Bundestagswahl 2013

  • Innenpolitik ist sicher ein ganz großes Thema aber wenn man bedenkt das unsere Regierung uns mit über 700Milliarden für die Euro Rettung haftbar gemacht hat und nun der Deckel draufgehalten wird bis nach der Wahl der große Schuldenschnitt präsentiert wird....


    Oder das Deutschland eines der letzten Länder ist bei denen Abgeordnetenbestechung immer noch nicht gem. UN Konvention bestraft wird und somit die Lobyisten der Glückspielindustrie, Pharmakonzerne, Stromkonzerne munter unser Leben über "Spenden" und Bestechung bestimmen...


    Dann könnte man erst "wahnsinnig" werden - :-( In Bayern gibt es die freien wähler die hier bis jetzt noch ganz gut dagegen agieren...aber auf Bundesebene ? Alternative für Deutschland? Da hab ich mich allerdings noch nicht damit auseinandergesetzt.

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Wenn Du auf Gewinnmaximierung abzielst, bin ich bei Dir.
    Es gibt aber eben Branchen und Tätigkeiten, die nicht genug Ertrag abwerfen bei einfachen Tätigkeiten. Um diese Jobs geht es und diese Jobs würden dann abwandern in andere Länder.
    Beim Dienstleistungssektor sind eher wir Kunden das Problem, da wir nicht bereit sind mehr zu zahlen.


    Was soll da groß abwandern? Richtig schlecht bezahlt wird bspw. bei Friseuren, Wachschützern, Paketdiensten und Alten/Heim-Pflegerinnen. Diese Arbeit wandert defeinitiv nirgendwo hin ab. Oder wir fliegen irgendwann nach Singapur zum Haare schneiden oder schieben unsere Großeltern ins Heim nach Bangladesh ab.
    Was heißt überhaupt "... Tätigkeiten, die nicht genug Ertrag abwerfen ..."? Entweder eine Arbeit ist notwendig oder nicht. Weshalb soll das Hintern abwischen im Altersheim geringwertiger sein, als aufschwatzen von Versicherungen?



    Gruß Kai

  • bernbayer:


    Zitat

    Bevor Du andere angehst, solltest Du erst mal Deine eindeutig falsche Behauptung über die Nicht-Erhöhung der Beamten-Pensionen in den letzten 10 Jahren richtig stellen.


    "Angehst"? Wo denn? Das hier war doch deine Aussage, oder?:


    Zitat

    Der Aufschrei und Widerstand der Gewerkschaften und der Sozis wäre doch da so rießengroß gewesen


    darauf habe ich gesagt, dass ein Aufschrei der SPD (Linken) gerechtfertigt gewesen wäre; und habe mich über das (abwertende) Wort "Sozis" in diesem Zusammenhang "gewundert"


    Zitat

    Der Aufschrei der "Sozis" (alleine die Wortwahl!) wäre gerechtfertigt gewesen



    PS: Deine Beamtennummer habe ich schon längst beantwortet. Also, gerne locker bleiben.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Mozart40
    Was soll da groß abwandern? Richtig schlecht bezahlt wird bspw. bei Friseuren, Wachschützern, Paketdiensten und Alten/Heim-Pflegerinnen. Diese Arbeit wandert defeinitiv nirgendwo hin ab....
    Gruß Kai


    Dann ist Deine Wirtschaftswelt aber sehr klein.
    Der ganze Produktionssektor. Oder um bei Deinem Friseur zu bleiben, die Abwanderung in Schwarzarbeit oder das Ändern der Schneideintervalle.
    Oder was glaubst Du, warum die Billigfriseure so beliebt sind? Ich sage ausdrücklich, dass ich persönlich das weder gutheisse, noch mich so verhalte. Realität ist es allemal.


    Übrigens:
    Wachleute und Pflegebranche haben allgemeinverbindliche Löhne.


    Sicherheitsdienstleistungen, Deutschland
    - TV zur Regelung der Mindestlöhne vom 11.2.2011, verbindlich ab 1.6.2011 durch die
    Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für Sicherheitsdienstleistungen vom
    5.5.2011 (BAnz. Nr. 72 vom 11.5.2011 / S. 1692). Die Verordnung tritt am 31.12.2013
    außer Kraft.


    Pflegebranche, Deutschland
    - Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Pflegebranche vom 15.7.2010
    (BAnz. Nr. 110 vom 27.7.2010 / S. 2571). Die Verordnung tritt am 1.8.2010 in Kraft und
    am 31.12.2014 außer Kraft.

    Beste Grüße
    W.


  • Garnichts hast du beantwortet, sondern nur mit Nebelkerzen reagiert. Lege eine Quelle vor, solange du das nicht machst bzw.nicht kannst, ist da garnichts beantwortet.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Dann ist Deine Wirtschaftswelt aber sehr klein.
    Der ganze Produktionssektor. Oder um bei Deinem Friseur zu bleiben, die Abwanderung in Schwarzarbeit oder das Ändern der Schneideintervalle.


    So gesehen hast du natürlich Recht, ich hatte die Abwanderung nur in Form von "hier Arbeitsplatz dicht, dort in China entsteht neuer Arbeitsplatz" betrachtet. Die Frage ist halt, ob wenn mehr verdient, weniger gespart wird. Also eine Steigerung der Schwarzarbeit nicht zwingend notwendig ist und das zusätzliche Geld wieder investiert wird. Davon würde wiederum der Staat in Form von Zinseinnahmen profitieren.



    Gruß Kai

  • Zitat

    Original geschrieben von Mozart40
    Die Frage ist halt, ob wenn mehr verdient, weniger gespart wird.


    Ich denke wir sind uns alle einig, dass die Gruppe der vom Mindestlohn betroffenen die ganze Kohle postwendend in den Binnenmarkt schieben.
    Keynes lässt grüßen.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Dennoch müssen wir uns aber bei den Lohnstückkosten mit den Chinesen messen. Thema Globalisierung.


    Was wir müssen ist, im Hinblick auf Technologie, Forschung und Entwicklung besser zu sein als die Chinesen. Der Wettbewerb kann nicht darüber ausgefochten werden, wer am billigsten irgendeinen Schrott produziert.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Da bin ich grundsätzlich bei Dir.
    Allerdings vereinfachst Du das Ganze ala Linke ("Genug gelabert...")


    Weil es so einfach ist. Das Lohngefüge in diesem Land passt nicht mehr, die Schere zwischen arm und reich geht zu weit auseinander. Das bezieht sich sowohl auf Arbeitseinkommen als auch - noch viel mehr - Vermögensgewinne.


    Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Konzernboss um den Faktor 3000 mehr verdient als das Durchschnitts(!)einkommen der anderen Mitarbeiter. So viel Leistung und Verantwortung kann er nicht erbracht haben im Vergleich zu anderen Mitarbeitern in dem Unternehmen, die ebenso Verantwortung tragen, täglich ihren Arbeitstag dort verbringen und genauso für den Unternehmenserfolg arbeiten.


    Zugleich gehen immer mehr Menschen Vollzeit arbeiten, schuften dabei in aller Regel sogar in unangenehmen, schweren Jobs, und verdienen nicht mal das Existenzminimum. Das geht einfach nicht weil es das ganze Gefüge durcheinanderbringt. Der Lohn für die Arbeit steht hier nicht mehr im Zusammenhang mit der Leistung, die jemand erbringt.


    Wenn man das nicht als grundsätzliches Problem erkennt, versteht man eine Gefahr nicht, die unsere Gesellschaft zerreißen wird, wenn es so weitergeht.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Es gibt aber eben Branchen und Tätigkeiten, die nicht genug Ertrag abwerfen bei einfachen Tätigkeiten. Um diese Jobs geht es und diese Jobs würden dann abwandern in andere Länder.
    Beim Dienstleistungssektor sind eher wir Kunden das Problem, da wir nicht bereit sind mehr zu zahlen.


    Wir leben in im Kapitalismus und in einer Marktwirtschaft. Damit gilt, dass diejenigen, die nicht konkurrenzfähig sind, vom Markt verschwinden. Das mag an der einen oder anderen Stelle Jobs kosten, aber das Prinzip muss gewahrt bleiben um den Markt nicht zu verzerren. Das passiert im Augenblick nämlich nur immer ausgerechnet dort, wo es zugunsten gewisser Profiteure geht.
    Ein Aufstocker braucht seinen Job nicht, der bekommt das gleiche Geld auch als Grundsicherung ohne dafür einen überflüssigen Job zu machen. Wieso soll der Job erhalten werden und warum soll die Gesellschaft ein Unternehmen alimentieren, dass offenbar nicht marktfähig ist? Deswegen ist das immer Schwachsinn, mit den wegfallenden Jobs zu argumentieren.


    Und du wirst sehen: die Leute zahlen problemlos mehr für den Friseur. Oder sie lassen es und laufen zukünftig als Zottel durch die Welt - was aber vermutlich nicht passieren wird. Wer selber genug verdient hat auch genügend Geld in der Tasche um den Friseur angemessen zu bezahlen, auch legal mit Steuern und nicht schwarz.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Es ist leider so, dass die paar Manager mit ihren überhöhten unanständigen Gehältern nicht ins Gewicht fallen, die Masse sehr wohl.
    Bei den Steuereinsammlern ist es ja ähnlich. Oder warum glaubst Du, wollen die so weit in die Mittelschicht abgreifen?
    Viele x wenig ist halt mehr als sehr wenige x viel.


    Finanziell betrachtet ist das so, aber es geht auch um Gerechtigkeit und ein nachvollziehbares Gefüge. Wenn Leute in immer stärkerem Umfang nur noch prekäre Arbeitsverhältnisse bekommen - und das Wachstum des Niedriglohnsektors wurde schon oft beschrieben und ist der Grund für die ach so tollen Beschäftigungszahlen - dann steckt keine Substanz hinter den Erfolgsmeldungen. Die Leute sind demotiviert, identifizieren sich nicht mit dem Arbeitgeber, es ist ihnen egal wenn etwas schief geht, denn sie haben wenig zu verlieren.
    So kann eine Gesellschaft nicht bestehen. Die Leute müssen für die Demokratie und den Staat eintreten, dahinterstehen. Alles andere ist gefährlich. Da braucht nur ein neuer starker Mann auftauchen, predigt Wohlstand für alle, und schwups, haben wir den nächsten Radikalen am Start, der ins Verderben führt.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Nur zur Definition: Wo beginnt bei Dir das obere Ende mit zu viel Bezahlung in Relation zur Leistung?
    Wie definierst Du Existenzminimum?


    Ich kann (und will) das nicht in konkrete Zahlen pressen. Aber die Menschen müssen sich mehr leisten können als täglich Nudeln mit Tomatensoße, womit sie rein physisch überleben. Wer arbeitet muss sich davon auch belohnen können, so dass Arbeit und Anstrengung dem Wohle des Unternehmens, dem Gemeinwohl (Steuereinnahmen) und auch dem eigenen Wohl dienen. Der eine mag in Urlaub fahren, der andere ein Gartenhaus kaufen, der nächste macht nen Segelschein... Jeder wie er mag.


    Das Prinzip ist, dass man "leben" kann und nicht nur "existiert". Dann sind Menschen zufrieden und empfinden unsere Demokratie als lebens- und schützenswert. Das empfinden inzwischen aber leider immer weniger Leute so und es ist verständlich, denn es wird immer schwieriger, zufrieden zu sein. Wie du ja richtig schriebst, es ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der nutznießt, die große Masse zahlt die Zeche.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...


  • Ganz so einfach ist es nicht. So manchner läßt sich dann halt die Haare von einen Schwarzarbeiter(in) schneiden. Jeder von uns möchte einen angemessenen Lohn, was ja auch völlig legitim ist. Auf der anderen Seite herrscht aber auch die "Geiz-ist Geil"-Mentalität. Da werden dann Klamotten z.B. bei KIK gekauft, welche zu Hungerlöhnen in der dritten Welt produziert werden und dann hier durch schlecht bezahltes Verkaufspersonal an den Mann oder Frau gebracht werden. Wir kaufen fast alle bedenkenlos bei diversen Online-Händlern ein um ja keinen Euro zuviel auszugeben, der Händler vor Ort mit teueren Fachpersonal bleibt dann auf der Strecke. Ich will damit nur sagen, wir müssen uns schon auch selber fragen, ob wir zu der geschilterten Situation nicht auch ein gutes Stück selber beitragen. Einen guten Lohn bekommen, aber selber immer nur nach dem am billigsten kaufen, das kann auch nicht funktionieren.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

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