Rückgang der Geburtenrate in der BRD

  • Um mal kurz von meinem eigenen Thema (Geburtenrückgang) nochmal abzurücken, habe ich eine Frage noch zur Rente:


    In irgendeiner Wirtschaftssendung, ich weis aber nicht mehr welche das war, war jedenfalls erst kürzlich, wurde über das erhöhte Risiko bei privaten Versicherungen diskutiert. In der Summe war der Tenor, daß private Vorsorge nicht sicherer sei als die gesetzliche. Ganz im Gegenteil: Private Versicherungen können von heute auf morgen „hops“ gehen und man sieht nichts mehr von seinem Geld oder bekommt seinen Beitrag einige Jahre zu früh als notwendig zurück. Es wurden viele Fallbeispiele genannt wo dies im Vergleich zur gesetzlichen der Fall war.


    Im Gegensatz die gesetzliche: die ist verankert in unseren Gesetzen, und somit zu 100% sicher. Von heute auf morgen kann das nichts passieren. Auch ich schließe mich dem Norbert Blüm an: Die Rente ist sicher ! Die Frage ist lediglich: In welcher Höhe bekomme ich rente ? ;)


    Hat jemand einen Link zu dem Thema ?




    Zum eigentlichen Thema: Ich bin Gott froh zu lesen daß es einige, wenn nicht gar viele User, gibt die über Kinder ähnlich, wenn nicht sogar genauso denken wie ich: Kinder sind ein Geschenk daß mit nichts auf der Welt aufzuwiegen ist. Wenn meine Tochter Hilfe braucht dann lasse ich hier auf der Arbeit alles stehen und liegen, und wenn ich dafür in der Firma Ärger bekomme !

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    BTW: erst vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel über das Thema gelesen, in dem der direkte Zusammenhang zwischen Einkommen/finanzieller Unterstützung und der Entscheidung für Kinder in Frage gestellt wurde und die massiven Investitionen bspw. in Frankreich vor diesem Hintergrund kritisch betrachtet wurden. Leider komme ich einfach nicht mehr drauf, wo ich diesen Artikel gelesen habe.


    Der Tenor war jedenfalls, daß es mehr am allgemeinen Klima in Bezug auf Kinder und Familie mangelt als an finanziellen Zuwendungen.

    Ich vermute, Du hast meinen Link zur Studie Emanzipation oder Kindergeld vom Berlin-Institut angeklickt :)


    Da kommt einmal raus, dass in Deutschland zwar sehr viel gefördert und viele Anreize gegeben werden, die Frauen, v.a. die gut ausgebildeten, trotzdem keine Kinder bekommen. Und dass in den Ländern mit niedriger Geburtenrate sich die Gesellschaft noch nicht an die neuen Gegebenheiten mit der Rolle der Frau arrangiert haben, sondern mental noch in den 50ern leben. Während Länder mit hoher Geburtenrate sich darauf eingestellt haben, dass die meisten Frauen eben arbeiten gehen wollen und zwar nicht erst wieder nach 2 Jahren nach der Geburt.


    Nimmt man noch das Buch vom Herrn Sprenger "Der dressierte Bürger" hinzu, wo gut nachzulesen ist, wie der Staat uns mit Anreizen, Steuermodellen usw. versucht in die Bahnen zu lenken, die er für die richtigen hält, statt uns wie mündige Bürger zu behandeln wird zumindest mir klar, warum die meisten Frauen dem Staat den Finger zeigen und an Kindern wenig bis kein Interesse haben. Da noch ne Schippe Beziehungsunfähigkeit (Paare trennen sich bei der kleinsten Erschütterung, etc.) oben drauf und noch ne weitere Schippe zweifelhafte Zukunftsaussichten auf dem Arbeitsmarkt oben drauf und wir sind bei der Geburtenrate die wir in Deutschland haben.



    Ach ja, noch paar Sätze zum Rentensystem: die Versicherungen sind afaik angehalten, sich selbst rück zu versichern - die Rückversicherung darf dann übernehmen, wenn meine Versicherungsgesellschaft pleite macht. Nur weil die gesetzliche im Gesetz verankert ist, bedeutet das gar nix - wenn da kein Geld mehr drin ist, kann auch nix ausgezahlt werden, wenn der Staat pleite ist, kann er höchstens mehr Geld aufnehmen (auf Pump) und sich tiefer in die Scheiße reinreiten - tolle Sicherheit. Und nach Auskunft eines Fachdozenten zum Thema Altersvorsorge (ich vermute mal, dass der da halbwegs wusste von was er sprach) wäre die gesetzliche Rentenkasse nach wie viel Tagen leer = pleite, wenn von heute auf morgen niemand mehr einzahlen würde?



    Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
    Bond: And the second?
    Q: Always have an escape plan...

  • Zitat

    Im Gegensatz die gesetzliche: die ist verankert in unseren Gesetzen, und somit zu 100% sicher. Von heute auf morgen kann das nichts passieren. Auch ich schließe mich dem Norbert Blüm an: Die Rente ist sicher ! Die Frage ist lediglich: In welcher Höhe bekomme ich rente ? ;)


    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen.
    Wenn ich mir die ganzen Kürzungen ansehe und die noch anstehenden und das innerhalb von wenigen Jahren.
    Dann kann man von Sicherheit bei der gesetzlichen Rente auf gar keinen Fall mehr Reden.
    Schon jetzt ist es schwer damit über die Runden zu kommen.
    In schon nicht ferner Zukunft wird es mit der gesetzlichen Rente allein unmöglich sein und irgendwann wird ein mutiger Politiker sagen, wenn alle sich privat auch abgesichert haben, " Die gesetzliche Rente ist überholt und sollte ganz abgeschafft werden."
    Das wird kommen, so sicher wie es irgendwann hier auch eine PKW-Maut geben wird.

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  • Ich wäre sehr, sehr dankbar dafür, wenn der gesetzliche Rentenbeitragssatz drastisch verkleinert werden würde und ich damit dann entsprechend mehr Geld übrig hätte, das ich in eine private Vorsorge stecken kann.


    Tue ich ohnehin, aber der Betrag wäre deutlich höher, wenn ich in die gesetzliche Vorsorge weniger einzahlen müsste, von deren Seite ich mir ohnehin nur eine Grundrente erwarte.


    Ich finde es zudem erschreckend, wie wenig das Thema private Altersvorsorge speziell in den Köpfen junger Menschen eine Rolle spielt.
    Aber ich bin ohnehin kein Freund der sog. Spaßgesellschaft, vielleicht fehlt mir deshalb das Verständnis.
    Zumal die Rentenentwicklung und die steigende Bedeutung privater Vorsorge ja nicht erst seit gestern bekannt ist.
    Meine erste Vorsorgemaßnahme habe ich sicherlich nicht aus reinem Vergnügen schon in den 90ern abgeschlossen.


    Ich finde es auch richtig, dass von Seiten der Politik mehr Eigenverantwortung gefordert wird. Dummerweise wissen viele Leute mit dem Wort nicht allzuviel anzufangen.
    Viele erwarten vom Staat ein Rundum-Sorglos-Paket, selber etwas tun scheint aus der Mode gekommen zu sein. Dienstleistungsmentalität...nicht nur hier im Forum ein echtes Problem.
    Bei einigen Generationen scheint zudem noch das Motto "der Staat wird's schon richten" aktuell zu sein, bei den jüngeren wurde das wohl von "der Staat macht eh nichts" abgelöst, leider in Tateinheit mit "geht doch eh alles den Bach runter, also was soll's?". :(


    Und dieser grundsätzliche Pessimismus ist in meinen Augen das größte Problem in diesem Land.

  • Zitat

    Original geschrieben von Chevygnon
    Und dieser grundsätzliche Pessimismus ist in meinen Augen das größte Problem in diesem Land.


    Tja, Du bist Deutschland! :rolleyes:


    Zitat

    Original geschrieben von DUSA-2772
    Und nach Auskunft eines Fachdozenten zum Thema Altersvorsorge (ich vermute mal, dass der da halbwegs wusste von was er sprach) wäre die gesetzliche Rentenkasse nach wie viel Tagen leer = pleite, wenn von heute auf morgen niemand mehr einzahlen würde?





    Ach du Schreck. Damals, als ich noch bei dem großen Laden war, sind wir immer von 10 Tagen ausgegangen. Aber das ist ja auch schon ein halbes Jahr her! :rolleyes:

  • So gerne auch mancher betonen mag, dass die Kinder nicht die Altersvorsorge darstellen: Nüchtern gesehen sind sie es.
    Und ohne unsere Kinder, sprich ohne Nachfrager, werden auch die privaten Rentenversicherungen/Fonds nicht sonderlich gut laufen.


    Wer etwas anderes behauptet, versteckt sich doch nur vor der Realität. Das soll nicht heissen, dass das der Grund für Kinder sein muss. Man sollte Kinder in allererster Linie bekommen weil man es will.


    Das ein Kind immer irgendwo zu Einschränkungen führt, sollte jedem klar sein. Ebenso sollte auch jeder überlegen, ob das, was das Kind den Eltern geben kann nicht das überwiegt, worauf sie verzichten müssen. Sind Erfolg und materieller Reichtum denn die richtigen Ideale in unserer Gesellschaft?


    Aber auch die Gesellschaft in Deutschland sollte sich fragen, ob sie nicht besser irgendwann von ihrem Egotrip herunterkommen soll. Wenn die Mitbürger (vor allem Nachbarn) lieber die Polizei zwecks Ruhestörung rufen, das Spielen auf Spielplätzen verbieten, oder die Kinder bedrohen, anstatt mit den Eltern zu sprechen, muss man sich doch fragen, ob diese Gesellschaft Kinder überhaupt verdient hat. Sicherlich kann es manchmal ärgerlich sein, wenn beim Obermieter wieder Lärm ist, aber man muss das auch mal tolerieren können. Wofür gibts Oropax? Statt der Mutter, die ihren Kinderwagen mühsam durchs Treppenhaus schleppt, hinterherzurufen "Ruhe da draussen", könnte man ihr auch mal helfen.


    Dann ist da auch noch die staatliche Seite. Ob Strafen für Kinderlose sinnvoll sind will ich anzweifeln, aufgrund der finanziellen Lage werden Belohnungen für Familien aber nicht drin sein. Wofür ich definitiv bereit wäre höhere Steuern zu zahlen, sind Kostenlose Kinderkrippen und Kindergärten für jedes Kind. Das ist etwas, woran der Staat auf jeden Fall arbeiten sollte. Wichtig ist dabei aber, dass a) genügend b) gut ausgebildetes und c) gut bezahltes Personal vorhanden ist. Ich will nicht, dass ein lustloser ehemaliger KfZ-Mechaniker auf 400€ Basis meine Kinder betreut (oder eben genau das nicht tut...). Aber ich glaube, dass vor allem in Westdeutschland die Bereitschaft fehlt, Kinder in die Obhut von Kindergärten zu geben. In Ostdeutschland denkt man da etwas anders, aber dort gibts ja ohne Frauen auch bald keine Kinder mehr...


    MfG


    PS: Was die Renten angeht, braucht ihr euch zwecks Beitragssenkung keine Hoffnungen zu machen. Im Laufe der nächsten 20-30 Jahre wird der Rentensatz auf 30-40% des durchschnittlichen Einkommens sinken. Aufgrund der wachsenden Zahl der Rentenempfänger und der sinkenden Zahl der Einzahler, wird der Rentenbeitrag im günstigsten Falle gleich bleiben. Ich finde es aber dennoch sinnvoll, dass zumindest ein Grundbetrag staatlich abgedeckt wird, denn IMHO ist die private Rentenvorsorge kein heiliger Gral, sondern ein recht riskantes Unterfangen.
    Ich bin 22 und bezahle monatlich 180€ für private Altersvorsorge, aber falls da mal was schiefgeht bin ich froh, zu wissen, dass ich später zumindest nicht unter der Brücke lande...

  • Zitat

    Original geschrieben von Crashman
    Aber ich glaube, dass vor allem in Westdeutschland die Bereitschaft fehlt, Kinder in die Obhut von Kindergärten zu geben. In Ostdeutschland denkt man da etwas anders, aber dort gibts ja ohne Frauen auch bald keine Kinder mehr...


    MfG


    Hurra, ein Klischee! :rolleyes:


    Man könnte jetzt natürlich über das früher staatlich verordnete Krippenunwesen des Ostens diskutieren (und der dabei stattgefundenen Entfremdung von Kindern und Eltern), aber es gibt im Westen genügend moderne Frauen, die ihre Kinder gerne in Kindergärten oder zu Tagesmüttern geben. Und das war auch schon in der "Altbundesrepublik" so!

  • Also ich habe über dieses Thema mit einigen Frauen gesprochen. Sicherlich ist die ein oder andere schon bereit dazu, aber viele (mehr als in Ostdeutschland) sind es nicht.
    Ich wollte das auch nicht verallgemeinern, sondern eher einen Trend aufzeigen.


    Ich persönlich komme aus Ostdeutschland und war früher sowohl in der Kinderkrippe als auch im Kindergarten. Meine Cousine (wohnte im gleichen Haus und ist ein Jahr jünger) war das nicht. Ich denke im Vergleich hat es mir nicht geschadet ;-).


    Aber ich will jetzt nicht über Kinderkrippe und Kindergärten in der ehemaligen DDR diskutieren. Ich habe nur angesprochen, dass generell kostenfreie Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden sollten und, dass man dem in Westdeutschland eher skeptisch gegenübersteht.


    MfG

  • Eben und ich wage das zu bezweifeln, da gerade die emanzipatorisch-Linksalternative Bewegung der 70er und 80er im Westen Deutschlands dort einiges verändert hat. Aber vielleicht liegt das ja daran, dass ich im Westteil Berlins groß geworden bin?


    Egal.


    Es stimmt, dass junge Frauen im "gebärfähigen Alter" aus dem Osten in den Westen ziehen, genauer aus dem Nordosten in den Südwesten. Aber warum ziehen die jungen Männer nicht mit? Warum bleiben die zuhause sitzen? Und dann müsste ja, aufgrund des Überangebots an Frauen im Südwesten der Babyboom par excellance ausbrechen. Das ist also auch nicht unbedingt der Grund für den Geburtenrückgang.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass die Frauen die in den (Süd-)Westen ziehen, ersteinmal andere Sorgen haben als Kinder zu bekommen.


    Dann gibt es da ja noch weitere Probleme:
    Frauen orientieren sich gerne nach oben, wobei die Anzahl der sozial weiter oben stehenden Männer auch im Westen irgendwann knapp wird.
    Frauen die selbst sehr erfolgreich sind suchen nach einem Mann auf ihrer Ebene. Da finden viele aber niemanden mehr. Und mit zwei wirtschaftlich sehr erfolgreichen Partnern (inkl. der damit einhergehenden Belastung) ist es oftmals nicht möglich Kinder zu bekommen. Vor allem nicht dann, wenn keiner der Beiden Einbußen hinnehmen will.


    Warum die Männer zurückbleiben weiß die Wissenschaft aber auch noch nicht so genau. Es ist wohl das erste Mal, dass in großem Umfang zuerst Frauen eine Region verlassen. Man kann aber wohl sagen, dass bei den Männern vor allem die gebildete Schicht (Abiturienten) den Osten verlassen. Geht mir ja genauso.


    MfG

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