Stern-Artikel: Den Kinderschändern auf der Spur

  • Ich habe den Bericht in den letzten beiden Stern-Ausgaben ebenfalls gelesen, und zT hätte ich beim Lesen laut schreien oder losheulen können.


    Und ja, ich gehöre zu der Gruppe von Menschen, die solchen Typen die Pest oder schlimmeres an den Hals wünscht und ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Friedfertigkeit und Zurückhaltung behalten könnte (oder wollte), wenn mir ein solches Subjekt (und ja, diese Bezeichnung wähle ich bewusst) jemals über den Weg laufen sollte.


    Und wenn ich dann lese, dass entsprechende "Selbsthilfegruppen" allen Ernstes mehr Rechte fordern, mehr öffentliche Anerkennung und Verständnis wollen und etwas von der "sexuellen Selbstbestimmung" von Kindern faseln, dann könnte ich einfach nur noch kotzen. :mad:
    Diese Leute reden in einer Art und Weise über Kinder irgendwo zwischen ein paar Monaten und 10-11 Jahren, dass sich mir ernsthaft die Frage aufdrängt, ob diesen [...] in ihrer Kindheit das Hirn rausgeprügelt wurde oder was da sonst schiefgelaufen ist.


    Ich selber habe eine Tochter von knapp 2,5 Jahren und alleine schon deshalb werde ich dieses Thema wohl auch nie objektiv diskutieren können.
    Der Artikel im Stern jedenfalls war ein erschreckender Blick hinter die Kulissen und man muss dem Reporter wohl zum Einen dankbar sein (Aufgrund seiner Recherchen kam es zu etlichen Razzien und Festnahmen, und alleine die Tatsache, dass die Eltern endlich über die vermeintlichen "Freunde" der Familie aufgeklärt wurden, ist viel wert.), zum anderen muss ich sagen, dass ich ihn ein Stück weit auch bewundere. Denn ich bin mir sicher, dass dieses Jahr im "Untergrund" für ihn eine extrem einschneidende Erahrung gewesen sein dürfte, und das ist noch eine zurückhaltende Formulierung.


    So long...

  • Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Da habe ich aber einen ganz anderen Eindruck. Bei uns scheint der Täterschutz vor dem Opferschutz zu stehen. Und das mit erheblichem Abstand.


    Gruß


    Pitter


    Das liegt aber am Rechtssystem. Jeder ist und bleibt ein mensch und hat somit unveräußerliche Menschenrechte, auf jeden Fall vorm Gesetz.


    Das geschändete Kind hatte zwar ebenso ein Recht auf Unversertheit, aber nur deswegen darf man nicht gleiches mit gleichem vergelten. Obwohl es (wie ich oben schon geschrieben habe), von rein emotionaler Seite her direkt verständlich wäre.


    Und damit kommen wir wieder zum Thema der unschuldigt verurteilten. Wer will es sich anmaßen, jemandem etwas letzgültig anzutun (Beispiel: Schwanz ab). Ein Restrisiko dass derjenige unschuldig ist, bleibt wohl immer (wenn die Täter nicht wie aktuell geständig sind).

    Bunt ist das Dasein und granatenstark! Volle Kanne, Hoschi.


    PS: CLK sind meine Initialen, haben auch nichts mit dem Auto zu tun. Gruß, Christian!

  • Zu dem Thema fällt mir noch ein, dass neulich eine Reportage auf WDR lief. Da ging es darum, dass ein Stiefvater die Tochter seiner Frau über Jahre hin vergewaltigt hat. Er begann damit als sie etwa 8 Jahre alt war.


    Was ich aus dem Bericht entnehmen konnte, war die Tatsache das die Mutter es eigentlich die ganze Zeit hätte merken müssen, aber sie erst im nachhinein sagte, dass sie so blind vor Liebe zu ihrem Mann war, dass sie nicht bemerkt hat, wenn das Kind sich komisch verhielt.


    Zu guter letzt war es dann so: Das Kind, das damals vergewaltigt worden ist, ist nun 23 Jahre alt. Der Stiefvater sitzt immer noch im Gefängnis und das Mädchen(bzw. Junge Frau) kommt heute mit ihrem Leben nicht mehr klar und besucht Selbsthilfegruppen um ein normales Leben führen zu können. Ganz am Ende der Sendung war es so, dass die junge Frau nun ihrem Peiniger ins Gesicht gucken wollte. Das Kamerateam dürfte die beiden begleiten.
    Der Stiefvater war nur am Weinen, dass es ihm leid tut und dass er sie über alles liebte (und immer noch liebt) und nicht wollte, dass es ihr schlecht ging. Sie war sehr kühl (verständlich bei der Situation) und hat ihn nur gefragt wieso er das getan hat., worauf er eben das oben genannte sagte.


    ...

  • In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant: Die Entwicklung, die dieses Thema bzw. dessen Sicht in der Bevölkerung im Laufe der Zeit genommen hat. Ich habe vor geraumer Zeit mal einen Bericht gelesen (keine Ahnung wo), laut dem es in Deutschland in den 60er und 70er Jahren ein blühendes und vor allem nicht illegales Geschäft mit Kinderpornographie gab. Ich erinnere mich deshalb an den Artikel, weil mir Folgendes im Gedächtnis geblieben ist: In dem Bericht wurde eine Porno-Produktionsfirma genannt, die damals ganz offiziell entsprechende Videos und Zeitschriften vermarktet hat. Und diese Firma gibts heute (oder gabs jedenfalls damals, als ich den Bericht gelesen hatte, ist vielleicht so 2, 3 Jahre her) immernoch. Macht halt heute nun normales Pornozeugs.


    Nun kenne ich die genauen rechtlichen Grundlagen zu diesem Thema nicht, die hierzulande in den 60er und 70er Jahren herrschten, allerdings scheint es wohl so zu sein, daß hier eben erst irgendwann nach dieser Zeit entsprechende Gesetze verabschiedet worden sind.


    Als in der DDR aufgewachsener Mensch (wo dieses Thema keins war, keine Ahnung ob tabuisiert oder wirklich nicht existent), habe ich keine Anverwandten oder so, die ich dazu mal befragen könnte. Eine ehrliche Antwort würde man vielleicht eh nicht bekommen. Aber wenn das alles so ist, wenn es also damals wirklich in jedem Sexshop um die Ecke solche Zeitschriften und Videos zu kaufen gab, dann stellt sich mir natürlich die Frage, inwieweit unsere eigene Gesellschaft hier in D, die heute so laut aufschreit, wenn es um dieses Thema geht, damals auch schon so rigoros in ihren Ansichten war. Möglicherweise war sie das nicht. Vielleicht war das Ganze zwar schon ein Thema, über das man nicht sprach (so wie diverse andere bizarre Praktiken auch, die zwar nicht illegal, aber doch reichlich schräg sind), wo man aber zumindest nicht in dem Sinne was dabei fand, als daß man eine Notwendigkeit sah, es zu illegalisieren. Vielleicht eher so nach dem Motto, wie man auch heute sagt, "Wem's gefällt..."... :rolleyes:


    Und wenn das so oder so ähnlich wäre, dann wäre diese relativ späte Einsicht natürlich schon mal ein sehr naheliegender Grund, warum es sowas heute noch gibt. Ich meine, soo lange ist das noch nicht her, als daß man davon ausgehen könnte, daß sich hier bereits ein gesellschaftlicher Konsenz entwickelt hätte. Natürlich hat man den Eindruck, daß es so ist (weil der Aufschrei der Empörung halt immer sehr groß ist), aber ganz so ist es möglicherweise noch nicht...

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Ich habe den Bericht auch gerade gelesen und empfinde nur Hass und Verachtung für solche Schweine !
    Nur darf ich mich da nicht zu sehr hineinsteigern da ich sonst die "Lust" verspüre einigen den Kopf eigenhändig zu verdrehen.

  • http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,272824,00.html


    Wenn ich das Bild von dem während der Verhandlung grinsenden Mörder Lawendel sehe, und daran denke was in dem kleinen Mädchen voller Angst in Ihren letzten Stunden vorgehen mußte - und den Qualen der Eltern, der Ungewissheit und Angst damals , der Trauer und Wut jetzt - dann kommt mir immer wieder das Wort Todesstrafe in den Sinn...und ich weiß nicht ob ich mich als Elternteil beherrschen könnte......

    Error: reality.sys corrupted. Reboot Universe? [y/n])


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. A. Einstein


    Mit vielen Grüßen aus Berlin! Artur.

  • Zitat


    Ich habe den Bericht auch gerade gelesen und empfinde nur Hass und Verachtung für solche Schweine !


    Dito :mad:
    Was ich auch besonders schlimm finde ist, dass sich diese "Leute" nicht als für krank befinden und versuchen, sich in diesem Gruppen selber zu helfen, sondern dass diese Gruppen wirklich zum Erfahrungs- und Tipaustausch fungieren und diese auch noch offen für ihre "Rechte" kämpfen :( .
    Was ich besonders in dem Bericht wiederlich fand, waren die ganze abartigen Zitate bezüglich der Praktiken und der Vorlieben - da fehlen einem echt die Worte.

    I think I speak for all women capable of reproduction when I say... no.
    ------

  • ich habe den artikel auch gerade zu ende lesen und muss sagen das diese leute mehr als krank sind, das zeigt wie schlimm die welt doch eigentlich ist.


    Zitat

    Einige davon haben bereits "staatliche Unterbrechungen" hinter sich. Keiner will diese Erfahrung noch einmal machen. Walter ist 60 und sagt: "Das ist die Hölle." Wer als Kinderschänder im Knast sitzt, wagt sich kaum aus seiner Zelle. Kinderschänder sind für die anderen Knackis "Abschaum", der jederzeit mit brutaler Gewalt rechnen muss.


    wenn ich diese aussage lese frage ich mich doch warum er dann wieder sofort damit anfängt sobald er aus dem knast ist, oder erwartet er, das er wegen so einer schrecklichen tat im knast behandelt werden soll wie ein könig?:mad:


    meiner meinung nach sollten diese leute gar nicht in den knast kommen sondern in die geschlossene pychatrie und mit medikameten voll gedrönnt werden und NIE wieder da raus kommen.wie man sieht schreckt der knast solche leute nicht ab :flop:



    gruß


    dmx

  • Ich weiß nicht warum, aber irgendwas sträubt sich immer in mir, wenn ich in diesem Zusammenhang Worte wie "Todesstrafe", "Wegsperren für immer" usw. höre.


    Die Thematik ist juristisch und psychiatrisch ungeheuer komplex, gerade was die Sicherheitsverwahrung etc. angeht.


    Da die Folgen für Kinder und Opfer im Allgemeinen nicht erläutert werden müssen und die Bestrafung einer solchen Tat selbstverständlich völlig außer Frage zu stehen hat, mal ein paar Gedanken in eine andere Richtung:


    1) Die Todesstrafe gibt es in Deutschland mit gutem Grund nicht und wird auch in der BRD niemals wieder eingeführt werden können, denn dieser Teil des GG (Artikel 1) ist unveränderbar (wie auch Art. 20)! Gegen die Todesstrafe sprechen neben moralischen und ethischen Bedenken auch handfeste Dinge, wie man sie in den USA jederzeit beobachten kann und nicht zuletzt steht hinter der amerikanischen Rechtsphilosphie ein anderer Gedanke als hinter unserer, und damit hängt auch der immer wieder kritisierte Punkt 2 zusammen:


    2) Die Opfer werden viel weniger beachtet als die Täter. Das hängt damit zusammen, daß unser Rechtssystem eben primär keine Wiedergutmachungsphilosphie und auch keinen Rachegedanken kennt. Der Staat ahndet das Vergehen/Verbrechen, der Rest ist ja auch nicht seine Aufgabe...


    3) Dass die Forderung "Wegsperren für immer" extrem schwierig zu beurteilen ist, ist ja allen klar (denke ich doch mal!), denn wie ist es juristisch und moralisch einzuschätzen, wenn eine Rückfallgefahr von 20% besteht (also zu 80% nicht) - rechtfertigt daß einen so tiefgründigen Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmung eines anderen Menschen wirklich? Diese Fragen gehören mit zu den schwersten in der Rechtsphilosophie, in der Forensik und Psychiatrie! Und meines Erachtens entziehen sie sich aufgrund der ethischen und philosophischen Tragweite jeglicher Stammtischdiskussion!


    Wenn man Betroffener oder Angehöriger ist, dürfte man wohl ziemlich auf alle Rechtsphilosophie pfeifen, das ist mir auch klar, aber Gottseidank ist man nicht in diesem Moment Richter, denn das nennt sich Lynchjustiz und auch diese gibt es mit gutem Grund nicht mehr!


    Meine Meinung... ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    3) Dass die Forderung "Wegsperren für immer" extrem schwierig zu beurteilen ist, ist ja allen klar (denke ich doch mal!), denn wie ist es juristisch und moralisch einzuschätzen, wenn eine Rückfallgefahr von 20% besteht (also zu 80% nicht) - rechtfertigt daß einen so tiefgründigen Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmung eines anderen Menschen wirklich?


    IMHO Ja. Denn wenn durch dieses "Wegsperren für immer" nur ein einziger Fall vereitelt wurde, hat es sich gelohnt. Man muss sich einfach vor Augen halten was das Wort "Rückfallquote" in diesem Kontext bedeutet: ein weiteres Psychisch und vielleicht auch Physisch verletztes Menschenleben, dessen Wunden nie wieder heilen werden.
    Dann bin ich doch eher dafür dass der Täter nie wieder die Gelegenheit bekommt "Rückfällig" zu werden. Und 20% sind nicht wenig. :rolleyes:

    "Think globally, act locally."
    "Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch" -Boris Becker
    "Ein kluger Mann widerspricht keiner Frau. Er wartet bis Sie es selbst tut."
    "There's no replacement for displacement"

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