Der Bischof von Limburg

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    ... Wir sollten froh und dankbar dafür sein, dass es noch so gute Journalisten gibt, die investigativ arbeiten ...


    Investigativ also ... :rolleyes:


    Wenn ich die zuletzt von mir gesichtete Titelseite zum "Prassprediger von Limburg" sehe, halte ich das für ebenso investigativ wie die Presseerzeugnisse des seinerzeit ganz sicher nicht investigativ arbeitenden Verlegers Julius Streicher.


    Wenn man jetzt tüchtig suchen würde, könnte sich diese Titelseite vielleicht noch als Plagiat einer früheren "Stürmer"-Ausgabe erweisen. Aber das muss ich mir nicht wirklich antun.


    Frankie



    Edit:
    Die Klamotte mit den "Wiederverheirateten" will mir auf Anhieb nicht wirklich einleuchten.


    In der KK wird das Sakrament der Ehe Geschiedenen gar nicht erst gewährt. Weil standesamtliche Hochzeiten kein Sakrament sind und daher im katholischen Sinne nicht als Ehe gelten:


    Wie wird man als Katholik zum "Wiederverheirateten" - mal abgesehen von Fällen der Aufhebung der ersten Ehe, die aber auch nach katholischem Recht ausdrücklich vorgesehen und zulässig ist?

  • Hier scheint die Wortwahl nicht der Sprachregelung der kath. Kirche zu entsprechen. Wer zum 2. Mal standesamtlich heiratet, ist ja ein Wiederverheirateter - auch für die Kirche.


    Dass die Presse schon lange nicht mehr investigativ ist, sondern Hetze betreibt, empfinde ich auch seit Tagen schon so. Das wird von der Öffentlichkeit leider akzeptiert weil das Opfer zugleich ein Täter zu sein scheint und man es dann nicht so genau nimmt. Keiner denkt darüber nach, dass damit aber ein Tabu gebrochen wird, von dem sich immer alle versichern, dass es spätestens seit 1945 felsenfest zementiert sei...


    Dafür hat sich seit längerem die mitunter alberne, aber politisch korrekte Floskel "mutmaßlicher Täter" eingebürgert - auch in Fällen, wo sonnenklar ist, wer Täter ist, so nach dem Motto "die mutmaßlichen Flugzeugentführer von 9/11..."

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Naja, ist hier doch nicht anders. Es besteht ein der Öffentlichkeit zugänglicher Videobeweis, dass der Bischof eine falsche Erklärung an Eides statt gegeben hat. Daher ist es aus meiner Sicht auch keine Vorverurteilung, sondern eine Urteilsbildung auf Basis offensichtlicher Beweise. Franz-Peter hat gelogen.


    Die Aufdeckung der unglaublichen Finanzierung und des Fluges 1. Klasse entgegen der Vorgaben der Bischofskonferenz basiert auf investigativem Journalismus.


    Es wird hier aus meiner Sicht auch nicht "Nachgetreten", sondern weiter aufgedeckt, z.B. dass die 31 Millionen doch nicht die Spitze sind und wie sich die Millionen zusammensetzen. Offensichtlicher wird auch, dass der schon länger berichtete autoritäre Führungsstil wohl wirklich zutrifft und eine Einmischung absolut nicht erwünscht war.


    Ich finde es sehr merkwürdig, dass nun alle auf die Presse einschlagen, dass sie ja mehr tun als von anderen hier gewünscht. Es ist nun einmal auch die Natur der Presse zu berichten. Dass die BILD oder SPON publizistischer berichten als andere Medien wie die Süddeutsche oder die FAZ ist ja wohl nichts Neues?!

    "You can't connect the dots looking forward, you can only connect them looking backwards. So you have to trust that the dots will somehow connect in your future. You have to trust in something — your god, destiny, life, karma, whatever." Steve Jobs

  • Zitat

    Original geschrieben von Uelmuek
    ...
    Es wird hier aus meiner Sicht auch nicht "Nachgetreten", sondern weiter aufgedeckt, z.B. dass die 31 Millionen doch nicht die Spitze sind und wie sich die Millionen zusammensetzen.
    ...


    Was heißt hier "aufgedeckt"?


    Ob die katholische Kirche baut und wie teuer der Bau wird, ist doch eine Angelegenheit der Kirche. Allein der Kirche steht ein Ermessen zu, welche Kosten sie für die Errichtung/Sanierung von Gebäuden aus eigenen Mitteln aufwendet. Folglich ist es (zunächst) auch allein Aufgabe der Kirche, die Verwendung ihrer Mittel zu überprüfen.


    In meinen Augen steht überhaupt noch nicht fest, ob der Bischof überhaupt gegen geltende kircheninterne Bestimmungen verstoßen hat - oder bestehende Vorschriften nur kreativ, aber in rechtlich zulässigem Rahmen, ausgelegt hat.


    Es steht der Öffentlichkeit in meinen Augen gar nicht zu, hier irgendwen anzuprangern, bevor überhaupt feststeht, dass es etwas anzuprangern gibt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat gesagt, dass ein kircheninterner Untersuchungsausschuss in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird.


    Das ist gut und richtig.


    Wenn die Presse dann aber eine Sau durchs Dorf treibt, um der katholischen Kirche durch eine vorhersehbare Austrittswelle erheblichen Schaden für mögliche Verfehlungen eines einzelnen zuzufügen, ist das in meinen Augen eine Hetze, die der eines Julius Streicher im Stürmer kaum nachsteht. Auch "Der Stürmer" hatte mit Religionsgemeinschaften eines seiner Lieblingsziele, die er zu denunzieren pflegte.


    Nichts anderes passiert im Moment. Ein Presserat, der hier untätig zusieht, ist definitiv überflüssig. Seine Aufgabe kann sich nicht darin erschöpfen, dass auf Seite 3 keine nackten Titt*n mehr zu sehen sind!


    Frankie

  • Der Bau mag eine Sache der Kirche sein - doch wer und was ist die Kirche, wenn nicht die Summe der katholischen Gläubigen? Darüber hinaus nimmt die Kirche für sich immer noch in Anspruch, moralische Führung auch jenen zu bieten, die nicht Mitglied der Kirche sind. Schon aus diesen beiden Gründen besteht ein absolut berechtigtes öffentliches Interesse an gravierenden finanziellen Missständen, wie sie hier vorliegen. Dies insbesondere dann, wenn zur gleichen Zeit an anderen Stellen des Bistums - nicht zuletzt bei sozialen Einrichtungen - der Rotstift angesetzt wird (damit sich der Bischof Sicherheitsglas aus Washington einfliegen lassen, den Garten durch einen zusätzlichen teuren Architekten gestalten lassen und eine Akustikfirma mit der Einrichtung nicht sichtbarer Beschallungsanlagen beauftragen kann).


    Die Kirche ist kein privater Taubenzüchterverein. Jedoch: Auch wenn sie dies wäre, wäre es absolut legitim, wenn die Presse über finanzielle Missstände berichten würde. Schon im Interesse ihrer Leser.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ob die katholische Kirche baut und wie teuer der Bau wird, ist doch eine Angelegenheit der Kirche.


    Da die "Kirche" eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, ist es eben *nicht* eine reine Angelegenheit der Kirche.


    Zitat


    Es steht der Öffentlichkeit in meinen Augen gar nicht zu, hier irgendwen anzuprangern, bevor überhaupt feststeht, dass es etwas anzuprangern gibt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat gesagt, dass ein kircheninterner Untersuchungsausschuss in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird.


    Das ist gut und richtig.


    Da wird noch viel zu wenig "angeprangert". Diese ganzen Machenschaften, Amigodenken und sonstige "Verfehlungen" werden viel zu oft totgeschwiegen.
    Ein "kircheninterner Untersuchungsausschuss" - dass ich nicht lache. Da kommt genau so nichts raus, wie bei den ganzen Missbrauchsausschüssen. Ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht für die Opfer.


    Früher hat die Kirche Hexenjagden betrieben, jetzt wird es Zeit, dass die mal merken, wie sich so was anfühlt. Die sollen froh sein, dass das öffentliche Verbrennen abgeschafft wurde, sonst wäre dieser schlechte Witz von einem Bischof schon längst verfeuert. Mich würde es nicht wundern, wenn der auch noch eine pädophile Vergangenheit hätte. Da sollte man noch etwas nachforschen ...

  • Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    Mich würde es nicht wundern, wenn der auch noch eine pädophile Vergangenheit hätte. Da sollte man noch etwas nachforschen ...



    Hast Du auch eine? Würde mich nicht wundern, Du hast einen komischen Usernamen.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Hast Du auch eine? Würde mich nicht wundern, Du hast einen komischen Usernamen.


    Ja, klar, genauso eine wie du. Du bist doch "meistgesucht" ...

  • http://www.zeit.de/gesellschaf…lmoral-kommentar#comments


    http://www.sueddeutsche.de/pan…und-machthirten-1.1795128


    Die Kirche weis ganz genau: Dies wäre der erste Rücktritt aus Gründen des öffentlichen Drucks.


    Bis jetzt galt: Wer den Bischof hört, hört durch den Apostelvertreter Jesus und somit Gott. Und wer mit ihm redet, redet durch den Apostelvertreter Jesus zu Gott. Von daher verbot sich (bis jetzt) eine direkte Ansprache oder gar Kritik. DAS wird jetzt scheinbar anders werden; wenn der Papst, der mit guten Beispiel vorangeht, den Bischof entlässt.


    Aber das wissen auch die anderen Bischöfe in Deutschland. Fällt ELST, fällt auch die Schranke der Kritikunfähigkeit und die Kirche wird sich erklären müssen.


    Den ein Apostelvertreter Jesus bleibt er trotz Rauswurf. Das Amt der Weihe währt ewiglich.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau

    Ob die katholische Kirche baut und wie teuer der Bau wird, ist doch eine Angelegenheit der Kirche. Allein der Kirche steht ein Ermessen zu, welche Kosten sie für die Errichtung/Sanierung von Gebäuden aus eigenen Mitteln aufwendet. Folglich ist es (zunächst) auch allein Aufgabe der Kirche, die Verwendung ihrer Mittel zu überprüfen.


    Die "eigenen Mittel" bilden sich hauptsächlich aus der Kirchensteuer.
    Würde es dir somit auch egal sein,wenn der Ministerpräsident deines Bundeslandes (vgl. mit einem "Kirchenfürst" = Bischof) das Geld aus deinen (!) Steuern verprassen würde???;)


    P.S:Bauherr ist in Limburg auch nicht die Kirche,sondern Tebartz selbst (als "Alleinherscher" des Bistums)!


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    In meinen Augen steht überhaupt noch nicht fest, ob der Bischof überhaupt gegen geltende kircheninterne Bestimmungen verstoßen hat - oder bestehende Vorschriften nur kreativ, aber in rechtlich zulässigem Rahmen, ausgelegt hat.


    1)Die Haushaltspläne von 2012 und 2013 einfach nicht vorzulegen gehört wohl aber nicht dazu!


    2)31 Millionen auf 17 Posten aufzuspalten,um pro Posten unter 5 Millionen zu kommen,damit man es nicht dem Vatikan vorlegen muss,genauso wenig.


    3)Auch die bekundete Maulsperre (über die Kosten) für die Mitarbeiter ist bestimmt auch kein Bestandteil davon.


    und..und..und



    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Es steht der Öffentlichkeit in meinen Augen gar nicht zu, hier irgendwen anzuprangern, bevor überhaupt feststeht, dass es etwas anzuprangern gibt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat gesagt, dass ein kircheninterner Untersuchungsausschuss in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird.


    Wenn ein kirchlicher Amtsträger sich ein Domizil eines "wirklich Superreichen" bauen lässt,nämlich für 40 Millionen,dann darf die Öffentlichkeit das genau und hinreichend hinterfragen.(um nicht zu sagen,sich das Maul zereissen)


    Wenn das nicht so wäre,hätte Tebartz nicht gelogen und wäre immer transparent vorgegangen.


    Der "kircheninterne UA" ist nur dazu da,um die Kirche möglichst nach außen gut aussehen zu lassen.Dort gibt es "kein faires Verfahren" und es wird auch kein objektives Urteil herauskommen,sondern es wird versucht den Bischof möglichst unauffällig aus der Schusslinie zu nehmen und ihn (höchstwahrscheinlich) seine "Würde" in einem anderen Amt zu belassen!


    Der kirchliche Untersuchungsausschuss hat auch schon mehrmals über den "Missbrauch" getagt - ohne jeglichen Erfolg!:rolleyes:


    Deshalb ist es auch ein Anliegen des neuen Papstes den "Vatikan und die Kirchengeschichte der letzten Jahre aufzuarbeiten".

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