Bundestagswahl 2013

  • So einfach darf man auch nicht rechnen!


    Gerade die Sozis (man möge mir den Begriff verzeihen :p ) gehen vom Regelfall einer Familie mit Doppelverdienern aus. Das ist ihrer Hetze gegen das Beutreuungsgeld unzweifelhaft zu entnehmen.


    Alleinverdiener-Ehen mit Kindern leben ihrem Geblubber folgend ganz offensichtlich in Schande und dürfen nicht mit Mitleid rechnen - und müssen hier daher außen vor bleiben. :D


    Frankie



    Edit:
    Inzwischen frage ich mich allen Ernstes, wie Union und SPD das große Ausmaß von Gemeinsamkeiten entdeckt haben ... vieles hört sich zwar ähnlich an, zielt von der Sache her aber in entgegengesetzte Richtungen ...

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Inzwischen frage ich mich allen Ernstes, wie Union und SPD das große Ausmaß von Gemeinsamkeiten entdeckt haben


    Beide sind machtgeil!


    Und wenn es Neuwahlen gäbe, wären evtl. AfD und FDP drin und was wollen rot/schwarz nun wirklich nicht.


    Für mich habe beide Lage zum Teil gute Ideen, aber andererseits disqualifizieren sie sich auch wieder mit (in meinen Augen) blödsinnigen Forderungen.

    _T_
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    HR4 (konvertierte 2019 nach 8 1/2 Jahren von Android zu iOS)  iPhone 12 Pro  Apple Watch Series 8 45mm GPS + LTE  MacBook Air M2 

  • Ich versuche nochmal meine Argumentation beim Mindestlohn darzulegen:


    Die Preise für Produkte und Dienstleistungen werden zwangsläufig steigen. Dort wo dies nicht möglich ist, wird man rationalisieren oder das Geschäft mangels ausreichendem Gewinn aufgeben.


    Beleuchten wir nun mal den Fall der erhöhten Preise:
    Auch mit 8,50€ wird der Arbeitnehmer auf Leistungen aus dem SBG II angewiesen sein.
    Somit hat dieser Arbeitnehmer nicht einen Cent mehr Einkommen, allerdings muß er die höheren Preise aufbringen!


    Merkt ihr was? Gerade der Personenkreis, der profitieren soll, verliert entweder seinen Arbeitsplatz oder muss mehr leisten und darf zusätzlich noch mehr für Waren/Dienstleistungen aufwenden.


    Einzig die Geschäftsmodelle mit großem Gewinn bei sehr niedrigen Löhnen werden auf einen Teil der Gewinne verzichten.
    Aber gerade die ungelernten Kräfte sind oftmals in Bereichen mit hoher Personalkostenquote tätig.
    Irgendwo ist dann die Schwelle, wo man entweder Maschinen anschafft oder Produktionen ins billigere Ausland verlagert.


    In den Fällen, wo keine Verlagerung möglich ist, wird der Preis steigen.
    Dann ist eben diese Dienstleistung für diese Klientel auch nicht mehr möglich und somit werden dort wieder Arbeitsplätze wegfallen.


    Frankreich wird das nicht sein. ;)


    Der Staat spart dabei die Quersubventionierung, das ist richtig. Das Geld wird dann für die Arbeitslosen benötigt.
    Gerade im Osten der Republik, mit dem sehr hohen Anteil Niedriglöhner.


    Ob es einem passt oder nicht, viele dieser Arbeitsplätze sind erst durch das niedrige Lohnniveau entstanden.
    Es hat doch seinen Grund, warum die anderen europäischen Länder auf uns schimpfen.


    Gespannt bin ich auch auf die Reaktion beim Mindestlohn in den Bereichen ohne Sozialabgaben für den AN, also die 450€-Kräfte oder die Spargelernte etc.


    Zu den ganzen Argumentationen, dass in anderen Ländern schon lange ein Mindestlohn existiert, kann ich nur sagen, dass wir Deutschen schon jetzt nicht bereit sind für Service zu bezahlen.

    Beste Grüße
    W.

  • Die ganzen Annahmen und Argumentationen gegen einen Mindestlohn blenden aber einen zentralen Punkt aus:


    Wenn jemand Vollzeit arbeitet, muss er davon adäquat leben können. Wenn sich eine Arbeit mit einem fairen Gehalt nicht mehr lohnt, muss sie in einer Marktwirtschaft wegfallen. Alles andere widerspricht den Grundsätzen unseres Systems und ist nicht tolerabel. Es ist auch moralisch nicht sauber, Menschen zu beschäftigen und nicht korrekt zu bezahlen, aber vom Staat alimentieren zu lassen. Das ist schlichtweg asozial.


    Ich bin auch nicht sicher ob tatsächlich so viele Arbeitsplätze wegfallen werden. Eher werden Gewinne bei Abzocker-Unternehmen sinken. Da, wo tatsächlich jemand schließen oder Leute entlassen muss weil er den Mindestlohn nicht finanzieren kann, ist es gerechtfertigt, denn das Unternehmen ist offenbar nicht marktfähig und muss verschwinden.


    So wird der Markt bereinigt.


    Die Argumentation, man müsse eigentlich unrentable Firmen und Arbeitsstellen mittels Aufstockung bewahren ist verquerer Unsinn und im Widerspruch zur Marktwirtschaft.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Die ganzen Annahmen und Argumentationen gegen ....


    Ich kann Deiner Argumentation durchaus folgen.


    Mir ist nur nicht klar was wir mit den Menschen machen, die nicht in der Lage sind den Lohn zu erwirtschaften.
    Sollen die dann nur alimentiert werden?


    Jedes Jahr gibt es alleine ca. 50.000 Schulabbrecher! Denen will man Mindestlohn zahlen?
    Hinzu kommen die ganzen Menschen ohne Ausbildung, bzw. die nicht ausbildungsfähigen.
    Ich kann Dir da aus Erfahrung einiges berichten.


    Und dann noch die schon immer existenten ehemaligen Sozialhilfekarrieren. Sollen die nun wieder bedingungslos Zuhause bleiben?


    Wir müssen uns entscheiden, ob wir Arbeit finanzieren oder lieber Alimentieren ohne Gegenleistung.
    Darauf läuft es hinaus.


    Der flächendeckende Mindestlohn ist nicht die Lösung, auch wenn Frau Schwesig und andere Ostdeutsche das gerne hätten.


    Im Westen 8,50€, im Osten 7,50€, Azubis ausgenommen und junge Leute bis 25 jeweils 1€/h weniger.
    Das wäre mein Vorschlag.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    ...
    Im Westen 8,50€, im Osten 7,50€, Azubis ausgenommen und junge Leute bis 25 jeweils 1€/h weniger.
    Das wäre mein Vorschlag.


    Da bist Du doch beim Mindestlohn!


    Ich kann mir kaum vorstellen, dass die SPD in Koalitionsverhandlungen einen Mindestlohn ohne entsprechende Einschränkungen aushandeln kann.


    Und die von Dir genannten Beträge wären zumindest ein Anfang. Aus meiner Sicht ein denkbarer Kompromiss. Es gibt nämlich immer noch Menschen, die um Beträge zwischen vier und fünf Euro pro Stunde schuften. Zwar ist auch ein Mindestlohn keine Sofort-Garantie für Alle - Arbeitgeber, die sich nicht daran halten, dürften aber nach und nach aufkippen.



    Edit:
    Schon heute werden tarifliche Mindestlöhne durch eine Art Stücklohn umgangen - etwa durch einen Stücklohn (pro Zimmer) für Reinigungskräfte in Hotels. Hier halte ich zumindest eine Klarstellung für erforderlich.

  • ein Mindestlohn von 8,50€ würde eine Welle ohne Ende lostreten.


    Es bleibt ja nicht dabei, dass nur die Geringstverdiener dann mehr verdienen. Meint ihr nicht, dass die Bäckergesellen, die H&M-Verkäufer usw. dann nicht auch adäquat mehr wollen? Die sind mit Sicherheit nicht damit zufrieden, dass sie nicht oder nur kaum mehr verdienen als die Putzfrau, die den Boden wischt!


    Und das geht immer weiter... Der Bäcker ist dann auch nicht damit zufrieden, wenn er soviel verdient wie sein Bäckergeselle. Das geht immer so weiter, was dazu führen wird, dass rapide die Preise steigen und einige Unternehmen dabei auch auf der Strecke bleiben - und damit auch viele Arbeitsplätze.


    Und wer hier von einer Bereinigung des Marktes spricht, wer den Mindestlohn nicht zahlen kann, sollte auch mal sehen, dass der "Markt" auch vorsehen kann, dass Angestellte eben marktgerecht verdienen.
    Und wenn es genug Putzfrauen gibt, die für 5€ arbeiten, dann wird man eben nicht einegstellt, wenn man 10€ will... DAS ist eine Bereinigung des Marktes.


    IMHO ist ein gesetzlicher Mindestlohn der falsche Weg um Leute aus Hartz 4 zu bekommen, denn die Spirale dreht sich immer weiter. Höhere Löhne ergeben höhere Preise. Dann wird wieder rumgeheult bis die Löhne angehoben werden, was erneut höhere Preise mit sich zieht. Das geht ewig weiter und letztlich heizt man nur die Inflation an.

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Und nun ist auch noch der Lobbyismus der CDU zurück auf der Tagesordnung, passend übrigens zur aktuellen Entscheidung Pro Autoindustrie:


    http://www.tagesspiegel.de/mei…-zum-problem/8960182.html


    Na ja, Timba, vielleicht sollten wir die Polemik mal ein bisschen zurückschrauben. ;) Die Automobilindustrie ist für Deutschland ohne Zweifel von überragender Bedeutung, das sieht und versteht übrigens nicht nur die Union so, sondern gerade auch die SPD. Insofern finde ich es schon richtig, wenn die deutsche Regierung die Interessen dieser Industriesparte auf europäischer Ebene nicht ohne Weiteres opfert.

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