ZitatOriginal geschrieben von derAL
Oftmals besteht der Glaube, dass man mit 'einem Gang nach Canossa' was bewegen kann. Im Sinne von 'wir haben es verstanden, räumen es ein, machen eine 180-Grad-Kehrtwende, ziehen uns ein Jahr zurück, kreieren etwas Neues, fangen jetzt von vorne an und das kommt beim Kunden dann gut an'. Manchmal erreicht man mit solchen Wendemanövern tatsächlich eine Trendwende. Wenn man es gut getimed und ganzheitlich richtig macht.
Das ist ja durchaus verständlich. Ich bezweifle aber, dass das wirklich durchdacht war.
Womit wollte denn WP punkten ? Mit einfach und anders und smooth und ...
Das war aber nicht mehr neu. Das hätte vielleicht in der Vor-Iphone Ära funktioniert aber mit diesem Slogan hatte schon das IPhone Erfolg. Damit konnte man die Nutzer nicht mehr reizen.
Nokia und MS hatten also die bloße Hoffnung, dass durch Zufall genau diese Kombination einschlägt. In Anbetracht, dass MS und auch Nokia garantiert teure Marketing und Kunden Zufriedenheits Abteilungen betreiben, war das schon ein sehr kühner Plan.
Dieses 180 Grad Wendemanüver und der Gang nach Canossa Plan hätte also mehr Sinn gemacht, wenn man nach dem Mia Culpa in den nächsten 1-2 Monaten konkurrenzfähige Geräte gehabt hätte. Unterstützt mit einer beispiellosen Werbekampagne, die diese "Wir haben verstanden" Mentalität auch glaubhaft und medienwirksam in Szene gesetzt hätten.
So hat das aber einen sehr unausgereiften Eindruck gemacht, sowohl von Nokia, als auch von MS, als auch von beiden als Partner. Große gemeinsame Strategien gab es wohl nicht.
Mit aller Deutlichkeit. Deine Ausführen sind verständlich. Aber Nokia stand 1 Jahre (und das 2. dann auch) im luftleeren Raum und mitten im größten Einbruch wurde der Konkurrenz das Feld überlassen und die letzten treuen Kunden auch noch vertrieben. In der Tech Branche ist das tödlich, wo es häufig schon schwer ist, überhaupt den Anschluss zu halten.
Blackberry hat übrigens gerade das gleiche Problem. Wo war denn dieses medienwirksame "Aha" Erlebnis ?
So etwas kann man sich erlauben, wenn man den "Stein der Weisen" gefunden hat.
Elop mag nicht alleine schuld sein aber einen Visionär würde ich ihn auch nicht gerade nennen. Vielleicht könnte man "solide" noch durchgehen lassen. Vielleicht hatte er auch nur nicht genügend Macht, um sich durchzusetzen aber dann wäre er auch für MS nicht der Richtige.
Ich bin immer noch der Meinung. Das Ausmisten in einem Unternehmen ist immer noch wichtig. Schlechte Manager erkennt man aber immer noch daran, dass außer dem "Gesundschrumpfen" und den damit verbundenen leichten Erfolgen wenig brauchbares kommt. Der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht am Gesundschrumpfen, sondern an marktfähigen Produkten und die Investition darin.
VG