Immobilie zur Altersvorsorge?

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Sicherlich bleibt im Alter trotz Grundsicherung das selbstgenutzte kleine EFH unangetastet. Das Sozialamt bezahlt aber dann nur Kreditzinsen und Betriebskosten wie bei einer kleinen Wohnung. Und wenn alles abbezahlt ist, gibt es auch keine Kreditzinsen. Tilgung hezahlt das Amt sowieso nicht!


    Es bedeutet dann auch Aufwand, vom Amt Geld z.B.für eine teure Reparatur zu erhalten.


    Gerade bei Grundsicherung im Alter halte ich ein EFH für sinnfrei. Wer dann in einer Mietwohnung in guter Lage wohnt, braucht sich um nichts Gedanken machen, weil das Amt alles bezahlt.
    Hier ist es leider wirtschaftlich am besten, nichts zu sparen.


    Ich schrieb es schon mal: Der Gedanke des TE ist, mit dem Erwerb von Wohneigentum der Grundsicherung im Alter zu "entkommen" und nicht mit Grundsicherung darin zu wohnen oder gar es dadurch zu finanzieren! Die Idee wäre schon sehr absurd, eine Finanzierung so anzulegen, dass man sie noch im Rentenalter von der nicht vorhandenen Rente, also durch Grundsicherung abbezahlt. So dass also die private und gesetztliche Rente nur den Lebensunterhalt und die NK abdecken muss und nicht noch die Miete. Zur Problematik der angemessenen Miete gab es weitere Äusserungen, denen ich mich nur anschliessen kann. Sich die Miete vom Amt zahlen zu lassen, und sie sich entweder kürzen zu lassen oder in ein Kabuff umziehen zu müssen, macht man doch wirklich nur wenn es nicht mehr anders geht. Im Alter hat man doch keine Lust sich noch mit sowas rumärgern zu müssen, Mietzuschuss, Wohnungssuche (am besten mit Gehaltsnachweis lol), Umzüge... Also eben das jetzt vorhandene Geld lieber in die Finanzierung der eigenen vier Wände zu stecken, als es zu sparen oder eine weitere private RV abzuschliessen, deren Beitrag extrem hoch wäre, um die geschätzte Versorgunslücke im Alter zu schliessen, eben weil die Rente und vor allem die Miete heute nicht absehbar sind. Zu bedenken gilt auch, dass bis dahin die Renten auch noch zu versteuern sind, also davon auch wieder was einkassiert wird.


    Zu Herrn Rürupp: Mein Gedanke ist auch nicht, Wohneigentum als Kapitalanlage zur Altersvorsorge zu haben, sondern einfach nur zu Wohnzwecken, nicht um es dann wertgesteigert zu verkaufen.

  • Das größte Problem wird ja in HH sein, ein geeignetes Objekt zu finden. Aber wenn du es findest, d.h. (halbwegs) altersgerecht und trotzdem aktuell groß genug (gibt es Kinder?), und du dieses (voraussichtlich) in den nächsten 25 Jahren bis zu deiner Rente abzahlen kannst, dann wüsste ich nicht, was dagegen spricht.


    Man darf halt nicht darüber nachdenken, was man vor 10 Jahren für das gleiche Objekt gezahlt hätte...

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass man sich im Bereich Hartz/Grundsicherung oder zu erwartender Altersarmut überhaupt keine Immobilie anschaffen sollte? ;)


    Es ist interessant, dass hier plötzlich mehrfach von ALG und Hartz4 gesprochen wird bzw. von Geringverdienern. Dies hat der TE nirgends erwähnt und es trifft auf ihn auch nicht zu und daher wäre es für die Diskussion hilfreich, dies herauszulassen und sich nur auf die Altersarmut zu konzentrieren. Denn das sind zwei paar Stiefel, letztere wird sicher nicht nur ALG-Empfänger treffen. Würde ich solches beziehen, hätte ich nicht das im Eingangsthread erwähnte Einkommen und hätte wohl auch schon den Grossteil meines Vermögens vorher aufbrauchen müssen.


    Meine Situation ist vielmehr die, dass die zu erwartende gesetztliche Rente so niedrig ist, weil mir ordentlich Beitragsjahre fehlen - Stichwort Generation Praktikum. Jetzt ist aber das Einkommen da, im guten Durchschnitt. Um die fehlenden Jahre, die kaum eingezahlt wurde, auszugleichen., müsste das Einkommen aber überdurchschnittlich hoch sein und das gleiche gilt für die Erweiterung der bereits existierenden privaten RV, die Summe wäre sehr hoch und die verbleibenden Einzahljahre zu gering. Im Vergleich dazu und auch im Vergleich mit unserer aktuellen Miete, erscheint es mir wirklich sinnvoller das Geld bis zur Rente in eine Finanzierung von Wohneigentum zu stecken. Es wäre auch keine zusätzliche Ausgabe, sondern würde ja die Kaltmiete mehr oder weniger ersetzen. Wir zahlen warm rund 1.300 Euro und es bleibt immer noch genug Geld zum Leben und Sparen übrig (daher auch das Eigenkapital plus ein kleines Erbe), das könnte alles in eine Finanzierung fliessen. Mein Kollege mit abbezahltem Eigenheim hat dagegen nur Fixkosten für NK usw. von 250 Euro. Da fragt man sich schon, ob man weiter monatlich soviel Geld an den Vermieter blechen möchte, um davon in 20 Jahren gar nichts zu haben außer zig Mieterhöhungen, oder ob man für den gleichen Einsatz nicht im Alter seine eigenen vier Wände abbezahlt hat.


    Ich kann es auch nicht ganz nachvollziehen, dass von einigen unterstellt wird, man würde nicht an altersgerechtes barrierefreies Wohnen denken. Zum Glück bin ich da schon ein bisschen vom Fach von meiner ursprünglichen Ausbildung her, also von der baulichen, nicht von der finanziellen Seite. Mich mit Bauen und Renovieren zu beschäftigen, ist sicher keine Belastung für mich, es ist nicht mein Ziel mich um nichts kümmern zu müssen, im Gegenteil.

  • Zitat

    Original geschrieben von phonefux
    Das größte Problem wird ja in HH sein, ein geeignetes Objekt zu finden. Aber wenn du es findest, d.h. (halbwegs) altersgerecht und trotzdem aktuell groß genug (gibt es Kinder?), und du dieses (voraussichtlich) in den nächsten 25 Jahren bis zu deiner Rente abzahlen kannst, dann wüsste ich nicht, was dagegen spricht.


    Man darf halt nicht darüber nachdenken, was man vor 10 Jahren für das gleiche Objekt gezahlt hätte...


    Es soll und muss nicht direkt in HH sein, der Großraum reicht wenn der ÖPNV-Anschluss stimmt. Nein, Kinder gibt es nicht im Haushalt, mein Partner zahlt nur Unterhalt für seines, wird sind zwei Doppelverdiener.

  • Ja, klar. Wenn es aber noch "Großraum" ist und einen guten ÖPNV-Anschluss hat, dann ist es aber höchstwahrscheinlich immer noch begehrt, entsprechend teuer und Objekte rar gesäht (gleichwohl würde ich persönlich nicht außerhalb dieses Bereiches suchen). Wenn man dieser Prognose glauben mag, dann kann man ja in Hamburg auch relativ weit rausgehen und hat (hoffentlich) noch Preisstabilität.


    Ich wünsche viel Erfolg! Go for it!

  • Zitat

    Original geschrieben von jdf
    wird sind zwei Doppelverdiener.


    Wow! Da kann man nur gratulieren ... :)

    Gesendet von meinem Motofone F3

  • Zitat

    Original geschrieben von phonefux
    Mit vier Gehältern sollte die Immobilienfinanzierung ein Klacks sein. :D


    Auf Beiträge wie solche, die sich nur lustig machen, kann ich verzichten. Ich hatte nur auf eine Nachfrage zu unserer familiären Situation geantwortet, ich werde jetzt keine weiteren persönlichen Angaben machen.


    Vielen Dank an die vielen anderen hilfreichen Antworten vorher.


    Der frühschichtgeplagte halbe Doppelverdiener geht jetzt besser in die Heia :apaul:

  • Ui, da ist aber jemand dünnhäutig. Ich hatte nicht vor, mich lustig zu machen, sorry, wenn das so angekommen ist. Es war völlig klar, wie es von dir gemeint war.


    Und die persönliche Situation ist ja auch wichtig, wenn es um Fragen des Immobilienerwerbs geht.

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