Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Baden-Württemberg hat bestenfalls was mit Zigeunerstämmen aus Schottland gemeinsam ;)
    Die Bayern mit niemandem :rolleyes:


    Aber wenn man schon Mentalitäten ins Spiel bringt dann hätte man auch wissen müssen dass Griechenland die letzten Jahrhunderte entweder versklavt war, oder unter einer Diktatur litt. In beiden Fällen war "der Staat" bzw. der Regend ein Feind. Ein Feind den man nicht freiwillig unterstützt. Auch solche Dinge bleiben hängen und tragen zur Zahlungsbereitschaft einen gewissen Teil bei. Nur weil in vielen Ländern die Bevölkerung auch noch danke sagt nachdem sie von ihrer Regierung abgefi**t wurde darf man das nicht von jedem erwarten. ;)

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • In Nord-, West- und Südwesteuropa sowie im Ostseeraum gibt es schon eine relativ große Homogenität. Südosteuropa funktioniert da zum Teil ein bisschen anders.


    Timba, schön, dass Deine Bilder zusammenpassen. :)

  • https://www.youtube.com/watch?v=iOjBHA-m4_8


    Interessant ist, dass da teilweise aus den Nähkästchen geplaudert wird...


    Zahlungen an Spanien aus dem ESM, Politikwechsel aufgrund Parteizugehörigkeiten von Regierungen, etc.... und man hat tatsächlich "Angst" und ist irritiert vor einer harten Politik von Politikern, die die Wähler ernst nehmen und die Wahlversprechen halten.....

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    In diesen Fall ist das absoluter Quark und ein Ablenkungsmanöver. Es ist völlig wertlos das eigene Volk darüber abstimmen zu lassen zu welchen Bedingungen die anderen EU-Länder weitere Hilfsgelder zahlen sollen. Ist doch genauso wenn ich einen Kredit von der Bank möchte, muß ich die Bedingungen der Bank für die Kreditvergabe akzeptieren, andernfalls bekomme ich halt kein Geld. Der Geldgeber setzt die Bedingungen und nicht derjenige welcher was möchte.

    Griechenland hat ja immerhin die Wahl das Programm zu beenden, und die Staatspleite zu erklaeren.


    Ist fuer die Griechen wahrscheinlich garnicht schlechter. Dann gibt es zwar keine Kredite, aber man braucht die alten Kredite auch nicht zurueckzahlen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ach ja? Da bin ich mal tatsächlich auf deine Erklärung in politischer, kultureller und ökonomischer Sicht gespannt, warum dies so sein sollte.....


    Die Mentalitätsunterschiede innerhalb eines Landes gibt es. Und ja, die Schwaben mögen da den (Deutsch-) Schweizern näher und die Bayern den Österreichern näher sein, als Hamburgern oder Rheinländern.


    Trotzdem steht für mich die Frage im Raum:
    Wie "identifiziert" sich eine Person primär?


    Als Kölner?
    Als Rheinländer?
    Als Nordrhein-Westfale?
    Als Deutscher?
    Als Europäer/EU-Bürger?
    Als Weltbürger?


    Mein Eindruck ist klar: Die meisten identifizieren sich hauptsächlich nach dem Nationalstaat. Also im Beispiel als Deutsche. Zumindest international, d.h., "europäisch" gedacht, also im Verhältnis zur bzw. im Aufenthalt in der EU. Es mag Ausnahmen geben, wie beispielsweise Katalanen, Schotten. Aber schon bei den Bayern würde ich das nicht mehr ernsthaft, sondern höchstens mit einem Augenzwinkern gelten lassen.


    Dafür gibt's neben dem Sport ("der Weltmeisterschaft") und der historisch gewachsenen Komponente m.E. zwei bis drei Hauptfaktoren:


    1. Die Sprache. Sie ist meines Erachtens einer der allerstärksten Identifikations- und Integrationsfaktoren überhaupt


    2. Das Verhältnis des Bürgers zum Staat und seinen Institutionen. Die Bürger nehmen sich einem Staat als Organisationseinheit zugehörig war (sowohl hinsichtlich Rechtsordnung, Administration als auch Politik). Es gelten weitgehend dieselben Gesetze, dieselben Steuern, dasselbe Bildungssystem, dieselben Preise und Tarife, etc. Man sitzt "im selben Boot".


    3. Die Religion. Da haben sich in der Vergangenheit unzählige Konflikte dran entzündet und tun das immer noch. In Deutschland und der EU ist die Rolle dieser aber in den letzten Jahren bis Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.



    Wie funktioniert nun friedliches, zufriedenes und kooperatives Zusammenleben unter dieser Prämisse? Nun...


    1. Dadurch, dass man eine gemeinsame Sprache hat, schafft und durchsetzt.
    Beispiel: Frankreich, aber auch Deutschland, Spanien mit Ausnahme vielleicht von Katalonien und dem Baskenland)


    2. Dadurch, dass man den Staat nach den Prinzipien von Föderalismus und Subsidiarität organisiert, Kompetenzen an kleinere Organisationseinheiten delegiert bzw. diesen überlässt, anstatt. Um das Bild vom "selben Boot" wieder aufzugreifen: Dadurch, dass der Bürger das Gefühl hat, dessen Kurs beeinflussen zu können.
    Beispiel: Schweiz, die das trotz dreier Landessprachen und grosser Mentalitätsunterschiede schafft, aber auch Grossbritannien, mit dem Beispiel Schottland.


    3. Das Problem mit der Religion erledigt sich in Europa durch wachsende Toleranz langsam von selbst.
    Beispiel: Mittlerweile wohl selbst in Nordirland.
    (Zumindest unter den Christen und Nicht-Gläubigen in Europa gilt dies. Der Islam spielt zunehmend eine Rolle).



    In Bezug auf die EU als Staatenbund bzw. als Möchtegern-Staat würde ich konstatieren:


    1. Das mit der gemeinsamen Sprache schafft die EU nie und nimmer, und will sie auch gar nicht.


    2. In punkto Selbstbestimmung und Demokratie ist die EU in den letzten Jahren dabei, den Bogen zu überspannen. Anstatt eines EU-Bilds voller friedlich und freiwillig zum gemeinsamen Wohle ihrer Bevölkerungen kooperierender Staaten, haben mehr und mehr Bürger das Gefühl einer Art Ohnmacht und Fremdbestimmung durch abgehobene Eliten. Das gilt, trotz völlig unterschiedlicher wirtschaftlicher Interessen sowohl in Griechenland, Frankreich als auch Deutschland.


    Der EURO rückt jetzt für viele ins Bild dazu. Griechenland und dessen Krise sind dabei die Speerspitze, ein Katalyst, der diese Wahrnehmung beschleunigt. Wie Varoufakis gerade wieder einmal korrekt sagte: Die EU könnte dadurch dauerhaft beschädigt werden. Die Quittungen gibt's ggf. an den Wahlurnen.

  • Was passiert eigentlich, wenn Griechenland eine Parallelwährung einführt, aber den Euro nicht abgeben will?



  • Ohne Dir irgendwie nahetreten zu wollen, würde ich diesen Text - um Herrn Zastrow mal zu paraphrasieren - schlichtweg als apolitisch-sentimentalen Eurokitsch bezeichnen. Es wäre viel gewonnen, wenn sich unsere Politiker endlich wieder an die Bismarcksche Erkenntnis erinnern würden, daß Staaten keine Freunde haben, sondern nur Interessen. Alles andere sind verlogene Propagandafloskeln im Geiste des "proletarischen Internationalismus".
    Meine "Brüder" sind die Herren Tsipras und Varoufakis jedenfalls ganz sicher nicht (keinerlei Familienähnlichkeit).

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    In diesen Fall ist das absoluter Quark und ein Ablenkungsmanöver. Es ist völlig wertlos das eigene Volk darüber abstimmen zu lassen zu welchen Bedingungen die anderen EU-Länder weitere Hilfsgelder zahlen sollen. Ist doch genauso wenn ich einen Kredit von der Bank möchte, muß ich die Bedingungen der Bank für die Kreditvergabe akzeptieren, andernfalls bekomme ich halt kein Geld. Der Geldgeber setzt die Bedingungen und nicht derjenige welcher was möchte.


    Wir sind derzeit Zeuge nicht nur eines Ablenkungsmanövers, sondern eines Schmierentheaters auf höchstem Niveau, das einzig und allein darauf abzielt, unter bewußter Täuschung der Öffentlichkeit sowohl den politischen "Notwendigkeiten" Frau Merkels als auch Herrn Tsipras zu genügen: Zunächst heftiger Streit in Brüssel, die "Eurogruppe" zeigt ebenso wie die griechische Regierung "klare Kante". Herr Tsipras kündigt - natürlich vollkommen unabgestimmt - ein Referendum an, in dem die griechische Bevölkerung über die unglaublichen Zumutungen der "Institutionen" entscheiden soll. MP Tsipras und seine heldenhafte Schar unbeugsamer Recken empfiehlt unter Bezugnahme auf die "nationale Würde" seinem wankelmütigem Volk die Ablehnung des"erpresserischen" Memorandums der nordischen Barbaren. Gleichzeitig drückt Herr Draghi den griechischen Banken zwar ein klein wenig die Luft ab, dreht ihnen aber durchaus nicht entgültig den Hahn zu, wie er dies eigentlich schon längst hätte tun müssen. Die Griechen haben nun also eine ganze Woche Zeit, zu erleben, wie es sich so anfühlt, vor geschlossenen Banken und leeren Geldautomaten zu stehen. Spätestens am Samstag erkennen sie dann, daß sich allein mit "nationaler Würde" kein befriedigender Wochenendeinkauf tätigen läßt und entscheiden sich dafür, das "Memorandum" nun doch lieber annehmen zu wollen. (Was für ein 11-Millionen-Volk, das in den letzen 34 Jahren durch seine EU-Mitgliedschaft einen Netto-Benefit von mehr als 500 Milliarden erzielt hat, ja auch durchaus nachvollziehbar ist.) Und Simsalabim hat Herr Tsipras seine "Dolchstoßlegende" a la Greece. Er und sein Dorf voller unbeugsamer Griechen wollten ja standhaft bleiben, aber das schwache Volk fiel ihm in den Arm und er ist ja schließlich Demokrat; aber eben doch auch irgendwie der "Che" vom Peleponnes.
    Mutti macht sich dann Sonntagabend im Kanzleramt auch noch einen Piccolo auf, muß sie doch ihrer Wählerschaft immer noch nicht erklären, wo die 90 Milliarden geblieben sind, die sie allein im Falle Griechenlands für die Totgeburt Euro aus dem Fenster geworfen hat. Und dann legt sie sich für Montag den Hosenanzug mit den ganz besonders großen Taschen raus, denn es kostet ja schon ein klein wenig, ein solches Schneeballsystem am Laufen zu halten.
    Der tumbe Michel ( in Griechenland auch als der "Dummfranke", der immer zahlt bekannt) sitzt derweil vor seinem Fernseher, reibt sich verwundert die Augen und begreift wieder einmal nicht, daß er in dieser Schmierenkomödie der Gelackmeierte ist. The same procedure as last year, Miss Angie? The same procedure as every year.

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    ... Gleichzeitig drückt Herr Draghi den griechischen Banken zwar ein klein wenig die Luft ab, dreht ihnen aber durchaus nicht entgültig den Hahn zu, wie er dies eigentlich schon längst hätte tun müssen. Die Griechen haben nun also eine ganze Woche Zeit, zu erleben, wie es sich so anfühlt, vor geschlossenen Banken und leeren Geldautomaten zu stehen. Spätestens am Samstag erkennen sie dann, daß sich allein mit "nationaler Würde" kein befriedigender Wochenendeinkauf tätigen läßt und entscheiden sich dafür, das "Memorandum" nun doch lieber annehmen zu wollen. (Was für ein 11-Millionen-Volk, das in den letzen 34 Jahren durch seine EU-Mitgliedschaft einen Netto-Benefit von mehr als 500 Milliarden erzielt hat, ja auch durchaus nachvollziehbar ist.) Und Simsalabim hat Herr Tsipras seine "Dolchstoßlegende" a la Greece. Er und sein Dorf voller unbeugsamer Griechen wollten ja standhaft bleiben, aber das schwache Volk fiel ihm in den Arm und er ist ja schließlich Demokrat; aber eben doch auch irgendwie der "Che" vom Peleponnes.
    ...


    So ähnlich sehe ich es auch kommen.


    Tsipras bleibt "standhaft" wie ein Fels in der Brandung, lässt das Volk aber gleichzeitig durch vorläufige Schließung der Banken überaus nachdrücklich spüren, welche Folgen dieser Kurs haben wird. Das erschrockene Volk wird (wahrscheinlich) dann doch das geringere Übel wählen und für massive Einschnitte entsprechend den Forderungen der Institutionen stimmen ... und damit Tsipras (er wird sicher hoffen, das es so kommen wird) in den Rücken fallen.


    Das ist aus meiner Sicht


    1. ein ganz faules "Schwarzer-Peter-Spiel" welches auf
    2. einer Erpressung der Bürger (nach dem Motto "wenn ihr nicht zustimmt, seid auch ihr ohne Geld") fußt.


    Unterste Schublade ist diese Aktion ... Tsipras ist in meinen Augen kein Linker, sondern verhält sich vielmehr wie ein kleiner Gauner dritter Klasse. :mad:



    Edit:
    Na ja ... viele mögen die letzten beiden Alternativen für dasselbe halten. :D

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