Autoproduzenten, E-Autos, E-Mobilität, Ladesäulen & Co

  • Wenn die Masse 5-7 Jahre alte Autos kauft, wer überbrückt dann die Zeit zwischen diesem Alter und der Quelle der gebrauchten Autos, nämlich Leasingverträgen, die überwiegend 3-4 und manchmal sogar nur 2 Jahre laufen? Werden die Autos dann 2-4 Jahre irgendwo eingelagert???

    Es gibt ja auch noch Besserverdiener die sich jüngere Gebrauchte oder sogar Neuwagen kaufen. Limousinen und Kombis der Volumenhersteller werden zwar heute schon vorwiegend von Gewerbekunden gekauft, aber Coupes und Cabrios fast nur von Privatkunden. Und auch Fahrzeuge von Herstellern wie Alfa Romeo werden fast nur von Privatkunden gekauft.


    Wenn die Autos dann im Alter von 12 Jahren abgestoßen werden, wie kommt dann ein Durchschnittsalter von 10,2 Jahren zustande? Bzw. wohin werden die dann abgestoßen, wo doch Afrika, Osteuropa zu reich sein sollen und Deutschland zu arm, um sich die Reparaturen leisten zu können.

    Es gibt natürlich auch einzelne Autos die Älter werden, da gibt es einerseits wenigfahrende Rentner die ihr Auto auch ewig fahren, aber dann gibt es natürlich auch Autos die man zumindest als Zweitwagen erhält, wenn ich z.B. an Opel Calibra, Ford Probe, Mazda RX-7 und RX-8 sowie MX-3 und MX-6, oder auch VW Passat mit W8 Motor denke. Oder man hält sich einen VW Phaeoton oder Touareg der ersten Generation zum Pferdeanhänger ziehen.


    Im Sommer waren wir in Norwegen. Alles voller Elektroautos. Der Strom an der Ladesäule kostet im sauteuren Norwegen geschmeidige 4 ct/kwh. Vor 2 Wochen war ich in Dubai. Auch gegenüber letztem Jahr deutlich mehr Elektroautos. Ladestrom dort knapp unter 2 ct/kWh. Die verkaufen uns jeweils ihr Gas und Öl und melken uns ab und genießen zu Hause super günstige Energiepreise. Das Ferienhaus in Norwegen (einfach verglast) wird ganzjährig vermietet und mit Wärmepumpe beheizt. Bei den Energiepreisen lohnt offenbar nicht einmal Doppelverglasung und isolierte Haustür.

    Das sind dann aber vermutlich Industriestrompreise und Ladepreiskonditionen für gewerbliche Grosskunden, aber nicht für Privatkunden oder Kleingewerbe.

    Zwar sind in dien meisten Ländern die Strompreise günstiger als in Deutschland, aber nicht so extrem günstiger. Hab folgende Karte zu den durchschnittlichen Strompreisen von 2023 gefunden:

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    Die Ironie dabei ist das der Börsenstrompreis in Deutschland garnicht so hoch ist, sondern eher im unteren Durschnitt:


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    Laut dieser Karte war der Börsenstrompreise in Deutschland mit 95,48 €/MWh aber billiger als in Frankreich mit 96,86 €/MWh, Tschechien mit 100,79 €/MWh, Österreich mit 102,14 €/MWh, Slowakei und Slowenien beide in hellorange ohne exakte Angebote, Ungarn mit 106,82 €/MWh, Polen mit 111,65 €/MWh, etc.


    Aber die hohen Leistungsentgelte wegen dem Ausbau für PV- und Windstrom, die hohe Stromsteuer und der volle 19% Umsatzsteuersatz machen den Endkundenstrom in Deutschland eben teuer.

  • Nach den Unionsparteien und der AfD hat nun auch Sahra Wagenkecht die Autofahrer, die sich nicht mit einem E-Auto anfreunden können oder wollen, als potentielle Wählergruppe entdeckt. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weist inzwischen mehr als deutlich darauf hin, dass da noch nichts in Stein meißelt ist.

    Zitat

    Die deutsche Autoindustrie sei beim Verbrenner Weltklasse. «Mit der dauerhaften Produktion von spritsparenden Autos könnten die heimische Industrie mit ihrem einzigartigen Knowhow und Hunderttausende gut bezahlte Arbeitsplätze geschützt werden», sagte Wagenknecht. Ziel sei «eine neue Verbrennergeneration, die alle Effizienzrekorde bricht».

    Verbrenner-Aus: Wagenknecht wettert gegen EU-Beschluss

  • Es gibt ja auch noch Besserverdiener die sich jüngere Gebrauchte oder sogar Neuwagen kaufen. ...

    In meiner Region fallen auch noch gutsituierte Senioren in diese Kategorie. Da sehe ich nicht selten große SUV deutschen Premium-Hersteller, welche ihre bessere Hälfte zum Einkauf im neuesten Facelift/Baujahr fahren.

    ... Hab folgende Karte zu den durchschnittlichen Strompreisen von 2023 gefunden: ...

    Da ich keine Vorstellung von der rumänischen Stromproduktion hatte, bin ich über diesen Link und den Begriff "Laufwasser" gestolpert. Mir war bis eben nicht klar, das man nochmal zwischen Speicherkraftwerk und Laufwasserkraftwerken unterscheidet. Wieder was gelernt :thumbup:

  • Nach den Unionsparteien und der AfD hat nun auch Sahra Wagenkecht die Autofahrer, die sich nicht mit einem E-Auto anfreunden können oder wollen, als potentielle Wählergruppe entdeckt.

    Wunderbar, dann brauche ich ja keine Argumente mehr zu suchen, die nicht zu waehlen... Ok, bei den ersten beiden war's eh' schon klar...


    Gibt's eigentlich eine ('gescheite'!) eAuto-Partei? Also keine Gruenen...

    Nordisch by zuag'roast :D

  • Niemand will Elektroautos verbieten, auch die AfD und BSW nicht. Wer lieber Elektroauto fahren möchte der darf das gerne tun.

    Ohne Zwang werden sie sich aber nicht so schnell und auch nicht flächendeckend durchsetzen wie es für die seinerzeit von der GroKo beschlossenen CO2 Ziele für den Verkehrssektor notwendig wäre.

    ...

    Gibt's eigentlich eine ('gescheite'!) eAuto-Partei? Also keine Gruenen...

    Was wäre deine Erwartungshaltung an diese Partei?

    Kaufprämien, Ausbau der Infrastruktur für E-Autos, bezahlbare Strompreise an öffentlichen Ladesäulen, oder Abschaffung von Verbrennern duch Verbot, Abgas- oder CO2 Grenzwerte oder Besteuerung?

  • Ohne Zwang werden sie sich aber nicht so schnell und auch nicht flächendeckend durchsetzen

    Genau das ist doch das Problem. Die Mehrheit der Deutschen will (aus welchen Gründen auch immer, das lasse ich jetzt mal außen vor) kein E-Auto. Das haben die Unionsparteien, AfD, BSW, letztlich aber auch die Regierungspartei FDP erkannt, und gehen damit auf Stimmenfang. Bleiben nur noch Grüne und SPD, und letztere wird, wenn es Stimmen bringt, auch noch umkippen, was ja eh eine Kernkompetenz der SPD ist. Nein, die Linken habe ich nicht vergessen. Die spielen aber im nächsten Bundestag vermutlich eh keine Rolle mehr. Die 5%-Hürde lässt grüßen.

  • Was wäre deine Erwartungshaltung an diese Partei?

    Kaufprämien, Ausbau der Infrastruktur für E-Autos, bezahlbare Strompreise an öffentlichen Ladesäulen, oder Abschaffung von Verbrennern duch Verbot, Abgas- oder CO2 Grenzwerte oder Besteuerung?

    alles vor 'oder' :)

    Nordisch by zuag'roast :D

  • Ohne Zwang werden sie sich aber nicht so schnell und auch nicht flächendeckend durchsetzen wie es für die seinerzeit von der GroKo beschlossenen CO2 Ziele für den Verkehrssektor notwendig wäre.

    Was wäre deine Erwartungshaltung an diese Partei?

    Kaufprämien, Ausbau der Infrastruktur für E-Autos, bezahlbare Strompreise an öffentlichen Ladesäulen, oder Abschaffung von Verbrennern duch Verbot, Abgas- oder CO2 Grenzwerte oder Besteuerung?

    Das klingt jetzt für mich fast wie ein "Geständnis" das du auch keine Elektroautos magst, bzw. sie gegenüber Verbrennern nachteilig findest.

    Denn wer Elektroautos gut findet wie z.B. senderlisteffm der würde sich doch immer ein Elektroauto kaufen, egal ob es auch noch Verbrenner gibt oder nicht. Da braucht es dann doch garkeinen Zwang.

    Statt den Leuten Elektroautos aufzuzwingen sollten wir doch lieber versuchen Elektroautos attrativer zu machen. Das geht einerseits über eine attraktive Ladeinfrastruktur und anderseits über den Preis.

    Was Dienstwagen betrifft ist die 0,25% ein ziemlich wirksames Instrument, die Elektroautos statt Verbrenner attraktiv macht.

    Es bräuchte nur noch ein ähnlich wirksames Instrument für Privatekunden. Die Besserverdiener und Gutverdiener sollte man lieber rauslassen, den die könnten sich auch so ein modernes Elektroauto kaufen.


    Man sollte eher bei den Durschnittsverdienern und Geringverdienern ansetzen, die sich kein vernünftiges Elektorauto leisten können, sondern höchstens Gebrauchtwagen der ersten Generation mit lahmer Höchstgeschwindigkeit, mickriger Reichweite und lahmer Ladeleistung. Und das wäre dann ein deutlicher Rückschritt gegenüber einen Verbrenner.

    Deswegen bräuchte es subventionierte Leasingangebote für Gering- und Durchschnittsverdiener. Ich werfe als Einkommensgrenze mal die 35K für Singles und 70K für Paare wie bei der Wohnungsbauprämie in den Raum. Und als Fördersumme 65% (max. 2.500€) der Anzahlung und für maximal 36 Monate 50% (max. 250€) Rate.


    Bei folgendem Angebot:


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    Müsste dann der Intressent nur 1.345,75€ Anzahlung und 226,10€ monatliche Rate zahlen, der Rest ginge dann auf den Staat. Damit würde das Leasing eines Elektroautos gegenüber dem Kauf eines gebrauchten Verbrenners attraktiver.

  • Das klingt jetzt für mich fast wie ein "Geständnis" das du auch keine Elektroautos magst, bzw. sie gegenüber Verbrennern nachteilig findest...

    Ich bin da recht rational. E-Autos fahren angenehm, und aus Umweltaspekten wäre ein E-Auto bei meinem Nutzungsprofil deutlich vorteilhaft.

    Hauptproblem ist für mich das Bermuda-Dreieck aus Fahrzeugtyp, Preis und Reichweite.

    Ich will kein SUV, brauche aber Laderaum. Das mit mindestens 300km + etwas Reserve bei Autobahnfahrt mit 130-140km/h und nicht optimalen Außentemperaturen, und das zu einem Preis der nicht allzuweit oberhalb eines vergleichbaren Verbrenners liegt.

    Ein Astra Kombi wäre für mich im Prinzip OK, aber elektrisch hat der zu wenig Reichweite und ist im Vergleich zum Verbrenner deutlich zu teuer.

    Ein Tesla S wäre von Platzangebot und Reichweite OK, ist aber preislich deutlich über meiner Schmerzgrenze.

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