Ja, allerdings hast Du bereits mit 40 kbit/s (Kilo, nicht Mega) schon genügend Bandbreite, um den Audio-Codec AMR-WB auf der kleinsten Stufe zu nutzen: HD-Voice. Für Sprache hast Du im Mobilfunk ein ganzes Rudel an Audio-Codecs. Die „modernen drei“ Audio-Codecs EVS, AMR-WB und AMR basieren alle auf „adaptiven Multi-Raten“. Das bedeutet, der Audio-Codec kann während der Verbindung zwischen 7 bis 12 verschiedenen Qualitätsstufen wechseln – und dass alle 40 Millisekunden. Außerdem kann zwischen den Audio-Codecs selbst gewechselt werden. Und dann hast Du noch Mono+Stereo. Also mehr als 40 Qualitätsabstufungen. Die Sprachqualität wird – wie Tomi schon andeutet –, in Zukunft weniger von Deinem Ausgangspunkt (Endgerät, Zugang, Bandbreite) sondern mehr davon abhängen, welche Route Dein Gespräch nimmt.
Problem sehe ich eher im Bereich Comfort-Noise:
Viele Anbieter reduzieren die Datenmenge noch weiter, indem die Endgeräte Sprechpausen bzw. Stille erkennen. Das hat zur Folge, dass während man spricht, vom Gegenüber keine Daten mehr fließen. Das hört sich dann so an, als wäre niemand mehr in der Leitung, niemand höre mehr einem zu. Das ist wahnsinnig anstrengend. Deswegen erzeugt Comfort-Noise ein dezentes Grund- bzw. Hintergrundrauschen. Leider müssen das alle Zwischenstellen (Hops) auf der Route richtig verarbeiten. Macht das nur ein Hop falsch, geht Comfort-Noise verloren.
Leider sind in dem Bereich viel zu wenig Akustik-Ingenieure unterwegs. Folglich wird in Zukunft sowohl Murks als auch Stümperei offensichtlicher. Die Bandbreite selbst dürfte auch bei Großveranstaltungen gegenüber Programmier-Fehlern (Software-Bugs) weiter in den Hintergrund treten. Daher gehe ich davon aus, dass sich der Schwerpunkt bei der „Sprachqualität“ weg von einem technischen Problem (Verfügbarkeit Codecs) bzw. Limitierung (Bandbreite) hin zu einer Frage der Implementierung (Software-Bugs) entwickelt.
War das Deine Frage? Also, ja. Die Bandbreite bestimmt die Qualitätsabstufung. Die Bandbreite selbst für HD-Voice ist so gering, dass Du diese Codec-Geschichten kaum merken wirst. Qualitätsproblem wird statt Bandbreite in Zukunft andere Themen.
Außerdem läuft VoLTE auf IMS. Selbst wenn Du kein Internet-Zugang für das Surfen gebucht hast, für die Telefonie kommt mit IMS ein Parallel-System mit der Gesamt-Bandbreite zum Einsatz. Deine persönlich „gebuchte“ Bandbreite ist folglich völlig egal, wenn es um die Sprachqualität geht.