Thorsten Dirks verlässt 2017 die Telefónica Deutschland Holding AG

  • Zitat

    Wird hier nicht jede Menge Geld unnütz verbraten, das dann einem schnellen Ausbau in ländlichen Regionen - wofür LTE doch eigentlich prädestiniert ist als DSL-Ersatz und womit IIRC die Einführung von LTE gerechtfertigt wurde - fehlt?


    Die Einführung von LTE rechtfertigen zu müssen, wäre absurd. Speziell bei den Frequenzen in Band 20 gab es aber Auflagen der Bundesnetzagentur, bestimmte Prozentzahlen an Versorgung in einem Bundesland zu erreichen, es musste in mehreren Stufen, mit den kleinsten Gemeinden beginnend, ausgebaut werden. Daran haben sich Vodafone und die Telekom auch rege beteiligt, ein kleiner Netzbetreiber aus der bayerischen Landeshauptstadt hat sich da, sehr vorsichtig ausgedrückt, eher zurückgehalten. Erst dann durfte man mit 800 MHz in die Großstädte, auch ein Grund für das LTE-Quasi-Monopol der Telekom dort anfangs, die hatten mit 1800 MHz die perfekte Frequenz.
    LTE kann und wird nie ein Festnetz-Ersatz sein können, auch nicht in kleinen Dörfern (Weiler mit 20 Einwohnern mal ausgenommen), die Großstädte wurden auch nicht mit LTE 800 ausgebaut, um dort Festnetz zu ersetzen (diese Fantasie hatte man bei Vodafone nur sehr kurz), sondern um mehr Geschwindigkeit, Kapazität und bessere Indoor-Versorgung im Mobilfunk zu erreichen, und das, weil man für gleiche Abdeckung weniger Sender braucht, schneller (aber auch weniger gut) als mit LTE 1800 (was ja nur E-Plus und Telekom hatten), oder bei Vodafone und o2 sogar nur LTE 2600 als "Alternative".


    Bekanntlich wird der LTE-Ausbau auch außerhalb von Großstädten vorangetrieben.


    Zitat

    Luxusversorgung in den Großstädten, damit die verwöhnten Großstädter eine zusätzliche dritte Technologie zum Surfen zur freien Auswahl haben, während die "Landpomeranzen" weiter darben müssen und bisweilen nicht mal "eine " richtige Technologie verfügbar haben ?

    Kann es sein, dass du in diesem Jahrzehnt noch nie einen "Festnetzanschluss" mit 384 Kbit/s nutzen durftest? :rolleyes:


  • Ohne LTE wären alle Mobilfunknetze bei weitem nicht so gu wie sie jetzt sind! Nur TEF könnte mit 7 Trägern UMTS und (hypothetischem) Quad-CA noch ansatzweise mithalten. LTE wird auf dem Handy genutzt! Außer für ein paar Freaks mit ihrer Base-Go ist LTE rein volumenmäßig kein Ersatz für DSL! Ich habe noch niemanden gesehen, der eine TAL hinter sich her zieht! Zeig mir eine überflüssige LTE-Station von TEF in einer Stadt, es sind in den allermeisten Fällen zu wenige!


    Edit: Außerdem sind Frequenzen, auch wenn man sie in der Stadt benutzt, auf dem Land nicht auf magische Art und Weise weg.

  • Zitat

    Original geschrieben von Telefonicer
    Ohne LTE wären alle Mobilfunknetze bei weitem nicht so gu wie sie jetzt sind!

    Wer braucht schon 80-150 MBit/s ueber Mobilfunk wenn man in den bezahlbaren Smartphonetarife gerade mal so 1-5 GB Volumen incl. hat.


    Und so 5-8 MBit/s flaechendeckend waeren auch allein mit UMTS, zum Beispiel 1 Traeger UMTS900 und 3 Traeger UMTS2100 zu schaffen.


    Ein moeglichst flaechendeckender Ausbau weare eben das wichtigste.

  • Wegen der zyklischen Wiederverwendung von Frequenzen und evtl. erforderlicher Schutzabstände ist vorstellbar, dass man mit deutlich weniger Frequenzen auskommt, wenn z.b. die großen Städte komplett ausgespart würden und LTE nur zur Bedarfsdeckung auf dem Land verwendet würde.
    vgl. Vierfarbenproblem
    Die größte Kosteneinsparung ergäbe sich aber tatsächlich weniger bei den Freqzenzen als durch drastische Verminderung von Senderstandorten:
    - niedrige Frequenz für große Reichweite -> gute Abdeckung mit kleiner Senderzahl
    - Beschränkung auf dünnbesiedelte ländliche Gebiete --> häufig wiederkehrende räumlich verschachtelte Wiederverwendung der selben Frequenzen möglich -> ökonomischer Einsatz der Mittel


    In den großen Städten hat man: viele offene WLANs und Hotspots und Telekom-Hotspots und FON_Netzwerke; WiMax und WiFi, UMTS, EDGE, Kabel-Internet über Fernsehkabel von KabelDeutschland u.ä., CityCarrier-Glasfasernetzwerke von Energieunternehmen und Stadtwerken; Stadtschnellbahnen und U-Bahnen mit Zusatzversorgung in den Tunnelstrecken; Bitstreamversorgung; M-Net und weitere Telekom-DSL-Konkurrenten; Sky-DSL; lebhaften Wettbewerb;


    Auf dem Land in ehem. Zonenrand- und in strukturschwachen Gebieten hatte man und hat tlw. immer noch:


    - zwar überall POTS-Telefonleitungen, aber wegen verstecktem Mangel an Leitungen Vorfeld-Konzentratoren wo über 4 Adern 12 Anschlüsse laufen und keine Mischnutzung mit DSL möglich ist;
    - zwar Glasfaserleitungen hübsch anzuschauen, aber leider OPAL und zu nichts kompatibel ausser 56k- Modem;
    - Überalterung und Mangel an Gleichaltrigen/-gesinnten, so dass der einzige Power-User im Dorf die Kosten für seine Sky-DSL-Anlage mit 1,2 Meter-Schüssel allein stemmen muss und mit niemand teilen kann;
    - WiMax-Anbieter mit Gebietsmonopol und abschreckender Preispolitik;
    - DSL nur in Magermilchvariante am Ende der Reichweite oder gar nicht;
    - "lustige" Regio-Zuschläge nach dem Motto: "wer eh schon benachteiligt ist, der darf auch noch draufzahlen";
    - wo die Telekom keines hat, haben die Konkurrenten erst recht keins;
    - wenn es schon kein DSL gibt, gibt es komischerweise auch kein Kabelfernsehen und folglich auch kein Kabel-Internet;
    - stillgelegte Bahnstrecken und in den dort nicht mehr verkehrenden Zügen natürlich erst recht kein WLAN .... :apaul:


    etwas zugespitzt und übertrieben, aber das Grundprinzip ist schon in der Bibel kritisiert worden:
    "Wer hat, dem wird gegeben". Eine vernünftige Ausbaupolitik wird als allererstes dieses Prinzip durchbrechen!

  • Du hast LTE nicht verstanden! Alle o2-800er senden auf der EARFCN 6200, also alle auf den vollen gepaarten 10MHz, die o2 ersteigert hat. Nur bei GSM braucht man verschiedene schmale Kanäle. Was bei zu wenigen Standorten passiert ist doch hier bekannt ich sage nur 0,02 Mbit/s bei Vollauschlag o2 LTE. WiMax gibt es defacto nicht mehr! Kannst du dich zuverlässig in den Bus setzen und hast kontinuierlich WLAN? GSM wird bei TEF so reduziert, dass man möglichst volle 20MHz 1800MHz für LTE nutzen kann. Wenn alles auf dem Land über wenige Sender mit niedrigen Frequenzen (ohne Drosselung) geht, dann ist die Performance auch ganz schnell im Keller! Du machst so den Eindruck, was ich nicht habe dürfen andere noch viel weniger haben! WLAN in Zügen geht übrigens über LTE!


    Anja Mit 4 Trägern UMTS würde es massiven Stau geben! Ich kenne Stellen, da gehen über 4 Träger E+ 3G zu Stoßzeiten nur deutlich unter 1Mbit/s durch, oft sogar gar keine Datenverbindung mehr. Und da sind ca. die hälfte aller Geräte im E+ 3G. Thorsten Dirks war UMTS-Verfechter und hatte deswegen LTE 1800 bei mir nicht flächendeckend sondern eher zur Kapazitätserweiterung gebaut.

  • Zitat

    - zwar Glasfaserleitungen hübsch anzuschauen, aber leider OPAL und zu nichts kompatibel ausser 56k- Modem;

    Im Zuge der All-IP-Maßnahmen wurde und wird OPAL oft zu modernem FTTC mit VDSL2-Vectoring oder FTTH mit GPON umgebaut, auch in kleineren Orten. Übrigens ist mit OPAL auch ISDN möglich.

    Zitat

    - zwar überall POTS-Telefonleitungen, aber wegen verstecktem Mangel an Leitungen Vorfeld-Konzentratoren wo über 4 Adern 12 Anschlüsse laufen und keine Mischnutzung mit DSL möglich ist

    Teilweise wurde man Multiplexer durch ISDN-Bestellung los.


    Zitat

    - "lustige" Regio-Zuschläge nach dem Motto: "wer eh schon benachteiligt ist, der darf auch noch draufzahlen";

    Andere Vorleister sind halt billiger.


    Zitat

    WiMax gibt es defacto nicht mehr!

    Das stimmt nicht. Davon abgesehen kann ich dem Beitrag nur zustimmen.

  • Natuerlich spricht nichts dagegen LTE800 auch in den Staedten zu verwenden, gute Indoorversorgung kann man auch dort brauchten. Vorallem weil die Anbieter in Deutschland ja offenbar kein UMTS900 bauen wollen.


    Aber das Problem ist das o2 LTE fast nur in den Staedten baut, die eh schon mit UMTS versorgt sind.


    Ich finde erstmal sollte man LTE dahin bauen wo es kein UMTS gibt, wenn das geschafft ist, dann kann man gerne in den UMTS Städten zur besseren Indoorversorgung und Kapazitaetserhoehung zusaetzlich LTE aufschalten.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova Vorallem weil die Anbieter in Deutschland ja offenbar kein UMTS900 bauen wollen.

    E-Plus hatte früher UMTS900. Dank der knappen 1800MHz Frequenzen ist es sinnvoller GSM1800 abzuschalten und durch GSM900 zu ersetzen da man im GSM Bereich nur noch wenig Kapazität braucht. LTE900 wäre heutzutage besser als UMTS900.


    Also GSM 900MHz
    UMTS 2100
    LTE 800, 900, 1800, 2100 & 2600MHz.
    GSM & UMTS nur als Basisnetz mit reduzierter Kapazität.


    LTE ist billiger im Betrieb und holt mehr MBit je MHz raus.

  • Dafuer hat LTE aber immer noch etliche Problem mit VoLTE im fuer Roamingkunden, VoLTE fuer Notrufe, ect.


    Mit den Frequenzen die Telefonica jetzt hat wuerde ich ein flaechendeckendes UMTS-Netz (weil es einfach die hoechste Kompatibelitaet hat) mit 1 Traeger UMTS900 (vorwiegend laendlicher Raum und UHS) und 3 Traeger UMTS2100 (vorwiegend Staedte und Ballungsraeume) aufziehen.


    Dort wo man mehr Kapazitaet braucht, egal ob fuer Mobilfunkkunden oder fuer HybridDSL Loesungen, das Netz mit LTE800 (10 MHz) und LTE2100 (20 MHz) verstaerken. An Hotspots kann man zusaetzlich noch LTE2600 (15+15 MHz oder 20+10 MHz) einsetzen. Das ist aber wirklich genug Spektrum fuer LTE.


    Die verbliebenen 5 MHz im 900 MHz Bereich und die ganzen 1800 MHz Frequenzen wuerde ich erstmal noch fuer GSM nutzen.


    Nach einer GSM Abschaltung koenne man die 1800 MHz Frequenzen dann direkt fuer 5G verwenden. Zusammen mit GSM koennte man dann auch UMTS2100 abschalten.


    mittelfristig
    GSM: 900 (5 MHz); 1800 (15 MHz);
    UMTS: 900 (5 MHz); 2100 (15 MHz);
    LTE: 800 (10 MHz); 2100 (20 MHz); 2600 (15+15 MHz);


    langfristig
    UMTS: 900 (10 MHz);
    LTE: 800 (10 MHz); 2100 (20+15 MHz);
    5G: 700 (10 MHz); 1800 (15 MHz); 2600 (30 MHz); evtl. 3500;

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