Mal davon abgesehen ist die Frau Schwarzer doch nicht die Einzige die über die Presse schimpft. Das tun doch alle Persönlichkeiten bei denen die Presse "Unzulänglichkeiten" aufdeckt. Egal ob Schwarzgeld, Doktortitel oder andere Dinge die "nicht ganz sauber" gelaufen sind. Ich nehme sowas schon lange nicht mehr ernst.
Alice Schwarzer und ihre Steuermoral
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Original geschrieben von mumpel
Mal davon abgesehen ist die Frau Schwarzer doch nicht die Einzige die über die Presse schimpft. ...
Das ist richtig.Aber gerade als Medien-Vollprofi müsste sie wissen, dass sie sich im gegebenen Fall dümmer gar nicht hätte verhalten können. Ob sie sich im Recht fühlt oder es gar ist, spielt in der gegenwärtigen öffentlichen Debatte doch kaum eine Rolle. Moralisch hatte sie sich falsch verhalten - daran ändert auch die strafbefreiende Selbstanzeige nichts, die allein das Verhältnis zwischen Steuerprflichtigem und Staat regelt.
Wäre sie medienwirksam rot angelaufen ... vielleicht dazu noch hätte ein Tränchen kullern lassen ob ihrer Jugendsünde, aus der sie nachher nicht mehr rauszukommen wusste ... und dazu gestanden hätte, dass sie nun endlich doch hätte reinen Tisch machen wollen ...
... wäre dieses Thema bald vergessen. Mit viel Geschick hätte sich "echte" Reue (
) vielleicht sogar noch gut verkaufen lassen. Ein glaubthaft vorgetragener Wandel vom Saulus zum Paulus hat schon manchem gut gestanden.Glücklicherweise ( :p ) ist es dazu jetzt zu spät. So intellektuell wie sie sich wähnt, scheint sie dann doch nicht zu sein. Selbstüberschätzung halt ...
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Original geschrieben von bernbayer
Was Frau Schwarzer angeht muß man feststellen das sie zwar Täter ist aber zugleich auch Opfer. In ihren Fall wurde rechtswidrig das Steuergeheimis verletzt und ihre Privatsphäre dadurch verletzt. Man muß ihr auch zugute halten, daß sie im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten reinen Tisch gemacht hat. Die Aufregung über Frau Schwarzer ist völlig unbegründet und pure Heuchelei. Moralisch verwerflich ist das Verhalten des Spiegel das er den Fall Schwarzer öffentlich gemacht hast, obwohl hier ohne Verletzung des Steuergeheimisses diese Informationen nicht zugänglich gewesen wären..Der Spiegel hat das Steuergeheimnis nicht verletzt, er ist nicht das Finanzamt. Der Spiegel hat nur berichtet - und das darf er. Eine moralische und rechtliche Verfehlung von jemandem, der sich seit Jahrzehnten als Moralapostel aufspielt, ist von öffentlichem Interesse. Insofern hat der Spiegel journalistisch korrekt gehandelt.
Von der rechtlichen Seite her ist der Fall mit der Nachzahlung der nicht verjährten Steuerschuld erledigt. So einfach ist es aber moralisch nicht abzutun. Jemand, der seit Jahrzehnten mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs ist und dann Mist baut, muss schlichtweg damit rechnen, dass das Häme hervorruft. Und ich füge hinzu: zu Recht!
Man kann nicht jahre-, jahrzentelang immer wieder moralisieren, und wenn man dann selber Mist baut und an moralischen (nicht nur rechtlichen) Maßstäben gemessen wird, sich zum Opfer einer angeblichen Kampagne machen. Das ist lächerlich, unpassend und ruft nur noch mehr Häme hervor.Simpel formuliert: Wer einen dicken Arsch hat, braucht eine große Hose.
Dass jemand, der seir Jahrzehnten Medienerfahrung hat, dieses nicht kapiert und sich so ungeschickt falsch verhält, ist schon bemerkenswert. So blöd kann man sich doch eigentlich nicht mal in einer ersten Schockreaktion verhalten... Aber scheinbar doch, wie der Fall beweist.
ZitatOriginal geschrieben von bernbayer
Manche Journalisten hätten sich besser um ihren Berufskollegen den früheren Zeit-Herausgeber Theo Sommer und dessen Steuerfall kümmern sollen, dann wären sie auch glaubwürdiger wenn sie über andere Steuerfälle berichten.Der Mann steht erstens nicht so im Rampenlicht wie Frau Schwarzer, spielt obendrein nicht seit Jahren öffentlichkeitswirksam die moralische Instanz mit dem erhobenen Zeigefinger. Und er wird im Augenblick auch immer wieder genannt, genauso wie Hoeneß.
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Frau Schwarzer verhält sich ja so,als hätte sie die Schuld an der Gesellschaft beglichen,jedoch ist die deutsche Gesetzgebung hier ziemlich lasch (das wollte die SPD eigentlich ändern - durch GroKo ist das angeblich jetzt erledigt):
-die strafrechtliche Relevanz ist auf 5 Jahre beschränkt,dann tritt die Verjährung ein
-die Zahlung hinterzogener Steuern (samt Zins und Zinseszins) ist auf 10 Jahre ausgelegt,alles andere verjährt auch hier.
Im vorliegenden Fall konnte Frau Schwarzer die Strafe komplett umgehen,weil sie durch das Scheitern des Steuerabkommens zwischen D und CH öffentlich gewarnt wurde,und durch eine Selbstanzeige die absehbare Aufdeckung verhindert hat.
Das Geld war seit den 80er Jahren dorthin geleitet worden und somit um die 30 Jahre lang,die Steuerlast wird aber nur der letzten 10 Jahre eingefordert.
Eine somit ziemlich lasche Angelegenheit für Personen,die unmittelbar davon ausgehen mussten,dass ihre Anlagen in der CH bald entdeckt werden.
Bei Laufzeiten um die 20,30,40 Jahre dürfte trotz jetzt aufkommender Steuerschuld immer noch ein dickes Plus erwirtschaftet worden sein.

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Zitat
Original geschrieben von bernbayer
Die Aufregung über Frau Schwarzer ist völlig unbegründet und pure Heuchelei.Du hast da einen Fehler im Satz. Es muss heißen:
"Die Aufregung Frau Schwarzer´s ist völlig unbegründet und pure Heuchelei."
Solche selbsternannte Moralapostel kann man nicht genug an den Pranger stellen, um ihre doppelte Moral und Heuchlerei bloß zu stellen. Sie selbst haben es bei anderen ja auch oft und gerne getan. Nein, wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es daraus zurück. Aber das ist ja öfter so, dass die, die austeilen, nichts einstecken können und sich dann benehmen wie ein Kleinkind, welches man den Lutscher weggenommen hat.
Von daher sollte die Dame sich mal als gute Verliererin zeigen und es nehmen wie ein Mann ... :p

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Original geschrieben von Merlin
Von daher sollte die Dame sich mal als gute Verliererin zeigen und es nehmen wie ein Mann ... :p



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Original geschrieben von handyman1981
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Das Geld war seit den 80er Jahren dorthin geleitet worden und somit um die 30 Jahre lang,die Steuerlast wird aber nur der letzten 10 Jahre eingefordert.Eine somit ziemlich lasche Angelegenheit für Personen,die unmittelbar davon ausgehen mussten,dass ihre Anlagen in der CH bald entdeckt werden.
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Zumal die Einrede der Verjährung eine rein fakultative ist.Der (Steuer-) Schuldner kann (aktiv) den Einwand der Verjärung erheben, er muss es aber nicht.
Will heißen:
Grundsätzlich ist der Schuldner auch nach Ablauf der Verjährungsfrist noch zur Zahlung verpflichtet - die Forderung erlischt nach Ablauf einer Verjährungsfrist in aller Regel nicht. Der Schuldner hat aber die Möglichkeit, die Zahlung (zu Lasten des Gläubigers) durch Erhebung der Verjährungseinrede zu verweigern.Sie hat also nur das allernotwendigste nachgezahlt - echte Reue gegenüber dem Staat und der Gesamtheit der Steuerzahler sieht anders aus. Ein wirklich Reumütiger könnte als Zeichen der Wiedergutmachung auf die Geltendmachung solcher (formalen) Rechte gegenüber den Geschädigten verzichten.
Das hat sie aber nicht. Wer einem Opfer gegenüber nur die notwendigsten Zahlungen erbringt und im übrigen die Verjährung einwendet, kann das natürlich tun. Eine Vorbildfunktion hat das sicher nicht, und Anstand sieht für mich auch anders aus.
Hier zeigt Frau Schwarzmoos ihr wahres Gesicht und ihren Charakter... auch, wenn die Verweigerung der Zahlung "ihr gutes Recht" ist. Sie hätte aber genau so das Recht, den letztlich betrogenen ehrlichen Steuerzahlern ihren vollen Schaden zu ersetzen - das empfände ich als anständig. Geht es ums Geld, hört der Anstand halt auf.
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Zitat
Original geschrieben von bernbayer
Die Aufregung über Frau Schwarzer ist völlig unbegründet und pure Heuchelei.
Ansichtssache.
Die Steuerhinterziehung über Jahrzehnte hinweg ist das eine - auch im Hinblick auf die störrisch eingeforderten Landeszuschüsse für den FrauenMediaTurm.
-> Nehmen aber nicht geben wollen, was das steuerliche anbelangt.Das andere ist (wie Frank ganz richtig geschrieben hatte) das kräftige austeilen gegenüber allen, die eine andere Meinung als sie vertreten. Wird sie kritisiert, ist das Rufmord (die historisch vorbelasteten Analogie in ihrem Blogeintrag gegenüber der Presse zeigt, wie wenig ihr die eigene Medizin schmeckt).
-> Austeilen aber nicht einstecken können, was das charakterliche anbelangt.Die Süddeutsche hatte sie 2010 in einem Interview gefragt, ob Männer die Finanzkrise zu verantworten haben. Ihre Antwort:
"Wer das nicht sehen will, dem ist nicht zu helfen. [...]Dabei geht es natürlich um Profit.[...]. Diese Männer haben längst den Bezug zum Leben verloren. Sie klicken virtuelle Summen mit sechs, sieben, acht Nullen - und wundern sich, wenn sie plötzlich vor den realen Scherben stehen. Das Katastrophale ist, dass Millionen Menschen das dann mit ihren Steuern und ihren Jobs ausbaden müssen."
Mag inhaltlich richtig sein, aber vor dem Hintergrund das sie ihre Schäfchen in Sicherheit gebracht hat - und sich dann über die Profitgier derbösenMänner aufregt...ist mMn nicht gerade integer.
-> Wasser predigen und Wein trinken, was das moralische anbelangt.Für mich ist der eigentliche Skandal nicht das Konto in der Schweiz (fast jeder hat schonmal Steuern "vermieden"), sondern die anderen beiden Punkte.
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Kann mich bochumer-22 nur anschließen. Ich persönlich habe etwas gegen Menschen, die gerne austeilen und mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwelche Schandtaten anprangern. Meistens haben aber die anprangernden Personen massiv Dreck am Stecken und das entlarvt ihren eigenen Charakter.
Hoffentlich wird sie nie wieder zu Talkshows eingeladen und versaut somit vielen vielen Menschen nicht mehr den Fernsehabend mit ihren Schmarrn...
Zum Thema "Stiftung" (Wäre interessanter 1 Million € direkt zu verteilen an Projekte, die ihr am Herzen liegen)... Wahrscheinlich hat sie keine Erben (vielleicht hat sie mit denen auch Streit) und weiß nicht so recht wohin mit dem Geld. Wieder mal getrieben von purem Eigennutz eine positive Schlagzeile zu bekommen und dann hats wahrscheinlich auch noch steuerliche Gründe... -
Zitat
Original geschrieben von FloHech
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Hoffentlich wird sie nie wieder zu Talkshows eingeladen und versaut somit vielen vielen Menschen nicht mehr den Fernsehabend mit ihren Schmarrn ...
Mach Dir keine allzu großen Hoffnungen. Das Beispiel Friedmann zeigt, dass wirklich jeder nach einer Weile wieder als "hoffähig" angesehen wird. Der ist zwar nicht mehr so häufig zu Gast und nicht mehr so vorlaut ... bei Alice Schwarzer dürften wir auf letzteres aber keineswegs hoffen. Sie wird uns sicher nicht erspart bleiben.Wenn wir Pech haben ist sie jetzt in ihrer Rolle als Verfechterin allgemeiner Persönlichkeitsrechte und Retterin der Menschheit (zu der dann vielleicht auch Männer zählen) noch häufiger zu sehen.

Edit:
Gestern rief bei Domian eine alte Weggefährtin von Frau Schwarzmoos an, um das Schicksal dieser gebeutelten Seele zu bejammern. Von staatlicher Verfolgung war die Rede ... vom Zwang, der hiesigen Verfolgung durch Auswanderung in die sichere Schweiz zu entgehen (das Geld hatte sie schon einmal vorgeschickt) ... von Schwarzers selbstloser Geste, dann doch zu bleiben und der drohenden Gefahr ins Auge zu sehen ... und ernst meinte sie das dann auch noch.Ich sehe Domian zwar nicht allzu häufig ... gestern aber erstmals vollkomen fassungslos und mit einem Gesicht, das die Farbe zu wechseln drohte.

Meine Herren gab von ihm Gegenwind ... wobei sein Argument, dass er politische und/oder ethnische Verfolgung in Deutschland ganz anders als bei Frau Schwarzer in Erinnerung habe, nur eines von zahlreichen zutreffenden war, die die Anruferin überhaupt nicht gelten lassen wollte. Irgendwann hat Domian sie dann abgewürgt, weil sie für kein einziges seiner Argumente zugänglich war und die Veranstaltung zu einer "One woman show" zu werden drohte.
Da wird die Anruferin vom Geschlecht der Männer wieder mächtig enttäuscht sein und die Meinungsfreiheit im ganzen Land als bedroht ansehen. Hier zeigt sich wieder an einem richtig passenden Beispiel, was Alice Schwarzer unter den Begriff "Emanzipation" subsumiert.

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