Die Bahn streikt und Deutschland steht still

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk

    Und was die Zeitfrage angeht: Bei Deiner Aussage würde es in jeder BWL/VWL Prüfung jetzt heißen: Setzen Sechs.



    In BWL und VWL sondiert man die ersten zwei Semester Stunden den Dozenten darauf hin, zu welcher Theorie der Wirtschaftslehre der gute Mann oder die gute Frau stärker tendiert, und ist ab diesem Zeitpunkt mit dieser Konform. Revoluzer haben besonders in diesem Bereich keinen guten Stand, und werden dann halt immer sofort einer Seite des Wirtschaftssystems zugeordnet. Hilfe Planwirtschaftliche Gedankengänge, Ein Linker, welch Graus.


    Ich würde auch heute noch immer zu meiner Aussage stehen:
    "Was haben die Wirtschaftsordnung in der europäischen Union und im römischen Reich gemeinsam? Beide haben sich von innen heraus prächtig entwickelt, dann entwicklungsbedingt auf Sklavenhandel (erst die Christen, heute die Chinesen) gesetzt, und sind letztlich daran gescheitert. Huch was schreibe ich denn da, beide Systeme gescheitert. Hör dich mal in den Reihen der Zukunftsforscher um. Den Menschen wird Angst vor der Klimakatastrophe gemacht. Vor so manchem Szenario eines dotierten Zukunftsforschers habe ich persönlich mehr Angst. Lass mal 800 Mio Chinesen den Weg einer wirtschaftlichen Revolution, wie einst in Europa die Industriealisierung gehen. Dann wird nicht nur das Klima drunter leiden, sondern das ökonomisch bestehende System zuzammenbrechen, mit all den dann fürchterlichen Folgen.


    Aber wir sind ja bei der Bahn.

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Das ist jetzt wiederum nicht auf diese spezielle Aussage bezogen; nur kannst du mir nicht erzählen, ein AN würde prinzipiell nur seine Arbeitskraft vertickern. Rein logisch würde das heißen, dass 1. bessere oder mehr Arbeit auch mehr Geld bedeutete, was aber, wenn überhaupt, nur höchst indirekt der Fall ist (im Gegensatz zur Zeit -> Überstunden!) und 2. dass der AN sich aussuchen könnte, was genau er macht und was nicht, das ist ebenfalls nicht der Fall. Als BWLer/VWLer kannst du mir da gerne widersprechen, auf die Begründung aber wäre ich gespannt :)


    Doch (mal ganz davon ab, dass die WiWi auch nicht von sich behauptet eine "exakte" Wissenschaft zu sein, Theorie ist alles), denn wer "zwingt" einen den arbeiten zu gehen? Eigentlich keiner oder steht in irgendeinem Gesetz das man arbeiten gehen muss? Nö.


    Natürlich besteht irgendwo ein natürlich Zwang zu Arbeit schon allein damit die Miete bezahlt ist und der Kühlschrank voll, aber wenn man auf solche Dinge verzichten kann/will hält einen davon schließlich keiner ab.


    Und natürlich kann sich jeder AN aussuchen was er macht, jeder Lokführer kann sich hinstellen und sagen er bietet seine Arbeitskraft künftig nur noch für 4.000 € netto an, niemand wird ihn daran hindern, das einzige Problem: Er wird genauso keinen AG finder der bereit ist ihm das zu bezahlen.


    Das ist dann aber weniger ein Problem ob Zeit oder Arbeitskraft bezahlt wird sondern einfach nur die Frage von Angebot und Nachfrage. Mal ganz davon ab, dass wohl kaum ein AN die Rechnung aufmacht: "Ich biete hier 40 Std. pro Woche meines Lebens..." denn per se ist "Lebenszeit" eben nicht bewert- und bezahlbar.
    Also kann man nur mit der eigenen Arbeitskraft an den (Arbeits-)Markt gehen und sehen das man für sich das Optimum rausholt.

    Zitat


    Was die GDL PR-mäßig abliefert, ist desaströs. Mittlerweile kann ja schon fast jeder für seine Meinung eine passende GDL-Aussage finden.


    Und schon allein deshalb hat die GDL sich vor allem erstmal selbst ins Knie geschossen.


    EDIT:

    Zitat


    In BWL und VWL sondiert man die ersten zwei Semester Stunden den Dozenten darauf hin, zu welcher Theorie der Wirtschaftslehre der gute Mann oder die gute Frau stärker tendiert, und ist ab diesem Zeitpunkt mit dieser Konform.


    Eine sehr eindimensionale Sichtweise . Es ist durchaus möglich die Theorien von Friedman zu kennen und dies nicht für das Maß der Dinge zu halten... ;)


    Und wenn man schon etwas auf der Revoluzer-Schiene fahren will muss man sich ja auch ernsthaft fragen was denn nur die richtige wirtschaftliche Ausrichtung ist. Sowohl Demokratie als auch Kommunismus bzw. Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft haben objektiv versagt. Egal welches System ein Staat hat: Die "oben" haben die Taschen voll und der einfache Arbeiter muss es ausbaden.

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk


    Eine sehr eindimensionale Sichtweise . Es ist durchaus möglich die Theorien von Friedman zu kennen und dies nicht für das Maß der Dinge zu halten... ;)


    Und wenn man schon etwas auf der Revoluzer-Schiene fahren will muss man sich ja auch ernsthaft fragen was denn nur die richtige wirtschaftliche Ausrichtung ist. Sowohl Demokratie als auch Kommunismus bzw. Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft haben objektiv versagt. Egal welches System ein Staat hat: Die "oben" haben die Taschen voll und der einfache Arbeiter muss es ausbaden.



    Aber auch vielleicht dumm, einen Prof. offen zu widersprechen, wenn er bei der eigenen Examensnote beteiligt ist. Denn man will ja schließlich sehr gut abschneiden, um im späteren Berufsleben nach oben steigen.
    (Arschkrichertaktik).


    Bleibt die Frage, ob es eine wirkliche Demokratie oder Kommunismus überhaupt schon gab?


    Und um nochmal auf die Arbeit zurückzukommen, Vielleicht darf es nicht nur ein Recht auf Arbeit geben, sondern eine Pflicht auf Arbeit. Schon unsere Vorfahren in der Steinzeit hatte diese vielleicht in die Vegessenheit geratene Pflicht. Ansonsten sind sie verhungert, oder eben Stammes- oder Kommunisteführer gewesen.

  • Ich wäre sehr dafür falls wir hier zu dem Thema einfach mal eine Umfrage starten würden!!!


    Das wäre doch mal eine Umfrage welche sich nicht nur um den langweiligen Mobilfunk ;) dreht!


    Mods bitte aktiv werden! Das Thema wird uns wahrscheinlich nächste Woche auch noch beschäftigen und über 100 Beiträge innerhalb von 12 Stunden in diesem Thread sprechen Bände... ;):)

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk


    Egal welches System ein Staat hat: Die "oben" haben die Taschen voll und der einfache Arbeiter muss es ausbaden.


    Da kann ich dir nur zustimmen.:top: Das ist genau das Problem was wir haben. Die Politiker u. Vorstände füllen sich die Taschen voll u. die unteren, Sorry "die Minderwertigen" sollen mit Hungerslohn zurechtkommen. Nur weiter so, irgendwann haben wir Krieg.:rolleyes:


    Im Vergleich, verdienen Lokführer hierzulande Europaweit am schlechtesten.:flop:

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas2000
    Die streiken doch nur, weil sie keine wirklichen Argumente haben. Da will sich irgendein Gewerkschaftsbonze ein Denkmal setzen, und das auf Kosten der gesamten Volkswirtschaft. Ein eigener Tarifvertrag? Das erinnert mich an Loriots Jodeldiplom: "Da habe ich was eigenes", nur so richtig zum Lachen ist das hier nicht.


    Da hast Du die Propaganda von Mehdorn, Suckale und Bensel ja hüsch auswendig gelernt :top: Gibt es für so einen Blödsinn wenigstens eine Bahncard25, sonst hätte sich dein Fleiß ja nicht gelohnt :D

  • wir sollten hier nicht die diskussion um vorstandsgehälter einflechten, denn das ist ein ganz anderes (unsägliches) thema und kann im bahnstreik nur als scheindiskussion oder argument herhalten, denn wirklich gemeinsam haben die beiden sachen nichts.

  • Zitat

    Original geschrieben von hasenhirn
    wir sollten hier nicht die diskussion um vorstandsgehälter einflechten, denn das ist ein ganz anderes (unsägliches) thema und kann im bahnstreik nur als scheindiskussion oder argument herhalten, denn wirklich gemeinsam haben die beiden sachen nichts.


    Ich meine schon das man Gehaltsdiskussionen, egal welcher Art miteinander vergleichen oder diskutieren sollte.


    Wie schrieb jemand eben: "Nur weiter so, Irgendwann haben wir Krieg." setze einen Bürger vor das böse K-Wort.


    Aber vielleicht erkennen unsere politischen Vordenker ja noch rechtzeitig die Situation, und können das unmenschlichste aller Übel abwenden.

  • Zitat

    Doch (mal ganz davon ab, dass die WiWi auch nicht von sich behauptet eine "exakte" Wissenschaft zu sein, Theorie ist alles), denn wer "zwingt" einen den arbeiten zu gehen? Eigentlich keiner oder steht in irgendeinem Gesetz das man arbeiten gehen muss? Nö.


    Natürlich gibt es einen Zwang, arbeiten zu gehen. Nämlich das blanke Überleben. Wer kein Geld geerbt hat, muss Geld verdienen, egal, ob er will - oder nicht! Man kann schließlich nicht einfach auf den nächsten Acker gehen und dort Pflanzen anbauen - selbst das Schießen von Wild ist ja verboten. Bleibt das Betteln, aber ob man das als "arbeiten" bezeichnen will... naja.


    Zitat

    Natürlich besteht irgendwo ein natürlich Zwang zu Arbeit schon allein damit die Miete bezahlt ist und der Kühlschrank voll, aber wenn man auf solche Dinge verzichten kann/will hält einen davon schließlich keiner ab.


    Wie gesagt: Ohne Geld gar kein Dach überm Kopf und gar nix im nicht vorhandenen Kühlschrank. Und Geld ist in dieser Gesellschaft nur über Arbeit zu verdienen, jedenfalls für alle, die nix haben außer ihrer Zeit. Dass dieses System hinten und vorne zusammenkracht, ändert nichts daran, Menschen sind schließlich schwerfällig.


    Zitat

    Und natürlich kann sich jeder AN aussuchen was er macht, jeder Lokführer kann sich hinstellen und sagen er bietet seine Arbeitskraft künftig nur noch für 4.000 € netto an, niemand wird ihn daran hindern, das einzige Problem: Er wird genauso keinen AG finder der bereit ist ihm das zu bezahlen.


    Nein, kann er ja gerade nicht. Erstens braucht er bekanntlich Geld, damit er überhaupt leben kann und das soll in diesem System nur durch Arbeit erzielt werden. Zweitens hat er eine bestimmte Ausbildung, kann also nicht plötzlich morgen als Börsentrader anfangen. Natürlich kann er sich umschulen lassen. Aber frag mal seine Familie, was die davon hält. Du sprichst Arbeitnehmern hier Freiheiten zu, die sie überhaupt nicht haben.


    So, Fortsetzung:


    Zitat

    Und wenn man schon etwas auf der Revoluzer-Schiene fahren will muss man sich ja auch ernsthaft fragen was denn nur die richtige wirtschaftliche Ausrichtung ist. Sowohl Demokratie als auch Kommunismus bzw. Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft haben objektiv versagt. Egal welches System ein Staat hat: Die "oben" haben die Taschen voll und der einfache Arbeiter muss es ausbaden.


    Nun, in der Tat neigen so ziemlich alle Systeme dazu, letztlich unheilvolle Machtstrukturen zu entwickeln und zu festigen. Ohne ein komplett neues System zu entwickeln, das diesen Grundfehler nicht hat - so es das überhaupt gibt! - bleibt nur, aufmerksam gegenüber Fehlentwicklungen zu sein und diese korrigieren zu wollen.

  • das system wird sich aber nicht dadurch ändern, dass lokführer weniger oder 30% mehr verdienen...


    sorry, aber hier diskutieren einige sehr philosophisch. die demokratie und die marktwirtschaft mögen zwar nur die 2. besten systeme sein, aber die besten gibt es nicht...

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