Streik im Osten - Schaufeln am eigenen Grab?

  • Mal wieder Spitze, was sich der DGB ausgedacht hat: im Osten Deutschlands für die 35h-Woche streiken.


    Die ersten Konsequenzen lassen natürlich nicht lange auf sich warten. Kaum dass es Lichtblicke für den wirtschaftlich stark angeschlagenen Osten gibt, bspw. die geplanten Produktionen von Porsche und BMW samt etlicher Zulieferer, da fällt den Gewerkschaften nichts Besseres ein, als für ein Relikt aus den 80ern zu streiken: die 35h-Woche.


    Für die Arbeiter, deren Interessen eigentlich vertreten werden sollten, tut es mir am meisten leid. Aber aus wirtschaftlicher Sicht sollte es keinen wundern, wenn die Standort-Entscheidungen revidiert werden und Standorte mit günstigeren Rahmenbedingungen gesucht werden. Günstiger nicht nur im eigentlichen monetären Sinne, sondern auch berechenbarer, ohne irgendwelche abgedrehten Gewerkschaftsfuzzis.

  • Mich wundert:


    - 35 Stunden Woche
    - im Alter länger arbeiten.


    Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Ich meine, das ist doch künstliche Arbeitsbeschaffung, oder? Egal, ich bin hier eh so bald wie möglich weg..

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Ja, einige von den dort Streikenden sind wirklich der Meinung, sie könnten durch die 35-Stunden-Woche mehr Arbeitsplätze schaffen. Aber wie sich auch im Westen gezeigt hat, ist dies nicht der Fall.


    Und dass jetzt auch die Firmen im Westen Probleme mit den ostdeutschen Zulieferern haben, wird sich nur negativ für die dort Streikenden auswirken.


    Irgendwie sind die letzten paar Aktionen der Gewerkschaften nicht mehr nachvollziehbar. Schon der Kampf gegen die Agenda 2010, der ja zum Glück jetzt aufgegeben wurde, und das sture Verhalten im Osten entbehrt an sich jeder Logik. Denn wer mal ein bisschen nachdenkt, muss erkennen, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher, und Reformen her müssen, die die öffentlichen Kassen entlasten.

  • Der Witz an sich ist ja (wenn man aufmerksam die Berichterstattung im SPIEGEL, in den Tagesthemen etc. verfolgt), dass die IG Metall, teilweise extra Streikende aus Westdeutschland mit Bussen ankarren lässt, weil die Mehrzahl der Ostdeutschen Arbeitnehmer lieber einen Job mit 38 Stunden statt gar keinen haben will. :flop: Und mit dieser Meinung sind uns die "Ossis" meilenweit voraus.


    Das schöne an der Sache ist, dass immer mehr Leute begreifen, dass die Gewerkschaften in ihrer jetzigen Forum längst zu Dinosauriern geworden sind und scharenweise dem DGB den Rücken kehren. Quasi Selbstmord auf Raten. :top: Und der Witz ist ja: die Situation ist schon zu verfahren,. als dass die sich noch retten könnten. Denn, wenn sie jetzt die Streiks abbrechen, stehen sie genauso als Verlierer da wie wenn es jetzt weitergeht und ein kompletter Wirtschaftszweig leidet.


    Und der allergrößte Witz war gerade dieser Tage: die Hauptversammlung der Lufthansa AG. Da klebt ein Frank "Volli***t" Bsirske an seinem Aufsichtsratstuhl und organisiert Streiks, die sein eigenes Unternehmen nachhaltig schädigen und will dann noch nichtmal was von Interessenkonflikt wissen.



    Gewerkschafter sind in meinen Augen Blutsauger!!!!


    PS: Ja ich weiß klingt alles ziemlich aggressiv, aber so empfinde ich nun mal, und mir teribt es die Tränen in die Augen, wie hier einige ihren puren Egoismus durchsetzen wollen und damit bewusst ein ganzes Land schädigen.

  • Gestern war dazu ein interessanter Artikel in der Bild.
    Es ging um eine ostdeutsche Firma, die ebenfalls bestreikt wird.


    Das Problem: Ein Großteil der über 300 Beschäftigten will sehr wohl arbeiten.
    Um aber den Streik "korrekt" durchführen zu können, bringt die Gewerkschaft Mitglieder aus anderen Bundesländern (vorwiegend aus den alten) zu diesem Betrieb, um die Streikposten aufrecht erhalten zu können.


    Teilweise schleichen die Arbeiter geradezu in den Betrieb, klettern über die Zäune, nur um arbeiten zu können.
    Denn genau daran wollen die Streikposten sie hindern.
    Und aus Angst, am nächsten Tag nicht mehr in die Firma gelassenzuwerden, schlafen etliche Mitarbeiter sogar dort.
    Die Firmenleitung lässt Essen und Leute mittlerweile sogar per Hubschrauber einfliegen.
    Die Mitarbeiter sind genervt vom Treiben der Streikposten, mittlerweile gibt es ein Gerichtsurteil, welches besagt, dass die Gewerkschafter eine Gasse an der Zufahrt freilassen müssen und niemanden daran hindern dürfen, das Firmengelände zu betreten oder zu verlassen.


    Zitat einer Betriebsangestellten: "Ich sehe nicht ein, warum ich streiken soll. Bei 30 Tagen Urlaub, 1500 Euro netto."


    Ich konnte den Gewerkschaften nie etwas abgewinnen und ich kann es auch heute nicht.
    Und wenn deren Forderungen und deren Arroganz dazu führen sollten, Betriebe quasi wettbewerbsunfähig zu streiken, dann wird meine Meinung (und sicher auch die vieler anderer) definitiv nicht unbedingt positiv beeinflusst.


    Sicher, es gibt für alles Grenzen, auch bei Arbeitszeiten und Löhnen. Aber die 35-Stunden Woche? Herrgott, ich habe eine 40 Std. Woche, dazu unbezahlten Überstunden und ich rege mich auch nicht auf. Höchstens über meinen Lohn, aber lieber wenig als garnichts.
    Irgendwo muss man doch auch mal realistisch bleiben, aber diese Eigenschaft scheint den Gewerkschaften gänzlich zu fehlen.


    Intruder: 100% agree.

  • Tja, irgendwas müssen die Gewerkschaften ja machen - sonst wären sie ja komplett überflüssig (was sie ja zur Zeit wohl auch sind).

    Die Welt ist krank!!! Helft Ihr! :)

  • Die Gewerkschaften sind hierzulande der letzte Sauhaufen. Was mir rein von der rechtlichen Seite nicht so ganz klar ist: Sind Streikposten überhaupt legal? D.h. ist es überhaupt erlaubt, daß mich irgend jemand während eines Streiks daran hindert, trotzdem in meine Firma zu laufen?


    Ich werde bei meiner Firma nie in die Verlegenheit kommen, aber stelle mir das gerade mal so bildlich vor: Wenn mich jemand daran hindern wollen würde, in meine Firma zu laufen, dem würde ich aber mächtig einen aufs Dach geben.


    Dieses Gewerkschaftssystem gehört ausgerottet.

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Als ich den Threadtitel gelesen hab, dachte ich erst die Totengräber streiken. :D


    Naja, das mit dem Streik und den überzogenen Forderungen der Gewerkschaften hab ich noch nie verstanden. Da will VW 5000 Arbeitsplätze für 5000 Mark brutto neu schaffen und die Gewerkschaft schimpft, weil die Arbeitszeit bei diesem Lohn 1h pro Woche zu viel wäre :flop:


    Ich arbeite auch ca. 65 bis 90 h pro Woche - ja und??


    Problem ist, dass die Gewerkschaftsfunktionäre leider größtenteils ihren Realitätssinn verloren haben. Besonders kritisch ist das natürlich in der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmensituation. Aber wer die meiste Zeit seines Lebens nie richtig Arbeiten musste sondern von einer Gewerkschaftsveranstaltung zur nächsten gereist ist oder als Betriebsrat unkündbar ist, der hat leicht reden.


    Der Lufthansa-Vorstand verzichtet auf einen Teil seines Gehaltes und versucht damit gegenüber den Aktionären zu rechtfertigen, dass keine Dividende ausgezahlt wird und das Pilotengehalt wird von heute auf morgen schlagartig erhöht, weil ganz plötzlich das Geld nicht mehr gereicht hat und die Leute zu wenig verdient haben. Jaja, bei unserer Inflation kann das schon passieren. Letzten Monat noch mit dem Geld ausgekommen und was zurücklegen können, diesen Monat langt es schon nicht mehr für die Butter auf dem Brot...

    "Technisch sind wir Übermenschen; moralisch sind wir noch nicht einmal Menschen." Aldous Huxley

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    Die Gewerkschaften sind hierzulande der letzte Sauhaufen. Was mir rein von der rechtlichen Seite nicht so ganz klar ist: Sind Streikposten überhaupt legal? D.h. ist es überhaupt erlaubt, daß mich irgend jemand während eines Streiks daran hindert, trotzdem in meine Firma zu laufen?
    (...)


    IMHO wurde der DGB genau wegen solch eines oder ähnlichen Verstosses von irgendeinem Oberlandesgericht zu 25.000€ Ordnungsgeld verdonnert.



    Deiner restlichen Argumentation kann ich nur zustimmen. Gewerkschaften sind nur noch kontraproduktiv und versuchen sich in die Politik einzumischen.


    Wäre ich Geschäftsführer, wären streikende bei mir auf kurz oder lang sowieso arbeitslos. Potenzielle Arbeitnehmer gibt es schliesslich genug.



    Stefan

  • Meiner Meinung nach zeigt die Diskussion um die Wochenarbeitszeit nur, dass die Entscheidungsträger - egal ob Wirtschaftsbosse oder Gewerkschaftsfunktionäre - noch immer nicht erkannt haben oder besser nicht verstehen wollen, was in Deutschland schief läuft.


    Es geht hier um drei Stunden/Woche. Davon wird es keinen konjunkturellen Aufschwung geben. Arbeitnehmer werden deshalb auch nicht eingestellt oder entlassen. Es fehlt schlicht an Aufträgen und an der erforderlichen Kaufkraft. Das Discounter wie ALDI boomen ist dafür ja nur ein Sinnbild. Wenn man keine Perspektive für eine Umsatzsteigerung hat und vielmehr mit einer Verschlechterung der Situation rechnen muss, warum soll man dann investieren?


    Ähnlich verhält es sich ja auch bei der Diskussion um die Krankenversicherungsbeiträge. Solang die Krankenkassen meinen irgendwelche Gummibälle, Ausflüge, Schönheitsoperationen etc. finanzieren müssen, jeder fünf Ärzte für ein und dieselbe Krankheit auf Kosten der Allgemeinheit aufsuchen kann, wird es keine Veränderungen geben können. Es ist auch keine Strukturveränderung, wenn die Arbeitnehmer ihr Krankengeld alleine bezahlen.


    Vergleichbar sind diese Vorschläge nach meiner Ansicht mit der letzten Senkung der Rentenversicherungsbeiträge. Der Effekt war auch defacto Null.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!