Hat mein Freund die Chance auf finanzielle Unterstützung?

  • Ich glaube, mancher hier weiß gar nicht, was es heißt, mit einem Einkommen knapp über der Pfändungsfreigrenze und einem Berg (das ist relativ!) Schulden am Hals mit dem Rücken zur Wand zu stehen - mich eingeschlossen. Ich weiß nicht, was es heißt, unbedingt und dringend 500,- € auftreiben zu müssen, weil sonst irgendwelcher Unbill droht mit einem Schaden, der den eigentlich notwendigen Betrag um ein Vielfaches übersteigt.


    Und ich bin auch wirklich net scharf darauf, das auszuprobieren ... und "a la Sarrazin" für zwei Wochen den armen Mann zu mimen, ist doch eine Lachnummer. Dass diese Type sich nicht selbst blöd vorkommt, wenn er mal kurzfristig kürzer tritt.


    Ich denke, dass 20.000,- € für manchen eine astronomische Summe sein können ... wenn man sie nicht hat.


    Das Schlimme daran: Unter solchen Umständen leiden wahrscheinlich nur diejenigen, die ehrlich und redlich sind - also die Falschen. :(

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ich glaube, mancher hier weiß gar nicht, was es heißt, mit einem Einkommen knapp über der Pfändungsfreigrenze und einem Berg ...


    Tja, wie repräsentativ ist dieses Forum was solche Fragen betrifft ?


    Die Pfändungsgrenze liegt bei 940€, knapp drüber sind so 1000-1100 netto. Ich schätze mal soviel hat jeder 6-7 Bundesbürger , Tendenz garantiert steigend !

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Tja, wie repräsentativ ist dieses Forum was solche Fragen betrifft ?


    Die Pfändungsgrenze liegt bei 940€, knapp drüber sind so 1000-1100 netto. Ich schätze mal soviel hat jeder 6-7 Bundesbürger , Tendenz garantiert steigend !


    Die Pändungsgrenze liegt bei 1050€, bei einem Single ohne Kinder. Selbst wenn man mehr verdient gibt es Freibeträge die nicht gepfändet werden können. Die gilt aber nur bei einer Lohnpfändung, bei einer Kontopfändung wird alles gepfändet, auf einem P-Konto alles bis zur Pfändungsgrenze. Wenn jemand Kinder hat bzw. Unterhalt zahlt kann der Freibetrag nach oben korrigiert werden.

  • Ich meinte diejenigen hier, die der Auffassung sind, Schulden von 20.000 € seien (fast) nicht der Rede Wert. Was ich im Falle eigener Mittellosigkeit notfalls noch von den Eltern abgreifen könnte, ist für manchen vielleicht unvorstellbar viel Geld.


    So dachte ich ... jedenfalls in etwa ...

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ich meinte diejenigen hier, die der Auffassung sind, Schulden von 20.000 € seien (fast) nicht der Rede Wert. Was ich im Falle eigener Mittellosigkeit notfalls noch von den Eltern abgreifen könnte, ist für manchen vielleicht unvorstellbar viel Geld. So dachte ich ... jedenfalls in etwa ...


    Sehe ich ähnlich:
    Was viele von uns mit "Augen zu und durch" in 2 Jahren mittels Überstunden etc. abzahlen könnten, ist für andere eine unüberwindbare Hürde.
    Auch hat nicht jeder Eltern wie die von Frank (und mir), welche z.B. die in einem Vergleich ausgehandelte Quote von z.B. 30% von 20.000€ =6000€ vorstrecken können, und an welche der Sohnemann in Ruhe zurückzahlt.


    Wenn jemand Einkommen in der Nähe von 1050€ bezieht, sind selbst 10.000€ Schulden eine riesige Hürde.

  • Aber jemand der nur 1050 Euro Nettoeinkommen hat wuerde die Bank doch erst garnicht als Buergen fuer so einen grossen Kredit akzeptieren. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Aber jemand der nur 1050 Euro Nettoeinkommen hat wuerde die Bank doch erst garnicht als Buergen fuer so einen grossen Kredit akzeptieren. ;)

    Ach, angesichts der zwischen Leichtsinn und Geiz pendelnden Kreditpraxis der Banken liegt die Spanne bei Bürgschaften sicher noch weiter auseinander. Bevor die 1050€ hier nach dem Prinzip Stille Post als tatsächliches oder angenähertes Nettoeinkommen angenommen werden: Was der Schulder pro Monat verdient wissen nur sein Freund und er. Und eben jene pfändbare Differenz zwischen Nettoeinkommen und Pfändungsfreigrenze ist ja das entscheidende Merkmal, welches bei den 20.000€ Schulden über Zuversicht oder Hoffnungslosigkeit entscheidet. Alles weitere wäre Spekulation.

    Je suis Charlie

  • Hierzu folgendes natürlich war der Bürge zum Zeitpunkt der Unterzeichnung entsprechend liquide und nicht bereits in der misslichen Lage. Die Lage ist bei meinem Freund ja erst später eingetreten und nun ist er halt in der Klemme. Ja und es ist so das 20.000€ für den einen eine schnell machbare Summe darstellen, für andere die Tatsache das es einem das Genick brechen kann. Fakt ist einfach mein Freund hat die 1050€ eine kleine Wohnung, ein Auto das jeden Tag seine 120KM (Benziner) abspulen muss... klar viele würden nun sagen kauf einen kleinen Diesel, aber womit? Sein Auto ist nichts mehr wert, somit dreht sich der Kreis wieder! Hast nichts, bekommst nicht - und ich sehe das heute so, wer sparen will braucht oft Geld :mad: Bsp. spart Strom, kauf dir neue A+++ Elektrogeräte, spar Öl kauf Dir eine neue Zentralheizung oder saniere dein Haus. Sichere das Risiko ab - mach eine Versicherung oder verlängere deine Garantie im MM für deinen TV auf 5 Jahre für 100€ Aufpreis. Ergo es ist wirklich oft so, das die Sparansätze durch fehlendes Geld gebremst werden und genau das ist oft der Anfang vom Ende! Egal ich sage Euch hier vielen Dank für die konstruktiven Beiträge. Ich kann meinem Freund nun sagen, das er keine staatlichen oder sonstigen Hilfen in seiner Lage erwarten kann. Ich rechne ihm wirklich hoch an, das er jeden Tag einen klasse Job macht und nicht einfach im Bett liegen bleibt und sich so die staatlichen Hilfen einsackt. :top:

    Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat! *** über 40 Einträge in der VL *** Apple what else? ***

  • Zitat

    Original geschrieben von achim007
    ich sehe das heute so, wer sparen will braucht oft Geld :mad: Bsp. spart Strom, kauf dir neue A+++ Elektrogeräte, spar Öl kauf Dir eine neue Zentralheizung oder saniere dein Haus. Sichere das Risiko ab - mach eine Versicherung oder verlängere deine Garantie im MM für deinen TV auf 5 Jahre für 100€ Aufpreis. Ergo es ist wirklich oft so, das die Sparansätze durch fehlendes Geld gebremst werden


    Absolut richtig.


    Dagegen hilft nur "netzwerken" - Fahrgemeinschaft bilden, Elektrogeräte mit anderen teilen etc. Für die Fahrgemeinschaft finden sich womöglich Kolleginnen und Kollegen, die zumindest teilweise den gleichen Arbeitsweg haben und wo man sich irgendwo treffen kann um dann gemeinsam weiterzufahren. Kollegen deines Kumpels werden wahrscheinlich nicht über 60 km aus dem gleichen Ort wie er anreisen, aber vielleicht wohnt einer an der Strecke, bei dem man morgens aufschlägt um einen Teil des Weges gemeinsam zu bewältigen?


    Fernsehen kann man über den PC, spart das Fernsehgerät.


    Vielleicht kann dein Freund auch die Waschmaschine mit einem Familienangehörigen oder einem aufgeschlossenen Mitmieter teilen?


    Ansonsten hilft es vielleicht ein wenig, aus der Not eine Tugend zu machen und "Sparsamkeit" nicht als aufgezwungene Belastung, sondern als sportliche Herausforderung zu betrachten. Es gibt Pfennigfuchser, die Tipps und Tricks zum Sparen austauschen. Man muss nicht jede verschrobene, peinliche Idee mitnehmen, aber das ein oder andere ist wirklich brauchbar.


    Für die Lebensmittelgrundversorgung würde ich auf die Tafeln setzen.


    Zitat

    Original geschrieben von achim007
    Ich kann meinem Freund nun sagen, das er keine staatlichen oder sonstigen Hilfen in seiner Lage erwarten kann.


    Das würde ich so nicht pauschal in den Raum stellen. Mag sein, dass es keine staatlichen Hilfen gibt, aber es gibt Möglichkeiten für Geringverdiener. Der entscheidende Ansatz ist, immer genau Bescheid zu wissen. Insofern sollte sich dein Freund aus Prinzip dahinterklemmen, dass er permanent auf dem Laufenden ist und auf allen Kanälen (Kontakte zu Menschen in gleicher Lebenssituation, Beratungsstellen, Schuldnerberatung, soziale Dienste, Kirchen, Tafeln, Internet...) Informationen bekommt.


    Zitat

    Original geschrieben von achim007
    Ich rechne ihm wirklich hoch an, das er jeden Tag einen klasse Job macht und nicht einfach im Bett liegen bleibt und sich so die staatlichen Hilfen einsackt. :top:


    Es ist auch nicht so einfach wie es an den Stammtischen von Bescheidwissern erzählt wird, die zwar keine eigenen Erfahrungen haben, dafür aber glauben, sie wüssten was. Die Arbeitsagentur und das Jobcenter setzen ihn unter Druck und zwingen ihn, jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Es ist eine Form struktureller/institutionalisierter Gewalt.
    Ein paar Mal kann man sich vielleicht herauswinden, langfristig nur schwer. Man muss schon ein sehr dickes Fell haben um vom Druck dieser Repressionsbehörden unbeeindruckt zu bleiben. Die dafür nötige Energie setzt man effektiver ein wenn man ein "freier Mann" bleibt und auf einer vorhandenen Arbeitsstelle bleibt. Immerhin baut man sich mit der Zeit immer etwas auf, eine gewisse Position in der Rangordnung, "Seniority"...


    Ansätze/Webseiten, die ich kenne - bezieht sich zwar auf Arbeitslosigkeit, aber man findet ggf. auch weitere hilfreiche Tipps:
    Lisa Schroeder
    ELO-Forum
    Mitläufer
    KEAS

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • 1050 Euro ist zwar wenig Geld - aber manche Zeitarbeiter muessen mit noch weniger Geld auskommen.


    Das Problem ist eher das er sich selbst ausbeutet, weil er fuer die lange Strecke Fahrtkosten und Freizeit opfern muss, aber in keister Weise vom Mehrverdienst profitiert.


    Denke da am einfachsten waere es wirklich er wuerde sich einen Job in der Naehe suchen, auch wenn er schlechter bezahlt ist. Dann spart er schonmal Fahrtkosten und hat mehr Freizeit. Und ob er jetzt 1200 Euro oder 1400 Euro verdient, macht ja fast keinen Unterschied mehr.


    Die andere Option, Umzug naeher in zum Arbeitsplatz wird wohl schwierig. Ohne eine Kaution oder Schufaauskunft wird er wohl kaum eine neue Wohnung finden, und selbst wenn, zum Beispiel mit Hilfe des Arbeitgebers, muesste dann der Umzug auch bezahlt werden.

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