Der Bischof von Limburg

  • Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Bischöfe, Priester und Vikare werden vom Staat bezahlt.


    Wo steht das, im Spiegel?
    Selbst der relativiert es in seinem Bericht. Der "Hofstaat" der Bischöfe wird finanziert und nicht die "normalen" Priester.
    Pfarrer werden im Elsaß vom französischen Staat bezahlt.
    Quelle: http://www.flegel-g.de/kirche.html

  • Wie man hier erfährt waren erhöhte Baukosten bereits vor Baubeginn und im ersten Jahr nach Tebartz-van Elsts Amtantritt bekannt. Ob dieses allein durch den damals neuen Bischofs entstanden ist, muss erstmal geklärt werden. Es könnte nämlich auch sein, dass im Rahmen der Bauvorbereitung Kostensteigerungen erkennbar wurden. Es bestreitet ja niemand, dass der Bischof teure und umstrittene Luxusmaßnahmen eingebracht hat, aber ganz so einfach, alles ihm anzulasten ohne erstmal die Fakten zu klären, ist auch kein guter Stil.


    Wenn man keine rein funktionale Lagerhalle im Industriegebiet hochzieht sondern Gebäude eines historischen Stadtkerns mit modernen Bauten kombinieren will, ist das schwierig und teuer. Technische Erfordernisse, die sich erst während des Baus ergeben, lassen sich nicht immer genau voraussagen. Hier müssen der Bauherr, sein Architekt, Behörden und Baufirmen zusammenarbeiten und es ist nun mal nicht genau planbar, wie sich die Kosten entwickeln. Preissteigerungen nun einem einzelnen Beteiligten, dem Bauherrn, zuzuschieben, ist ein bisschen einfach. Wer sagt außerdem, dass die ursprünglichen finanziellen Planungen ausreichend waren? Immerhin liefen die Limburger Planungen noch unter dem Vorgängerbischof an und bei baulichen Großprojekten ist es ein beliebter Sport, am untersten Ende zu kalkulieren, was sich am Ende aber nie halten lässt. Regelmäßig werden dabei gutgläubige Bauherren über den Tisch gezogen.


    Dass dieser Bischof lügt und trügt macht ihn moralisch zwar untragbar, bis auf die falsche Eidesstaatliche Erklärung spielt das alles aber nicht in einem strafrechtlich relevanten Rahmen. Rein arbeitsrechtlich gilt das Kirchenrecht, was aber weltliche Staatsanwälte nicht tangiert. Die interessiert auch bei anderen Leuten betriebliches Fehlverhalten nicht wenn ein Arbeitnehmer Mist baut und der Chef und die Kunden unzufrieden sind.


    Ich mag den Bischof auch nicht, aber die Vehemenz der medialen Treibjagd nimmt mobbinghafte Züge an und damit Überhand.


    Wenn der Bischof Kirchengeld verprasst ist das verwerflich, aber die Kirchensteuer wäre ohne den Protzbau nicht geringer und das Geld für andere Projekte nicht höher. Dass die Kirche ihr eigenes Vermögen in kostspielige Immobilien steckt kann man moralisch verachten, aber so zu tun als würde es den Bürger direkt sein eigenes Geld kosten - wie es bei der Elbphilarmonie, S21 und dem BER und den unzähligen landesweiten Geldverschwendungen der Fall ist, das ist unreflektiert.


    5,9 der 31 Millionen EUR sind übrigens als Umsatzsteuer in die Staatskassen zurückgeflossen. So hat der Staat und haben diverse beteiligte Handwerksbetriebe vom Vermögen des Bischöflichen Stuhl profitiert und das Geschrei, da habe einer Millionen aus Staatskassen und Steuergelder des "kleinen Mannes" verprasst, das stimmt so nicht. Beide haben auch gut verdient an der Sache. Zumal die Bauten nicht dem Bischof persönlich gehören, sondern die Wertschöpfung geht zugunsten des Bistums. Das hat das Geld dann halt nicht mehr auf dem Konto, aber als Immobilie da stehen.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Printus:


    Zitat

    Wenn der Bischof Kirchengeld verprasst ist das verwerflich, aber die Kirchensteuer wäre ohne den Protzbau nicht geringer und das Geld für andere Projekte nicht höher. Dass sich die Öffentlichkeit aufregt wenn die Kirche ihr eigenes Vermögen in kostspielige Immobilien steckt kann man moralisch verachten, aber so zu tun als würde es das eigene Geld kosten - wie es bei der Elbphilarmonie, S21 und dem BER und den unzähligen landesweiten Geldverschwendungen der Fall ist, das ist unreflektiert.


    Nicht ganz richtig, da die Kirchensteuer sehr wohl viele Bürger zahlen, und sich dagegen auch nicht mehr wehren können, es sei denn, sie erklären sich ungläubig.


    Und auch die restlichen Zahlungen für die verloren Kirchengüter- und Grundstücke werden vom Staat und damit von uns bezahlt. Oder meinst du, das Geld wurde vor über 100 Jahren beiseite gelegt und die Schulden aus den Zinsen bedient?


    Insofern stimme ich dir Hier übrehaupt nicht zu, bei den restlichen Ansichten was Mindestlohnun linke Politik angeht, kein Problem.


    Die Kirche gibt Geld aus, welches aus Steuern stammt; streicht dafür auf der anderen Seite in genau diesem Bistum in den genau den Kirchen Projekte für die Armen und Schwachen zusammen, damit ein 31 Millionen Sachwert entsteht?


    Und du wunderst dich über die Empörung? Die Kirche ist Vorbild, das propagiert(!) sie gerne immer selber.


    BTW:


    Ich finde es gut, dass die Presse endlich mal (wieder) ihre Kontroll- und Normfunktion übernimmt. Nicht umsonst ist Pressefreiheit ein Grundrecht. Würde sie das öfter machen, und die entsprechende Empörung folgen, gebe es solche Bauten wie die Elbphilharmonie, den BER und S21, und die damit verbundenen Probleme nicht.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Die Kirche wird die Baukosten aus ihrem Vermögen bestreiten, welches in Limburg bei 100 Millionen EUR liegen soll. Ob sie davon 5, 9, 31 oder 40 Millionen für die neuen Bauten ausgeben ändert nur den Kontostand des Vermögens. Ich glaube nicht, dass an anderer Stelle mehr oder weniger ausgegeben wird/würde nur weil sich die Kosten des Baus verändern.


    Natürlich hat sich das Vermögen auch aus Steuergeldern aufgebaut, aber ein direkter Zusammenhang zwischen Steuergeld und Baukosten dürfte eher nicht bestehen. Die Kirche kassiert Kirchensteuer, staatliche Zuwendungen, Erträge aus Immobilien, Ländereien, Spenden und was weiß ich noch. Alles fließt in einen Topf. Der bezahlt die neuen Bauten. Woher weiß man jetzt, welcher Anteil an den Kosten aus welcher Quelle gespeist wurde?


    Und ohne den Bau wäreen auch nicht weniger Zuschüsse oder Kirchensteuern an das Bistum geflossen. Insofern kann ich nicht ganz sehen, dass es "uns" nun real mehr Geld kostet.


    Bei der moralischen Komponente, dass der Bischof ein Taugenichts ist und dass man hinterfragen muss, wie eine den Armen und geistigen Dingen zugewandte Kirche so viel Geld und materiellen Wert anhäufen kann, bin ich bei den Kritikern.


    Ich habe aber den Eindruck, dass manchmal auch nur aus Prinzip kritisiert wird weil die kath. Kirche generell immer für Aufreger gut ist.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Was soll ich von erwachsenen menschen halten, die an aberwitzige märchen glauben, in rosaroten kutten herumlaufen und dann noch homosexuelle für krank erklären? solche tumore der gesellschaft kann es nur geben, solange andere bereit sind dafür zu bezahlen und für diese leute mitzuarbeiten.


    dass ich kein mitglied dieses vereins bin, versteht sich von selbst.

  • Ohne hier Namen nennen zu wollen, aber manche sollten sich bei dem gesagten ernsthaft fragen, ob sie nicht religiöse Gefühle verletzen.
    Einige Aussagen sind echt :flop:

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
      Printus:



    Nicht ganz richtig, da die Kirchensteuer sehr wohl viele Bürger zahlen, und sich dagegen auch nicht mehr wehren können, es sei denn, sie erklären sich ungläubig.
    ...


    Wobei diese m.W. vor den Amtsgerichten abzugebende Erklärung im Falle der Katholiken lediglich von der Verpflichtung zur Zahlung von Kirchensteuer befreit und auf die Mitgliedschaft in der RK-Kirche keinen direkten Einfluss hat. "Austreten" ist nämlich so einfach auch wieder nicht.


    Ich erinnere an die (insbesondere aus Bayern bekannten) Fälle, in denen vermögende Bürger die Höhe ihrer Kirchensteuer "nachverhandelt". Die sind dann pro Forma ausgetreten und haben den verhandelten Betrag direkt an das Bistum gezahlt.


    Denn eines ist zu beachten:
    Bei der Austrittserklärung aus der RK-Kirche handelt es sich nach kanonischem Recht (etwa wie beim Entlassungsgesuch eines Beamten nach Beamtenrecht) lediglich um ein Gesuch mit der Bitte um Entlassung aus der Religionsgemeinschaft. Dem kann nachgegeben werden ... oder eben auch nicht. :)

  • Ich denke auch, der Thread sollte sachlich beim Thema bleiben und nicht in Stammtischmanier zum generellen Kirchen-Bashing ausufern. Man kann Kritik auch deutlich äußern, ohne in beleidigende Polemik zu verfallen.

  • Verletzte Gefühle sind reaktive Gefühle auf subjektiv wahrgenommene Beleidigungen. Religiöse Gefühle sind nicht erhabener als moralische, warum sollten sie dann schützenswerter sein?




    Aber hier geht es um den Bischof von Limburg, nicht um Glaubensfragen.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

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