Re: Kanzlerwahl
ZitatOriginal geschrieben von LordExcalibur
Frage an euch: Wäre das von mir beschriebene Szenario theoretisch denkbar?
Theoretisch ist alles denkbar.
Ich halte das für ausgeschlossen und wenn, wäre es der Sargnagel für die SPD.
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Re: Kanzlerwahl
ZitatOriginal geschrieben von LordExcalibur
Frage an euch: Wäre das von mir beschriebene Szenario theoretisch denkbar?
Theoretisch ist alles denkbar.
Ich halte das für ausgeschlossen und wenn, wäre es der Sargnagel für die SPD.
ZitatOriginal geschrieben von autares
Wird doch eh Neuwahlen geben...
Das kann doch nicht dein Ernst sein. Man kann doch nicht solange wählen lassen, bis den Parteien das Ergebniss paßt. Der Wähler hat gesprochen und dies muß akzeptiert werden. Für taktische Spielchen der Parteien haben die meisten Wähler jetzt kein Verständnis mehr.
Re: Kanzlerwahl
ZitatOriginal geschrieben von LordExcalibur
In den Medien wurde gestern und heute groß verkündet, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Da die Kanzlerwahl noch aussteht und, zumindest theoretisch ja auch die Möglichkeit bestände das SPD, Linke und Grüne alle Steinbrück wählen ist diese Aussage meiner Meinung nach so nicht 100%ig richtig (auch wenn es wohl nicht dazu kommen dürfte).
Frage an euch: Wäre das von mir beschriebene Szenario theoretisch denkbar?
Theoretisch ja, denn die Linken hatten zuletzt erklärt, dass auch einer Tolerierung vorstellbar sei, wenn man sie schon nicht offiziell mit ins rot/grüne Koalitions-Boot nehmen möchte.
Der Haken ist, dass die SPD keine Koalition und keine Tolerierung durch/mit den Linken wünscht. Man würde sich also einer Kanzlerwahl mit Linken-Stimmen verweigern.
Re: Re: Kanzlerwahl
ZitatOriginal geschrieben von Printus
Theoretisch ja, denn die Linken hatten zuletzt erklärt, dass auch einer Tolerierung vorstellbar sei, wenn man sie schon nicht offiziell mit ins rot/grüne Koalitions-Boot nehmen möchte.
Der Haken ist, dass die SPD keine Koalition und keine Tolerierung durch/mit den Linken wünscht. Man würde sich also einer Kanzlerwahl mit Linken-Stimmen verweigern.
Von wann ist Dein Stand? In der Fraktionssitzung der Linken hatten sich ALLE gegen eine Tolerierung ausgesprochen.
ZitatOriginal geschrieben von 7650w
Was die Linke sich da an Jubel aus dem Wahlergebnis rauskonstruiert kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Wahrscheinlich, dass sie weiterhin drittstärkste Partei (CSU jetzt zur CDU gerechnet) sind.
Na ja irgendwie muss man sich ja alles schönreden gell? Wenn man sich die Zahlen mal nüchtern betrachtet sieht es wie folgt aus:
CDU/CSU 41,5 (+7,7%)
SPD 25,7 (+2,7%)
FDP 4,8 (-9,8%)
Linke 8,6 (-3,3%)
Grüne 8,4 (- 2,5%)
AfD 4,7 (+ 4,7 %)
Piraten 2,2 (+ 0,2%)
Wahlbeteiligung ähnlich wie 2009 insofern ähnliche Anzahl von Stimmen zum verteilen. Heißt mal vereinfacht gesprochen:
Die Verluste der FDP verteilen sich auf Abwanderer zur CDU (bzw. weniger Zweitstimmen aus dem Unionslager für die FDP) und zur AfD.
Die Verluste der Grünen gehen an die SPD und die Piraten.
Die Verluste der Linken gehen an die AfD(!) und die SPD.
Wer wie die Linke im Gegensatz zu 2009 mehr als 30% seiner Wähler verliert, der mag sich mit der Oppositionsführerschaft vielleicht noch über den goldenen Blumentopf freuen - unterm Strich ist das aber auch ein schlechtes Ergebnis (insbesondere da man an die AfD verloren hat).
FDP ist der absolute Wahlverlierer - haben es sich aber auch selbst zuzuschreiben.
Die Grünen verlieren im Vergleich zu 2009 auch absolut mehr als 20% an Wählern/innen - konfuses Wahlprogramm und andere Stolpersteine im Wahlkampf sei dank, rutschen damit sogar unter den Wert ihrer "Stammwählerschaft" von um die 10% - desaströses Ergebnis.
SPD hat zwar leicht zugelegt, dass erklärte Wahlziel den Wechsel zu rot-grün deutlichst verfehlt - zweitschlechtestes Ergebnis in einer Bundestagswahl und nun vor dem Dilemma aufgrund der vorangegangenen Ausschlüsse wenn dann nur unter einer großen Koalition mit der Union als Juniorpartner in der Regierung sein zu können. Gewinner sehen anders aus.
Union konnte deutlich zulegen, insofern klarer Gewinner - allerdings fehlt der Wunschpartner FDP insofern auch hier nicht ausschließliche Jubelstürme angebracht.
AfD von 0 auf 4,7% - ebenfalls ein Gewinner, wobei sich hier die Frage nach der Langfristigkeit stellt. Sammelbecken für Wechsel- und Protestwähler. Ggf. in 4 Jahren noch relevant oder aber auch bis dahin komplett wieder von der Bildfläche verschwunden.
ZitatGlaube nicht das diese These stimmt, sonst hätte die SPD diesmal ein anders Ergebniss als etwas mehr als 25 % einfahren müssen. Jetzt ohne große Koalition auch nur gut 2 Prozent mehr, zeigt das die These bei der Schuldfrage so nicht stimmenn kann.
Die Regierungszeit 2005-2009 hat der SPD m.E. den Rest gegeben. Vorher hat sie gezeigt, welche Politik sie mit den Grünen zusammen fahren wird. Das Ergebnis war der Verlust der Mehrheit 2005. Danach hat sie gezeigt, dass sie auch in der Großen Koalition für einen SPD-Wähler nix bringt. Im Gegenteil, Enttäuschungen und Zumutungen am laufenden Band. Bei der CDU ist es die letzten Jahre m.E. auch nicht groß anders gelaufen, die Leidensfähigkeit ist da aber offensichtlich größer. Bei der SPD sind die Wähler dagegen zumindest teilweise von Bord gegangen. Und weil es überhaupt keine Erneuerung in der Partei gibt, haben die auch keinen Anlass, ihre Positionen mal zu überdenken.
ZitatOriginal geschrieben von ChickenHawk
AfD von 0 auf 4,7% - ebenfalls ein Gewinner, wobei sich hier die Frage nach der Langfristigkeit stellt. Sammelbecken für Wechsel- und Protestwähler. Ggf. in 4 Jahren noch relevant oder aber auch bis dahin komplett wieder von der Bildfläche verschwunden.
Wenn Sie keine Siege in Landes- oder Kommunalwahlen vorweisen können und es in 4 Jahren kein Euro-Krisen Thema gibt, gehe ich davon aus, dass die dann verschwinden würden bzw. nicht antreten. Sollten vorher genannte Fälle eintreten, kann ich mir schon vorstellen, dass die 2017 wieder mit dabei sind.
Ich prophezeie der AfD eine ähnliche Entwicklung wie den Piraten. Das miese Abschneiden derer hat zum einen mit der öffentlichen Selbstzerfleischung, zum anderen aber mit den flachen Themen (sofern es welche gab) zutun. Die AfD hat genau ein Thema und das sehe ich in dieser Wahrnehmung äusserst kritisch. Ich schliesse mich da meinem Vorredner an. Wenn die Eurokrise überstanden ist, wird es sehr schwer für diese Partei.
Das die Eurokrise sich in absehbarer Zeit in Luft auflöst glaube ich nicht. Mit der Krise im Euro-Land werden wir noch viele Jahre zu tun haben. Licht imTunnel ist da weit und breit nicht in Sicht.
Meine Güte, hier ist ja so viel geschreiben worden, das dauert Stunden um alles zu sichten während der Arbeit, aber nur soviel vorab:
ZitatIch stelle mir gerade vor, wenn "timba69" die Schlagzeile für eine Tageszeitung von heute schreiben würde, die könnte dann wie folgt aussehen:
Krachende Niederlage für CDU/CSU - Rot-Rot-Grün siegt haushoch.
Nun, die CDU hat dem Ergebnis nix gewonnen, wenn kein Partner bereitsteht. Wenn die SPD nicht so dämlich gewesen wären, alle Koalitionen ausschliessen, währen sie der Gewinner (sind die Linken (incl. Grüne) eigentlich auch, da sie die Mehrheit im Parlament haben). Also kommt linke Politik eben doch gut an. Die Herren Parteivorstände müssen nur über ihre Schatten springen und ihre Positionen in einem Kompromiss unterbringen, darum geht es nämlich.
Eigentlich hätte ich Merkel, wenn dann, die absoulte Mehrheit mit der CSU zusammen gewünscht, denn wer alleine regiert kann keinen anderen für seine Fehler verantwortlich machen.
Was die CDU mit ihren zukünftigen (schwachen) Koalitionspartnern machen würde, kann man gerade live bei der FDP verfolgen. Die SPD und Grüne wären dumm, da mitzumachen.
Was mich auch gleich zu Printus bringt:
Grundsätzlich stimme ich dir zu. Nicht die CDU hat gewonnen, sondern Merkel und ihre merkwürdige Art der Regierungführung. Das war ein Personenwahlkampf. Die CDU war so inhaltsleer und ohne wirklichen Plan für die zukunft, das nur übrigblieb, Merkel und Kanzler auf die Plakate zu drucken.
In ein paar Monaten wird das anders aussehen, wenn z.B. die ersten Zahlungen an Griechenland fällig werden, etc. Da werden die Menschen sehen, das die CDU/CSU keine Visionen für die Zukunft hat, wie es früher einmal war.
(Dabei sollte man nicht vergessen, dass sich die CDU neben einem Koalitionspartner auch mit der CSU rumschlagen muss, denn die sorgt erst für die richtig guten Ergebnisse. DAS weiß die CSU auch.)
Was mich direkt zu Nordisc bringt:
ZitatIch prophezeie der AfD eine ähnliche Entwicklung wie den Piraten. Das miese Abschneiden derer hat zum einen mit der öffentlichen Selbstzerfleischung, zum anderen aber mit den flachen Themen (sofern es welche gab) zutun. Die AfD hat genau ein Thema und das sehe ich in dieser Wahrnehmung äusserst kritisch. Ich schliesse mich da meinem Vorredner an. Wenn die Eurokrise überstanden ist, wird es sehr schwer für diese Partei.
Eurokrise vorbei? Wann? 2022? Die nimmt schon wieder Fahrt auf. Das bemerkt ihr nur scheinbar nicht. Selbst die EZB und die Bundesbank warnt schon wieder.
@all:
Ich finde es einen wirklich traurigen Abend für die Wähler und Deutschland. Dass die FDP (die wirklich eine wichtige Rolle spielte und eine gute Parteigeschichte hat!) nicht mehr im Parlament sitzt, sagt alles über den Zustand des Landes aus.
So werden wir alle Nachteile der CDU ohne den einen Vorteil (!) der FDP kriegen — Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Viel gerissen hat die zwar nicht, aber ohne sie wären einige Dinge glaube ich noch schlechter gelaufen.
Aktuell sind min. 15% der Wähler nicht im Parlament vertreten (AFD, FDP, sonstige), dazu kommen noch die Nichtwähler.
Man sollte über eine Absenkung der 5% Hürde auf die 3% Hürde nachdenken.
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