Gesundheitsreform (Eckpunkte nun klar)

  • Re: Gesundheitsreform (Eckpunkte nun klar)


    Hallo,


    Zitat

    Original geschrieben von visioneer
    Eine richtige Reform wäre es gewesen wenn man es ähnlich wie in Schweden so gelöst hätte, das für alle Versicherungsnehmer einen Grundversorgung vorliegt und für alles Andere jeder selber entscheiden kann


    wie lange würde es dann wohl dauern bis diese Grundversorgung gleich hohe Beiträge erfordert wie jetzt die jetzige Versorgung. :confused:


    Zitat


    Von der Umsetzung her wäre dies nicht wirklich problematisch (...) gewesen


    Doch, weil man damit die jetzt älteren Menschen die jahrelang hohe Beiträge gezahlt und sich auf eine mehr als Grundversorgung im Alter als Gegenleistung verlassen haben stark benachteiligen würde.


    Die Kosten im Gesundheitswesen sind die Summe der Gelder welche an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen gezahlt werden.


    Beitragserhöhungen, Grundversorgung, Zusatzversicherungen, höhere Zuzahlungen, teilweise Steuerfinanzierung und was noch alles diskutiert und umgesetzt wird führen lediglich zu einer Umverteilung.


    Eine Kostensenkung im Gesundheitswesen gibt es genau dann, wenn die Leistungserbringer im Gesundheitswesen weniger Geld bekommen.


    Alle anderen Maßnahmen dienen nur dem Zweck Umverteilungen hinter dem Reden über Kostensenkung zu verstecken.


    Gruß, Wolfgang

  • Hi,
    also da es hier ja um die Gesundheits"reform" geht, sollten wir doch auch beim Thema bleiben.


    Durch den Fonds werden leider die Verwaltungskosten höher sein (neue Behörde, die das erledigt und anschließend umverteilt...) und die Anreize zur Kostenreduzierung geringer.


    Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen bekommen nämlich mittlerweile sehr wenig Geld, wenn ihr euch einmal die Einkommen der Ärzte anseht. Denn wer von euch würde arbeiten, wenn er ab Anfang des Monats kein Geld mehr bekommt? (Dieses Quartal bei den Ärzten, da DAK und AOK die Gelder aufgebraucht haben..)


    Solange der einzelne Patient nicht sieht, was seine Behandlung kostet, ist der Anreiz für ihn gleich null und die Versuchung, für gestiegene Beiträge das meiste herauszuholen, einfach zu groß.


    greetz
    cm

  • Zitat


    warum pumpe ich da noch mehr Geld rein?
    Exakt das Gleiche im Gesundheitssystem: es wird jedes Jahr unaufhaltsam teurer und statt mal im Kern nach dem Problem zu suchen, werden einfach die Beiträge erhöht.


    Das frag ich mich auch. Wieso nicht das ganze rückgängig machen? Würde zwar im ersten Moment kosten, aber dauerhaft die Neuverschuldung senken.

  • Hallo,


    Zitat

    Original geschrieben von muellix
    ... sollten wir doch auch beim Thema bleiben.


    und dabei bitte den vorgetretenen Trampelpfad nicht verlassen, der führt zwar nirgendwo hin aber es verhindert daß jemand versehentlich zum zentralen Punkt vordringt.


    Zitat


    Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen


    Da hab ich wohl vergeblich nach einem Wort gesucht daß alle Leistungserbringer (mir fällt immer noch kein besseres ein) erfaßt. Selbstverständlich habe ich alle Leistungen gemeint, dazu gehören auch Verwaltung und Abrechnung.


    Zitat


    Solange der einzelne Patient nicht sieht, was seine Behandlung kostet,


    und wenn er es sieht senkt das auch keine Kosten, im Gegenteil, sie werden sogar (geringfügig) höher für die zusätzliche Kostenaufstellung.


    Erst wenn der Patient auf die Behandlung verzichtet ("was, so teuer ist ein Schrittmacher, das kann ich der Krankenkasse nicht zumuten") gehen die Kosten runter (wenn sie nicht durch die nicht erfolgte Behandlung und die Folgen erst richtig hochgehen). Dann zahlt die Kasse weniger und der Leistungserbringer bekommt weniger - und jetzt les nochmal meinen fettgeschriebenen Satz von weiter oben. :D


    Gruß, Wolfgang

  • Hallo,


    ich finde das viele Leute erstmal dazu übergehen sollten sich zu überlegen wann sie zum Arzt gehen oder sich sonst wie in Behandlung begeben.


    Ich höre öfters von Bekannten beim Rettungsdienst solche Sachen wie: "Die hat heute schon das 3. Mal angerufen, nur weil sich keiner um sie kümmert..."


    Und sowas gibt es hier verdammt oft, genau wie auch (fast) nutzlose Verlegungsfahrten usw., wir haben allerdings auch einen sehr hohen Anteil an alten Menschen.


    Ich finde an solchen Punkten sollte gearbeitet werden, allein das Beispiel oben kostet pro Tag oft 3 Einsätze a ca. 450€.


    Und bevor jetzt jemand sagt das der Rettungsdienst zu teuer ist, muss ich mal sagen das die Leute da fast nichts bekommen, oft aber 10-12h pro Tag arbeiten müssen.


    Das dass ganze System so nicht funktioniert dürfte ja inzwischen jedem klar sein, das es (erstmal) keine starken Änderungen geben wird auch, von daher sollte man meiner Meinung nach an solchen Punkten ansetzen um wenigstens etwas einzusparen, da gibt es ja sicher noch einen Haufen anderer Beispiele.


    MfG
    Chris

  • Zitat

    Ich höre öfters von Bekannten beim Rettungsdienst solche Sachen wie: "Die hat heute schon das 3. Mal angerufen, nur weil sich keiner um sie kümmert..."


    Das sind aber wirklich die seltensten Fälle. Das meiste macht doch IMHO die Leute aus, die nicht auf den Rat des Arztes hören und 2 oder 3 Ärzte aufsuchen. Andersherum, wenn man schwer krank ist, wer verläßt sich da gerne auf einen Arzt? Vor allem wenn es um die Lebensqualität geht oder im schlimmsten Fall sogar um dein eigenes Leben. Da bist du aber auch dabei mehrere aufzusuchen.


    Wenn ich mal das "Vergnügen" habe krank zu sein, und das war ich dieses Jahr leider schon desöfteren, sieht man im Warteraum Vor- wie Nachmittags hauptsächlich ältere 60+. Wenn man dann mal zu einem Spezialisten muss sind Wartezeiten von mehreren Monaten ganz schön heftig.


    Da ist also noch einiges im Argen. Mich stört vor allem die Beitragserhöhung. Ich brauch von meiner Krankenkasse kein "Heftchen" was mir zugeschickt wird. Ich möchte nur eine vernünftige Behandlung.

  • Hallo,


    das mit den 3 Ärzten stimmt natürlich auch, ich glaub ich war schon zu lange nichtmehr bei einem normalem Arzt ;)


    MfG


    Chris

  • Eigentlich muss man schon sagen das es im Prinzip nur Flickwerk ist, aber auf der anderen Seite hätte es auch noch schlimmer kommen können.


    Eine Revolution ist es nicht, und die derzeitigen Probleme sind damit nicht gelöst sondern nur ein paar Jährchen aufgeschoben, aber persönlich bin ich jetzt damit zufrieden das es nicht noch schlimmer gekommen ist.


    Ansonsten muss ich sagen das mit dem Fonds für Kinder für Studenten und junge Selbstständige/Freiberufler nun alles für die PKV spricht. Bisher mussste man ja abwägen ob man in die PKV geht oder freiwilliges Mitglied der GKV wird, aber wenn man nun auch in der PKV nicht mehr die Kinder selber versichern muss, ist die Antwort eigentlich klar.

  • Nur mal ne Frage:
    Stellt sich für die meisten TTler überhaupt die Frage zwischen PKV und GKV?







    [small]Entweder verdiene ich wirklich zu wenig oder ich bin zu blöd.[/small]

  • Falls du wegen der Einkommensgrenze fragst muss ich anmerken das die ja nur für nichtselbstständige Arbeitnehmer gibt, Selbstständige, Freiberufler, ... können auch bei (weitaus) geringerem Einkommen in die PKV gehen.

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