Im Moment ist es Thema auf ZDF bei Maybritt Illner.
Landtagswahl Thüringen 2014
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Ich verstehe die Gauck'schen Vorbehalte nicht. Die Überlegung, ob die Linkspartei schon nach 25 Jahren reif für die Übernahme von Regierungsverantwortung auch in höchster Position ist, weil die alten Kader langsam ausscheiden, relativiert sich vor der Tatsache, dass in der Stadt, die ich nach der Wende als "Neubürger" für zwei Jahre zum Zweitwohnsitz hatte, die SED/PDS gleich nach der Wiedervereinigung auf knapp 28% kam. Und damals bestand der Laden ausschließlich noch aus alten Kadern.
Nur per Taschenspielertrick und einer konzertierten Aktion gelang es den "demokratischen" Parteien, einen Oberbürgermeister von der PDS/SED zu verhindern. Freuen durfte sich dann der Kandidat der drittstärksten Fraktion.
So sehr ich unter Berücksichtigung von Gaucks Vergangenheit Verständnis für seine Sichtweise habe (das praktizierte DDR-Unrecht ist mir aus meiner damaligen Tätigkeit durchaus bekannt), wird man Verständnis dafür haben müssen, dass ein nennenswerter Teil der Bevölkerung der östlichen Bundesländer nach wie vor eine Regierungsverantwortung der Linken wünscht, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verfassungswidriger handelt, als andere Parteien auch.
Selbst bei Bürgern, die das von der SED verübte Unrecht noch persönlich miterlebt haben, gibt es eine nennenswerte Zahl, die die Politik dieser Partei unterstützen. Ist sie zum Zeitpunkt der Wahl nicht verfassungswidrig, wird das ein guter Demokrat akzeptieren müssen.
Weil die Kritik Gaucks nicht im Vorfeld der Wahl das Stimmungsbild in der Bevölkerung beeinflussen konnte (so klug ist er), sehe ich ihm seine kurzfristige persönliche Schwäche (sich in die Tagespolitik eingemischt zu haben) nach. Auch der Bundespräsident ist nur ein Mensch, dem es gelegentlich zugestanden werden muss, seine Lebensweisheiten einzubringen. In seinem Fall sind diese nun einmal (auch) politischer Natur - und niemand wird verlangen dürfen, dass er seine Vergangenheit "ausradiert", solange er sein Amt bekleidet.
Einen Ministerpräsidenten der Linkspartei wird die Republik aushalten müssen und auch können. Wie gut er die Geschicke des Landes leitet wird sich zeigen ... mich trägt die Hoffnung, dass die Linkspartei durch diesen Amtsträger endlich gezwungen wird, sich von einigen ihrer Thesen zu distanzieren. Nämlich von Vorstellungen, die weder theoretisch noch praktisch umsetzbar sind. Das würde ein Ministerpräsident im Laufe seiner Amtszeit eingestehen müssen, wenn er ihr Ende erleben will.

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Ich fühle mich schon sehr an einen Marsch durch die Institutionen erinnert
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Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Einen Ministerpräsidenten der Linkspartei wird die Republik aushalten müssen und auch können. Wie gut er die Geschicke des Landes leitet wird sich zeigen ...Das sehe ich auch so. Den Untergang des Abendlandes zu verkünden, nur weil es einen Links-MiPrä gibt, halte ich für absolut unangebracht. Da sollen die etablierten Parteien, doch erst Mal sehen, was der so zustande bringt und im Zweifelsfall sich mal auf die eigenen Unzulänglichkeiten erinnern, denn wer im Glashaus sitzt sollte es tunlichst vermeiden mit Steinen zu werfen

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Apropos nachfolgeparteien und deren "regierungs-/MP-stellungs-legitimation": ist die union nicht nachfolgepartei der zentrumspartei ? Und war diese nicht ein wichtiger steigbügelhalter für einen gewissen herrn aus österreich ?
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Nein, die Union ist nicht die Nachfolgepartei der Zentrumspartei. Diese gab es auch lange in der Geschichte der Bundesrepublik und trat auch bei Wahlen an. War bzw. Ist in der Bundesrepublik im Gegensatz zu Zeiten der Weimarer Republik nur noch Splitterpartei. Ob sie aktuell rein formell noch beststeht weiß ich jetzt nicht genau. Die CDU war eine Neugründung nach dem zweiten Weltkrieg.
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Welcher Partei gehörte der Gründungsstab der CDU denn vor Gründung der Bundesrepublik an?
Es dürfte nicht anzunehmen sein, dass die Verantwortlichen der CDU, die nach dem Krieg die Geschicke der Republik leiteten, allesamt Neu-/ Seiteneinsteiger waren.
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Zitat
Original geschrieben von Merlin
... Da sollen die etablierten Parteien, ...Die SED war über 40 Jahre lang "die" etablierte Partei in der Region, und hat es nach der Wende (die Linke als direkte Rechtsnachfolger zwecks Erhalt des Parteivermögens) geschafft, ihren Parteigenossen so einiges zuzuschustern, schließlich war man gut lokal vernetzt. Da spielte das Gemeinwohl keine Rolle.
http://www.taz.de/!139358/
"25 Jahre nach der Wende müsste die DDR Geschichte sein. Auf den Äckern aber existiert sie noch: Es profitieren treue Genossen, die sich das Land sicherten." -
Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Welcher Partei gehörte der Gründungsstab der CDU denn vor Gründung der Bundesrepublik an?Es dürfte nicht anzunehmen sein, dass die Verantwortlichen der CDU, die nach dem Krieg die Geschicke der Republik leiteten, allesamt Neu-/ Seiteneinsteiger waren.
Das wird sehr unterschiedlich gewesen sein. Kann ich genauso fragen wo kamen die neuen Mitglieder der Grünen her als diese gegründet wurden? Ein Trjttin kam da z.B.nicht gerade von einer demokratischen Partei. -
Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Welcher Partei gehörte der Gründungsstab der CDU denn vor Gründung der Bundesrepublik an?Es dürfte nicht anzunehmen sein, dass die Verantwortlichen der CDU, die nach dem Krieg die Geschicke der Republik leiteten, allesamt Neu-/ Seiteneinsteiger waren.
Googlen muß in Wedau wohl verboten sein, oder wieso kommen von dort immer nur Suggestivfragen, aber keine Rechercheleistungen? Googeln für Dummies findet sich vielleicht irgendwo ...
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