Körperwelten - Obduktion auf offener Straße!

  • Hm also ich finde derartige Veranstaltungen eigentlich ziemlich unnötig.


    Hätte die Gelgenheit gehabt mir Körperwelten in Brüssel anzuschauen habe es aber aus persönlichen (und vor allem auch finanziellen Gründen) nicht getan.


    Nur was mir nicht zusagt muss ich mir ja auch nicht anschauen...:D


    Gruß
    CH

  • Ja, ist natürlich verständlich. Also, bei manchen Leuten, "hier in der Ecke" hatte ich fast das Gefühl, das man sich das anschauen muss! Teilweise wurden beispielweise auch Klassenfahrten veranstaltet, obwohl knapp ein viertel der Schüler dagegen waren.
    Ich finde es echt nicht gut, wenn man so praktisch gezwungen wird sich das an zu kucken.
    Nochmal 2 allgemeine Fragen (am besten an die Leute, die da waren, die müssten das eigentlich wissen :) )
    Wie teuer war der Eintritt eigentlich überhaupt?
    Gab es überhaupt eine Altersbegrenzung? Das is mir eben mal so eingefallen, weil ich denke wenn sich das z.B. mal so n 5 jähriges kind ankucken würde, käme das nich so gut... :D

  • Zitat

    Original geschrieben von wer?
    Nochmal 2 allgemeine Fragen (am besten an die Leute, die da waren, die müssten das eigentlich wissen :) )
    Wie teuer war der Eintritt eigentlich überhaupt?
    Gab es überhaupt eine Altersbegrenzung?

    Imho waren es 1997 in der Gruppe 20 DM.
    Wir (als Klasse) waren damals im Schnitt 16-17.
    Dementsprechend schockiert waren manche Frühreife bei der Raucherlunge.
    Gerade junge Leute solten sowas mal sehen, das ist überzeugender als 1000 Wörter.


    P.S. Ich rauche nicht ;)

    Signatur ist so 2002.

  • Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies beinhaltet auch den Schutz des Menschen vor der Geburt und nach seinem Tod.


    Dazu gehört dann gelegentlich auch, die Menschen davor zu schützen, das sie selbst durch bestimmt Handlungen (seinen Körper für sowas zur Schau zu stellen) die eigene Würde verletzen.


    Ich finde diese Aktion voll daneben.


    Es gibt sicher viele Anlässe, warum Zuschauer bei einer Leichenöffnung dabei sein, aber ausschließlich aus Gaffertum, nein Danke.

  • Zitat

    Original geschrieben von T-bold47
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies beinhaltet auch den Schutz des Menschen vor der Geburt und nach seinem Tod.


    Dazu gehört dann gelegentlich auch, die Menschen davor zu schützen, das sie selbst durch bestimmt Handlungen (seinen Körper für sowas zur Schau zu stellen) die eigene Würde verletzen.
    [...]


    Das sehe ich nach meiner aktuellen Weltanschauung ein wenig anders.
    Ich bin schon der Meinung, dass diejenigen, die ihren Körper freigeben wollen, es auch tuen können. Das hat meiner Meinung nichts damit zu tun, die eigene Würde zu verlieren.
    Viel wichtiger ist es, dass mit dem Körper respektvoll umgegangen wird, und dies ist in "Körperwelten" meiner Meinung nach der Fall. Dazu wirken die Plagiate doch wieder zu realistisch. Die Stimmung auf der Ausstellung ist im Grunde recht bedächtig, die Exponate sind zum größten Teil sehr aufschlußreich und lehrreich (z.B. Herzinfarkt, Raucherlunge, Ungeborene, künstl. Gelenke).


    Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, sich so etwas oder sogar eine Obduktion anzuschauen. Bei Körperwelten habe ich auch überlegen müssen - ich habe es nicht bereut.



    Bess dehmnäx,
    Carsten

    "Das Problem an Zitaten aus dem Internet ist, daß sie nur schwer überprüfbar sind."


    Konrad Adenauer

  • original geschrieben von Butterfly

    Zitat

    Ich bin schon der Meinung, dass diejenigen, die ihren Körper freigeben wollen, es auch tuen können. Das hat meiner Meinung nichts damit zu tun, die eigene Würde zu verlieren.


    Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen!
    Ich meine warum muss der Tod immer so ein Tabu Thema sein?
    Der Körper ist doch nur die leblose Hülle. Und ob diese nun von irgendwelchen Würmern unter der Erde, oder einem Professor seziert werden, macht doch kaum den Unterschied!
    Und es ist ja nun wirklich nicht so das das ganze aus Spaß gemacht wird!
    (Zumindst nicht die Austellung...)
    Und, bis jetzt hat ja mehr als eine der Personen, die da gewesen sind bestätigt, das das ganze sehr aufschlussreich war.

  • Irgendwie geht die Diskussion immer mehr in Richtung "Die Ausstellung - ja oder nein?", dabei sollte es doch primär um die öffentliche Obduktion gehen...


    Ich finde dieses kontroverse Thema höchst interessant und würde mich über mehr Meinungen sehr freuen! :)



    Gruß, Mooney :)

  • Hier nochmal eine genaue Pressemeldung:


    Ausstellungen. - Eine Leiche soll öffentlich seziert werden.
    Der Erfinder der "Körperwelten-Ausstellung", Gunther von Hagens will in London die Leiche einer dreiunddreißig Jahre alten Deutschen sezieren. Mit dieser Aktion will der Gründer des Heidelberger Instituts für Plastination für die "Laienanatomie" werben. Gegen ein Eintrittsgeld von 20 Euro können 500 Zuschauer die Sektion beobachten, auf Großleinwänden soll die Obduktion auch außerhalb der Ausstellungsräume zu sehen sein. Mit seiner Aktion will der Mediziner unter anderem gegen ein geplantes neues Gesetz protestieren: In Großbritannien sollen die Bedingungen für den Im- und Export von Leichenteilen verschärft werden. Der Verband britischer Anatomie-Ärzte wirft Hagens dagegen Sensationsmache vor. In Deutschland ist die Sektion vor zahlendem Publikum verboten.
    Quelle: http://www.dradio.de/cgi-bin/e…schak-meldungen/1021.html


    Wusste z.B. noch gar nicht, das die Leiche von ner Deutschen ist!...

  • Habe gestern darüber was gesehen. Der Arzt mit Hut:rolleyes: .


    Also ich finde das unmöglich. Einen Menschen öffentlich aufzuschneiden. Das stellen sich bei mir die Nackenhaare. Nicht daß ich sowas nicht sehen kann aber da wurde ein bestimmter Bogen IMHO einfach überspannt.


    Ich finde das :flop:

    Gruß
    vom Stefan


    -Wer einmal in Fürth war, der findet es überall auf der Welt schön-

  • Moin @all


    Meiner Meinung nach sollte es auch in Deutschland im begrenzten Rahmen öffentliche Sektionen/Obduktionen geben. Selbstverständlich soll sowas nicht zu einem Jahrmarktsklamauk verkommen und der Belustigung des Volks dienen, ebensowenig wie als Thrillersatz für irgendwelche Freaks.


    Aber auch mich stört dieses Tabu, daß alles, was irgendwie mit dem Thema Tod zu tun hat, tabuisiert wird. Warum sollte man nicht einem begrenzten Kreis von interessierten Laien diese Möglichkeit geben? Ich selbst habe schon vor ein paar Jahren an einem Rechtsmedizin Kurs für Juristen in Heidelberg teilgenommen, habe aber (leider) die Obduktion am Semesterende aus persönlichen Gründen verpaßt.


    Auch habe ich mir damals in Mannheim die Körperwelten-Ausstellung angesehen, und war in der Tat fasziniert: Besser habe ich den menschlichen Körper in keinem Buch der Welt gesehen, es war schlicht atemberaubend und höchst informativ. Und eine Verletzung der Würde sehe ich keineswegs, ein Mensch kann auf jeden Fall seine Würde veräußern, ihm dieses Recht abzusprechen halte ich da schon fast für den schlimmeren Eingriff in die menschlichen Persönlichkeitsrechte.


    Somit unterstütze ich die Aktion in London von GvH, hätte ich Zeit und Möglichkeit gehabt, ich wäre hingegangen.
    Übrigens: Es war ein 72 Jahre alter Deutscher, keine 32-jährige.


    Meine Meinung....


    Grüße Rabb :)

    Das Bessere ist der Feind des Guten.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!