Germanwings Maschine (A320) von BCN nach DUS abgestürtzt

  • Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    Einige haben es hier wohl bis dato nicht verstanden,dass die Staatsanwaltschaft Marseille keine Thesen oder Spekulationen veröffentlicht hat,denn das macht keine StA.
    ...


    Also ist der "Märchenonkel" von der Staatsanwaltschaft ein rein deutsches Phänomen? :D

  • Frank Die Passage ist mir völlig entgangen!


    Handy: du glaubst ja gar nicht, was Staatsanwaltschaften alles machen ... ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Also ist der "Märchenonkel" von der Staatsanwaltschaft ein rein deutsches Phänomen? :D


    So hatte meinte ich das nicht gemeint.;)
    Sonst müsste ja dann (fast) jeder Beschuldigte tatsächlich verurteilt werden können,wenn die StA Anklage erhebt.



    Für eine Pressekonferenz,die national oder internatinal in allen Medien verfolgt wird,bei der Germanwings-Tragödie zudem in der extremen Form als "Breaking-News",könnte sich die StA sowas aber nicht leisten.


    Man hat sehr schnell den Stimmenrecorder ausgewertet und sich die meisten fehlenden Daten des noch zu bergenden Flugschreibers zunächst als Aufzeichnung der Flugsicherung besorgt und einen konkretisierten/dringenden Tatverdacht zur Absturzursache geäußert.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Für die Lufthansa ist dieses bisherige Ergebnis m.E. sehr viel schlechter als eine technische Ursache, da sie am Nimbus der Lufthansa-Piloten kratzt, die zusammen mit den Piloten von British Airways besonders hohes Ansehen genießen, und das ja auch eigentlich zu Recht.


    Also ich persönlich seh's eher umgekehrt: Schlimm wäre es gewesen, wenn der Fehler bei Wartungsarbeiten übersehen oder sogar dadurch verursacht worden wäre. Oder wenn's ein Konstruktionsproblem des Modells gewesen wäre. Denn das betrifft dann quasi die "ganze" Flotte von Lufthansa und Germanwings. Da kann man bei jedem Flug ein mulmiges Gefühl entwickeln. Denn in Bezug auf Technik generalisieren die Menschen gern.


    Wohingegen ein "durchgeknallter" Pilot schon im Prinzip schon fast als normales Lebensrisiko, als krasser Einzelfall durchgeht. Einzelne Menschen töten kann auch ein Autofahrer, Busfahrer, Amokläufer oder Bankräuber.Zu den nächsten seriös wirkenden Piloten kann man aber schon Vertrauen fassen. Denn bei Menschen individualisieren die Leute im Kopf.

  • Einen Konstruktionsfehler kann man aber ausmerzen, wohingegen ein durchgeknallter Pilot so einfach nicht zu eliminieren ist wenn er seinen Wahn im Stillen entwickelt.


    Für den Lufthansa-Konzern ist der vorliegende Fall ein Super-GAU. Sie begründen ihr "sehr selbstbewusstes Auftreten" (in vielen Fällen schlichtweg als Arroganz empfunden) mit "den besten Piloten der Welt". Alle anderen damit schon mal pauschal als 2. Wahl hinzustellen kommt nicht so gut, und wenn dann in "God's own airline", wie man in der Branche oft sagt, so eine Katastrophe stattfindet, stellt es das komplette Selbstverständnis dieses Unternehmens in Frage. Vielleicht wird die diesbezügliche Hybris des Konzerns jetzt auf ein Normalmaß zurückgeführt. Das wäre sehr zu begrüßen.


    Wobei ich das Auftreten von Spohr und Winkelmann durchaus positiv wahrnehme. Auch wenn manche Aussage (wie die von den weltbesten Piloten) ins übliche unpassende LH-Denkschema passt, nehme ich ihnen die ernstgemeinte Bestürzung absolut ab.


    Was die Aussagen des Staatsanwalts angeht: wenn anhand de Flugprofils und des CVR ausreichend klar ist, was prinzipiell passiert ist, kann der FDR nur noch ergänzende Hintergrundinformationen liefern, wird aber die grundsätzlichen Erkenntnisse zum Tathergang nicht mehr verändern. Dann kann sich der Staatsanwalt auch mit dementsprechenden Aussagen aus dem Fenster lehnen.


    Dass man gleich mit dem vollen Namen und dem Wohnort des Copiloten an die Öffentlichkeit tritt, finde ich auch komplett daneben. Als wäre es für diese Menschen nicht schon schlimm genug entzieht man seinen Angehörigen damit komplett die soziale Lebensgrundlage. Diese Menschen haben auch einen geliebten Verwandten verloren, müssen obendrein auf die Reihe kriegen, dass er 149facher Massenmörder ist - und unnötigerweise nimmt man ihnen dann auch noch die Chance, öffentlich unbehelligt zu bleiben. Sie sind jetzt überall als Familie des Massenmörders gebrandtmarkt und haben keine Chance, dieser Wertung zu entgehen. Jeder kennt den Namen und die Adresse... das hätte nicht passieren dürfen. Hier vernichtet man Opfer, die eh schon doppelt gestraft waren.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Was die Aussagen des Staatsanwalts angeht: wenn anhand de Flugprofils und des CVR ausreichend klar ist, was prinzipiell passiert ist, kann der FDR nur noch ergänzende Hintergrundinformationen liefern, wird aber die grundsätzlichen Erkenntnisse zum Tathergang nicht mehr verändern. Dann kann sich der Staatsanwalt auch mit dementsprechenden Aussagen aus dem Fenster lehnen.

    Der Flugdatenschreiber waere schon sehr wichtig - weil dann haette man nicht nur das Flugprofil sondern auch Fehler die vielleicht schon aufgetreten sind als noch beide Piloten im Cockpit waren. Koennte ja auch der Grund gewesen sein warum ein Pilot das Cockpit verlassen hat.


    Sowas gibt das Flugprofil nicht her!

  • Das Flugprofil, wie die Flugsicherung es aufgezeichnet hat und auch die Geräusche auf dem CVR ergeben offenbar keine Hinweise auf Fehlfunktionen des Flugzeugs.
    Man würde in einem solchen Fall auch erwarten, dass die Crew das Problem im Cockpit bekämpft. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein Pilot das Cockpit verlassen muss um hinten ein Problem zu lösen. Aber wenn doch müsste das besprochen worden sein und man würde akustische Warnsignale hören, also wäre das auf dem Audiofile erkennbar.


    Egal was passiert, jedem spektakulären Ereignis wohnt inne, dass a) Verschwörungstheoretiker und b) Es-nicht-glauben-Wollende, denen kein Beweis sicher genug ist, auf den Plan treten und selbst Offensichtliches noch in Frage stellen...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Das Flugprofil selbst nicht, aber offenbar die vom Flugzeug zum Boden gesandten Daten. Dort ist nämlich offenbar haarklein festgehalten, daß der Flugzeugführer die Höhenwahl des Autopiloten innerhalb von Sekungen einmal um 360 Grad von Reiseflughöhe (30.000 Fuß) auf Mindesthöhe (100 Fuß) heruntergedreht hat. Solange beide zusammen vorn waren war der Verlauf komplett unauffällig und bei technischen Problemen hätte die beiden Piloten ja auch Meldung an die Flugüberwachung gemacht.


    Ein Irrtum ist immer möglich, aber zum ernstzunehmenden Zweifel bräuchte man zumindest das allerkleinste Indiz.

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Dass man gleich mit dem vollen Namen und dem Wohnort des Copiloten an die Öffentlichkeit tritt, finde ich auch komplett daneben. Als wäre es für diese Menschen nicht schon schlimm genug entzieht man seinen Angehörigen damit komplett die soziale Lebensgrundlage. Diese Menschen haben auch einen geliebten Verwandten verloren, müssen obendrein auf die Reihe kriegen, dass er 149facher Massenmörder ist - und unnötigerweise nimmt man ihnen dann auch noch die Chance, öffentlich unbehelligt zu bleiben. Sie sind jetzt überall als Familie des Massenmörders gebrandtmarkt und haben keine Chance, dieser Wertung zu entgehen. Jeder kennt den Namen und die Adresse... das hätte nicht passieren dürfen. Hier vernichtet man Opfer, die eh schon doppelt gestraft waren.


    Wenn nur einer der nächsten 10 Idioten, vor einer solchen Tat, an die Situation der jetzigen Angehörigen denkt und dies auf seine eigenen Angehörigen reflektieren kann, dadurch davon abgehalten wird, halte ich die "Hexenjagd" für gerechtfertigt.


    Und ehrlich gesagt möchte ich ohne genaue Infos die Angehörigen jetzt auch nicht pauschal komplett von der Sache moralisch freisprechen. Genau wie den Arzt, der ihn krankgeschrieben hat...

  • Was mich wundert, ist, dass man sich auf die ärztliche Schweigepflicht hinsichtlich seiner Erkrankung beruft, wo diese doch bei öffentlichem Interesse keine Gültigkeit hat.

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