Germanwings Maschine (A320) von BCN nach DUS abgestürtzt

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    Original geschrieben von skyrimimi
    Fragen zu stellen ist das eine, aber grundsätzlich - ohne besonderen Anlass - Alles anzuzweifeln was von den Ermittlern mit Expertenwissen veröffentlicht wird ist schon etwas merkwürdig und wirft ein bestimmtes Licht auf die jeweilige Person.


    "Aber es gibt zum jetzigen Zeitpunkt noch immer viele UNBEANTWORTETE Fragen", gibt die Pilotenvereinigung in einem Statement zu bedenken.


    http://bazonline.ch/panorama/v…e-Wahrheit/story/27189482


    Sind diese Fragen stellenden Piloten demnach auch alle Verschwörungstheoretiker?


    Mit welcher Chuszpe nimmst Du Dir das Recht heraus gewisse Fragen stellende Menschen in eine Dir genehme Schublade zu stecken? :confused:


    Diesseits ist übrigens in keinster Weise ALLES angezweifelt worden ...

  • Zitat

    Original geschrieben von hottek
    wenn es nur die AP-Änderung gewesen wäre dann könnte es so gewesen sein. Aber dass jemand 2 verschiedene Systeme die an komplett anderen Stellen sitzen jeweils zufällig so einstellt dass das maximal mögliche Problem entsteht müßte ein ganz großer Zufall sein. Der Türschalter sitzt in der Mittelkonsole, der AP-Drehregler im Bereich der Frontscheibe.

    Wird der Tuerschalter auch gebraucht um die Tuer auf eine Anforderung ohne Codeeingabe zu oeffnen oder waere das wieder ein anderer Schalter ?


    Sonst koennte es theoretisch sein das er die Tuer oeffnen wollte aber sie verriegelt hat.

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    Original geschrieben von Anja Terchova
    Es wurde ja nur eine Aenderung gemacht, die Hoehe im Autopilot reduziert. Und des koennte vielleicht jemand der gerade dabei ist das Bewusstsein zu verlieren schon noch.


    Das stimmt. Dann aber hätte er nicht 0 oder 100 ft eingestellt, sondern einfach nur eine niedrige Flughöhe eingestellt. Er hätte sinnvollerweise auch noch schnell das Rädchen für den Kurs verändert und einmal auf den Knopp gedrückt um nicht in der niedrigen Höhe auf Berge zu stoßen. Er hätte kurz der Flugsicherung eine Luftnotlage gemeldet oder hätte den Transpondercode auf 7700 setzen sollen. Und er hätte vor allem die Tür für den Kapitän öffnen können, das wäre nämlich auch nur ein Knopfdruck gewesen.


    Wenn du jetzt argumentierst, vielleicht ging nicht mehr als gerade noch die Höhe zu verändern - warum konnte er dann Minuten später, als der Kapitän mit Notcode die Tür öffnen wollte, noch bewusst den Hebel so schalten, dass sich die Tür nicht öffnet?


    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Angeblich hat ja der Kapitaen auch beim Hinflug schon das Cockpit verlassen. Wenn dann haette er doch da gleich die erste Chance genutzt und nicht auf den Rueckflug gewartet. Und wenn dann haette er wohl entweder das Flugzeug moeglichst schnell absturzen lassen oder wenn er wirklich sich ein "Wunschgrab" ausgesucht haette das Flugzeug geziehlt dahin geflogen und nicht einfach durch Hoehe reduzieren an den erstbesten Berg geflogen.


    1. "Angeblich"... vielleicht war es auch anders
    2. Mit Logik verstehen zu wollen was ein psychisch Kranker tut, ist zum Scheitern verurteilt. Wer weiß schon, was ihn auf den Hinflug daran gehindert hat, den Plan umzusetzen? Womöglich war die Idee zu diesem Zeitpunkt noch nicht umsetzbar oder er nicht ausreichend entschlossen. Wahrscheinlich führte die Route auf dem Hinflug auch nicht genau über diese Region - auf dem Rückflug dann schon, was vielleicht das auslösende Moment war: Kapitän draußen, Flugroute zufällig genau über einen starken Bezugspunkt des früheren Lebens - Auslöser, der einen latent vorhandenen Suizidgedanken in diesem Moment ausführen lässt weil in diesem Augenblick gerade "alles passt".
    3. Warum sollte er die Flugroute verändern um irgendwo hinzukommen? Es passte doch genau... Du hantierst hier mit Annahmen, was jemand in einer bestimmten Situation tun würde - aber das sind Vermutungen, für die es keine Belege gibt.


    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Dann auch noch die Frage ob jemand der sowas machen wuerde nicht wenigstens irgendeine Reaktion zeigen wuerde. Entweder ein schluchzen oder murmlen in den letzten Sekunden. Oder eine schnellere Atmung als der Kapitaen die Tuer eintreten will.


    Das sind auch nur Vermutungen, die nicht mit Belegen untermauert werden können. Es kann genausogut sein, dass der Mann sich ständig bedrängt, gegängelt, ohnmächtig und ausgenutzt fühlte, jeden als Feind und Aggressor wahrgenommen hat und in den Minuten, in denen er im Cockpit alleine war, das Gefühl genossen hat, es jetzt allen zu zeigen. In diesen Minuten war er der unangreifbatre Herrscher an Bord. Er hatte alles in der Hand und keiner konnte ihm was. Man weiß von Amokläufern, dass derartige Rache- und Allmachtsphantasien häufig eine Rolle spielen.
    Du kannst hier nicht den Maßstab eines Gesunden anlegen, der in einer solchen Situation extrem gestresst wäre.


    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Original geschrieben von Benz-Driver
    Was macht ein Autopilot eigentlich, wenn es einen Druckabfall in der Kabine gibt?


    wenn man Pech hat steigt er komplett aus und übergibt die volle Kontrolle an den Piloten. Und dann wird ohne Steuereingabe schnell aus dem kontrolliertem Sinkflug ein unkontrollierter Spiralsturz.


    Vorweg: Ich kenne die Details für die kleinen Airbusse nicht und kann auch von den Begrifflichkeiten nicht die Airbus-Terminologie nutzen weil ich im Boeing-Lager zuhause bin, aber die Grundprinzipien dürften weitgehend gleich sein.


    Ich denke nicht, dass "der Autopilot" einfach so aussteigt. Ein Verkehrsflugzeug fliegt nicht mit "dem Autopiloten", sondern dahinter steht ein komplexes Flight Management System, das üblicherweise ein vertikales und ein laterales Profil, welches zuvor einprogrammiert wurde, abfliegt. Außerdem steuert das System bei den meisten Flugzeugen den Schub, jedenfalls wenn die Airline auch eine entsprechende Autothrust-Funktionalität mit eingekauft hat (hat Ryanair z. B. in der B737-800 aus Kostengründen nicht gemacht). Bei Airbus müsste der Autothrust Serie sein weil sonst das ganze Bedienkonzept von Airbus ad absurdum geführt würde.


    VNAV und LNAV werden so einfach nicht rausfliegen, bestenfalls schalten die Rechner in einen Rückfallmodus, in dem die Piloten auf Flight Envelopes (Sicherheitsnetze, sozusagen) verzichten müssen und dahinter gibt es noch eine weitere Ebene, in der manuell gesteuert werden muss. Soweit sollte es bei einem Druckabfall aber nicht kommen.


    Im Gegensatz zu Hubschraubern stabilisieren sich Flugzeuge erstmal selbst, einfach abstürzen werden die aus rein aerodynamischen Gründen nicht. Ausnahme sind Militärjets mit extremen Flügeln, die von Hand überhaupt nicht steuerbar sind.


    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    evtl ist er in dem Moment ja draufgekommen dass es möglich ist und hat es im Kopf mal durchgespielt und mal berechnet wie viel Zeit das ganze benötigt etc.


    Halte ich auch für wahrscheinlich. Eher eine Art Kurzschluss, nachdem mehrere Dinge zusammenkamen und dann ergibt sich eine Möglichkeit weil der Kapitän drraußen ist und man zufällig auch noch über eine Region fliegt, zu der es einen Bezug gibt...


    In der Boeing erscheint auf dem Nav-Display eine Art Fanglinie, die anzeigt, wann bzw. wo man bei den anliegenden Werten die eingestellte Höhe erreicht. Will man an einem bestimmten Punkt eine vorgegebene Höhe haben, stellt man das entsprechend ein und das war's .

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Benz-Driver
    Was macht ein Autopilot eigentlich, wenn es einen Druckabfall in der Kabine gibt?


    Da einem technischen Gerät der Druckabfall - im Gegensatz zum Menschen - nichts ausmacht, fliegt er ganz einfach den programmierten Kurs weiter. Ggf. so lange, bis der Treibstoff ausgeht.


    Er geht nicht in den Sinkflug, und betätigt auch nicht den Cockpit-Lock.


    Hier mal noch einige Antworten auf die Einwände der Verschwörungsfans:


    1. Warum wurden die Ergebnisse so schnell veröffentlicht, obwohl es bei anderen Unglücken teilweise Jahre dauert? Beispielsweise hat es bei Air-France-Flug 447 mehrere Jahre gedauert, bis die Ursache veröffentlicht wurde.


    Verzögerungen treten dann ein, wenn das Wrack bzw. die Flugschreiber erst lange gesucht werden müssen (bei AF447 dauerte es mehrere Jahre, hier nur wenige Stunden), und die Ursachenforschung langwierig ist, etwa weil sowohl technische (Pitotsondenvereisung) als auch Pilotenfehler zum Unglück beitrugen. Ferner ist Frankreich als Airbus-Anteileigner daran interessiert, technische Unzulänglichkeiten erst nach Ausschluß aller menschlichen Versagenskomponenten zuzugeben. Demgegenüber ist es nachvollziehbar, Airbus entlastende Fakten möglichst schnell zu veröffenltichen, um Airbus und den Fluggesellschaften möglichst wenig zu schaden. Man hat ja gesehen, daß A320-Besatzungen am Boden blieben, weil sie sich nicht flugtauglich fühlten und annahmen, der A320 könnte grundsätzliche technische Probleme haben. Es stehen also auch wirtschaftliche Gründe dahinter - die Stornierungen durch Passagiere, die sich im A320 nicht mehr sicher fühlen, dürften ebenfalls rückläufig sein.


    Ferner ist es heutzutage schwierig, bereits ermittelte Fakten lange geheimzuhalten. Daher mußte die Staatsanwaltschaft vorpreschen, bevor die NYT das Flugschreiberprotokoll veröffentlicht.


    Da es zudem Airbus entlastet, war die schnelle Pressekonferenz nur logisch.



    2. Der Co-Pilot war bewußtlos.


    Dann wäre das Flugzeug mit Hilfe des Autopiloten ganz einfach seinen Kurs weitergeflogen. (Siehe auch Helios-Airways Flug Nr. 522) .Der Pilot hätte ferner das Cockpit per Code betreten können. Da die Bewußtlosigkeit in der Regel ohne Ankündigung eintritt, kann man vorher auch nicht mal eben noch die Höhe korrigieren und den Cockpit-Lock betätigen.



    3. Warum sind keine Warnsignale zu hören?


    Das Signal des GPWS (Ground Proximity Warning System) ist auf der Aufzeichnung zu hören. Andere Warnsignale ertönten nicht, da sich das Flugzeig in einer stabilen Fluglage befand.




    Gruß


    HHFD

    Gesendet von meinem Motofone F3


  • Die Pilotenschaft tut sich seh schwer damit, dass die "heile Welt", wo man sich als Leistungselite empfindet, stark angekratzt wurde. Piloten waren intelligent, kerngesund, integer. Und jetzt ist da ein depressiver, kaputter Typ, ein Massenmörder, und keiner hat es gemerkt. Schlimmer noch: er war kein kleiner Günstling aus einer Klitsche, sondern einer aus dem LH-Konzern, der für sich reklamiert, die härteste Vorauswahl und die besten Piloten der Welt zu haben. Und nun kommt aus diesen Reihen der schlimmste Pilot der Welt.


    Damit tut man sich schwer und greift noch nach Strohhalmen: vielleicht war's ja doch nicht so... oder: wie kann man denn so schnell schon ein vorläufiges Ergebnis präsentieren? Da stimmt 'was nicht!


    Tatsächlich unterscheidet sich dieser Vorfall von anderen dadurch, dass schon die Auswertung des Voicerecorders Erkenntnisse brachte, die kaum eine andere Interpretation zulassen. Man braucht, anders als sonst, keine Detektivarbeit in der Auswertung des Datenrekorders um nach Monaten einer Unfallursache auf die Spur zu kommen. Ausnahmsweise war schon nach dem Abhören des CVR klar, was passiert ist - weil alle anderen Varianten nicht mehr funktionieren wenn man die Erkenntnisse der Sprachaufzeichnung hat.


    Jeder, der hier Zweifel anmeldet, tut das nicht anhand belastbarer Fakten, sondern es wird dann immer nur das Pseudo-Argument angeführt, es ging sehr schnell und deswegen könne es ja nicht stimmen. Das ist aber Unsinn, nur weil es schnell ging muss es nicht zwingend falsch sein.


    Wenn jemand klare Fakten nennt (z. B. Warnsignale oder änderungen der Geräuschkulisse auf dem Band etc.), wird jeder technische Mängel als Auslöser in Frage stellen und dieses aufklären wollen. Da es aber keine Ungereimtheiten zu geben scheint, wird das Herumreiten auf Prinzipien ("Es gibt mit dem FDR noch ein weiteres, bisher nicht gesichtetes Beweisstück", "Die bisherige Arbeitshypothese wurde viel zu schnell verkündet") langsam lästig.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von a101
    ..
    Sind diese Fragen stellenden Piloten demnach auch alle Verschwörungstheoretiker?


    Mit welcher Chuszpe nimmst Du Dir das Recht heraus gewisse Fragen stellende Menschen in eine Dir genehme Schublade zu stecken? :confused:


    Diesseits ist übrigens in keinster Weise ALLES angezweifelt worden ...


    Du brauchst mir jetzt nicht meine Worte zu verdrehen. Natürlich gibt es unbeantwortete Fragen. Die wird es immer geben. Und ich stecke keine Leute in eine Schublade nur weil sie Fragen stellen. Wenn aber vehement Dinge angezweifelt werden darf man sich schon Fragen was die Person dazu bewegt und was sie damit bezwecken will. Gerade wenn gestellte Fragen sinnvoll und nachvollziehbar beantwortet wurden und trotzdem wieder wildeste Theorien ausgegraben werden.

  • Danke für die Aufklärung bezügl. des Autopilot-Verhaltens bei Druckabfall. In meiner Laien-Logik hätte ich es nämlich für möglich gehalten, dass er dann automatisch die Höhe verringert, damit es zu einem Druckausgleich kommt und event. bewusstlose Piloten wieder zu Bewusstsein kommen. Aber offenbar ist das nicht so.

    Samsung Galaxy S7
    iPhone 7

  • Zitat

    Original geschrieben von Benz-Driver
    ... In meiner Laien-Logik hätte ich es nämlich für möglich gehalten, dass er dann automatisch die Höhe verringert, ...


    Das hätte ich mir auch vorstellen können, aber dann wohl nicht auf die kleinste einstellbare Flughöhe.

  • Gag und printus


    Danke für eure ausführlichen Antworten. Pax=Passagiere.


    Gag, dass ein Flieger landen muss, dass ist mir schon klar....😎 Meine Vorstellung war nur die, dass ein Überwachungssystem im Hintergrund trotzdem erkennt, dass die Eingaben des Piloten keinen Sinn ergeben und man bei dem Kurs irgendwann im Nichts landet. Scheint es aber wohl nicht zu geben bzw. nicht gewünscht zu sein.
    Sicherlich sind Zulasungen für den Flugbetrieb aufwendig und mit Geld verbunden. In Bezug auf den letzten Punkt könnte aber doch vieles softwaretechnisch gelöst werden.


    Gruß, connery

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