Dies und das über Politik und Wahlen-Allgemein!

  • Der Einfluss des Wetters auf Wahlen


    Ich platze in diese Diskussion mal mit einer ganz blöden Frage:
    Welchen Einfluss hat das Wetter eigentlich auf das Wahlverhalten? Insbesondere auf das der SPD-Anhänger und gibt es dazu vielleicht ne Quelle?


    Hatte mich aufgrund des "Mobilisierungsproblems" der SPD zu dem Kommentar hinreißen lassen, dass SPD-Wähler als "Schön-Wetter-Wähler" bekannt sind.
    Was ja aufgrund des größtenteils schlechten Wetters (=niedgrige Wahlbeteiligung, insbesondere von SPD-Wählern) am Sonntag irgendwie gepasst hätte...


    Ich meine mich auch in der Tat schwach erinnern zu können, dass ich das mal als These aufgeschnappt hatte, dass inbesondere die SPD bei schlechtem Wetter schlechter abschneidet ...


    ... oder liegt es einfach daran, dass die Anhänger der etwas konservativeren Unionsparteien, irgendwie "anständiger/pflichtbewusster" sind und deshalb bei Wind & Wetter wählen gehen, weil es eben eine bürgerliche Pflicht ist?


    Per Google habe ich leider nicht wirklich was gefunden :(

    Eine Smith & Wesson übertrumpft vier Asse

  • Ich hätte das eher so verstanden, dass Experimente wie SPD oder SPD und Grüne gemacht werden, wenn es wirtschaftlich gerade gut läuft und wenn es kriselt, das man dann eher was richtiges und bodenständiges wie CDU wählt.

  • Zitat

    Dumm nur, das "Europa" nur konsumiert werden kann. Oder hat man dich gefragt, ob du diese Europazwangregierung haben willst?


    Also mich hat niemand nach irgendwas gefragt...


    Zitat

    Das ist so zum Glück nicht richtig. Das Stichwort lautet "repräsentative Demokratie". Mittelbar ist jede EU- Entscheidung demokratisch legitimiert.


    Über eine lange Legitimationskette.


    Zitat

    Also ich sehe da schon einen Unterschied, ob man repräsentative Demokratie national ausübt oder damit eine multi-nationale Regierung begründet, die über kurz oder lang die nationalen Regierungen beseitigen wird bzw. immer mehr einschränkt.


    Das hat doch nichts mit "national" oder supranational zu tun. Mal davon abgesehen werden nationale Regierungen ohnehin eine andere Rolle bekommen. Zwangsläufig. Ziel muss sein, das Ergebnis dieses Prozesses soweit wie möglich zu demokratisieren, anstatt den rasenden Zug aufhalten zu wollen.


    Zitat

    In dem Zusammenhang ist die von Arthur Laffer entwickelte Kurve interessant. Das diese damalige Theorie stimmte, wurde ja mal eindrucksvoll in den USA gezeigt.



    Die Staatsquote in D liegt dabei im Mittelfeld in der EU...

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Ich nehm da nur mal das Beispiel Abgeltungssteuer...bin da beruflich betroffen von...arbeite da jetzt seit nem halben Jahr mit und hab das trotz massenhafter Schulungen, Recherche etc. pp. immer nochnicht vollständig verstanden und werd es wohl auch nie tun. Zitat eines Kunden, der Steuerberater ist "trösten Sie sich, geht mir nicht anders." :D


    Da ändert sich ja auch ständig was. Neueres Beispiel gefällig?
    Baufinanzierung mit Vermietung, Tilgung durch KapLV am LfzEnde. Finanzierung LV durch Darlehen.
    Kosten des Darlehens der LV sind seit neuestem als Werbungskosten absetzbar, weil sie nach BFH-Meinung zu Mieteinkünften gehören (Az. IX R 62/07).
    Schon haste die Abgeltungssteuer reduziert. (Oder auch nicht bei Mietnomaden :p)

  • Re: Der Einfluss des Wetters auf Wahlen


    Zitat

    Original geschrieben von Andreas24
    Welchen Einfluss hat das Wetter eigentlich auf das Wahlverhalten? Insbesondere auf das der SPD-Anhänger und gibt es dazu vielleicht ne Quelle?


    Man könnte genauso fragen ob der eine oder andere CDU-Wähler abends nicht mehr gewählt hat weil er die Abendmesse besucht hat, der deutsche Adel und die Unternehmer des Landes auf einem rauschenden Ball waren anstatt ihre Stimme für die FDP abzugeben oder ob Grünen-Anhänger bei schönem Wetter im Wald bunte Schals stricken anstatt zur Wahl zu gehen. Will sagen: ich halte es für Unsinn, maßgebliche Verschiebungen im Wahlverhalten der Bürger auf das Wetter zu schieben. Reine Volksverdummung!


    Ich hatte weiter oben schon mal dazu Stellung genommen: die SPD verrät seit Jahren ihr Klientel und bekommt jetzt die Quittung dafür. Sie hat in 7 Jahren Schröder-Regierung eine Politik gemacht, die besonders ihre eigenen Wähler stark getroffen und verprellt hat und sie entfaltet auch in der großen Koalition seit 4 Jahren kein sozialdemokratisches Profil.


    Kein halbwegs intelligenter Mensch nimmt der SPD ihr momentanes Engagement für (Opel)-Arbeiter, Mindestlohn und all die anderen Wohltaten ab weil sie in 11 Jahren Regierungsverantwortung nichts auf den Weg gebracht hat, was nachhaltige Verbesserungen für ihre Wählerschaft gebracht hätte. Jahrelang war neoliberale Politik angesagt und die SPD hat nicht nur zugeschaut, sondern kräftig mitgemacht.


    Folgerichtig gingen und gehen die Wahlergebnisse stetig den Bach herunter. Das hat nichts mit dem Wetter, der falschen Mondphase oder anderen abstrusen Dingen zu tun, nicht der mangelnden Motivation der Wähler, sondern schlichtweg einer Politik, die von der eigenen Wählerschaft nicht mehr akzeptiert wird. Die SPD sieht nun gerade ihre Felle wegschwimmen und entdeckt plötzlich zahlreiche Versprechen sozialer Wohltaten...


    Gerade Geringverdiener, Arbeitslose, (Leih)-Arbeiter usw. sehen sich inzwischen aber in der Politik nicht mehr vertreten - außer vielleicht noch von der Linkspartei, die aber für viele noch die DDR-Schmuddelpartei und damit unwählbar ist.


    Insofern steigt die Anzahl frustrierter Nichtwähler, die sich im politischen Spektrum nicht mehr repräsentiert fühlen, in der Lebensrealität aber natürlich in großer Anzahl unter uns leben und die vor allem von der SPD enttäuscht sind - nicht vom Wetter...


    Blöderweise sind die Geldversprechen der SPD nicht nur unglaubwürdig, sondern bei genauer Betrachtung ein weiterer Schlag für die Bürger - die müssen nämlich alles mit ihren Steuern bezahlen. Als Steuerzahler fragt man sich, wieso man Geld abknapsen muss um Firmen zu retten, die durch unternehmerische Fehler und somit eigene Schuld Unsummen verzockt haben.
    Wieso soll ich Opel, Arcandor, Porsche etc. unterstützen? Mich unterstützt auch keiner wenn ich finanziell klamm bin weil ich schlecht gehaushaltet habe.


    Was da im Moment passiert ist doch, dass der Staat mit irren Summen, die er nicht mal hat, in den Markt eingreift und damit die Steuerzahler für unternehmerische Fehler haften, die die schwerreichen Eigentümer nicht übernehmen wollen.
    Obendrein gehen solche Eingriffe immer zu Lasten der Wettbewerber, die keine staatliche Hilfe bekommen. Hier stellt sich die Frage welche Marktverschiebungen das auslöst und es ist auch ordnungspolitisch heikel, denn wo bleibt hier der Gleichheitsgrundsatz? Wie kann man dem einen Unternehmen helfen, einem anderen aber nicht?


    Auf lange Sicht sind all die Maßnahmen, die im Moment stattfinden, nur Symptombekämpfung und palliative Therapie für einen Patienten, der am Ende doch sterben wird.
    Es gibt bisher kein einziges Gesetz, das die Finanzmärkte wirklich umstrukturiert, Auswüchse verhindert und faire Spielregeln schafft. Nach wie vor findet nur eine Diskussion darüber statt, welches Unternehmen man retten oder nicht retten soll und woher die Milliarden dafür kommen. Aber es gibt keine Diskussion darüber, wie es eigentlich langfristig auf den Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft laufen soll.


    Man pumpt jetzt Unsummen in Strukturen, die durch das frische Kapital künstlich am Leben gehalten werden obwohl sie nach den Gesetzen der Wirtschaft von der Bildfläche verschwinden müssten - "Dead man walking"...
    Das Kapital dafür wird "aus dem Nichts" generiert, also letztlich mit staatlicher Legitimation wieder dasselbe gemacht, was uns die Krise doch gerade erst beschert hat: dass man mit mit nicht vorhandenem Kapital zockt und lieber nicht darüber nachdenkt, wer das eigentlich später mal bezahlen soll und wie....


    Wenn man da nicht über grundsätzlichen Systemveränderungen nachdenkt, bei denen sich der Markt frei entfaltet, aber nur sehr gemäßigt wie es gesund und zu verkraften ist, werden wir in einigen Jahren die nächste Krise bekommen - und dann kracht es weit heftiger als jetzt, weil uns spätestens dann in einem Super-GAU alles um die Ohren fliegt, was jetzt gerade notdürftig gekittet wird.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Re: Re: Der Einfluss des Wetters auf Wahlen



    Sehr gut und richtig formuliert ! Die SPD hat sich der CDU derart angenähert, dass sie kein eigenes Profil mehr zeigt. Wenn "der Wähler" nicht so eine relativ träge Masse wäre, hätten wir bereits wesenlich grössere Verschiebungen unter den Parteien.

  • Zitat

    Original geschrieben von meisterroerig


    Nicht nur Herr Rüttgers lies kaufen. Der scheinheilige Herr Gabriel ist nichts besser.


    Es ist schon ein fundamentaler Unterschied ob man Gespräche mit einem Politker oder mit einer Regierung kaufen kann.

  • Und was und wo ist der Unterschied? Man versucht doch über diese Schiene Einfluss auf die Politik zu nehmen. Herr Gabriel kann als Parteivorsitzender der SPD viel aus Einfluss nehmen.
    Wenn ein Sponsor Herrn Gabriel wünsche offenbart die zum Beisspiel das Land Bremen betreffen? Was passiert denn dann? Der SPD Vorsitzende wird den Bürgermeister von Bremen (SPD) anrufen und anfragen ob man nicht was für den Sponsor machen kann.


    MR

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