Gehalt von Dipl. Ingenieuren?

  • Zitat

    Original geschrieben von HansFranz123
    Angekommen ja aber deutlich schlechter gestellt als Ingenieure.
    Mittlerweile ist man halt nur noch ein Bachelor unter Millionen, nix besonderes. Als deutscher Ingenieur war und ist man weltweit hoch angesehen.
    Ob das immer gerechtfertigt ist oder nicht ist ne andere Frage, aber einige Professoren kämpfen sehr hart dafür zum Diplom zurückkehren zu dürfen


    Quatsch.


    Mal abgesehen davon, dass auch Bachelor ein Ingenieur sein kann (B.Eng) stimmt das einfach nicht.
    Die persönliche Eignung für die Stelle ist viel wichtiger. Manche Firmen machen einen kleinen Unterschied zwischen Bachelor und Diplom, dafür ist der Master aber auch höher bewertet.


    Der Dipl-Ing als offizieller Titel wird nicht wiederkehren.


    Dafür wird aber, typisch deutsch, der Abschluss so lange schlecht geredet bis alle der Überzeugung sind, dass man mit dem B. Eng nichts anfangen kann.


    Fakt an meiner Hochschule ist allerdings:
    Bis auf ein Praxissemester weniger und einer weniger umfangreichen Abschlussarbeit (in der Theorie, in der Praxis sind quasi nur Diplomarbeitsstellen zu bekommen, die auch den Umfang von dieser haben) besteht kein Unterschied zwischen Bachelor und Diplom, außer dass der Stoff auf weniger Zeit unterrichtet wird und deshalb mehr Leute auf der Strecke bleiben.


    Ich denke es wäre Zeit, den Abschluss zu akzeptieren. Die Firmen müssen und werden das auch tun.


    Aber die Traditionsbewussten werden halt nicht aufgeben und weiter gegen den Bachelor mosern. Irgendwie kann ich es verstehen, ich mag den Dipl.-Ing als Titel sehr, hat was.
    Gerechtfertigt ist es allerdings nicht.

  • naja der bachelor ist nix halbes und nix ganzes. hat immer den faden beigeschmack, dass es für den master nicht gereicht hat.
    daher sehen viele den bachelor auch als vor-diplom und den master als diplom an...

  • Realität ist doch, dass die Hochschulen eher 8 Semester aus dem Diplom in 6 Semester Bachelorstudiengänge gepackt haben. Ich werde dieses Semester meinen Master in Wirtschaftsinformatik bekommen und habe insgesamt nahezu Stoff für 12 Diplom Semester machen dürfen. Das Gleiche bekomme ich auch bei den Ing.-Studiengängen mit. Ich bezweifel, dass es je wieder ein Diplom(-Ing) geben wird. Wie das Kind heißt ist letztlich auch egal, ein Maschinenbauabsolvent aus Aachen wird nach wie vor besser Chancen haben als ein Absolvent aus Hintersonstwo und wenn man nicht gerade in Köln einen BWL Bachelor gemacht hat und dort weiterstudieren will, dann wird man auch für den Master bevorzugt, wenn man von einer guten Uni kommt.

  • Zitat

    Original geschrieben von _-=voodoo=-_
    Realität ist doch, dass die Hochschulen eher 8 Semester aus dem Diplom in 6 Semester Bachelorstudiengänge gepackt haben.


    Das ist zu pauschal. Sicherlich haben die Hochschulen versucht vieles von dem Dipl.-Stoff in die Bachelorstudiengänge zu quetschen. In der Praxis ist aber immer irgendwo was was dann nur in komprimierter Form gebracht werden kann oder völlig hintern runter fällt, schließlich hat man nun mal effektiv 1 Jahr weniger zur Verfügung.


    Und ob der gemeine Studi die komprimierten Inhalte in der kürze der Zeit dann überhaupt noch aufnehmen und vor allem auch verinnerlichen kann (und sich nicht nur das Zeug für die Prüfung ins Hirn hämmert um danach gleich wieder alles zu vergessen weil der Speicher für neues gebraucht wird) sei mal dahingestellt. Rechnet man dann noch die Praxiszeiten beim Bachelor runter, dann bleiben gerade mal schlappe 4,5 Semester für Theorie.


    Ich hatte Anfang des Jahres hier einen angehenden BWL Bachelor als Praktikant sitzen, der fast fertig gewesen ist. Bei dem was dem jungen Mann alles noch an Wissen und Grundlagen gefehlt hat, war die Vorstellung, dass man so jemanden in dann nicht mal 3 Monaten auf die Arbeitgeber losläst mehr als erschreckend. (Sicherlich spielt die Persönlichkeit da auch eine nicht unwichtige Rolle, aber zumindest was meine prakt. Erfahrungen angeht entwickelt sich da ein unschöner Trend unfertige "Absolventen" zu produzieren mit denen man ohne viel Einarbeitungs- und Schulungsaufwand nicht wirklich was beschicken kann.)


    Insofern würde bei uns ein Bachelor-Absolvent nur nach sehr kritischer Begtachtung und entsprechenden Top-Noten und Zeugnissen überhaupt in Frage kommen, ansonsten versucht man sein Glück lieber mit Master-Absolventen.

  • Zitat

    Original geschrieben von _-=voodoo=-_
    Ich bezweifel, dass es je wieder ein Diplom(-Ing) geben wird.


    Der Titel des Dipl.-Ing kommt zurück (aus August 2010)

    Zitat

    und wenn man nicht gerade in Köln einen BWL Bachelor gemacht hat und dort weiterstudieren will, dann wird man auch für den Master bevorzugt, wenn man von einer guten Uni kommt.


    Uni-paradox Die Elite wird bestraft. Bachelorabsolventen von Top-Unis haben schlechtere Noten und werden bei der Vergabe von Masterplätzen weniger berücksichtigt.
    :D

  • Ja, Diplom-Studiengänge gibt's fast nicht mehr.
    Das was Dresden da macht ist doch offensichtlich, die nutzen eine Lücke in ihrem Hochschulgesetz aus, um wieder ein Diplom anzubieten und durch den Namen Studenten aus dem ganzen Bundesgebiet anzuziehen.


    Ich kann nicht nachvollziehen, dass man mit dem Bachelor Probleme hat.
    Von meinem Studiengang haben alle, die arbeiten wollten, nach wenigen Bewerbungen eine Stelle gehabt (B.Eng. E-Technik). Die Unternehmen reichen vom Mittelstand über Konzern bis zum öffentlichen Dienst.


    Was wirklich daneben ging, war der Wechsel zum Masterstudiengang. Da jede Uni/FH sich imho profilieren wollte, haben die die Zulassungen für den Master extrem angezogen. Teilweise wurde ein Bachelor mit 1.x gefordert, bei einer 2.x brauchte man ein Empfehlungsschreiben und einen Aufnahmetest und mit >2.5 hatte man keine Chance mehr.


    Das finde ich wirklich extrem dämlich, da im Bachelor alle Noten in die Endnote zählen. So kann man sich aus Unwissenheit in den ersten beiden Semestern schon viel verbauen.


    Man kann nicht auf der einen Seite bemängeln, dass es keinen qualifizierten Ingenieursnachwuchs gibt und auf der anderen Seite die Anforderungen so hoch schrauben, dass im Bachelor schon 50% auf der Strecke bleiben und von den verbliebenden nochmals ein Großteil nicht zum Master zulassen.


    Weiterhin ist das Getue um den Master auch ein wenig überzogen. Im Bachelor werden alle Grundlagen gelegt, während in einem 3-4 semestrigen Master kaum noch essentielles neues kommt. Da werden noch einige Kurse gemacht, die früher im Hauptstudium lagen, und 1 Semester geht für die Masterarbeit drauf. Warum man dann mit Master so viel besser ausgebildet sein soll als "nur" mit Bachelor entzieht sich meiner Kenntnis.


    Ich habe meinen Bachelor klassisch an der FH gemacht, bin danach problemlos und nahtlos in den Beruf gewechselt und werde nächstes Jahr meinen Master beenden. Den ich neben dem Beruf noch durchgezogen habe.
    Den Master neben dem Beruf zu machen war fast gar kein Problem, da alles aus dem Bachelor schon grundlegend bekannt war. Man musste sein vorhandenes Wissen nur etwas abstrahieren.


    Zusammenfassend kann ich den ganzen Zirkus nicht nachvollziehen, aber nächstes Jahr hab ich den Master. Dann brauch ich mich auch nicht mehr von neunmalklugen Kollegen in der Firma
    als "weniger Wert" verspotten lassen.

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Sicherlich haben die Hochschulen versucht vieles von dem Dipl.-Stoff in die Bachelorstudiengänge zu quetschen. In der Praxis ist aber immer irgendwo was was dann nur in komprimierter Form gebracht werden kann oder völlig hintern runter fällt, schließlich hat man nun mal effektiv 1 Jahr weniger zur Verfügung.


    Stehen dem Fraunhofer Institut dafür eigentlich Lizenzgebühren zu? Ist doch schließlich basierend auf dem mp3 Verfahren :D SCNR

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    naja der bachelor ist nix halbes und nix ganzes. hat immer den faden beigeschmack, dass es für den master nicht gereicht hat.
    daher sehen viele den bachelor auch als vor-diplom und den master als diplom an...


    Der Bachelor ist eigentlich mit dem Dipl.Ing(FH) gleichzusetzen, erst der Master entspricht eigentlich dem Dipl. Ing (TH).
    Leider wurde die damit verbundene inhaltliche Reform ziemlich verkorkst worunter sowohl die Studierenden als auch die Qualität leidet (welche Reform in den letzten 30Jahren ist nicht in die Grütze gegangen?), damit hat man das Image des Bachelors sowohl in der Wirtschaft als auch bei den Studenten gleich zum Start nachhaltig ruiniert.

  • Zitat

    Original geschrieben von NoIdea
    Der Bachelor ist eigentlich mit dem Dipl.Ing(FH) gleichzusetzen, erst der Master entspricht eigentlich dem Dipl. Ing (TH).


    Das will man zumindest den Menschen einreden. Fakt ist jedoch, dass die Lehrpläne (im Maschinenbau) extrem ausgedünnt wurden!
    Der Bachelor ist ein Abschluss, den es bis dato niemals gab und (im MB) auf gar keinen Fall dem FH-Titel entspricht!


    Wird Zeit, dass man in D umdenkt um zum bewährten und weltweit angesehenen Dipl-.Ing. zurückkehrt! Zum Glück habe ich noch den guten Abschluss!

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