Ärger mit der Nachbarin - was unternehmen?

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir gerade diverse Threads angesehen zum Thema Nachbarschaftsstreitigkeiten. Leider passt keiner auf unsere Situation.


    Bei uns geht es vorrangig um Kinderlärm - und zwar exzessiven Kinderlärm.


    Die gute Frau über uns lebt in Scheidung von ihrem Mann und hat Angst das man ihr das Kind wegnimmt (u.a. wohl weil sie keinen Job hat, so ganz genau konnte ich das aber noch nicht herausfinden) und daher erlaubt sie dem Kleinen (ca. 3-4 Jahre alt? weiß keiner so genau) absolut alles.


    Der tobt und schreit teilweise stundenlang rum, schlägt mit irgendwelchen Sachen auf den Boden und veranstaltet soviel Lärm, dass ich ihn zeitweise sowohl durch die Decke als auch durch das (offene) Fenster hören kann.


    Letztens hat die gute Frau dann auch noch eine rauschende Party gefeiert, die wir dann um 2:30 Uhr mit Polizeihilfe beendet haben. Ein live vorgesungener Holzmichel hat das Fass überlaufen lassen.


    Besagte Frau hat auch gegenüber einer anderen Mieterin hier im Haus schon zugegeben, dass sie mit der Erziehung des Kindes überfordert ist - helfen lassen will sie sich aber auch nicht mehr. Früher haben andere Mieter ihr da noch geholfen, aber das lehnt sie jetzt ab.


    Man hat also schon Gespräche mit ihr geführt - passiert ist gar nichts. Momentan herrscht im Haus große Ratlosigkeit wie man vorgehen soll. Nicht nur wir als direkt betroffene Mieter unter ihr (wir wohnen im 1. Stock), auch im Erdgeschoss ist der Lärm aus dem 2. Stock zu hören.


    Bevor mich hier jemand als kinderfeindlich abstempelt: ich habe nichts gegen Kinder. Hier im Haus wohnen auch andere Kinder, die sich so verhalten wie man es von Kindern erwartet. ;) Aber der über uns genießt gar keine Erziehung.


    Wir hatten schon überlegt den Vater zu kontaktieren damit er das Sorgerecht bekommt bevor der Kleine völlig den Bach runtergeht, haben die Adresse aber noch nicht rausgefunden.


    Und wir hatten überlegt das Jugendamt einzuschalten.


    Ingesamt sind wir aber auch ziemlich ratlos, vor allem da das Thema Kinderlärm selten als Problem anerkannt wird - und man müsste der Frau auch irgendwie beweisen, dass das Kind falsch bzw. gar nicht erzogen wird...

    There and back again...

  • Vermieter in Kenntnis setzen, Minderung der Miete androhen. Falls anderer Vermieter der Frau, Hausverwaltung einschalten.


    Immer schön die Polizei hinzuziehen wenns laut wird, Tagebuchnummern geben lassen, Zeugen suchen, Lärmprotokoll führen.


    Ist zwar spießig, aber im Ergbenis wohl das Beste für alle Beteiligten.

    Er war Jurist - und auch sonst von mäßigem Verstand. | PN zu Rechtsthemen werden nicht beantwortet.

  • Evtl. auch mit dem Vermieter sprechen. Meine Google-Suche nach "Kinderlärm" und "Mietminderung" hat folgendes ergeben:


    http://www.mieterverein-muench…trechtsthemen/kinder1.htm
    http://www.ra-kotz.de/kinderlaerm1.htm
    http://www.legitas.de/index.php?id=233
    http://www.pfalzonline.de/miet…sprechung-kinderlaerm.htm


    Wie Du schon geschrieben hast, ist Kinderlärm i.d.R. zu dulden, aber

    Zitat

    Erst der übermäßige und vermeidbare Lärm, insbesondere in den allgemeinen Ruhezeiten, kann die Mitbewohner zu Unterlassungsansprüchen oder Mietminderungen berechtigen.


    Ab wann spielende Kinder übermäßig und vermeidbar lärmen, richtet sich zunächst nach dem Lebensalter der Kinder und sodann nach den baulichen Gegebenheiten. Die Rechtsprechung mutet beispielsweise den Eltern von Schulkindern zu, dass diese ihre Kinder in der Mittagszeit und ab 19.00 Uhr zur Ruhe und Rücksichtnahme mahnen. Das kann auch zum Spielverbot vor dem Haus führen.


    Ich weiss, dass es Dir nicht darum geht die Miete zu mindern, aber die o.g. Urteile könnten Dir helfen ggf. Ansprüche gegen die Mutter durchzusetzen.

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  • Re: Ärger mit der Nachbarin - was unternehmen?


    Beim Thema Kinderlärm bin ich eigentlich der falsche Ratgeber, da mein Zwerg auch recht exzessiv lärmende Hobbys hat. Nur stört das zum Glück hier keinen, meine Nachbaren haben entweder auch relativ aktive Zwerge, oder sind sonstwie extrems Lärm resistent. (zum Glück, puh! :D)


    Das was Du da allerdings beschreibst, lässt mich an einem anderen Punkt hellhörig werden:


    Zitat

    Original geschrieben von Epaminondas
    Besagte Frau hat auch gegenüber einer anderen Mieterin hier im Haus schon zugegeben, dass sie mit der Erziehung des Kindes überfordert ist - helfen lassen will sie sich aber auch nicht mehr. Früher haben andere Mieter ihr da noch geholfen, aber das lehnt sie jetzt ab.


    Das ist IMHO der Punkt, an dem man öffentliche Stellen einschalten sollte.
    Kinder können einen zur weißglut bringen - das wird mir jeder bestätigen, der selbst Zwerge hat. Wenn da dann noch sonstige Sorgen (die ja scheinbar auch manigfaltig da zu sein scheinen) und massive überforderung dazukommen, kann die Sache schnell mal eskalieren.


    Charlie

    --
    Die 5 Sinne des Menschen:
    Unsinn, Irrsinn, Stumpfsinn, Blödsinn und mein persönlicher Liebling, der Wahnsinn.
    ---------------

  • Zitat

    Original geschrieben von booner
    Vermieter in Kenntnis setzen, Minderung der Miete androhen. Falls anderer Vermieter der Frau, Hausverwaltung einschalten.


    Immer schön die Polizei hinzuziehen wenns laut wird, Tagebuchnummern geben lassen, Zeugen suchen, Lärmprotokoll führen.


    Ist zwar spießig, aber im Ergbenis wohl das Beste für alle Beteiligten.



    Ist man als Vermieter eigentlich heute für alles verantwortlich? Die Gesellschaft verliert langsam die Fähigkeit gesellschaftlich zusammenzuleben, und man soll ständig den Hilfspolizisten spielen.



    Warum ist eigentlich in Zeiten von knappen Kassen die Mietminderung so populär geworden?


    - Lärm: Mietminderung
    - Schimmel in Wohnungen die zwanzig Jahre schimmelfrei bewohnt wurden: Mietminderung , spart neben der nicht mehr substanzerhaltenen Heizweise ja auch noch etwas.
    - Ach warum denn mindern, gleich keine Miete mehr bezahlen.


    Zumindest in Mietobjekten wo die Miete ausschließlich zum Finanzdienst verwendet wird, ist dies der beste Weg hin zu einer Bankenzwangsverwaltung der Immobilie oder gleich zu einem neuen Vermieter.


    Sorry aber musste jetzt sein.


    Denn Mietwohnungen sind ja "all inclusive Wohnräume" geworden.

  • Es ist sicher auch anders. Vielen Vermietern kann man Mängel mitteilen so oft man will. Es tut sich nichts (kostet ja Geld). Nur mit der Mietminderung kommt der Vermieter langsam in die Füße.

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  • Ich denke mal, angesichts der letzten von den Medien ausgeschlachteten Ereignisse, die mit Kindern zu tun haben (Kind in der Wohnung verhungert, Kind muss Lösungsmittel trinken, Kind darf nicht zum Arzt, etc.) kann man heutzutage guten Gewissens das Jugendamt sicherheitshalber auf Verdacht hin anrufen. Man tut ja hinterher unterm Strich Kind und Mutter was Gutes...



    Und beweisen musst Du übrigens gar nichts. Kinderpsychologen sehen in einer Minute was los ist... ;)


    Alternativ-Idee: Die beiden bei der Supernanny anmelden. Da springt dann sogar noch nebenbei etwas Geld für die Mutter raus. :top:

    Früher konnte man Drachen töten und durfte dann eine Jungfrau heiraten -
    heute gibt's keine mehr und man muss den Drachen heiraten :-(

  • Ich kann dir die Vorgehensweise von booner nur empfehlen, es ist die einzige (legale) Möglichkeit.


    Wir hatten einen ähnlichen Fall in unserem Hause. Da wurde nachts um 2.30 Uhr im Hause mit den lieben Kleinen Fußball gespielt (Ramadan, falls sich jemand über die Uhrzeit wundern sollte).


    Bei diesen schwerwiegenden Verstößen gegen die Nachtruhe wurde auch die Polizei hinzugezogen, desweiteren führte der unmittelbare und somit am meisten betroffene Nachbar ein Lärmprotokoll.


    Da dieser Mieter bei derselben Wohnungsgesellschaft schon einmal wegen permanenter Ruhestörungen vor die Tür gesetzt wurde (und dann in unser Haus zog, schönen Dank noch einmal an Immeo) folgte relativ schnell die Kündigung mit dem fast zwangsläufig folgenden Kündigungsschutzprozeß.


    Angesprochen auf die polizeilich dokumentierten Vorfälle sowie das Lärmprotokoll sagte der damalige Mieter dem Richter, dass er sich nicht in seine Kindererziehung einzumischen hätte. Ich glaube, so schnell war noch nie ein Prozeß zugunsten des Vermieters beendet worden. :D

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