Der Bundesliga 2010/2011-Thread

  • Das bestreite ich auch alles gar nicht. Auch ich verurteile solche Aktionen und die dazugehörigen Täter!
    Nur sollte es doch Leuten, die Bezug zu dem Thema haben, vorbehalten sein, über die Gründe derjenigen zu reden.
    Ob sie nun im Stadion oder in Freiheit nichts zu suchen haben; dass sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit sein mögen, darüber kann jeder diskutieren, wie er will.
    Mir gefällt es einfach nicht, dass völlig Unbeteiligte (Forums-User, Presse, ...) plötzlich meinen Leute charakterisieren zu können/müssen.


    Weder habe ich behauptet noch gemeint, dass sich die deutsche Presselandschaft immer auf die Unschuldigen einschießt, noch dass die Täter unschuldig wären, bitte nicht ins Lächerliche ziehen!
    Aber dass manche Gruppen eine Lobby haben und andere nicht, daran besteht kein Zweifel, oder doch?


    Ich will Dir ein einfaches Beispiel geben:
    Fans/Fangruppen, die im Stadion Pyrotechnik zünden, wurden bisher als "Randalierer, denen der Fußball nichts bedeutet und die nur dem Verein schaden wollen" bezeichnet.
    Hierbei kam es aber auch darauf an, ob es deutsche Fans waren, oder bspw türkische in internationalen Spielen. Hier war es wieder heißblütige Stimmung.
    Ich selbst steh absolut auf Pyro und freue mich jedes Mal, wenn es in einem Stadion brennt. Einerseits. Andererseits distanziere ich mich von Gewalt (auch von Polizeigewalt, die es leider, man mag es kaum glauben, auch gibt!!), fliege schon mal für 24 Stunden von China nach Frankfurt, um meinen Verein im DFB-Pokal in Offenbach zu sehen und zu unterstützen(3 Tage Urlaub und 1500,- für 90 Minuten Fußball) und trage meinen Verein auf der Haut.
    Bin ich jetzt ein "böser Ultra" und "Randalierer, dem der Fußball nichts bedeutet und der nur dem Verein schaden will"? Oder bin ich Ultra und mit ganzem Herzen Fan meines Vereins?
    Es bleibt abzuwarten, wie die Berichterstattung über Pyrotechnik weitergeht. Wenn die Initiative "Pyrotechnik legalisieren" Erfolg haben sollte, wird auch die Berichterstattung wieder positiv ausfallen. Jenachdem, wie der Wind eben gerade weht...


    [Nein, ich möchte jetzt keine Diskussion über Pyrotechnik lostreten. Ja, es ist gefährlich und nein, Silvester wird auch nicht verboten]


    Dass Gewalt hier (weder beim Fußball noch sonstwo) nichts zu suchen hat, ist trotzallem unbestritten. Trotzdem objektiv bleiben!

    Grüße aus Nürnberg!

  • Was hat denn Pyrotechnik mit Fankultur zu tun?


    Ich habe schon mal auf der Südtribüne mitansehen müssen, was da passieren kann, wenn ein Betrunkener das Abbrennen nicht mehr richtig kontrollieren kann und bin froh, dass dieser gefährliche Irrsinn in Deutschland verboten ist. Nicht ohne Grund, es entstehen giftige Gase, es sprühen Funken und und und.


    Aber einige Leute sehen in solchen Verboten ja immer nur eine grundlose Gängelei der Obrigkeit!


    Und generell gilt, ich kann meinen Verein noch so gut unterstützt haben, für Gewalt ist kein Platz , weder im Stadion noch ausserhalb.

    Ich habe dem Teufel meine Seele verkauft und jetzt sind wir beide ein wenig aufgeregt...!

  • Zitat

    Original geschrieben von sk8ergirl
    Schauspieler? St.Pauli? Hab ich gar nicht mitbekommen...


    Na, Lehmann gegen de Camargo, die zur Roten Karte des Gladbachers führte. Die Szene erinnerte mich an Norbert Meiers Kopfstoß, Lehmann hat genau das gleiche gemacht. Und hinterher noch frech in die Kamera sagen, er durfte nicht stehen bleiben, schließlich lag St. Pauli ja zurück. Dieses Geschenk mußte er annehmen. :flop:


    Ich wünsche diesem möchtegern Kultverein den Abstieg. Alles Schauspieler und Spieleverkäufer.

    "Wir leben in einer Zeit der Schnüffelei. Heutzutage bedroht man Menschen nicht mit einem Dolch, sondern mit einem Dossier." Vance Packard

  • Was einfacher stört ist, daß mit zweierlei Maß gemessen wird. Wie Sk8tergirl schon sagte, ist es hier in Deutschland "lebensgefährlich, assozial etc.", bei den Ostanatolen und Konsorten aber die "tolle südländische Stimmung und Lebensfreude". Gehts noch?
    Auch ist meines Wissens nach in Deutschland bei legalen Pyroaktionen zu keinem Zeitpunkt etwas passiert. In den 80er und 90er Jahren war Pyrotechnik in deutschen Stadien etwas völlig normales (und optisch geniales -> Kaiserslauterner Hölle etc.), erst im Wahn der WM 2006 wurde das ganze auf einmal kriminalisiert und die Pyromanen in den Kurven wurden quasi gezwungen, das ganze versteckt zu machen und dabei passiert dann leider auch schon mal was. Wobei sich die mir bekannten Personenschäden an einer Hand abzählen lassen.

    Wer Rechtschreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Rechtschreibfehler in Verkehr bringt, wird mit dem Duden nicht unter 10 Bänden bestraft!

  • Zitat

    Original geschrieben von sk8ergirl
    Aber ich bin mir sicher, dass ein Großteil derer mehr mit Fußball bzw dem Verein am Hut hat und mehr für seinen Verein gibt, als jeder einzelne von Euch. Offensichtlich zu viel...


    Und was willst Du uns damit sagen bzw. was soll das für ein Gewicht oder für eine Bedeutung haben?
    Es hat hier niemand irgendetwas gegen Fans, die mit vollem Engagement und aus ganzem Herzen und mit noch so großen persönlichen Opfern (welcher Art auch immer, das ist deren Sache) etwas für "seinen" Verein tut oder zumindest glaubt, zu tun. Solange er das friedlich tut, ohne anderen dabei zu schaden. Und den Unterschied muss man jawohl hoffentlich niemandem auch noch erklären!

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von Amerikaner
    passiert schon mal was. Wobei sich die mir bekannten Personenschäden an einer Hand abzählen lassen.


    Dann solltest Du einfach mal etwas googlen, die Anzahl der Personenschäden ist weitaus höher als von den Befürwortern gern eingestanden wird.


    Ein durchaus lesenswerter Artikel hierzu:


    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,680746,00.html


    Darüber hinaus geht es dabei ja auch nicht immer um die unmittelbaren Folgen oder Verletzungen:


    "Zudem entwickelt sich giftiger Rauch, der gerade bei Besuchern mit Atemwegserkrankungen zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann."


    Jeder der schon mal in so einer Wolke gestanden hat kann das sicherlich nachvollziehen, selbst wer nicht an aktuen Vorerkrankungen leidet hat da ordentlich mit zu kämpfen, dazu muss ich nicht mal unmittelbar in dem Block stehen in dem gezündelt wird, durch die heutige Architektur der meisten Stadien bekommen bei entsprechenden Windverhältnissen alle Besucher was davon ab (von der Vernebelung des Spielfeldes mal ganz ab...).


    Unterstützung für den eigenen Verein? Ja bitte, Choreo und Gesang? Je mehr desto besser.


    Pyro, Bengalos und Co.? Sehen zwar ganz nett aus, in Abwägung mit dem Gefahrpotential das von dem Quatsch ausgeht muss man unterm Strich aber einfach sagen, dass nach Abwägung der einzelnen Standpunkte es hier keinen Spielraum für "legalen" Einsatz von Pyrotechnik im laufenden Spielbetrieb gibt.


    Die Argumentation die derzeit von den Befürwortergruppen auch an den DFB vorgetragen wird lässt einen dabei nur müde lächeln, Legalisierung von Pyro da die "Szene" sich selbst regulieren würde und alle Besucher sich nach den internen Vorgaben der lokalen Ultra Gruppe richtet? Da muss man sich ernsthaft fragen wer hier scheinbar den Bezug zur Realität im Stadion etwas verloren hat. Die Ultras repräsentieren einen kleinen Teil der gesamten Fangemeinde eines Vereins. Es gibt genügend "Spalter" und andere Gruppierungen die sich bewusst von den Ultras abgrenzen und denen es gelinde gesagt auch vollkommen egal ist, ob sie von der "Szene" geächtet werden oder nicht. Darüber hinaus entspricht die momentane nach außen getragene Geschlossenheit der Ultra-Fangruppen auch nicht den Realitäten. Wie bei jedem anderen Kleingärtner- oder Kaninchenzüchterverein gibt es auch in dieser Szene genügend persönliche Differenzen und interne "Vormachtsstellungskämpfe" welche zu Abspaltungen und Neugründungen von Untergruppen führt.


    Es wird daher immer irgendwelche Deppen geben, die aus der Reihe tanzen und dann eben doch wieder mit Böllern schmeißen oder selbstgemischte Rauchbomben abfackeln und sei es eben nur um sich bewusst von der eigenen Ultra Gruppe abzugrenzen, getreu dem Motto: "Wenn die sagen wir dürfen das nicht mehr, dann machen wir es erst recht..."
    Das ist nun mal - ob es einem passt oder nicht - für die Zündler selbst und für unbeteiligte Besucher einfach saugefährlich und nur weil nicht jedes Wochenende jemand sich selbst oder andere abfackelt darf man die entsprechenden Risiken sich dann auch nicht schön oder kleinreden.


    Es ist somit schlichtweg praktisch unmöglich einen sicheren aber unkontrollierten Einsatz von Pyros zu gewährleisten, außer man schafft im Stadion eine abgegrenzte "Zündelecke" in der vorab angemeldete und genehmigte Pyros dann zum Einsatz kommen könnten - was ja von den Pyro-Befürwortern auch wieder abgelehnt wird, es fehle dann ja an der Spontanität...

  • Zitat

    Original geschrieben von sk8ergirl Aber ich bin mir sicher, dass ein Großteil derer mehr mit Fußball bzw dem Verein am Hut hat und mehr für seinen Verein gibt, als jeder einzelne von Euch.


    Erstens spielt das überhaupt keine Rolle in der Bewertung solch abartiger Gewalt. Selbst wenn ich nur Sky-Abonnent wäre, würde ich mir das Recht rausnehmen, sowas zu verurteilen. Dafür muss man noch nicht mal fußballinteressiert sein, um dazu eine Meinung zu haben. Zweitens fahre ich zu jedem Spiel meines Vereins, wenn es zeitlich darstellbar ist, Bundesliga wie Europa. Und auch wenn ich derartiges Gehabe eigentlich nicht mag, bin ich Vorsitzender des Dachverbandes "Nordkurve12" in Leverkusen und habe als solcher einen sehr tiefen Einblick in Strukturen von Fanszenen, nicht nur der eigenen. Und das reicht mehr als aus, um zu wissen, was da in Offenbach abgelaufen ist. Und für das, was da abgelaufen ist, ist nicht ein einziges verharmlosendes Wort angebracht. Auch keines, was irgendjemandem das Recht zur Kritik abspricht.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Warum sollte es nicht möglich sein, wie früher, vorne am Zaun Bengalos zu zünden? Das hat doch wunderbar geklappt.
    Mitten in der Masse muß es wirklich nicht sein, wenngleich das auch immer noch genial aussieht, keine Frage. Auch ich hab schon desöfteren mitten in den Rauch wolken gestanden. Natürlich, es riecht nicht besonders toll, man sieht nicht viel und doch macht es einiges her. Auch denke ich, daß man sich für die zwei Minuten mal einen Schal unter die Nase halten kann oder sich aus dem unmittelbaren Pyroumfeld entfernen kann, wenn man selber unter Atemwegserkrankungen leidet.
    Interessanter Artikel übrigens zu den Verletzungen. Wüßte auch mal gern, was durch das "verheimlichen müssen" an Verletzungen hinzu kommt im Vergleich zum "offen-zur Schau-stellen".

    Wer Rechtschreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Rechtschreibfehler in Verkehr bringt, wird mit dem Duden nicht unter 10 Bänden bestraft!

  • Mal kurz gegoogelt...


    Tote und Verletzte an Silvester


    Solange Pyrotechnik an Silvester trotz der fatalen Folgen weiterhin [nahezu] uneingeschränkt erlaubt ist, kann ich eine Diskussion über Pyro im Stadion nicht ernsthaft führen.


    Amerikaner: Ich liebe den Geruch von Pyro im Stadion :)


    Zum Thema Gewalt von meiner Seite: genug gesagt.
    Gewalt hat beim Fußball nichts zu suchen, Ende.


    Gute Besserung nach LEV bzw OF!!

    Grüße aus Nürnberg!

  • Zitat

    Original geschrieben von Amerikaner
    "verheimlichen müssen"


    Kleiner Tipp: nicht machen statt verheimlichen müssen. ;)
    Ich finde an Pyrotechnik gar nichts attraktiv. Jedenfalls nicht im Fussballstadion. Und ohne damit über den Unterschied diskutieren zu wollen: der Vergleich mit Silvester ist verfehlt. Ich zünde übrigens an Silvester auch keinen einzigen Kracher mehr an, nachdem ich einmal mit einem Freund zusammen an Silvester mit Kracher von lustigen Jugendlichen beworfen worden bin.
    Da ist mir mein Geld zu schade dafür! Aber man kann halt nicht jeden Spass verbieten, auch wenn er riskant ist.
    Wenn Profis Pyortechnik professionell anwenden, kann das was Tolles sein, erst recht bei entsprechenden Veranstaltungen bzw. Gelegenheiten. Aber dann eben in einem geschützten Umfeld und nicht hinter irgendwelchen Zuschauerzäunen.
    Wie ChickenHawk schon schreibt: es geht hier um eine Abwägung. Und angesichts der Risiken kann man auf diese wenig bis keinen Gewinn bringende Geschichte gerne verzichten.
    Stiftet das Geld lieber in Fanprojekte!
    Jede schön gemachte Choreografie bringt viel schönere Effekte, die noch dazu gerne in Erinnerung bleiben und ein sehr geringes Risiko mit sich bringen.
    Aber dafür müsste man sich halt was einfallen lassen und so ehrlich sein, dass einem der Nervenkitzel dabei fehlen würde.
    Dieses kindische Rumgezündele und Spiel mit dem Feuer ist einfach nur fehl am Platz im Fussballstadion.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

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