Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Oder gilt zweierlei (Völker-) Recht?


    Mindestens zwei! :D


    Und für "Gods own country" gelten eh' nur die eigenen, 'himmlischen' Gesetze. :cool:


    Das ist halt mal den 'Amis' ihre Stärke, dass sie fast(!) jedem ungefragt und quasi ungestraft ein paar aufs Maul hauen können.


    Und zugegeben so ein Flugzeugträger z.B., der macht schon was her.
    Kostet halt ne' Kleinigkeit. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. :rolleyes:

  • Die größte Gefahr sehe ich darin, dass die Büchse der Pandora (wieder) geöffnet werden könnte und wir vollends zu den Zuständen des längst (dachte ich) beendeten Kalten Krieges zurückkehren.


    Damals wurde fast jede regionale bewaffnete Auseinandersetzung genutzt, um sie zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der SU/Russland zu machen. Ziel war es jeweils, die eigene Ideologie im umkämpften Land durchzusetzen und einen (neuen) abhängigen Verbündeten zu bekommen. Je näher das umkämpfte Terrain an einen der beiden Kontrahenten grenzte, um so verbissener wurde die Auseinandersetzung geführt (oder eben, falls es Bodenschätze auszubeuten galt).


    Ziele wie im Nahen Osten (etwa im Irak oder Libyen) konnten nicht durch die USA/NATO ob ihrer militärischen Überlegenheit kurzfristig erreicht werden (jedenfalls bezogen auf den "offiziellen" Teil). Solche Konflikte (wie etwa auch der in der Ukraine) führten dazu, dass jede der örtlichen Parteien entweder von den USA oder SU bis an die Zähne bewaffnet wurden, was jeweils zu einer brutalen Härte der viele Jahre dauernden Auseinandersetzungen führte, gegen die der bisherige Ukraine-Konflikt wie ein "Ringelpietz mit anfassen" wirkt. Die Menschenrechte galten in diesen Fällen überhaupt nicht mehr.


    Wollen wir so etwas nun auf europäischem Boden?


    Ein echter Krieg inmitten Europas, dessen Gefahr von vielen hier nicht gesehen wird, steht nun unmittelbar bevor! Russland wird nachziehen, wenn die USA mit Waffenlieferungen beginnen und das Wettrüsten (natürlich auf fremdem Territorium) nimmt seinen Lauf.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ziele wie im Nahen Osten (etwa im Irak oder Libyen) konnten nicht durch die USA/NATO ob ihrer militärischen Überlegenheit kurzfristig erreicht werden (jedenfalls bezogen auf den "offiziellen" Teil).

    Abgesehen davon, dass Du vermutlich schon selbst merkst, welche Kontinente Du verschoben hast.... :p :D
    ....haben die USA ihr Ziel in Afrika sehr wohl erreicht. Eine sehr empfehlenswerte Doku über die zusammenhängenden Kriege in Somalia, Lybien und Mali gibt's Arte:
    Schattenkrieg in der Sahara
    Es geht natürlich wieder um Rohstoffe (in der Sahel-Zone) und eine Wirtschaftsgemeinschaft, die der US-Administration zu mächtig wurde. Ghaddafi großes Verbrechen war, die Afrikanischen Länder zu einer gemeinsamen Politik zu einen --> Afrikanische Union.
    ...und genau das ist auch der Grund weshalb Putin so verteufelt wird.


    Edit:
    Kurze Rückmeldung zur Flüchtlingsfrage ukrainischer Reservisten in DE:
    Amnesty International ist mit dem Problem bestens vertraut und hatte in der von uns aufgesuchten Außenstelle sogar extra einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich darum kümmert.
    Es gab auch ein Beratungsangebot für Helfer :top:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Abgesehen davon, dass Du vermutlich schon selbst merkst, welche Kontinente Du verschoben hast.... :p :D


    Lege ich bezüglich des "Nahen Ostens" die Kartografie der Bundeszentrale für Politische Bildung zugrunde, verschiebe ich rein gar nichts. Die BPB schließt die arabischen Staaten Nordafrikas mit ein, was auch Sinn macht.


    Aber über solche Kleinigkeiten wollen wir uns doch nicht streiten. ;)


    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    ....haben die USA ihr Ziel in Afrika sehr wohl erreicht. Eine sehr empfehlenswerte Doku über die zusammenhängenden Kriege in Somalia, Lybien und Mali gibt's Arte:
    ...


    Natürlich wurden in jüngerer Vergangenheit die Ziele in Afrika erreicht. Ich gehe aber davon aus, dass sich solche Szenarien künftig - also für den Fall des Wiedereintritts in den Kalten Krieg - nicht wiederholen können, weil Russland dann die jeweiligen Gegner hochrüsten wird. Eine Verfahrensweise, die zu den Kernelementen des Kalten Kriegs gehörte. Schon die "Demokratisierung" Afghanistans wäre vor diesem Hintergrund nicht möglich gewesen.


    Ich denke, hier haben wir uns missverstanden und ich möchte das noch einmal klarstellen, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt haben sollte.


    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    ...
    Kurze Rückmeldung zur Flüchtlingsfrage ukrainischer Reservisten in DE:
    Amnesty International ist mit dem Problem bestens vertraut und hatte in der von uns aufgesuchten Außenstelle sogar extra einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich darum kümmert.
    ...


    Schön, dass sich ai entgegen meiner Erwartungen doch engagiert. :top:


    Dann sind meine Mitgliedsbeiträge ja gut angelegt. Aktiv engagiere ich mich allerdings nicht mehr - das mögen nun Jüngere tun.


    Dass es sich bei dem Problem Deiner Kollegen nicht um Einzelfälle handelt, hatte ich ja bereits vermutet.



    Edit:
    Die Andeutung Putins, dass schlimmstenfalls sogar atomare Waffen zum Einsatz kommen könnten, nehme ich durchaus ernst. Greifen die USA aktiv in den Konflikt ein, könnte Putin vollkommen unberechenbar reagieren. Dem sollten wir Europäer uns bewusst sein.


    Putin wird notfalls jedes Mittel Recht sein, um ein Exempel zu statuieren. Russland wird sich durch die USA weder angreifen noch durch Angriffe in direkter Nachbarschaft bedrohen lassen. Die Frage, wie viele Opfer in Kiew möglicherweise zu beklagen sind, wird dann nachrangig. Eine passende Wetterlage abzuwarten, die Russland weitestgehend verschont, ist keine Kunst. Und die USA sind weit weg und es interessiert sie einen feuchten Kehricht, ob in Westeuropa ggf. radioaktive Niederschläge zu befürchten sind.


    Ich befürchte, vielen hier ist der Ernst der Lage (noch) nicht bewusst.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Aber über solche Kleinigkeiten wollen wir uns doch nicht streiten. ;)

    Streiten bringt doch auch Erkenntnisgewinn: In diesem Fall für mich die Erkenntnis, dass es tatsächlich eine von der tatsächlichen Geografie abgehobene Klassifizierung des Nahen Ostens gibt *kopfschüttel*
    Aus gutem Grund verständigen sich Philosophen auch erst über die Begrifflichkeiten, damit es im Sachvortrag nicht zu Missverständnissen kommt. Ich finde es sinnvoll, diesem Beispiel gelegentlich zu folgen, auch wenn wir beide unsere jeweilige Intension zumeist auch so verstehen.... und ja, ich habe Deinen Smiley nicht übersehen :) Trotzdem wollte ich einfach zum Ausdruck bringen, dass ich Streitkultur, wie unsere schätze, weil sie ein Gegenpol zu Egozentrik und Ignoranz ist. :top:

    Zitat

    Ich gehe aber davon aus, dass sich solche Szenarien künftig - also für den Fall des Wiedereintritts in den Kalten Krieg - nicht wiederholen können, weil Russland dann die jeweiligen Gegner hochrüsten wird.

    Zweifellos - allerdings bekommt dieser neue Kalte Krieg eine neue Qualität:
    Die gerade in Moskau stattfindende Konfernz der syrischen Aufständischen (die unsere Staatspresse verschweigt) zeigt,
    dass man den USA nicht mehr vertraut, was auch nicht wirklich verwundert.


    Die von den USA 'gezüchteten' Verbündeten sind daher mittlerweile ebenso unzuverlässig, wie die USA selbst. Das hat sich erstmals in Mali gezeigt, wo genau die Elite-Truppen, die USAFRICOM jahrelang ausbildete gleich in den ersten Tagen zu den Aufständischen wechselten.
    Daher suchen sich auch die syrischen Aufständischen lieber Verbündete, auf die sie sich verlassen können.


    Man kann an der russischen Regierung sicher viel kritisieren, aber sie stehen zu ihren Verbündeten und betreiben eine verlässliche Politik (auch wenn uns manches daran nicht passt)
    Als 'Freund' der USA kann man von heute auf morgen zum Feind werden und umgekehrt :flop:
    ...und das sollten wir vllt auch bedenken, bevor wir von US-Militärstrategen fallen gelassen werden und als taktische Größe in ihrem ideologisch geprägten Krieg gegen das 'russische Reich des Bösen' geopfert werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Die gerade in Moskau stattfindende Konfernz der syrischen Aufständischen (die unsere Staatspresse verschweigt) zeigt,
    dass man den USA nicht mehr vertraut, was auch nicht wirklich verwundert.

    Schon klar, wenn man sich nicht umfassend informieren will, dann lassen sich Verschwörungen noch leichter konstruieren...


    Falls bei dir ein GEZ-finanzierter Sender als "Staatspresse" gilt, dann wirst du hier eines besseren belehrt...
    Die von dir so genannten "syrischen Aufständischen" erscheinen jedoch in einem ganz anderen Bild:

    Zitat

    Moskau wolle mit der Einladung der syrischen Opposition und des Assad-Regimes seinen Einfluss unter Beweis stellen, sagte Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, im Deutschlandfunk.


    Vor einigen Monaten sei Russland allerdings noch optimistischer gewesen und habe erwartet, die "allgemeine Ermüdung auf dem Kampffeld" würde dazu führen, dass ein großer Teil der Opposition die Einladung annehme und die Regierung in Damaskus positiver darauf reagiere. Dies sei nicht geschehen. "Bestenfalls sind das hier Sondierungen zwischen einem Teil der Opposition und einem nicht sehr hochrangigen Vertreter der Regierung in Damaskus", so Perthes.


    Die angereisten Teile der Opposition hätten keinerlei militärische Kraft. Der bewaffnete Teil der Opposition hingegen wolle sich nicht einreihen lassen in eine internationale Allianz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" und darüber den Kampf gegen das Assad-Regime vergessen, erklärte Perthes.


    Edit: du hingegen bist vermutlich mal wieder russischer Propaganda aufgesessen bzw. verbreitest willfährig deren Inhalt...

  • Die Waffenlieferungen aus den USA scheinen (zunächst) vom Tisch. Präsident Obama war für diesen Gedanken ohnehin nie wirklich zu gewinnen und auch andere müssen zwischenzeitlich wohl die Brisanz eines solchen Schrittes erkannt haben.


    Hier hat Präsident Obama in der Tat einen Schritt getan, der den ihm verliehenen Friedensnobelpreis zumindest in diesem Teil rechtfertigt. Nun liegt es an den Beteiligten vor Ort, zunächst einen stabilen Waffenstillstand zu vereinbaren, um dann am Verhandlungstisch eine Lösung zu erzielen.


    Gelingt dies nicht, dürften von außen allein die USA und Russland in einem gemeinsamen Vorgehen Einfluss auf die Beteiligten ausüben können. Solange sich diese beiden Global Player nicht endlich zusammenraufen (und bestehende Ressentiments begraben) sieht es m. E. allerdings düster aus in Sachen Beendigung des Konflikts.


    Von Beginn an war ich der Auffassung, dass nur ein Zusammenwirken von USA und Russland zu einer Lösung des Konflikts führen kann. Bewegt man sich weiter auseinander, wird die Ukraine zumindest mittelfristig ein Pulverfass in unmittelbarer Nachbarschaft bleiben.


    Und dann könnte das passieren, was in solchen Fällen meist geschieht: Öffentlichkeit und Medien verlieren das Interesse, so dass das Töten in der Region weitgehend unbeachtet fortgesetzt wird. Das können wir doch nicht wirklich wollen. :(

  • Diesen Link sollte man genau lesen:


    http://cnnpressroom.blogs.cnn.…akaria-gps-cnn-exclusive/



    Interessant ist, was Obama sagt und vor allem, was er damit indirekt aussagt! (...after we had brokered a deal to transition power in Ukraine - since that time.....)

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

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