US-Geheimdepeschen sind Online (wikileaks & Spiegel)

  • Wie krass ist das denn: [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734635,00.html]Klick![/URL]


    Kann mir mal jemand sagen, wie die Situation in D ist?
    Wenn ein Nicht Deutscher bei uns zur Kaution verurteilt wird, wenn er in einem anderen Land angeklagt wurde (nicht verurteilt): Kann das andere Land dann Widerspruch einlegen?
    Wie würde denn sowas bei uns ablaufen?

    "Linienflüge sind was für Loser und Terroristen!"
    H.S.

  • Lebensversicherung für WikiLeaks Mitarbeiter


    "insurance.aes256"
    Diese verschlüsselte Datei ist ca. 1,4 GB groß und beinhaltet weitere Tausende
    Geheimdokumente.
    Bei Inanspruchnahme der Lebensversicherung wird ein Key zum entschlüsseln ins Internet gestellt.


    Download: http://www.http://insurance.aes256.org/

    Ich erinnere mich an die Zukunft, aber in die Vergangenheit kann ich nicht sehen.

  • Mal nebenbei und als Randerscheinung zu WikiLeaks: Bricht gerade der erste "Internet-Krieg" aus?


    Plötzlich sperren Länder einige Seiten, Unternehmen sperren Content, etc. Gruppen schliessen sich zusammen und greifen Seiten an...


    Bisher kannte man das nur von einzelnen Ländern wie China.


    Stellt Euch mal vor die Internet Gemeinschaft spaltet sich in 2 oder 3 Lager und bekämpft sich... Das wäre das Ende des Internets. Quasi eine Art "Weltkrieg"...

  • Wir sind sehr im Hintertreffen was die rechtliche und gesellschaftliche Bewertung von Vorgängen im Internet angeht. Man sieht es an den realitätsfernen Regeln zu Downloads und Filesharing genauso wie bei Internetabzocke, aber jetzt auch bei Wikileaks.


    Solange Wikileaks auf Menschenrechtsverletzungen hinwies und damit Dinge in die Öffentlichkeit brachte, die von Regierungen und interessierten Kreisen widerrechtlich gedeckt und unter Verschluss gehalten wurden, war es gut, dass es ein Medium gibt, das solche Dinge ans Licht der Öffentlichkeit bringt.


    Bei den kürzlich von Wikileaks angebotenen Dateien hat man aber Dinge nur deswegen veröffentlicht weil sie geheim waren. Vieles davon hatte überhaupt keine menschenrechtliche, moralische oder sonstwie erwähnenswerte Relevanz. Es ging nur darum, etwas Geheimes zu publizieren, völlig egal worum es dabei inhaltlich geht.


    Und damit schafft Wikileaks nicht nur willkommene Transparenz in menschenrechtlichen oder moralischen Verfehlungen, sondern gefährdet zugleich auch jede notwendige Vertraulichkeit bei begründet geheimen Dingen.


    Insofern ist meine anfängliche Zustimmung inzwischen in klare Ablehnung umgeschlagen. Wenn Wikileaks - und alle Ableger, die nun wie Unkraut aus dem Boden schießen, überall bieten Medien Offenbarungsportale an - so weitermacht wird jede Diskretion und Geheimdiplomatie unmöglich. Manchmal ist das aber der Schlüssel zum Erfolg, um Dinge abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit zu regeln. Ich denke z. B. an Geiselnahmen oder Korrespondenz mit "Schurkenstaaten" in heiklen Fragen - Vieles geht offiziell nicht, kann aber unter der Hand geklärt werden.
    Auch verhältnismäßig harmlose Prozesse können oft nur dann erfolgreich verlaufen wenn Diskretion gewahrt bleibt.


    Wikileaks gefährdet das inzwischen und schadet damit mehr als es nützt. Wäre man dabei geblieben nur geprüfte Inhalte von echter Relevanz, bei denen Verschleierung zum Nachteil von Recht, Gesetz und Moral stattfindet, anzuprangern, wäre das OK gewesen. So aber setzt Wikileaks eine fatale Entwicklung in Gang.


    Dass Webseiten lahmgelegt werden und andere Aktionen im Netz stattfinden - ausgelöst durch die Wikileaks/Assange-Affaire - bedeutet mit anderen Worten, dass hier genauso ungeprüft und verwerflich vorverurteilt und abgestraft wird, wie man das an anderer Stelle zu Recht scharf kritisiert. Es kann nicht sein, dass der Mob auf der Straße oder im Netz Selbstjustiz übt.


    Da hat sich eine ganz gefährliche Situation zusammengebraut und inzwischen bin ich fast der Meinung, dass Wikileaks Werte wie Freiheit, Respekt, Unschuld bis zum Beweis des Gegenteils usw. nicht fördert, sondern massiv bedroht.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ... Insofern ist meine anfängliche Zustimmung ...


    Wann soll denn das gewesen sein? ;)


    Hier (in diesem Thread) geht´s doch schon lange nicht mehr um die Veröffentlichung der Depeschen, sondern in wieweit das was WL getan hat sich in der Zukunft nicht wiederholen darf.
    Aus Sicht der Politik bzw. Diplomatie soll es sich natürlich nicht wiederholen, weil ja dann jeder "die Wahrheit"fürchten muss!


    Genau das ist aber der Punkt wir haben schon heute Zeitungen die schlichtweg unwahre Veröffentlichungen machen um Regime ...
    ... oh Sorry hab ich das wirklich geschrieben :D ich meine natürlich gewählte Politiker zu unterstützen denen die Wahrheit gefährlich werden kann.


    Wenn angeblich journalistisch einwandfreie Zeitungen, Magazine, News Portale die (wissentlich) die Unwahrheit verbreiten dürfen, muss die Wahrheit in Zukunft stärker kontrolliert und beschränkt werden?


    Ich glaub mein Schwein pfeifft!! :flop:

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Insofern ist meine anfängliche Zustimmung inzwischen in klare Ablehnung umgeschlagen.


    Wikileaks gefährdet das inzwischen und schadet damit mehr als es nützt. Wäre man dabei geblieben nur geprüfte Inhalte von echter Relevanz, bei denen Verschleierung zum Nachteil von Recht, Gesetz und Moral stattfindet, anzuprangern, wäre das OK gewesen. So aber setzt Wikileaks eine fatale Entwicklung in Gang.


    von einer Zustimmung bei Dir habe ich noch nichts gelesen.
    Aber zum Thema:


    Wer entscheidet was "Relevant" ist? Du? Das Militär? Das ist alles eine Art Zensur und jeder sieht anderes als Relevant an. Von daher kann es nicht möglich sein nur "bewertetes" Material zu veröffentlichen, denn das ist Zensur und man veröffentlicht nur "genehmes".
    Von daher, entweder alles oder nichts, denn nur eingeschränkte Informationen können kein umfassendes Bild abgeben, aus dem sich jeder sein eigenes (und nicht Deins oder das des Militärs) Bild machen kann.


    Grüße

  • Zwischen einer journalistisch ordentlich arbeitenden Redaktion, die Informationen im besten Fall sichtet, bewertet, aufarbeitet und dann verantwortungsvoll publiziert - und einem diffusen Netzwerk, in dem jeder alles anonym und ungeprüft veröffentlichen kann, wo keine Instanz kontrolliert und verantwortet, woher Informationen kommen und was sie bewirken, ist ein riesengroßer Unterschied.


    Die journalistische Qualität der Medienlandschaft ist zwar sehr gesunken und wird von manchen Krawallmedien in den Keller getrieben. Das ändert aber nichts am Grundgedanken / Grundprinzip, dass "die Presse" ihre Veröffentlichungen verantwortet und da immer jemand ist, der entscheidet ob eine Information in die Öffentlichkeit gelangt oder nicht. Vor allem wird es unterlassen wenn dahinter nur der Gedanke des "irgendwen unkontrolliert an den Pranger stellen" steht.


    Mit "Zensur" hat das absolut nichts zu tun. Die Presse gilt als 4. Gewalt im Staat und entscheidet frei, kann sich auf die Pressefreiheit berufen und schützt ihre Informanten ohne staatliche Repressalien.


    Wer es "Zensur" nennt wenn Medien frei entscheiden, was sie veröffentlichen und wo sie die Klappe halten, hat nicht so ganz verstanden was Zensur wirklich ist.


    Es ist allerdings auch ein Trugschluss zu glauben, dass die Öffentlichkeit immer und überall Anrecht auf alle Informationen hat. Manche Dinge unterliegen aus guten Gründen der Geheimhaltung, so zum Beispiel die Aufsicht über die Geheimdienste. Deswegen sind diese aber trotzdem unter parlamentarischer Kontrolle. Und so ist es auch richtig.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Da der Journalismus aber komplett am Boden liegt und nur noch Jubelarien auf unsere tollen Politiker verfasst, bleibt nur Wikileaks.
    Und ich bin froh, dass die das Rückgrat haben und alles veröffentlichen. Damit ist jeder in der Lage sich ein Bild zu machen und ist nicht mehr auf den gefilterten und geschönten Vorsatz der Presse angewiesen.


    Mal drüber nachgedacht, dass die "alten" Medien Wikileaks so hart angehen, weil sie merken, dass Wikileaks ihren Job besser macht? ;)

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Die journalistische Qualität der Medienlandschaft ist zwar sehr gesunken und wird von manchen Krawallmedien in den Keller getrieben. Das ändert aber nichts am Grundgedanken / Grundprinzip, dass "die Presse" ihre Veröffentlichungen verantwortet und da immer jemand ist, der entscheidet ob eine Information in die Öffentlichkeit gelangt oder nicht. Vor allem wird es unterlassen wenn dahinter nur der Gedanke des "irgendwen unkontrolliert an den Pranger stellen" steht.


    aha, Du willst also wirklich sagen, das in Italien, Frankreich und USA eine richtige Pressefreiheit existiert? Dann schau doch mal wem die Verlage und Fernsehsender gehören. Und was da an Meinungsmache indirekt über den Äther geht.
    Das sieht man bei uns schon wenn die konsverativen Medien Stimmung gegen Randgruppen o.ä. machen und damit Wähler für "Ihre" Parteien beeinflussen.


    Nur ein freies Organ bei dem jeder selbst bewerten kann, kann dies verhindern bzw. für Transparenz sorgen.


    Übrigens wurden die Depeschen teilweise vom Spiegel und anderen internationalen Qualitätsmedien geprüft und auch in diesen Medien des jeweiligen Landes wurden für Dich "unrelevante" Dinge als veröffentlichenswert klassifiziert. Da siehst Du das jeder anders definiert was veröffentlichenswert ist.



    Grüße

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!