdings werden die USA geschickt über finanzpolitische Mittel die Macht von China zum Einsturz bringen können.


    Der Iran ist der USA schon lange ein Dorn im Auge und denen kann man derzeit offen die Feindschaft zeigen, was man sich bei China nicht erlauben kann, da man wirtschaftlich mit denen Kooperiert und (siehe Apple) auch wirtschaftlich ziemlich abhänig von China ist.


    Natürlich traue ich "dem Westen", den Medien und den Ärzten ohne Grenzen nicht. Diese sind alle selber Partei oder viel zu leicht zu manipulieren.


    Wenn Russland und der Iran von Syriens Seite weichen würden, weile diese wirklich Chemiewaffen eingesetzt hätten, dann würde ich dies als Beweis anerkennen.

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