Rückgang der Geburtenrate in der BRD

  • Der Generationenvertrag ist ein längst überholtes System, gerade wegen der seit langem anhaltenden demografischen Entwicklung.


    Deswegen halte ich ich auch Aussagen wie

    Zitat

    Wer sich bewusst gegen eigene Nachkommen ausspreche, habe in einem solchen System keinen Platz.

    für vollkommen hirnverbrannt.
    Zum einen "dämonisiert" und diskriminiert man damit große Teile der Bevölkerung, zum anderen kommt der Versuch, das bestehende Rentensystem einfach an die sozialen und demografischen Entwicklungen anpassen zu wollen, einer Negation, zumindest der bewussten Verdrängung der aktuellen Situation und der damit verbundenen zukünftigen Entwicklungen gleich.


    Ich kann doch niemanden dafür bestrafen, weil er keine Kinder haben möchte. :rolleyes: :flop:
    Stattdessen sollte es vielmehr darum gehen, diejenigen, die sich für Kinder entscheiden, entsprechend zu unterstützen und zu fördern.
    Das Rentensystem als Drohmittel zu nutzen, ist vollkommen idiotisch.
    Grundsätzlich plädiere ich ohnehin für den Grundsatz "Grundrente vom Staat, alles übrige privat".


    Zumal mir jeder Mensch, der sich bewusst und mit entsprechender Begründung gegen Kinder entscheidet, deutlich sympathischer ist, als jemand, das sich ohne Überlegung für ein Kind entscheidet.
    Wie schon gesagt: Kinder bedeuten jede Menge Verantwortung.
    Und wenn sich jemand, und sei es nur wegen eines Bauchgefühls, gegen ein Kind entscheidet, dann zeugt das für mich von mehr Verantwortungsbewusstsein, als wenn sich jemand mit dem Spruch "klappt schon irgendwie" dafür entscheidet.
    Und dabei geht es mir in erster Linie um die Kinder.


    Auch wenn Kinder ein ausgesprochen emotionales Thema sind, darf man gerade deswegen doch nicht den letzten Rest gesunden Menschenverstand zusammen mit den Verhütungsmitteln in den Müll werfen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Chevygnon
    Zumal mir jeder Mensch, der sich bewusst und mit entsprechender Begründung gegen Kinder entscheidet, deutlich sympathischer ist, als jemand, das sich ohne Überlegung für ein Kind entscheidet.
    Wie schon gesagt: Kinder bedeuten jede Menge Verantwortung.
    Und wenn sich jemand, und sei es nur wegen eines Bauchgefühls, gegen ein Kind entscheidet, dann zeugt das für mich von mehr Verantwortungsbewusstsein, als wenn sich jemand mit dem Spruch "klappt schon irgendwie" dafür entscheidet.
    Und dabei geht es mir in erster Linie um die Kinder.


    ganz meine meinung...

  • Ich kann ja nur für mich sprechen, aber da es mir in Deutschland überhaupt nicht gefällt, würde ich nie ein Kind in die Welt setzen, dass hat weder etwas mit finanziellem Egoismus oder Abneigung gegen Kinder zutun. Im Moment ist Deutschland nunmal im Umbruch von "der Staat macht alles" zu "der Staat macht nurnoch das nötigste", ich finde diese Veränderung sehr gut, aber in die Köpfe der Menschen wird es nicht so schnell reingehen, darum entsteht Zukunftsangst, die natürlich gegen jeden Kinderwunsch spricht.

  • Zitat

    Original geschrieben von VFBler
    Wenn Kinder nicht deine Altersvorsorge sind, wer versorgt dich dann im Alter ? Dank unserer Medizin werden wir ja mittlerweile richtig steinalt. Da wäre ich froh ich hätte gesunde Kinder in der Familie die mir helfen können wenn ich körperlich nicht mehr so kann.

    Schön, dass Du a) die Einstellung und b) auch die Möglichkeit hast, Deiner Mutter mit Tat bei Seite zu stehen.
    Was wäre aber, wenn Du - aus welchen Gründen auch immer - 200km oder mehr weit weg wohnen würdest? Und ich denke, dass ist inzwischen Teil der Realität: viele Kinder ziehen v.a. auch wegen einem Arbeitsplatz weg und können nicht 1x die Woche "mal so eben" bei ihren Eltern vorbeischauen - selbst wenn sie es wollten. Zumal ja von allen Seiten auch ständig zu hören ist, wie fürchterlich flexibel wir als Arbeitsvieh sein müssen ;)


    Und es gibt - das ist traurige Realität - immer mehr Eltern und Kinder, die sich so verkrachen, dass sie voneinander nix mehr wissen wollen. Geh mal beim Friedhof vorbei, wenn Du aus ner "heilen Welt"-Gegend kommst, fahr eben in die nächste größere Stadt: dort wirst Du mit Erschrecken hören, wie viele anonyme Bestattungen es heutzutage gibt.
    Und auch Du kannst Dir nicht sicher sein, was Deine Kinder so alles treiben, wenn Du erstmal 60, 70 oder 80 bist. Vielleicht sind sie nach Schlabbadabba ausgewandert, weil ganz Deutschland als Altersheim überdacht ist und sie lieber einen Job in der dann hier nicht mehr vorhandenen IT-Branche wollen (sehr überspitzt formuliert ;)). Natürlich ist es schön, da stimm ich Dir ja zu, wenn sich die Kinder um einen im Alter kümmern oder zumindest öfters mal vorbeischauen. Einen Anspruch darauf hast Du allerdings nicht. Und es kann ("bad case") auch sein, dass sie Dich da in Deine Schranken verweisen, weil sie genervt von ständigen Gefallen-tuns-Fragen sind ;) So gesehen stellen sie keine Altersvorsorge da und ersetzen nicht die eigene finanzielle (private!) Absicherung in Form einer Rentenversicherung o.ä.


    Soweit erstmal...

    Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
    Bond: And the second?
    Q: Always have an escape plan...

  • Da muss ich doch auch noch meinen Senf dazu geben.


    Warum sollen kinderlose bestraft werden? Wenn sie besser verdienen, zahlen sie z.B. Steuern dafür, dass für die Kinder andere Leute Kindergeld, Schulen etc. gezahlt werden können.


    Und dann haben wir 5 Mio. Arbeitslose. Kommt jetzt plötzlich ein Babyboom, was werden die später als Arbeitsplatz bekommen? Vor allem, wenn das Rentenalter angehoben wird? Auch hier beißt sich die Katze in den Schwanz (sieht bei meiner sehr lustig aus, aber das ist jetzt OT).


    Bei dieser ganzen Kinderdiskussion wird doch nur so gedacht: Die Leute sollen mehr Kinder in die Welt setzenl. Diese sollen dann später mehr konsumieren und gut Beiträge und Steuern zahlen, aber bitte keine Sozialleistungen oder überhaupt irgendwas in Anspruch nehmen. Das ist doch kompletter Unsinn. Da muss das System echt geändert werden, dann gibt es auch sicher mehr Kinder.


    In den skandinavischen Ländern aber auch in Frankreich gibt es dazu ein paar gute Ansätze! :top:

  • Andere Fragen: warum wird immer bestraft und warum wird zu wenig belohnt?
    Anreize zu schaffen ist doch wesentlich effektiver als immer abzustrafen!
    Ich denke nicht, daß man bewußt Kinderlose bestrafen sollte. Aber ich finde es schon sinnvoll, wenn man Eltern auch finanziell oder was die Absicherung anbelangt, eine gewisse Bevorzugung zukommen läßt.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    ...
    Ich denke nicht, daß man bewußt Kinderlose bestrafen sollte. Aber ich finde es schon sinnvoll, wenn man Eltern auch finanziell oder was die Absicherung anbelangt, eine gewisse Bevorzugung zukommen läßt.


    Und wie soll das in der Praxis funktionieren? Wenn die einen bevorzugt werden, dann werden die anderen doch automatisch bestraft- oder sehe ich da was falsch? :confused:

  • Auch wenn ich weiß was du meinst: es gibt schon nicht nur einen psychologischen Unterschied ->


    Strafe = A etwas wegnehmen = A hat weniger als davor, B hat nichts davon
    Anreiz = B etwas dazugeben = B hat mehr als davor, A keinen direkten und als Strafe empfundenen Nachteil


    Strafen und Anreize sind unterschiedliche Steuerungselemente, man muß halt immer schauen, was man will. Geht es nur um die Steuerung, könnte man auch mit Strafen arbeiten - geht es aber hauptsächlich um die Unterstützung der Elternschaft, dann wären Anreize, die dann idealerweise einen ähnlichen Steuerungseffekt wie die Strafen hätten, natürlich sinnvoller.


    BTW: erst vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel über das Thema gelesen, in dem der direkte Zusammenhang zwischen Einkommen/finanzieller Unterstützung und der Entscheidung für Kinder in Frage gestellt wurde und die massiven Investitionen bspw. in Frankreich vor diesem Hintergrund kritisch betrachtet wurden. Leider komme ich einfach nicht mehr drauf, wo ich diesen Artikel gelesen habe.


    Der Tenor war jedenfalls, daß es mehr am allgemeinen Klima in Bezug auf Kinder und Familie mangelt als an finanziellen Zuwendungen.

  • Zitat

    Das ganze Rentensystem ist doch das letzte. Gibt es keine Möglichkeit aus dem Kreislauf rauzukommen um für sich selber zu sparen?


    Es gibt zumindest die Möglichekeit, eine private Altersvorsoge abzuschließen.
    Dann zahlt man zwar doppelt, dafür kriegt man wenigstens im Alter noch was raus.
    Ich gehe schon seit fast 10 Jahren davon aus, dass wenn ich ins Rentenalter komme, eh keine gesetzliche Rente kriege.
    Ergo die private ist lebensnotwendig und wird mich im Alter hoffentlich versorgen.
    Die gesetzliche ist doch nur noch da, damit die jetztigen Rentner durchgebracht werden.

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  • Umlagefinanzierte Systeme sind nichts anderes als umgelabelte Schneeballsysteme, irgendwann ist Schluss. Drumrum kommt man wohl nur, wenn man ins Ausland geht, wobei dies ja nicht die schlechteste Entscheidung sein muss :rolleyes:

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