Die Bundestagswahl 2009

  • Das liegt vermutlich an dem nichtrepräsentativen Querschnitt der TT-User ;)


    Das u.U. eine Hartz-IV-Bezieher nicht arbeiten will, liegt im Wesentlichen an schlechter Bezahlung von Vollzeittätigkeit bzw. der Anrechnung von Nebentätigkeit auf das Hartz-IV-Geld. Arbeit lohnt sich oft nicht, das ist das Problem/der Fehler.


    bye Kai

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Interessanter finde ich, daß die Diskussion hier einen eher ausgeprägten Mitte-Links-Drall hat, die Umfrage aber in eine andere Richtung deutet.


    Wieso? Für schwarz-gelb würde es im TT-Forum jedenfalls nicht reichen... ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Mozart40
    Das liegt vermutlich an dem nichtrepräsentativen Querschnitt der TT-User ;)


    Das sagte ich ja nicht. Aber jeder TT-User, der abstimmt, kann auch hier posten.


    Ich sagte auch nicht, daß es für schwarz-gelb reichen würde.
    Aber wenn man den Thread so verfolgt und dann auf das bisherige Umfrage-Ergebnis schaut, stimmt das nicht wirklich überein.
    Will sagen: offenbar halten sich die CDU- und FDP-Wähler hier im Thread eher zurück.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Naja, die sind eben Parteikonform. :)
    Die CDU sagt ja auch bisher nicht viel. Kein Wahlkampf, keine Aussagen. Da sind eben die potentiellen Wähler auch so.

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  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Ich sagte auch nicht, daß es für schwarz-gelb reichen würde.


    Das ist halt das Problem des schwarz-gelben Lagers. Lange sah es so aus als wäre es längst ausgemacht, dass es demnächst eine schwarz-gelbe Regierung geben wird. Das bröckelt inzwischen, auch andere Konstellationen werden wieder wahrscheinlicher.


    Die Themen der Zeit sind IMHO

    • Finanzkrise, Managergehälter, Finanzierung der Milliarden, die die Krise den Steuerzahler kostet - und was lernen wir daraus
    • soziale Gerechtigkeit
    • Bundeswehr in Afghanistan

    .


    Wer etwas höhere Ansprüche an politische Konzepte hat und sich nicht nur durch das Steuersenkungsversprechen blenden lässt, hat bei CDU/CSU und FDP nicht das Gefühl, dass dort wirklich erkannt wurde was auf den Finanzmärkten dringend geregelt gehört. Die FDP ruft sogar noch "weiter wie bisher, aber noch marktradikaler", die CDU äußert sich nicht. Also schon mal keine Pluspunkte bei der Bewältigung der Krise.


    "Soziale Gerechtigkeit" ist bei den Mitte-links-Parteien von Hause aus besser aufgehoben. Da diese die Themen auch deutlich anschneiden und besetzen, punkten sie hier gegen die Union.


    Afghanistan: seit langem lehnt eine große Mehrzahl der Bürger diesen Einsatz ab. Jetzt passiert unter einer CDU-Regierungschefin und einem CDU-Verteidigungsminister ausgerechnet 3 Wochen vor der Wahl ein Super-GAU, nämlich die vielen Toten durch die Luftangriffe auf die Tankwagen. Als wäre es nicht schon schlimm genug, stimmt auch das "Management" des Vorfalls durch den Verteidigungsminister nicht...


    Wenn man keine aktuellen Themen für sich besetzt, den Wahlkampf verweigert und aber doch durch die anderen Parteien hinein gezogen wird, dann noch eine Menge "Pech" (man müsste vielleicht sogar schreiben Dummheit) in Form von Entgleisungen (Ackermann-Fete im Kanzleramt, Aussagen Rüttgers' über Rumänen) hat - tja, dann rächt es sich, dass sich die Kanzlerin nur darauf verlassen hat, dass sich die anderen Parteien selber zerlegen und man dann ohne eigene Anstrengung die Früchte ernten kann. Aber dass das nicht so einfach klappen würde, konnte jeder ahnen.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    Naja, die sind eben Parteikonform. :)
    Die CDU sagt ja auch bisher nicht viel. Kein Wahlkampf, keine Aussagen. Da sind eben die potentiellen Wähler auch so.



    Wer aus welchen Gründen was wählt ist bei dieser anstehenden Bundestagswahl eine besonders interessante Frage.


    Ich habe schon mit einem sehr kritischen Mann aus dem öffentlichen Dienst gesprochen, der aus Verantwortung seiner Familie gegenüber "System erhaltend" wählen will, obwohl keine dieser Parteien seiner Meinung nach glaubwürdig und zukunftsweisend ist.


    Im Internet (wo auch sonst) las ich von der Ansicht, man solle doch bitte gleich die FDP wählen, auf dass sich deren wirtschaftspolitische Ideologie durch einen endgültigen Zusammenbruch endlich selbst diskreditiere.


    Beides Taktiken, die ich nicht anwenden werde.




    bernbayer


    Eine Gesellschaft in erster Linie vom Missbrauch her zu denken führt ins Unmenschliche und in die Überwachung. Es ist zynisch, von einer "sozialen Hängematte" zu sprechen, wenn man sich die Höhe der Sätze des Sozialgelds ansieht. Ebenso zynisch wäre es, diesen Betrag wegen des geringen Abstands zu den niedrigsten Löhnen als zu hoch einzustufen. Das Problem sind niedrige Löhne, nicht hohe Sozialsätze.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Ich glaube, zu keiner Zeit werden Themen so ausgeschlachtet und gesucht, wie zu Wahlkampfzeiten. Meiner Meinung nach sollte man sich deutlich bevor der Zirkus los geht, seine Gedanken machen, wen man wählt und nicht erst, wenn die Beeinflussung durch die Medien besonders groß ist. Das heißt nicht, daß man danach dicht machen und nichts mehr aufnehmen sollte, was seine Meinung ggf. ändern könnte. Aber man sollte es auch richtig einsortieren können.


    Im übrigen wurde meine Andeutung offenbar vollkommen falsch verstanden, wahrscheinlich war sie den meisten nicht eindeutig genug.
    Was ich damit sagen will ist, daß die "Meinungsgewalt" in diesem Thread eben nicht das wiederspiegelt, was die Abstimmenden so denken.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Im übrigen wurde meine Andeutung offenbar vollkommen falsch verstanden, wahrscheinlich war sie den meisten nicht eindeutig genug.
    Was ich damit sagen will ist, daß die "Meinungsgewalt" in diesem Thread eben nicht das widerspiegelt, was die Abstimmenden so denken.



    Bei der Betonkopfquote im Thread kann ich jeden verstehen, der sich das erspart.


    Vielleicht sollte man den Thread für die übernächste Bundestagswahl (auf 2013 will ich hier nicht wetten) mit belegbaren Statistiken einleiten.
    Also Einkommensentwicklung, Sparquote, Vermögensentwicklung- und Verteilung, Bildung und so weiter.
    "reality check" als Diskussionsbasis sozusagen.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Ich bin schon froh, daß wir es geschafft haben, 34 Seiten ohne nennenswerten Kollisionen zu überstehen. Das ist mein voller Ernst.
    Man sollte nicht so hohe Erwartungen stellen.
    Es reduziert sich immer auf wenige, die mit einander diskutieren und eigentlich immer die gleichen.
    Aber das ist ja auch ok, darf ja jeder und wenn einer nicht mit machen will, muß er ja nicht.
    Wie gesagt, ich finde es nur interessant, daß sich Umfrage und Thread so unterscheiden.
    Was das im Endeffekt aussagt, kann jeder selbst interpretieren.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Viele Wähler haben leider erschreckend schlechte Gründe, die eine oder die andere Partei zu wählen. Ein User ärgerte sich z.B. hier im Thread darüber, dass jemandem zu Merkel nur einfiel, sie sei "cool" und deswegen der Wahlstimme würdig.


    In der Forschung gilt schon seit Jahrzehnten als ausgemacht, dass viele Wähler ihre eigentlichen Interessen nicht kennen und dass gut organisierte (und organisierbare) Partikularinteressen in unserer Form der Demokratie stärker durchschlagen.


    Also genau das Gegenteil dessen, was wirtschaftsliberale Vordenker wie Hayek einfach mal so postulierten. Der gute Mann ging nämlich noch davon aus, die zahlenmäßig überlegenen relativ gesehen Ärmeren würden die "armen" Reichen über ihre Mehrheit im Parlament völlig unterjochen und ausnehmen. Kommt davon, wenn man als Ökonom versucht, über Politik zu schreiben... ;)

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

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