Der allgemeine Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg-Thread

  • Zitat

    Original geschrieben von Timeslot
    Was Guttenberg meines Erachtens besondere Vertrauenswürdigkeit und Glaubhaftigkeit verleiht, ist nicht nur seine überdurchschnittliche Bildung sondern [/b]seine Herkunft aus dem Mittelstand[/b] und die dort gesammelten Erfahrungen. [...] Dazu ist die Familie derart vermögend, daß er wirtschaftlich in keiner Weise auf sein Amt oder irgendwelche Mandate angewiesen wäre und alleine deshalb krampfhaft um seinen persönlichen Machterhalt kämpfen müßte.


    :rolleyes:


    Hab ich was verpasst? Die Worte "Mittelstand" und "vermögend" passen für mich schon lange nicht mehr zusammen?
    Und wären wir 500 Jahre zurück, dann würde ich das Wort "Adelstitel" mit in die Diskussion schmeißen.


    Ich finde den Herrn Guttenberg, pardon von Guttenberg, etwas zugeschnürt und straff. Seine militante Meinung gegen Opel sehe ich schon fast als extrem an.
    Das er mit seinem Rücktritt gedroht hat, halte ich für unreif. Er ist nicht der einzige, der für den Politposten geeignet ist (oder auch nicht?!), entsprechend stehen quasi schon weitere Schlange.
    Sein Verhalten werte ich als Profilierungsmaßnahme mit der er sich verspricht bei einem bestimmten Wählerkreis Fuß zu fassen. Er ist eben noch jung und versucht was.
    Für mich langt Opel als Wahlkampfkriterium nicht aus, meine Meinung über die Partein bilde ich mir nicht über Pro-/Contra-Opelmeinungen.


    Das Opel "gerettet" wird begrüße ich. Ich bin vielleicht als Opelfahrer voreingenommen, sehe aber auch aus vermeindlich objektiver Sicht durchaus eine Chance für Opel auf dem Markt. Der Insignia ist eingeschlagen wie eine Bombe und der neue Astra hat auch genug Potenzial. Ich hoffe auf jeden Fall für die Opelaner das Beste. Ich denke sie wissen was zu tun ist und haben jetzt neugewonnene Freiheiten.




    P.S.: Ich hatte mein Posting in dem Moment geschrieben, wo der Thread geschlossen wurde. Ich hoffe es ist nicht zu scharf, ich möchte damit niemanden angreifen, so wie es die beiden Zankfinken gemacht haben. :p

  • Zitat

    Original geschrieben von Timeslot
    Was Guttenberg meines Erachtens besondere Vertrauenswürdigkeit und Glaubhaftigkeit verleiht, ist nicht nur seine überdurchschnittliche Bildung sondern seine Herkunft aus dem Mittelstand und die dort gesammelten Erfahrungen. Er weiß am allerbesten, wo der Motor unserer Wirtschaft, der Mittelstand, krankt und wo man diesen ölen muß.
    ...


    Das ist in meinen Augen der entscheidendere Teil dieses Absatzes ... und der trifft genau ins Schwarze.


    Es ist (leider) höchst selten, dass einer Person mit derartigem "Background" ein Ministeramt verliehen wird ... und das diesmal wahrscheinlich auch nur deshalb, weil nicht mal ein halbwegs geeigneter "Parteisoldat" zur Stelle war, dem man dieses Pöstchen hätte gönnen wollen.


    Und die wirklich intelligenten haben gleich abgewunken, weil sie sich nicht "die Finger verbrennen" wollen. Wer noch Karriere machen möchte, hat längst erkannt, dass unter dem Parlamentssitz des Wirtschaftsministers eine Art "Falltür" existiert, die sich regemäßig öffnet ... dann lieber auf das nächste Pöstchen warten.


    Obwohl ich sicher kein Anhänger der Partei bin, der Herr Guttenberg angehört ... seine Entscheidung, dieses Amt überhaupt anzunehmen verlangt schon eine Menge "Schneid" und eine hohe Belastbarkeit.


    Und wenn man nun wirklich mal eine geeignete Person zum Wirtschaftsminister ernennt, finde ich es um so bedauerlicher, wenn man ihm aus parteipolitischem Kalkül die Entscheidungen vorschreibt ... um ihm dann - wenn's denn schiefläuft - auch noch die Schuld in die Schuhe zu schieben.


    "Respekt" hat er nun wirklich verdient ... insbesondere Respekt für seine umsichtigen Vorschläge. Die Vergangenheit lehrt uns aber, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit in nicht allzuferner Zukunft "vom Hof gejagt" werden wird. Als Begründung dienen dann natürlich die falschen Entscheidungen, die er gar nicht wollte ... für die er nominell aber verantwortlich zeichnet ... aber das hat er bestimmt auch vorher schon gewusst ... :p


    Gruß aus Wedau


    Frankie

  • Re: Re: Respekt vor Minister Guttenberg!


    Zitat

    Original geschrieben von .me
    Man sollte das geld den Leuten direkt geben,
    dann könnten die damit ihre Häuschen abbezahlen :top:


    (Nein, ich bin kein Opelaner)


    ok, dann haben sie ihr Haus abbezahlt, und wovon leben die Menschen die nächsten 10 Jahre? Wer zahlt in die Rentenkasse ein? Alles macht dann Vater Staat...ob das eventuell etwas mehr sind als 300.000?


    Was geschieht mit den Jobs die in der Zulieferindustrie den Bach runtergehen, wenn Opel nicht mehr ist?

  • Gibt es eigentlich noch die "Adam Opel AG" als selbständiges deutsches Unternehmen innerhalb des GM Konzerns?


    Dann wäre eine "geregelte" Insolvenz die einzig vernünfige Lösung ... denn damit hätte man die Amerikaner in einem einzigen Zug "kaltgestellt" bzw. in Zugzwang gesetzt und könnte endlich handeln ... anstatt dem derweiligen "Werteverfall" tatenlos zusehen zu müssen.


    Frankie

  • Die Adam Opel AG wurde von GM aus Kostengründen in eine GmbH umgewandelt, aber sie ist eine eigenständige juristische Person. Deshalb gibt es ja die Handlungsalternative der geplanten Insolvenz.

    terminals: Nokia E71, N95-1, 1200, 6150 in Auto-FSE, Motorola F3, Benq Siemens S68, Sierra Wireless MC8775 (in Asus V2Je), Huawei EM770 (in Eee PC 901 GO), Huawei K3715, Huawei E169
    postpaid: O2 IP100 + IPM (3 MCs), O2 active data + IPL, T-Mobile Relax 50
    prepaid: DE: solomo pro, congstar, simyo, Vodafone, O2 Loop, Tchibo; UK: T-Mobile, Vodafone; BG: MTel, Globul, vivatel, Petrol Mobile; INT'L: United Mobile +423 mit Datenoption, United Mobile +44, SIM4Travel

  • Das Problem, das dann allenfalls noch auftauchen könnte ist, liegt in der Frage, wer Inhaber der Patente ist. Ein geschickter Insolvenzverwalter würde aber auch im ungünstigen Fall (sie gehören alle GM selbst) recht kurzfristig was erreichen können.


    Frankie

  • Trotzdem ist Opel heute eine mehr oder wenige fremdgesteuerte Namenshülle, die zu GM Europe mit verschiedensten Verschachtelungen gehört.


    Opel so wie jetzt aufzufangen ist ein höchst finanzielles Risiko für den Staat und die Steuerzahler.


    Ob es wirklich gutgehen wird wird die Zukunft zeigen.


    Trotzdem werden spätestens ab 2010 Werke geschlossen und die Mitarbeiteranzahl reduziert werden.


    Ob die Lösung mit der Insolvenz die bessere gewesen wäre werden die nächsten Jahre zeigen.


    Fakt ist aber, daß jetzt ein Faß aufgemacht worden ist, aus dem sich weitere Bankrottbetriebe bedienen wollen. Arcandor ist nur der erste. Und weitere werden folgen; und im Superahljahr werden die Politiker selten nein sagen.


    Ausbaden darf das dann der Steuerzahler.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Den Titel des Threads halte ich für vollkommen daneben, da er bereits eine deutliche Meinung vorgibt. Ich glaube, dass es sich bei der Position von zu Guttenberg hier nur um Wahlkampf und Absicherung einer erheblich risikobehafteten Entscheidung handelt. So kann man sich wunderbar später rausreden.


    Es gibt aus meiner Sicht objektiv kein vernünftiges Argument zur Stützung von Opel und ich nenne das mindestens Wettbewerbsverzerrung. Warum eigentlich hatten andere deutsche Automobilhersteller wohl kein Interesse an Opel?

  • Weil es eine Investition in eine Geldvernichtungsmaschine wäre. Die Firma Opel ist schon lange tod, man versucht Sie nur noch künstlich am Leben zu halten.
    Und welcher Politiker lässt kurz vor den Wahlen, eine Firma Pleite gehen. Die sind sowas von verlogen.


    Ich würde kein Unternehmen staatliche Hilfe geben. Erst heist es der Staat muß sich aus der Wirtschaft raushalten. Und jetzt kommen die wie die Geier und wollen für ihr miserabeles Managment auch noch Geld haben.



    Wenn ein Unternehmen daneben gewirtschaftet hat muß man es Pleite gehen lassen.

    iMAC 21,5 Zoll
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  • Ich denke ebenfalls das vieles im Verhalten aller "Opelrettungs"-Beteiligten nur mit Wahlkampf zu tun hat.
    Obwohl Opel seit 1929 (als es vor der Pleite durch die Übernahme von GM gerettet wurde) kein rein deutsches Unternehmen mehr war (und die meisten großen bekannten deutschen Unternehmen scheinbar zu großen Anteilen im Besitz ausländischer Inhaber sind, die durch deutsches Steuergeld ggf. subventioniert werden), finde ich es dennoch richtig es zu probieren, den Autostandort Deutschland zu erhalten. Das Standbein der Hochtechnologie und des Autobaus sollte nicht so leicht abgebrochen werden.
    Gerade wo alle Autobauer straucheln von GM über Chrysler bis zu Toyota oder Fiat, sollte Deutschland im gesellschaftlichen Auftrag den "einheimischen" Autobauern den Rücken stärken, damit Deutschland auch in Zukunft als Markenproduzent seinen Namen behält. Es wird sich zeigen, dass das stetige Outsourcing nicht mehr den gewünschten Effekt hat und man in politisch und gesellschaftlich unstabilere Regionen nicht immer nur wegen scheinbarer Einsparungen investieren sollte. Auch wird sicher das Augenmerk, woher welche Hochpreis-Produkte kommen und unter welchen Umständen sie hergestellt wurden (wie gerade bei Öko-Textilien, die unter Arbeitnehmer-freundlichen Standards hergestellt wurden) eine zunehmende Rolle spielen. Die ärmeren Menschen werden sich sowieso kein Auto bzw. kein teueren Mittelklassewagen oder Elektrowagen mehr kaufen.


    PS:
    Dass später sowieso Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen in allen Bereichen der Wirtschaft, hat aber weniger mit Opel allein zu tun, sondern eher mit der Struktur der Wirtschaft und Produktivität. Dieser Zug des immer stärker werdenden Abbaus von Arbeitsplätzen bei steigender Produktivität ist jedoch schon mindestens 10 Jahre früher gestartet und war auch in der Blütezeit bei Daxwerten über 8000 sehr leicht absehbar gewesen.

    offiziell von der TT-Administration bestätigter Troll

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