Einheitlicher Mehrwertsteuersatz? Pro/Kontra?

  • Während der Harz-IV Diskussion sind wir etwas in die Ecke Mehrwertsteuerreform abgerutscht.


    Und da ja auch in Deutschland eine Reform geplant ist und diese auch in der Schweiz diskutiert wird, wollte ich mal Fragen was sind Vor- und Nachteile eines einheitlichen Mehrwertsteuersatzes für alle Güter.


    Ich sehe als klaren Vorteil den Wegfall von Bürokratie und auch eine logischere Erhebung:
    Hier eine kleine Auswahl, die [URL=http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,683056,00.html]Der Spiegel[/URL] herausgesucht hat:
    Taxifahrten, Theaterkarten, Hundefutter, Rennpferde oder Schnittblumen werden mit 7 Prozent besteuert. Babywindeln, Schuhe, Apfelsaft, Strom, Gas oder Heizöl hingegen mit 19 Prozent.
    Zugfahrten im Nahverkehr sind mit 7 Prozent Steuer belegt, im Fernverkehr aber mit 19 Prozent. Lebensmittel wie Kaffeebohnen und -pulver werden niedriger besteuert, eine Tasse aufgebrühter Kaffee dagegen voll. Bei Milch, Leitungswasser und Äpfeln kassiert der Staat nur 7 Prozent, für Apfelsaft, Mineralwasser und andere alkoholfreie Getränke dagegen 19.


    Es ist klar, dass Lebensmittel u.a. lebensnotwendige Dinge teurer werden würden. Und dass insbesondere die Kleinverdiener, Arbeitslose und Rentner betroffen wären. Aber ich denke dass Einsparungen durch den Bürokratieabbau und eine evtl. Senkung der Lohnsteuer auch dieser Gruppe zugute kommen würde.


    Was meint Ihr?

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  • Es darf halt keine versteckte Steuererhöhung sein, es müßte dann der allgemeine Mehrwertsteuersatz entsprechend so abgesenkt werden, das es für den Staat ein Nullsummen-Spiel wird. Mir persönlich wäre allerdings lieber, wenn es für Lebensmittel weiter den ermäßigten Mehrwertsteuersatz gäbe, allle anderen Ausnahmen könnten wegfallen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Das sehe ich genauso - und von mir aus soll das auch ruhig als Steuererhöhung betitelt werden. Und wem das nicht gefällt, der nennt das Kind einfach Subventionsabbau.
    Taxifahren, Theater, Haustiere, Blumen, Essen gehen... sind alles mehr oder weniger Luxusgüter, für deren Subventionierung einfach kein Geld da ist. Einzige Ausnahme sehe ich nur in "echten" Lebensmitteln und ggf. Baby-Artikeln, wie z.B. Windeln. Wenn hier eine gescheite Lösung möglich ist, die untersten Einkommen nicht zusätzlich zu belasten, darf das von meiner Seite aus auch gerne abgeschafft werden. Zumal Lebensmittel in D eh spottbillig sind.

  • "Essen gehen" wird doch mit 19% besteuert.


    Bei den "Lebensmitteln" ist dämlich, dass an Getränken nur Milch und Leitungswasser vergünstigt ist. Klar, bei den Wasserwerken ist Leitungswasser noch gesund, aber je nachdem, was man für Rohre hat, kann man das in der eigenen Wohnung, zumindest ohne Abkochen, nicht mehr trinken.

    Meine Beiträge können Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.

  • Wenn du da Baby-Artikel rausnehmen willst, dann wird es schon wieder kompliziert, was fällt da alles darunter, z.B. Babyseife die sich dann auch ein Erwachsener kauft weil sie wegen der Mwst. billger ist usw. Ich würde nur Lebensmittel ausnehmen sonst nichts oder garnichts wenn es einen vollwertigen Ausgleich dafür gibt, so das niedrige Einkommen nicht zusätzlich belastet werden.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Ich würde eine Vereinheitlichung der Sätze auf 19% auch sehr begrüßen, da das derzeitige System jegliche innere Logik vermissen lässt.


    Dass Lebensmittel mit einem ermäßigten Satz besteuert werden ist aus sozialen Gründen an und für sich zu begrüßen. Zum Ausgleich für den Wegfall dieser Vergünstigung könnte aber auch ganz einfach der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer erhöht werden.

  • Oder man senkt den allgemeinen Mehrwertsteuersatz entsprechend. Auf welchen Prozentsatz müßte halt von Experten berechnet werden, so das sich das exakt ausgleicht.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Oder man senkt den allgemeinen Mehrwertsteuersatz entsprechend. Auf welchen Prozentsatz müßte halt von Experten berechnet werden, so das sich das exakt ausgleicht.


    das halte ich für äusserst utopisch - steuern freiwillig senken/zurücknehmen, in dem zusammenhang weise ich immer wieder gerne auf bismarks sektssteuer zum bau der kriegsmarine hin die immer noch erhoben wird ;)

  • Das müßte in einen Aufwasch geschehen, Ermäßigter Mehrwertsteuersatz weg und allgemeiner entsprechend abgesenkt. Ansonsten kann man es vergessen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Ich finde es verückt das z.B. Hundefutter mit 7 % besteuert wird und Arzneimittel mit 19 % und mit der Vereinheitlichung der Sätze auf 19% ,gekoppelt mit erhöhung der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer werden wir draufzahlen, die(Politiker) würden es schon so hindrehen. ;);)


    Medikamente / Arzneimittel werden anderstwo Steuerfrei verkauft !

    Gruß.
    Falco007

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