Warum reagieren manche gereizt auf andere Dialekte oder englische Worte?

  • Zitat

    Mir ging es gut, obwohl (oder gerade weil) mein Vater Stasi-überwachter Seemann war. Und nach der Wende mitzukriegen, dass es (im speziellen Falle auch ein Sachse) tatsächlich Leute gab, die kein Farbfernseher hatten, war für mich unvorstellbar.


    man merkt du warst erst 10 ;) , ich war übrigens 22
    über 90% der Haushalte die Fernseher hatten, hatten nur ein schwarz/weiß Fernseher. Das hing ganz einfach damit zusammen das ein Farbfernseher über 6000,00 Mark kostete, bei einen Monatsverdienst von rund 1000,00 Mark. Da gab es wichtigere Dinge, rat mal warum die Ostdeutschen so gut im Bett sind (sagt man :D )
    und noch ein`s, wenn irgendeine Region in der damaligen DDR bevorzugt wurde dann war es die Berliner. Nicht umsonst sind die Sachsen immer nach Berlin gefahren um ihre geliebten Bananen zu kaufen ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Naumi
    man merkt du warst erst 10 ;) , ich war übrigens 22
    über 90% der Haushalte die Fernseher hatten, hatten nur ein schwarz/weiß Fernseher. Das hing ganz einfach damit zusammen das ein Farbfernseher über 6000,00 Mark kostete, bei einen Monatsverdienst von rund 1000,00 Mark. Da gab es wichtigere Dinge, rat mal warum die Ostdeutschen so gut im Bett sind (sagt man :D )
    und noch ein`s, wenn irgendeine Region in der damaligen DDR bevorzugt wurde dann war es die Berliner. Nicht umsonst sind die Sachsen immer nach Berlin gefahren um ihre geliebten Bananen zu kaufen ;)


    Also habe das ganze eben aus der Sicht von Berlin - West mitbekommen und zum Teil gewundert, weil man musste immer durch die "Zone" fahren, wo das beliebt spiel war, wer sieht den Blitzer zu erst der auf der Transitstrecke steht.


    In Berlin (West) gab es auch viele Produkte zuerst, weil man es ja dem Osten zeigen wollte. Sat 1 / RTL waren in West-Deutschland noch im Kabel aber in Berlin über Antene verfügbar, "ausversehen" strahlten die Radiosender in Berlin auch so weit das Brandenburg locker "versorgt".


    Wie gesagt ich kann ja bis dahin nur Berlin-West und Westdeutschland. Ostdeutschland war eben ein Land durch das man durchmusste um nach Berlin zu kommen.


    Als die Mauer aufgemacht wurde, ging ich mit Freunden nach Ost-Berlin um mir das ganze anzuschauen, weil es war ja neu. Ich war damals auch noch jung und stolz wie Otto, das ich in Ost-Berlin meinen Opa fein zum Cafetrinken einladen konnte.


    ;) Ich habe es dann auch in Berlin miterlebt als alle dann in die anderen Teile der Stadt strömten West-Berliner nach Ostberlin und umgekehrt.

    MfG
    Kaweh Jazayeri
    KJNet GmbH & Co KG

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  • )Also ich finde es wichtig regionale Eigenheiten und Dialekte zu bewahren (bei manchen brauche ich viel Toleranz:) ).
    Ich bemühe mich allerdings (als Münchner) wenn ich im Norden bin mich den Sitten dort anzupassen und Brötchen zu verlangen, statt Semmeln. Die einen sind halt etwas empfindlicher die anderen weniger wenn man mal ins Fettnäpfchen tritt.
    Was die Anglizismen angeht übertreiben es einige Leute ein bisschen. Teilweise ist es ja auch beruflich bedingt weil im berufsleben durch die Globalisierung immer mehr englische Begriffe reindrängen. Bei manchen Anglizsimen habe ich das Gefühl das sie manche Begriffe euphemistisch aufwerten sollen.
    Zusätzlich zu den Anglizismen geht mir aber auch diese Abkürzungswut ziemlich auf den Geist weil es für mich als zwanghaft cool (und insidermässig) rüberkommt.

  • Was ich auch schon das eine und andere mal gehört habe sind eindeutschung von Begriffen, die schon immer englisch waren bzw. Der Gegenstand aus den USA kommt und dessen Name auch aus der Sprache übernommen wurde z.B. sagt man zu einem gewissen Wintersportgerät: Snowboard und es gibt welche, die sagen dazu Schneebrett.

  • Man muss auch immer unterscheiden zwischen Umgangssprache und vielleicht Amtssprache.


    Telefon lange Zeit im Amtsdeutsch Fernmeldesprecher (Post Abteilung Fernmeldewesen bestand darf).

    MfG
    Kaweh Jazayeri
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  • Sprache ist ein lebendiges Vehikel, dass einen Dreck darum gibt reguliert zu werden.
    Wenn Leute also - speziell englische - Worte gebrauchen dann ist das weder eine Verunreinigung der deutschen Sprache noch irgendwie Verwerflich. Es ist einfach die Sprache, die man handhaben kann wie man will, die von "Verunreinigungen" lebt und sich stetig weiterentwickelt.


    Leute, die die Sprache einschränken und regulieren wollen oder sich darum kümmern sie vor Fremdeinflüssen zu schützen sind für mich ignorante Idioten.


    Ich benutze oft und gerne englische Wörter um faktische Mängel der deutschen Sprache wettzumachen. Genauso würde sich ein englischsprachiger Mensch sicher über das Wort "doch" freuen, was in dessen Sprache einfach nicht vorhanden ist.
    Ebenso begrüßenswert ist das japanische Wort "mu", dass wie folgt verwendet wird:
    Wenn ich dich frage ob du dein Chamäleon manchmal trittst stehst du vor einem - wenn auch nur von pingeligen erkennbaren - Problem. Du kannst weder mit "Ja" noch mit "Nein" antworten. Würdest du "Ja" sagen, heisst das, dass du ein Chamäleon besitzt, welches du manmal trittst - das stimmt aber nicht. Sagst du "Nein" behauptest du zumindest ein Chamäleon zu besitzen was aber auch nicht der Wahrheit entspricht. Hier setzt das "mu" an, was soviel bedeutet wie "Keins von beiden"


    Ich interessiere mich echt für Sprachen. Deswegen lerne ich zum Beispiel auch Afro-Jamaican Patois. Patois' sind Mischsprachen. Das Afro-Jamaikanische zum Beispiel besteht aus Butu, Twi, Swaheli und unzähligen afrikanischen Sprachen, aus Spanisch und zu einem großen Teil aus Englisch.
    Diese - wie ich finde - wunderschöne Sprache wäre nie entstanden wenn sich Sprachen nicht vermischt hätten.


    Daumen hoch für die "Lingualbigamie" :top:
    (Ich kicke tighte Neologismen, wa? :D)


    Auf diverse Dialekte reagiere ich - also viel mehr mein Unterbewusstsein - aber auch angewidert. Sächsisch kann ich mir keine 5 Minuten geben - sorry ;)


    -SF³

  • Zitat

    Original geschrieben von SiemensFreak³
    Wenn ich dich frage ob du dein Chamäleon manchmal trittst stehst du vor einem - wenn auch nur von pingeligen erkennbaren - Problem. Du kannst weder mit "Ja" noch mit "Nein" antworten. Würdest du "Ja" sagen, heisst das, dass du ein Chamäleon besitzt, welches du manmal trittst - das stimmt aber nicht. Sagst du "Nein" behauptest du zumindest ein Chamäleon zu besitzen was aber auch nicht der Wahrheit entspricht. Hier setzt das "mu" an, was soviel bedeutet wie "Keins von beiden"


    Noch ein gemeines sprachliches Dilemma: schlagen sie ihre Frau immer noch? :D

  • Ich halte auch nicht all zu viel von den selbsternannten Verfechtern der deutschen Sprachkultur -- wie so oft kommt es aber auch bei Anglizismen auf das richtige Maß an. Ich halte es für genau dann richtig, Anglizismen oder Fremdwörter einzusetzen, wenn es kein adäquates* deutsches Wort gibt. Wenn ich zu einem tragbaren Computer "Notebook" sage dann eben weil es kein wirklich passendes deutsches Wort gibt sondern ich das irgendwie umschreiben müsste. Der Vorteil bei der Verwendung des englischen Begriffes im deutschen ist auch -- wie bei sehr vielen Wörtern aus dem PC-Bereich -- dass es im Deutschen eindeutig ist (im Englischen könnte ja auch ein Notizbuch gemeint sein). Wenn es also für etwas weder im deutschen noch im Englischen einen eindeutigen Begriff gibt aber jeder eindeutig weiß was gemeint ist, wenn ich den englischen Begriff im Deutschen verwende, so ist das doch IMHO kein Nachteil ;) Kritischer sehe ich da z.B. die englischen Berufsbezeichnungen, da es hier häufig durchaus eine deutsche Entsprechung gäbe. Ebenso bei vielen Wörtern aus der Alltagssprache, wo ich keinen Vorteil darin erkennen kann, das entsprechende englische Wort zu verwenden (oder auch irgend ein anderes Fremdwort, nur damit es sich gebildeter anhört) :)
    __________________
    [small]*) Okay, dafür gäbs sicher auch ne Entsprechung ;-)[/small]

  • Immer diese Preissen


    Was diskutieren wir hier eigentlich immer über Dialekte im Ausland??


    Berlin ist nunmal nicht Deutschland, sondern Preußen.:D


    Und über kulturelle Eigenarten von Nordösterreichern brauchen wir auch nicht zu diskutieren. Ganz abgesehen von den unentdeckten Bergstämmen rund um die Schwäbische Alb.:p


    Ich hab schon genug Probleme fast täglich mich mit Menschen aus Hessen zu unterhalten und deren seltsame Gebräuche rund um den "Bämbel des Todes" und dessen Inhalt zu wundern!

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Noch ein gemeines sprachliches Dilemma: schlagen sie ihre Frau immer noch? :D


    Das ist auch DAS Beispiel - ich wollte es nur nicht verwenden, auch wenn meins deutlich schlechter ist.
    Referenz: http://www.catb.org/esr/jargon/html/M/mu.html


    Weizen:
    Recht hast du. Wo kämen wir denn da hin wenn wir wie im dritten Reich "Viertopf-Zerknall-Treibling" sagen _müssten_ - SO sieht eine konsequente Vermeidung von Fremdwörtern aus und das will doch sicher keiner :rolleyes: ;)


    -SF³

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