US-Geheimdepeschen sind Online (wikileaks & Spiegel)

  • Zitat

    Original geschrieben von harlekyn
    Das Problem liegt eher im vorauseilenden Gehorsam der diversen Unternehmen. Diese entscheiden selbst, was aus ihrer Sicht gegen die Nutzungsbedingungen (NICHT gegen Gesetze!) verstoesst und handeln dementsprechend.


    Nun steht dem Kunden natuerlich der Rechtsweg offen, die Leistungserbringung einzuklagen - aber wer macht das schon... Erschreckend.


    Das ist natürlich völlig richtig. Die Sache ist ja, dass diese Unternehmen es normalerweise die Bohne interessiert, wer der Vertragsnehmer ist und was der genau macht. Es ist also offensichtlich, dass hier im Hintergrund von staatlichen Stellen (offensichtlich die USA), ein entsprechender Einfluss ausgeübt wird... und dann sind wir wieder bei der Frage der Rechtsstaatlichkeit einer solchen Einflussnahme.


    Das die Unternehmen da so einfach mitspielen ist natürlich der nächste Skandal, aber mich erschüttert das Vorgehen der "westlichen Demokratien" noch mehr.


    (und ich bin ansonsten kein Verschwörungstheoretiker, der schon immer wusste, dass wir in einer großen Diktatur leben usw. usf. )

    Galaxy Note 3 (vorher diverse iPhones)

  • Re: So langsam reicht es...


    Zitat

    (und ich bin mir sicher, dass ansonsten jeder Diktator die diamantene Mastercard besitzt...).


    Unabängig von der Strafverfolgung gegen die Person Assange selbst (und was da letztendlich bei rauskommt) sind derartige Behauptungen absoluter Unfung.


    Es gibt sowohl euopäische als auch amerikanische Sanktionslisten auf denen namentlich bekannte (und weniger bekannte) Personen (oder wie Du sie nennst Diktatoren) stehen mit denen keine Geschäfte betrieben werden dürfen und denen auch keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden dürfen.


    Insofern haben weder ein Ahmadinedschad noch ein Kim Jong-il oder ein Than Shwe eine Mastercard oder eine American Express Karte. Zum einen würden sich die entsprechenden Kreditinstitute hüten solche Personen zu bedienen, da die Strafen (gerade durch die USA) hierfür äußerst drastisch sind, zum anderen sind solche Leute gar nicht auf "westliche" Banken etc. pp. angewiesen, da sie i.d.R. ihre eigenen Staatsbanken unterhalten oder genügend Bargeld in der Tasche haben um nicht auf popelige Mastercards angewiesen zu sein.

  • Auch in den Ärmsten Ländern dieser Erde geht es den Diktatoren blenden, was die finaziellen Mittel angeht.


    So eine Mastercard interessiert denen nicht die Bohne

    iMAC 21,5 Zoll
    iPhone 4 16GB
    Ipad I 16GB

  • Re: Re: So langsam reicht es...


    Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Unabängig von der Strafverfolgung gegen die Person Assange selbst (und was da letztendlich bei rauskommt) sind derartige Behauptungen absoluter Unfung.


    Das war natürlich eine Übertreibung (wozu bräuchte auch ein Ahmadinedschad eine Mastercard? ;)).
    Mir sind aber persönlich keine Fälle bekannt, indenen nicht-angeklagte (und damit auch nicht-angeklagte) "Beschuldigte" (auch von deutlich schweren Straftaten), die Kreditkarten und andere Zahlungsmittel (paypal) gesperrt werden.
    Meine Übertreibung war also ggf. etwas übertrieben :D Der Kern des Problems bleibt aber für den Fall Wikileaks bestehen, aber auf den gehst du ja nicht weiter ein ;)

    Galaxy Note 3 (vorher diverse iPhones)

  • Zitat

    Original geschrieben von MarkH
    Das ist natürlich völlig richtig. Die Sache ist ja, dass diese Unternehmen es normalerweise die Bohne interessiert, wer der Vertragsnehmer ist und was der genau macht. Es ist also offensichtlich, dass hier im Hintergrund von staatlichen Stellen (offensichtlich die USA), ein entsprechender Einfluss ausgeübt wird... und dann sind wir wieder bei der Frage der Rechtsstaatlichkeit einer solchen Einflussnahme.


    Das die Unternehmen da so einfach mitspielen ist natürlich der nächste Skandal, aber mich erschüttert das Vorgehen der "westlichen Demokratien" noch mehr.


    (und ich bin ansonsten kein Verschwörungstheoretiker, der schon immer wusste, dass wir in einer großen Diktatur leben usw. usf. )



    naja sagen wir mal so: wenn es da konten gäbe, deren kontoinhaber osama bin laden (oder anderen namen, die vielleicht nicht "angeklagt" sind - stichwort terrorfinanzierung) ist, dann wären diese konten auch eingefroren.
    ich finde das alles nicht verwunderlich, denn die legalität von wikileaks ist durchaus zweifelhaft. die unternehmen wollen sich hald absichern und später nicht als handlanger dastehen und ggf. noch belangt werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    naja sagen wir mal so: wenn es da konten gäbe, deren kontoinhaber osama bin laden (oder anderen namen, die vielleicht nicht "angeklagt" sind - stichwort terrorfinanzierung) ist, dann wären diese konten auch eingefroren.


    Ich bin mir sicher, dass Osama bin Laden auf internationlen Fahnungslisten wegen Terrorismus steht. Insofern gibt es zumindest eine offizielle Beschuldigung. Daher passt der Vergleich nicht.
    Auch die Verhältnismäßigkeit stimmt bei dem Vergleich gar nicht. Terror/Mord vs. Veröffentlichung von Infos (die sogar noch von anderen beschafft wurden) sind wohl wirklich verschiedene paar Schuhe.


    Aber gut, es gibt hier offensichtlich verschiedene Meinung. Ich finde, das Vorgehen gegen WikiLeaks eher so, wie es aus China erwarten würden, wenn man sich "geärgert" fühlt, als von angeblichen Verfechtern der Freiheit. Bei letzteren würde ich mehr Diskussion und nachvollziehbaere Rechtstaatlichkeit (Unschuldsvermutung!) erwarten... Wenn dann dabei rauskommt, dass die Veröffentlichungen von WL illegal sind, gerne! Dann soll gegen sie vorgegangen werden... aber nicht so. Aber YMMV ;)

    Galaxy Note 3 (vorher diverse iPhones)

  • Ich finde irgendwie muss man das auseinanderhalten:
    Wikileaks und Assange.
    Wikileaks hat eine Plattform für Veröffentlichungen geboten. Nun wird mit fadenscheinigen Begründungen gegen sie ins Feld gezogen (Mastercard, Amazon, Hackerangriffe, die deutsche Stiftung, etc). Da steht wohl was größeres dahinter.


    Bei Assange ist es so, dass er angeklagt wurde von den 2 Frauen, mit denen er Sex hatte. Hier gilt aber die Unschuldsvermutung. D.h. er muss erstmal verurteilt werden, bevor er bestraft werden darf.


    Ich habe den Eindruck, dass dass das sehr sehr oft zusammengewürfelt wird! :(

    "Linienflüge sind was für Loser und Terroristen!"
    H.S.

  • Zitat

    Original geschrieben von noksie
    Ich finde irgendwie muss man das auseinanderhalten:
    Wikileaks und Assange.
    Wikileaks hat eine Plattform für Veröffentlichungen geboten. Nun wird mit fadenscheinigen Begründungen gegen sie ins Feld gezogen (Mastercard, Amazon, Hackerangriffe, die deutsche Stiftung, etc). Da steht wohl was größeres dahinter.


    Bei Assange ist es so, dass er angeklagt wurde von den 2 Frauen, mit denen er Sex hatte. Hier gilt aber die Unschuldsvermutung. D.h. er muss erstmal verurteilt werden, bevor er bestraft werden darf.


    Ich habe den Eindruck, dass dass das sehr sehr oft zusammengewürfelt wird! :(


    Für WL als Organisation sollte auch erstmal eine Unschuldsvermutung gelten und zwar insofern, dass erstmal (richterlich) geprüft werden muss, ob das illegal ist, was sie da tun. Bisher gibt es aber anscheinend dazu nicht mal ne Anzeige. Es kann ja wohl in einem Rechtsstaat nicht andersherum gehen: erstmal als illegal annehmen, dadurch die Struktur zerstören und dann prüfen (oder auch nicht, weil sich ja das Problem dann eh erledigt hat).


    Ansonsten teile ich deine Einschätzung, dass der Fall Assange eigentlich ein anderer ist. Das Timing der Haftbefehle und das hin- und her der schwedischen Justiz sorgt aber dafür, dass man das Gefühl nicht los wird, dass der Fall WikiLeaks und Assange doch was miteinander zu tun haben könnten, was natürlich nicht bewiesen oder entkräftet werden kann.

    Galaxy Note 3 (vorher diverse iPhones)

  • Ein viel wesentlicheres Problem ist, dass WL sich mit den Veröffentlichungen der zuletzt besonders aufmerksamkeitserregenden Unterlagen selbst ins Zwielicht manövriert hat.


    Ging es anfangs um "moralisch positive" Aufklärung von Kriegsverbrechen im Irak, Korruption, Misswirtschaft usw. hat man sich mit den zuletzt offenbarten Unterlagen keinen Gefallen getan. Es hat nämlich keinen positiven Zweck, arabische Nachbarn des Iran in Schwierigkeiten zu bringen oder nichtssagende, aber peinliche Diplomatenunterlagen ins Internet zu stellen. Welchem Ziel soll das dienen? Es verbessert die Welt nicht, sondern schafft auf diversen Ebenen zusätzliche Probleme.


    Manche Dinge müssen geheim bleiben und dürfen nicht öffentlich werden. Wenn WL da wenigstens sorgsam trennen und nur das anbieten würde, was tatsächlich "der guten Sache dient" hätte niemand ein Problem (außer den Übeltätern). Aber mit den letzten Unterlagen hat WL sich einen Bärendienst erwiesen.


    Es stellt sich jetzt nämlich die Frage, welches Ziel da eigentlich verfolgt wird und wenn Assange ins Zwielicht gerät hat das theoretisch nichts mit WL zu tun, aber praktisch wird das eben doch in einen Topf geworfen und heraus kommt, was schon die Römer wussten: "Aliquid semper haeret." (Irgendwas bleibt immer hängen.).

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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