Das eigentliche Problem bei Telefónica/o2 ist heute nicht mehr in erster Linie die reine Netzabdeckung oder die Anzahl der Standorte. Vielmehr geht es um die Qualität und Konsequenz des Ausbaus.
An vielen Standorten werden zwar neue Frequenzen aktiviert oder zusätzliche Technik installiert, gleichzeitig bleiben aber bestehende Antennen oder die Funkplanung oft unverändert. Dadurch verbessert sich zwar die technische Ausstattung auf dem Papier, der tatsächliche Nutzen für den Kunden fällt jedoch häufig geringer aus als erwartet.
Auffällig ist außerdem, wie unterschiedlich das Netz regional wahrgenommen wird. In einigen Städten und Ballungsräumen wird das o2-Netz ausdrücklich gelobt und bietet hohe Datenraten sowie eine stabile Versorgung. In anderen Regionen gibt es dagegen weiterhin Standorte mit geringer Kapazität, schwacher Gebäudeversorgung oder spürbaren Leistungseinbrüchen zu Stoßzeiten.
Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion immer wieder sichtbar wird, ist die Anbindung der Mobilfunkstandorte. Dass Telefónica vielerorts auf Richtfunk setzt, ist aus wirtschaftlicher und zeitlicher Sicht durchaus nachvollziehbar und kann eine sinnvolle Übergangslösung sein. Langfristig löst dies das Problem jedoch nicht. Mit steigenden Datenraten, zunehmender 5G-Nutzung und künftig auch 5G-Advanced steigen die Anforderungen an die Standortanbindung erheblich. Die Funktechnik kann ihr Potenzial nur dann vollständig ausschöpfen, wenn die Standorte leistungsfähig angebunden sind. Deshalb halte ich es für entscheidend, die Basisstationen deutlich stärker an Glasfaser anzubinden.
Erst mit einer flächendeckenden Glasfaseranbindung lassen sich die möglichen Kapazitäten und Datendurchsätze dauerhaft und zuverlässig bereitstellen.