Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von Applied
    ...
    Der Vorschlag, die EU sollte Griechenland "kolonialisieren", ist natürlich Unsinn.
    ...


    Selbstverständlich!


    Griechenland ist ein souveräner Staat, der mit seinem Vermögen anstellen kann, was er will.


    Will er dagegen mit dem Geld anderer wirtschaften, wird er sich an deren Vorgaben halten müssen. Aber in der Tat ... niemand zwingt Griechenland dazu, mit fremdem Geld zu wirtschaften. Als souveräner Staat hat Griechenland sogar einen (internationalen) Rechtsanspruch darauf, (nur) mit dem eigenen Vermögen zu machen, was er will. :p

  • Das Ding mit dem Militärapparat ist so eine Sache.
    Griechenland hat drei Nachbarn die sogar einen viel größeren Militärapparat rechtfertigen. Im Norden knallt es ständig, ob es die Albaner mit ihrem großen albanischen Reich sind, die Mazedonier die wackeln und sich der Herd auf Griechenland ausbreiten kann oder die Türken die mehrmals am Tag griechisches Hoheitsgebiet verletzen.


    Solange das so ist und diverse Länder Ansprüche stellen kann sich Griechenland gar nicht genug aufrüsten. Selbst Nuklearwaffen hielte ich für angemessen. Einfach damit nach Jahrhunderten der Osman mal dort bleibt wo er ist.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • CK-187 - das ist doch einfach Unsinn. Griechenland ist Mitglied der Nato. Die Vorstellung, dass irgendeiner der Nachbarn Griechenland angreifen oder gefährden würde, ist Unfug. Ich weiß aber, dass viele Griechen die Hochrüstung für essentiell wichtig halten. Aber das ist m.E. ein Zopf, der abgeschnitten werden muss.


    Außerdem kann sich Griechenland diese Hochrüstung ganz offenbar nicht leisten. Wenn die Griechen lieber am Gesundheitssystem sparen als am Militärwesen, ist ihnen nicht mehr zu helfen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    ...
    Außerdem kann sich Griechenland diese Hochrüstung ganz offenbar nicht leisten. Wenn die Griechen lieber am Gesundheitssystem spart als am Militärwesen, ist ihnen nicht mehr zu helfen.


    So sehe ich das auch.


    Halten NATO-Staaten - die letztlich für die Sicherheit Griechenlands einstehen und ohne die Griechenland im Kriegsfall ohnehin verloren wäre - eine Reduzierung der Rüstungsausgaben durch Griechenland für vertretbar, sehe ich überhaupt keinen vernünftigen Grund, nicht entsprechend zu verfahren.


    Ich war immer einer derjenigen, die Griechenland-Hilfe befürwortet haben. Wenn ich aber mit ansehen muss, wie mein Geld, welches der Bevölkerung zugute kommen soll, für Rüstungsgüter verwendet wird, sind die Grenzen meines Verständnisses erreicht.


    Auch ansonsten halte ich Griechenland für verpflichtet, sich an Vorgaben der Geldgeber zu halten, soweit sie offensichtlich berechtigt sind. Dass man in Sachen Investitions-/Wirtschaftsaufbau (zum Teil mit guten Gründen) anderer Auffassung sein kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Selbst unter ausgewiesenen Fachleuten sind Teile des "Spardiktats" umstritten.


    Rüstungsausgaben, die selbst NATO-Mitgliedsstaaten für entbehrlich halten, sind dagegen nicht zu rechtfertigen.

  • Die NATO ist doch nichts Wert. Ganz besonders weil die größte Gefahr von einem anderen NATO-Mitglied ausgeht. Würde das die NATO interessieren hätte sie auch längst ein Machtwort gesprochen, aber dem ist nun mal nicht so ;)

    .:Gate 13:.
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    Johann Wolfgang von Goethe

  • Griechenland wurde aus geopolitischen Gründen in die EU bzw. den Euro geholt und wird aus diesen Gründen auch weiter drin bleiben. Varoufakis weiß das offensichtlich auch.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • Tsipras hat auch noch was beizutragen.
    Da fragt man sich, ob man über die uneingeschränkte Solidarität unser Politikkasper in Berlin und Brüssel weinen oder lachen soll. Offensichtlich löst das Tragen von Nasenringen ungeahnte Glücksgefühle aus.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    In Griechenland sind immer noch (m.W. sogar wieder in zunehmendem Maße) US-amerikanische Hedgefonds investiert, die darauf bauen, dass ESM (und IWF) einem Schuldenschnitt zustimmen, während sie ihn (wieder?) verweigern.


    Dieses Szenario darf es niemals (mehr?) geben. Gewinner wären dann nämlich ausschließlich außereuropäische Großinvestoren, die aus einer Krise innerhalb der EU und weitgehend auf Kosten der EU den Reibach ihres Lebens machen. Never ever!...


    Never ever? War doch schon beim letzten Schuldenschnitt so und wird munter so weiter gehen, solange der Euro-Wahnsinn weitergeht. Müssen ja schließlich nicht die Vollpfosten, äh Politiker, bezahlen, sondern der kleine Mann.

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