Erhöhung von MwSt und Rentenversicherungsbeitrag ab 2007 - was sagt ihr dazu?

  • Martyn:
    Berufserfahrung seit 1997. Seit 2002 bin ich europaweit tätig. 2:0 also für "uns".


    Zu Deinen Vorwürfen dem Staat gegenüber das Bafög betreffend, äußere ich mich lieber nicht. Es ist nur ziemlich scheinheilig, sich überall nur die Rosinen rauspicken zu wollen und vornerum den sozial engagierten raushängen zu lassen.



    Stefan

  • Laut Statistischem Bundesamt bekamen 2003 etwa 777.000 Schüler und Studenten BAföG. Studierende bekamen im Schnitt 370 Euro im Monat, Schüler 303 Euro.


    Geht man also von einem Mittelwert von 340 € aus sind das ca. 3,15 Mrd €/Jahr.
    Wie viel mehr das jetzt wäre wenn jeder Student/Schüler unabhängig vom eigenen vorhandenen Vermögen oder das der Eltern BaföG bekommen würde kann man sich dann ja sicher vorstellen.


    In Zeiten leerer Kassen kann man erstmal nur denen Geld zukommen lassen die selber nichts haben. Sonst bist Du doch auch immer so für soziale Gerechtigkeit:
    Ist es fair demjenigen der nichts hat genausoviel zu geben wie jemand der schon ein kleines Vermögen angehäuft hat? Soziale Förderungen dienen lediglich der "Grundsicherung" nicht aber der (Lebens-)Standart Erhaltung.
    Man kann imho nicht erwarten ein Studium vom Staat mitfinanziert zu bekommen um nach dem Abschluss mit einem gepolsterten Konto ins Berufsleben zu starten.
    Ein Realschulabgänger der ne KFZ-Mechanikerlehre macht startet auch bei 0.


    Und Du musst dein Geld nicht "versaufen". Du kannst es für Deinen Lebensunterhalt aufwenden und sobald Du unter die entsprechenden Grenzen kommst bist Du auch wieder bedürftig und erhälst eine Förderung.



    CH

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk


    Man kann imho nicht erwarten ein Studium vom Staat mitfinanziert zu bekommen um nach dem Abschluss mit einem gepolsterten Konto ins Berufsleben zu starten.
    Ein Realschulabgänger der ne KFZ-Mechanikerlehre macht startet auch bei 0.


    Und Du musst dein Geld nicht "versaufen". Du kannst es für Deinen Lebensunterhalt aufwenden und sobald Du unter die entsprechenden Grenzen kommst bist Du auch wieder bedürftig und erhälst eine Förderung.
    CH


    Der KFZ-Mechaniker wird aber für seine Lehre bezahlt. Ein Student nicht. Und ja, der Staat sollte das Studium bezahlen. Immerhin zahlen Dipl.-Irgendwas im Regelfall auch mehr Steuern und kaufen mehr ein. Ausserdem stellen Ingenieure und Forscher die Innovationskraft dieses Landes sicher und schaffen damit indirekt wieder neue Jobs.


    Ich finde die Erst- (Aus-)Bildung sollte auf jeden Fall kostenlos sein. Also Lehre oder Studium. Der Meistertitel sollte günstiger werden, ist aber eine Weiterbildung.


    bastian

  • Bastian:
    Da schmeißt Du gerade aber BaföG und Studiengebüren durcheinander.
    Bis jetzt ist ein Studium noch "kostenlos" d.h. der Student muss nichts dafür zahlen, dass er seine akademische Ausbildung erhält. Nun soll der Staat aber nicht nur die Ausbildung sondern auch noch den Lebensunterhalt von allen Studenten finanzieren? Das kann so nicht funktionieren.


    CH

  • Das beitragsfreie Studieren ist natürlich ein sehr heikles Thema.
    Ich tendiere auch eher gegen Studiengebühren,da ich aus eigener Erfahrung weiß,wie schwer es ist schon allein Vollzeit zu studieren und gleichzeitig seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
    Studiengebühren verkomplizieren das ganze noch mal um einiges.
    Für mich war das einer der Hauptgründe das Studium abzubrechen.
    Von ca 350 € im Monat kann man höchstens leben,wenn man gelernt hat sich ausschließlich von Wasser und Brot zu ernähren,wenn man überhaupt sich keinen Luxus gönnt,sich abfindet in der billigsten Schimmelbaracke zu wohnen und auf jeglichen Versicherungsschutz verzichtet.
    Was auch ziemlich gefährlich ist.
    Uner diesen Umständen wäre das rein theoretisch machbar.


    Ich weiß,der Staat hat kein Geld und irgendwo muss er sparen,aber dann soll er sich bitte dann auch nicht beschweren wenn es über 20 % weniger Akademiker und Hochschulgelehrte in 10 Jahren gibt.
    Das bleibt bei solchen harten Sparkursen eben nicht aus,denn einkommenschwache Studenten werden immer mehr rausgedrängt.
    Zum Thema Bafög:Vielen wird es nicht gewährt,obwohl sie es bräuchten und wenn sie gewährt kriegen,dann wird von ihnen erwartet dass sie mit dem Studium quasi in der Sollstudienzeit fertig werden.
    Wenn ich mir z.B. Informatik anschaue,so erfüllen locker mehr als 80 % diese Kriterien nicht mehr.
    Folglich kriegen sie zum Ende kein Bafög mehr und dürfen wirklich Tag un Nacht studieren und arbeiten oder sie geben einfach auf,wei sie den Druck nicht mehr standhalten können.
    Der ja dann immens hoch ist.

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  • Bafög + Studiengebühren


    Zitat

    Original geschrieben von newage_02
    Zum Thema Bafög:Vielen wird es nicht gewährt,obwohl sie es bräuchten und wenn sie gewährt kriegen,dann wird von ihnen erwartet dass sie mit dem Studium quasi in der Sollstudienzeit fertig werden.
    Wenn ich mir z.B. Informatik anschaue,so erfüllen locker mehr als 80 % diese Kriterien nicht mehr.
    Folglich kriegen sie zum Ende kein Bafög mehr und dürfen wirklich Tag un Nacht studieren und arbeiten oder sie geben einfach auf,wei sie den Druck nicht mehr standhalten können.
    Der ja dann immens hoch ist.


    Dazu möchte ich folgendes anmerken:
    Wenn der Staat Bafög gewährt, darf er erwarten, daß der Student seine gesamte Zeit in die Ausbildung steckt, denn arbeiten müßte er (theoretisch) nicht mehr, da für seinen Unterhalt gesorgt ist.


    Wenn der Staat länger als die Regelstudienzeit Bafög zahlen würde, würden sicher einige Studenten diese Zeit mit einplanen. Daher gibt es eine Verlängerung nur wenn man sich für die Allgemeinheit (Asta, Stupa) einsetzt.


    Aber ich weiß aus eigener Erfahrung: Da hat man einen Prof. mit dessen Art der Lehre kommt man nicht zurecht (sprich: kapiert nix) und schon ist man in der Klausur durchgefallen. Man wiederholt die Vorlesung im nächsten Semester bei einem anderen Dozenten und muß jetzt seinen Vorlesungsplan so umkrempeln, daß man wieder eine Vorlesung auf das nächste Semester verschieben muß, da man ja die Vorlesung aus dem Vorsemester hören will/muß.


    Daher gebe ich zu, daß es äusert schwer ist in der Regelstudienzeit sein Diplom zu machen. Aus diesem Grund bin ich auch nur für Studiengebühren für Langzeitstudenten. Und das ist für mich 1,5fache Regelstudenzeit. Denn das Erststudium sollte für jeden der geeigent ist (Abitur) frei von Studiengebühren sein, damit Ausbildung keine Frage der sozialen Herkunft ist.

    _T_
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  • Re: Bafög + Studiengebühren


    Zitat

    Original geschrieben von Hightower2004
    Wenn der Staat Bafög gewährt, darf er erwarten, daß der Student seine gesamte Zeit in die Ausbildung steckt, denn arbeiten müßte er (theoretisch) nicht mehr, da für seinen Unterhalt gesorgt ist.


    Wobei so 350€ aber in aller Regel eher nur für die Miete, Nebenkosten, Heizung und Strom reichen.


    Dann kommen aber noch Versicherungen, Auto und/oder Bahn, Telekommunikation, Lebensmittel, Mittagessen, Geld fürs Wochenende, ... dazu.

  • Interessant wie über bisherige Beiträge geschickt hinweggegangen wird...


    Der max. BaföG Satz beträgt 585,- €, davon kann man im Bedarfsfall schon leben.
    Nicht im Luxus aber es geht. Hinzu kommt, dass man u.a. ein Studententicket und die Mensa bekommt.


    Das reicht zum (Über)leben. Klar ist da kein Luxus wie Handy, Auto etc. pp. dabei, großartige Züge durch Discos sind auch nicht drin, aber muss das wirklich sein wenn dies vom Staat finanziert wird? Sicherlich nicht.


    CH

  • Re: Re: Bafög + Studiengebühren


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Wobei so 350€ aber in aller Regel eher nur für die Miete, Nebenkosten, Heizung und Strom reichen.
    Dann kommen aber noch Versicherungen, Auto und/oder Bahn, Telekommunikation, Lebensmittel, Mittagessen, Geld fürs Wochenende, ... dazu.


    Daher schrieb ich theoretisch. Klar will der Student auch mal ein Bierchen trinken oder ins Kino gehen. Klar dürfte auch sein, daß ein Student (wenn er vom Staat lebt) nicht in Luxus schwelgen kann. Auf ein Auto habe ich während meines Studiums verzichtet, kein Geld. Ich mußte alles mit dem (besch...) Nahverkehr oder dem Fahrrad erledigen. Ich hab's auch überlebt. :)

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  • Re: Re: Bafög + Studiengebühren


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Dann kommen aber noch Versicherungen, Auto und/oder Bahn


    Das wäre wohl der Gipfel des Realitätsverlustes, wenn die Allgemeinheit den Studenten auch noch ein Auto finanzieren sollte.
    So banal es klingt Martyn, aber vielleicht solltest Du Dir mal den Standardspruch von Eltern zu Herzen nehmen: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".
    Nur mal so nebenbei gefragt, weils schon häufiger fiel: Welche Versicherungen sollen das denn sein, die ein Student braucht? Haftpflicht, die es für 20 EUR/a gibt, kann es ja wohl nicht sein. Und bei der Krankenversicherung laufen die meisten Studenten noch bei den Eltern mit (meines Wissens bis 25 plus ggf. Bundeswehrzeit). Hausrat ist angesichts der meisten Studentenbuden überflüssig...

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