ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
"Der Politikwissenschaftler Klecha erklärte, CDU und CSU hätten noch vor nicht langer Zeit Vergewaltigung in der Ehe ... nicht für strafwürdig befunden. ...
Auch wenn das für mich in die Kategorie "Ado Goldkante" fällt (die Wichtigkeit einer solchen Strafrechtsrefrom kann man daran ermessen, wie viele Urteile auf dieser Basis gefällt wurden - ich behaupte: einstellig):
Körperverletzung in der Ehe war auch vorher schon strafbewehrt. Das besondere beim sogenannten "Vergewaltigungsparagraph" ist die Umdrehung der Beweislast.
Vorher ging der Gesetzgeber grundsätzlich (zu Recht) davon aus, dass Sexualität ein normaler Bestandteil einer anerkannten Partnerschaft (Ehe, eingetragene Partnerschaft) ist.
Wenn also jetzt einer der Partner behauptet: bis gestern Mittag waren wir uns einig, dass wir zusammen Sex haben, aber am Abend habe ich dann beschlossen, keinen Bock mehr zu haben und deswegen war der abendliche Beischlaf eine Vergewaltigung - wie will ein Gericht darüber urteilen? Die Tat-Feststellung ist faktisch unmöglich, wenn nicht ergänzende äußere Umstände vorliegen (Körperverletzung, Trennungszeit...).
In einer Partnerschaft, die ohne sichtbare Vorkommnisse ist, ist es praktisch unmöglich festzustellen, ob zum Zeitpunkt der sexuellen Handlung Einvernehmen bestand oder nicht oder ob einer der Partner im nachhinein beschließt, dem anderen eins reinzuwürgen.
Durch die Reform wurde jetzt faktisch festgelegt, dass zu einer Klageerhebung keine besondere Glaubwürdigkeit mehr erforderlich ist. Der beschuldigte Mann muss im Rahmen des Gerichtsverfahrens nachweisen, dass die Frau lügt. Ich habe damals Interviews mit (zugegeben: radikalen) Emanzen ("Frauenrechtlerinnen") gelesen, die das ganz offen verteidigt haben. So im Sinne vor: "Wenn eine Frau im nachhinein das Gefühl entwickelt, eine sexuelle Handlung nicht gewollt zu haben, dann ist der Mann daran Schuld, dass die Frau dieses Gefühl entwickelt hat und muss auch dafür bestraft werden."
Ich brauche wohl nicht zu sagen, was ich von solchen Thesen halte.