Beiträge von Tayku

    Die Städte hier sind auch dicht besiedelt, aber erst seit ein paar Jahren wird hier (in urbanen Gebieten) nennenswert Glasfaser ausgebaut. Deutschland hängt wie üblich so 10 Jahre hinterher, und am Ende wird zwar Gigabit überall stehen, doch selten mehr.


    Ich habe mal nach diesem 25GBit/s-Tarif gesucht und bin hier beim entsprechenden Provider auch auf eine ziemlich ausführliche, aber locker zu lesende Geschichte das Glasfaserausbaus in der Schweiz gestoßen. Man hat (a) früh begonnen und (b) sich auch früh selbstregulierend darauf geeinigt, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten oder alles zwei- oder dreimal aufzureißen. (Ab „Runder Tisch“.) Sowas hätte man ja vielleicht in Deutschland auch machen können (sollen), aber man hat hier „Wettbewerb“ wohl anders definiert.


    In der Schweiz hast du nun also schwedische Verhältnisse und richtigen Wettbewerb. Und Open Access überall.


    Das Beispiel Winterthur find ich auch super. 2012 angefangen, und jetzt zu 99% Glasfaser. Kriegste da für 66CHF, 10 Gigabit, oder 25. Scheißegal, gibt eh nur einen Preis.

    Über 1% vom Umsatz find ich auch hoch. Girocard kostet nur ein Viertel davon.


    Wer von seiner Bank keine GIrocard (ohne Zusatzkosten) mehr bekommt, kann ja mal fragen, warum das so ist.

    Danke für die Auflistung und Aufschlüsselung der ungefähren Kosten. Damit kann man ja schonmal beispielhaft rechnen.


    Von „alles in zwei Jahren finanzieren“ habe ich nicht geschrieben. Wie du auch direkt zitiert hast, schrieb ich „Jahrzehnte an Grundgebühren“. Lass uns ruhig einfach mal von genau zehn Jahren ausgehen. Da kommen laufenden Kosten, ja, aber es ist dann auch kein Minusgeschäft. Natürlich muss so ein Netzbetreiber, der ausbaut, sehr langfristig denken. Aber das kann er doch auch? In den meisten Fällen baut er exklusiv, und wenn dann erstmal Glasfaser liegt und der Teil der Leute angeschlossen ist, die sofort wechseln wollten, wird sich in den zehn Jahren kein zweiter Anbieter breitmachen wollen. Lohnt sich nicht.


    Ich zeig dir mal ein praktisches Gegenbeispiel: https://www.lwlhome.de/

    Drei Preispunkte: einmal für die Gruppe derjenigen, die nur irgendwie bisschen Internet wollen. Einmal mit Gigabit, und einmal mit 10 Gigabit(!).

    Keine Fallen, kein Scheiß, alle Tarife mit Fullflat (d.h. auch ins Mobilfunknetz!), alle vollsymmetrisch down/up, keine Zweijahresverträge.


    DAS sind Angebote, die ich sehen will und bereit bin zu bezahlen. Und diese lohnen sich für die Firma auch. Es gibt keine Rumgetrickse mit 300, 600, 1000 MBit/s, wo dann Gigabit für 70 oder 80 Euro reinkommen soll. Es gibt Preise, die absolut nicht teurer sind als DSL-Tarife, aber den technischen Vorteil der Glasfaser direkt zum Kunden bringen. Ein absoluter Mehrwert, und deswegen sind die Abschlussquoten auch sehr hoch. LWLCom ist seit über 25 Jahren in Bremen aktiv und wird es auch die nächsten Jahrzehnte sein. Ja, der Ausbau ist ziemlich langsam (also nur wenige Gebiete werden neu erschlossen), aber wirtschaftlich. Leider sind inzwischen überall anders in Bremen Glasfaser Nordwest oder DG oder OXG auf den Plan getreten. In zehn Jahren ist die Stadt komplett versorgt, aber die Tarife der anderen Anbieter sind deutlich höher – obwohl da teilweise milliardenschwere Konzerne hinterstehen.

    Und 10 GBit/s bietet niemand an.


    Für welchen Investor rechnet sich das? Ich denke dass es noch schwerer als jetzt schon wäre, überhaupt Investoren für den Glasfaserausbau zu finden.

    Die heutigen Herausforderungen höhere Kapitalkosten als noch vor sechs Jahren, Knappheit an Ausbaukapazitäten, deutlich gestiegene Baukosten, Insolvenz von Bauunternehmen; Zugangsproblematik/Ausbauproblematik NE4 in MFH wären genauso vorhanden.

    Ich glaube nicht, dass wir mit dem vorgeschlagenen Modell eine bessere Situation hätten; im Gegenteil.

    Und wie haben es die Schweizer hinbekommen? Überall, wo ausgebaut wird, liegen (mindestens) vier Anschlüsse. Die Bürger bekommen bereits jetzt in diesen Gebieten 25 GBit/s. Es gibt einen funktionierenden Wettbewerb. Also irgendwas haben die besser gemacht als Deutschland.

    Der Ausbau kostet, ja, aber der wird nur einmal gemacht, Anschließend folgen Jahrzehnte mit Grundgebührzahlungen.


    Insofern verstehe ich nicht, warum nicht schon längst ein konkurrenzfähiges / vergleichbares Grundgebühremodell (verglichen mit DSL) angeboten wird. Es ist hip, und Kunde zahlt ja eh? Zu DSL-Zeiten sind die Grundgebühren auch nicht hochgegangen, wenn ADSL2 oder VDSL eingeführt wurden. Vielleicht nur kurz ein neuer Preispunkt, aber zwei Jahre später verschob sich alles, und jeder Tarif wurde eine Bandbreitenstufe hochgesetzt zum gleichen Preis.


    Bei Glasfaser sehe ich nur so Feigenblatttarife, die teils schlechter als DSL250 sind, zum halbwegs gleichen Preis, meist etwas teurer. Alles schnellere kostet mehr oder gar viel mehr. Da ist klar, dass die meisten Leute sagen „brauch ich nicht“. Jedenfalls nicht, wenn man statt 30–40 Euro eher 50–80 zahlen soll. Und das eben nicht nur für zwei Jahre, sondern schätzungsweise dauerhaft. Die geringen Preisstufen von DSL sind verschwunden.


    Ja, wer es beruflich braucht, zahlt dann eben auch 80 Euro für 1000/500. Vielleicht übernimmt sogar der Arbeitgeber einen Teil.

    Muss man gegenrechnen, was kostet es mich an Ladenbetreiber, wenn ich jeden Tag Bargeld zur Bank bringen und einzahlen muss ( Zeit, Aufwand, Fahrerei ). Früher wurde das in eine Geldkassette gepackt und im Nachttresor eingeworfen, ich glaube das gibt es schon zig Jahre nicht mehr.
    Mit Scheinen kannst zum Geldautomaten, bei Münzen wird das kritisch und aufwendig.

    Das ist mir bewusst, und ich bevorzuge auch Kartenzahlung (als Kunde wie als hypothetischer Händler) gegenüber Bargeld.


    Der Punkt, den ich kritisiert habe, ist vielleicht untergegangen. Girocard ist super, und die geringen Transaktionsgebühren vermutlich sogar günstiger als Bargeld. Aber Zahlungen mit Kreditkarten kosten das Drei- bis Vierfache von Girocard-Zahlungen, und sie werden immer mehr aufgrund der US-freundlichen (oder profitgierigen) Politik der Direktbanken.

    Der Artikel zeigt aber auch, dass Kartenzahlung schon einen gewissen spürbaren Umsatzanteil kostet. Für Girocard-Zahlungen erscheint mir das noch angemessen (6–8ct pro Transaktion, 0,24% Umsatzanteil), für Kreditkartenzahlungen (1% und mehr) schon weniger. Das wäre auch kein Ding, wenn Kreditkarten weiterhin eine Ausnahmeerscheinung für … besser Betuchte wären. Aber nein, sehr viele Direktbanken geben stattdessen Debit-Kreditkarten als Standard-Bankkarte heraus, und die Girocard würde 6–12 Euro im Jahr zusätzlich kosten. Holt sich dann natürlich keiner. Dass man dabei dann aber die Transaktionskosten für Händler vervierfacht, hat wieder niemand auf dem Schirm. Insgesamt werden dadurch Produkte entsprechend teurer, und in Summe wird man dadurch jährlich mehr als 12 Euro ausgeben. Man sieht es nur nicht. Und diejenigen, die Girocard einsetzen können/wollen, kriegen denselben Nachteil ab.


    Dass man hier auch auf US-Unternehmen setzt bzw. sich davon weiterhin abhängig macht, hilft in der Sache nicht. Aber vielleicht werden einige Banken (gaaanz langsam) auch wieder umdenken. Mit Girocard liegt ja eine Alternative vor. Es würde allerdings helfen, wenn man damit auch online bezahlen könnte … vielleicht kommt ja irgendwann Wero verstärkt an, dann könnten Direktbanken auf Girocard+Wero wechseln, ohne dass der Kunde allzusehr meckert.

    Roaming-eSIMs sind aber auch ein ziemlich anderer Schnack. Die bucht man manuell für einen bestimmten Zeitraum, die allermeisten haben nur einen Datentarif und keine Telefonnummer, und die Anbieter sind nicht in Deutschland zugegen.


    Stimmt, die genannten kleinen Tarife, aber generell alle Datentarife (von Lidl, aber auch Drillisch) fehlen da.

    Ja je nach Anspruch gibt es das noch, aber man muss suchen oder sich etwas damit beschäftigen.


    Die erwähnten 750MB bei Lidl Connect hatte ich auch lange Zeit: Classic-Tarif ohne Grundgebühr (und ohne Flatrate) und der kleinste Datentarif für 2,99€ (pro 4 Wochen). Aber das wird inzwischen von esim-Anbietern gut getoppt mit 3–5 GB.

    Ein Tarifpfadfinder ist sinnvoll um an die richtigen Ecken gelangen zu können.

    Die können auch nur abbilden, was jemand mal erkannt und einprogrammiert hat. (Und die Drillisch-Tarife fehlen auch häufig.) Für mich empfinde ich es als einfacher, sich selbst etwas auf die Suche zu machen.