Germanwings Maschine (A320) von BCN nach DUS abgestürtzt

  • Ist aber zumindest genauer als "AU wurde ausgestellt von Dr. med. Max Mustermann, Arzt, Allgemeinmediziner, Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie"

    Meine Beiträge können Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.

  • Gibt es nur wenige eindeutige Beweise, heißt es: es ist nichts bewiesen, es fehlen weitere Beweise. Gibt es viele Beweise, wird daraus eine hollywoodähnliche 'Beweisflut', die auch wieder verdächtig ist.


    Ich sehe eigentlich nicht, wie jemand von den ermittelnden Instanzen ein Interesse haben sollte, die jetzt vorliegende und ziemlich plausible Erklärung zu faken - zumindest für die Fluggesellschaft dürfte die jetzige Variante wahrscheinlich der worst case sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von oo7x . Über den Fall kann man ewig spekulieren bzw. diskutieren.


    Eigentlich nicht, es sei denn man ignoriert die Fakten oder flüchtet in die Annahme eine hollywoodartige Verschwörung sämtlicher Beteiligten.

  • Ich finde es absolut unverantwortlich, dass bspw. die BILD-Zeitung bereits auf dem Titelblatt den vollen Namen, das Alter, den Wohnort und ein Riesenfoto des Co-Piloten auf Seitengröße unter der fetten Überschrift "Der Amokpilot" veröffentlicht. :flop:


    Unabhängig von der Fakten- und Spekulationslage und letztlich der Schuldfrage sollten solche Dinge verboten werden. Was hier passiert, ist letztlich das öffentliche Lynchen der gesamten Familie und Angehörigen zum Zwecke der Auflagenerhöhung der Zeitung und der Befriedigung der Sensationsgier und niederer Instinkte von Menschen.


    Nichts davon wird die Schmerzen der Betroffenen lindern. Nichts davon wird sachdienlich zur Aufklärung der Hintergründe sein. Sollte sich zudem wider Erwarten doch noch herausstellen, dass der Co-Pilot unschuldig war, wird dennoch immer etwas an den Angehörigen haften bleiben. Diese können jetzt nur noch die Flucht ergreifen und müssen sich vor möglichen Rachefeldzügen und Beschimpfungen anderer schützen.


    Es ist echt beschämend, wie archaisch der "homo sapiens sapiens" auch heute im 21.Jahrhundert noch ist. Es hat sich im Laufe der letzten 2000 Jahre nichts geändert.


    Wie immer bei solchen Ereignissen gilt: "Hauptsache die Menschen haben einen Namen und ein Gesicht, denen sie die Schuld und Verantwortung geben können." :mad:

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich sehe eigentlich nicht, wie jemand von den ermittelnden Instanzen ein Interesse haben sollte, die jetzt vorliegende und ziemlich plausible Erklärung zu faken - zumindest für die Fluggesellschaft dürfte die jetzige Variante wahrscheinlich der worst case sein.


    Nunja ...


    es lassen sich da schon ein, zwei Gründe finden, warum da ein Interesse bestehen könnte, denn in dem Geschäft geht es um viel Geld, aber dass hier jemand zum Sündenbock gemacht und die Beweise gefälscht kann ich auch nicht so recht glauben.


    Es sei denn, es wird noch etwas abstruser ... ;)

  • robert:
    es hätte aber auch genau so gut anders verlaufen können - das ist der Punkt, den ich daran kritisiere!
    Wenn viele Beweise gefunden werden, dann ist das ja gut. Man soll auch den Vermutungen und Theorien nachgehen, damit alles bestmöglich aufgeklärt werden kann. Nicht gut ist jedoch, wenn offizielle Stellen bei wenig vorliegenden Beweisen alles (öffentlich) interpretiert und den Medien damit genau das gibt, wonach sie suchen.


    Was die Medien trotz dünner Beweislage (aufgrund der Interpretationen offizieller Stellen) veranstalten ist eine Schande - eine absolute Schande! Das lässt sich auch mit nichts rechtfertigen.


    Man wird mir jetzt vermutlich vorwerfen, dass ich übertreibe - aus meiner Sicht war das mediale L******s*********! (der ein oder andere kann sich denken, wofür die einzelnen * stehen)


    Es ist den Medien doch völlig egal gewesen, was man den Hinterbliebenen damit antut. Es ist denen völlig egal gewesen, was man der Familie des Co-Piloten damit antut und welche noch schlimmeren Ausmaße man damit bewusst riskiert!


    Der nächste Punkt ist, dass man "Experten" Fragen stellt, die zum Zeitpunkt aufgrund der Faktenlage gar nicht hätten beantwortet werden können. Selbst wenn geantwortet wurde, dass man aktuell noch nichts dazu sagen kann, weil man eigentlich nichts weiß, wurde so lange dumm nachgefragt und an den Fragen rumgedreht, bis man die Experten dazu brachte überhaupt etwas (auf Basis von Vermutungen und Spekulationen) zu antworten. Alles in der Hoffnung, dass man weiter und wilder spekulieren kann.


    Auch Medien tragen eine Verantwortung und dieser wurde von vielen nicht nachgekommen!


    Stellt euch einmal vor, dass sich im weiteren Verlauf der Ermittlung herausgestellt hätte, dass der Co Pilot es definitiv nicht war. Alles halb so wild!?

  • Die Medien tragen eine Verantwortung, das sehe ich ebenfalls so. Der Internetjournalismus ist nun mal extrem schnell und ist qualitativ daher schon systembedingt meilenweit vom klassischen Tageszeitungsjournalismus entfernt. Das ist ein Problem, das sich vielleicht noch verschärfen wird. 'Wir', die Nutzer im Netz, machen natürlich eifrig dabei mit, indem wir in Foren nicht nur über so ein Unglück diskutieren, sondern alle möglichen und unmöglichen Annahmen aufstellen.


    Es ist für die ohnehin kaum wirtschaftlich arbeitenden Online-Nachrichtenseiten sehr schwierig, der Versuchung zu widerstehen, immer wieder neue Meldungen zu einem Ereignis mit so großer öffentlicher Aufmerksamkeit zu bringen. Das ist vor allem dann so, wenn, wie in diesem Fall, auch die 'richtigen' Profis wie BBC, Guardian, New York Times oder die britischen Boulevardmedien mitspielen. Das ist einfach ein Grundproblem der Nachrichtenwelt im Internetzeitalter. Schnelligkeit ist hier ausnahmsweise mal kein Vorteil, aber kaum abzustellen - trotz Versuchen, 'slow journalism' zu fördern.


    Was die französische Generalstaatsanwaltschaft angeht: Die stand und steht natürlich (auch wegen dieser Zusammenhänge) ebenfalls unter enormem Druck von allen möglichen Seiten, schnell Ergebnisse zu zeigen. Mein Eindruck ist aber, dass sich die Ermittler ihrer Sache sehr sicher gewesen sind, sonst hätten sie sich - bei allen Vorbehalten und abgeschwächten Formulierungen - nicht so explizit geäußert. Die hier zum Teil gestreuten Zweifel an der Professionalität der Ermittlungsbehörden teile ich persönlich überhaupt nicht, Leute, die in einem westeuropäischen Land mit der Aufklärung einer solchen Katastrophe betraut werden, verstehen etwas von ihrer Arbeit, und mit Sicherheit verstehen sie mehr davon als die übergroße Zahl von TT-Usern.


    Wir werden sehen, ob sich die Nachrichtenlage bestätigt.

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