Einige Fragen bzw. Unklarheiten bzgl. Dosenpfand

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    Wären Dir die Hintergründe der Pfanddiskussion bekannt und würdest Du ein bisschen Dein eigenes Gehirn einschalten, anstatt nachzuplappern, was Bild oder Stern vorbeten, dann würdest Du anders argumentieren:


    Ich lese keins von Beiden


    Zitat

    Bereits jetzt gibt es branchenintern Rechenmodelle, die für einige Vertriebsschienen den Tod der Mehrwegflasche zugunsten von Einweg voraussagen.


    Für nähere Infos wäre ich dankbar!
    Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass in einem solchen Fall auch Umwelt- und Ressourcenkosten berücksichtigt werden sollten. Das sämtliche Rechenmodelle zu Gunsten der Einwegverpackung ausschlagen, liegt auf der Hand, wenn eben gewisse Kosten nicht berücksichtigt werden! Wie schwer solche Kosten zu monetarisieren sind, weiß ich aus der Theorie nur zu gut. Atomstrom ist z.Bsp. in der Erzeugung auch nur so unglaublich billig, weil die Kosten für die Endlagerung des Mülls nicht mitberechnet werden (sfaik)
    Mal ganz abgesehen davon: Das Pfand wäre ja auch nicht gekommen, wenn Einweg nicht lange Zeit so lukrativ gewesen wäre und die Einwegverpackung überhand genommen hätte.


    Auch wenn ich mich jetzt gerade anhöre wie ein Mega-Öko - Nein das bin ich nicht ;)


    Zitat

    Daß Dein lokaler Aldi den Pfandautomat "erst jetzt" aufgestellt hat, liegt übrigens sicher nicht daran, daß die zwei Jahre lang gepennt haben, sondern weil sie seit heute "jeden Scheiß" annehmen müssen.


    Der Fahrplan fürs Dosenpfand war wie gesagt etwas länger bekannt. Aus Kundensicht wäre es allemal freundlicher gewesen die Dinger eher aufzustellen. Da hat mit dem heutigen Tage überhaupt nix zu tun.


    Zitat

    Dieser besagte Automat kostet übrigens ca. 20000 bis 30000 Euro, die DU sicher nicht bereit bist, durch höhere Preise mitzutragen. Wie lange mein Laden (nicht zu reden von den 30000 anderen Supermärkten in Deutschland) sechs Tage in der Woche laufen muß, bis ich 20000 Euro für einen Pfandautomaten hereingewirtschaftet habe, erzähle ich Dir jetzt mal lieber nicht, denn Du denkst anscheinend ohnehin, "der Handel" verdient sich an den armen übervorteilten Kunden dumm und dämlich!


    Nee, dass die Gewinnmarge im Handel äußerst dünn ist weiß ich selbst! Aber ich als Kunde habe mich in punkto Kundenzufriedenheit ähnlich aufgeregt wie belinea, wenn Kassierer/innen trotz langer Schlange auf einmal zur Leergutannahme hüpfen (müssen) etc. Mit dem Ergebnis, dass ich die Läden bei denen ich wusste, dass die Annahme äußerst schlecht läuft, gemieden habe. Okay, ich versursache ja auch keinen Gewinn von 20.000 €.


    Was für ein Geschäft (welche Größe) betreibst Du denn (wenn die Frage erlaubt ist)?


    Bei den großen Supermarktketten (Aldi, Lidl, Rewe...) gehe ich eigentlich davon aus, dass die Anschaffungskosten für die Automaten von den Firmen getragen werden (Schmälert zwar den Unternehmensgewinn und ist bestimmt nicht fein für den Standort Deutschland, aber das haben viele andere Länder ja nun auch verkraftet) . Fall es sich in Deinem Fall um einen kleinen Supermarkt handelt, dann kann ich Deinen Unmut über das Pfandsystem durchaus nachvollziehen (wobei ich bei kleineren Märkten auch keine Notwendigkeit für einen Automaten sehe)


    Zitat

    NoTeen *der sich über solch gedankenloses Geschwätz ECHT ärgert*


    Hoffentlich habe ich Dir den Abend nicht allzu sehr versaut ;)


    Andreas

    Eine Smith & Wesson übertrumpft vier Asse

  • Nicht über die Maßen, zumal ich nun endlich zuhause bin und meine Pizza im Ofen schmort. :)


    Sorry, daß mein Unmut gerade Dich getroffen hat, aber mich macht es wütend, daß nun - nach einem unglaublichen Aufwand an Kosten und Arbeit - genau das Gegenteil von dem erreicht wurde, was der liebe Herr Trittin ursprünglich erreichen wollte. Und das alles nur, weil ein paar gescheite Herren in einer seiner Kommissionen nicht VORHER nachgedacht haben (oder die Lobbyisten mal wieder zu viel zu sagen hatten, wer weiss das schon?).


    Dass das Einwegsystem möglicherweise "gewinnen" wird, ist ja leider nicht eine Frage der Ressourcekosten über alles, sondern lediglich ein Rechnen mit dem spitzen Stift für jeden einzelnen Händler. Viele werden sich mittelfristig für ein System (einweg oder mehrweg) entscheiden müssen, da sich die Logistikkosten für beide Systeme möglicherweise nicht mehr amortisieren werden (der Artikel dazu stand meines Wissens in einer neueren Ausgabe der Lebensmittelzeitung. Bei Interesse kann ich gerne versuchen, ihn wiederzufinden ).


    Ich selbst betreibe einen Markt mit über 1000 qm und habe zum Glück bereits einen Flaschenautomaten. Leider kostet mich das "Hochrüsten" auf Einweg nochmal extra. In meinem Fall zum Beispiel 7000-12000 Euro.


    Sicherlich würde ich meinen Kunden gerne diesen Service bieten. Bei diesen Kosten bevorzuge ich aber momentan die organisatorisch schlechteste aller Lösungen: Mehrweg in den Automaten, Einweg an der Kasse abgeben. Auch in meinen Augen für die Kunden nur verwirrend und ärgerlich. Aber auch ich kann eben nur das Geld ausgeben, das ich in der Tasche habe.


    Nichts für ungut und sorry nochmal für meine forsche Art


    NoTeen *der sich dennoch über Herrn Trittin ärgert*

  • Zitat

    Nicht über die Maßen, zumal ich nun endlich zuhause bin und meine Pizza im Ofen schmort.


    Na dann Mahlzeit :)


    Zitat

    Sorry, daß Dein Unmut gerade Dich getroffen hat


    Nicht schlimm, mein Posting war ja auch etwas polemisch formuliert ;)
    Außerdem habe ich dadurch heute Abend mal wieder etwas mein Gehirn angestrengt und bei einigen Quellen gegoogelt und stehe dem Dosenpfand nun auch erheblich kritischer gegenüber als noch vor 2 Stunden ;) (Was stört mich mein Geschwätz von gestern - wobei ich was die Organisationsproblematik in den großen Supermarktketten immer noch nicht recht von meiner Meinung abrücken will)


    Zitat

    Ich selbst betreibe einen Markt mit über 1000 qm und habe zum Glück bereits einen Flaschenautomaten. Leider kostet mich das "Hochrüsten" auf Einweg nochmal extra. In meinem Fall zum Beispiel 7000-12000 Euro.


    Okay, dann kann ich Deinen Unmut verstehen :flop:
    Ich entnehme dem, dass Du ein eigenständiger Unternehmer bist, bei dem so etwas natürlich richtig zu Buche schlägt. Zumal Du ja anscheinend im Gegensatz zu Aldi & Co rechtzeitig einen Automaten aufgestellt hast, wirst Du nun durchs hochrüsten noch doppelt bestraft!


    Zitat

    Viele werden sich mittelfristig für ein System (einweg oder mehrweg) entscheiden müssen, da sich die Logistikkosten für beide Systeme möglicherweise nicht mehr amortisieren werden (der Artikel dazu stand meines Wissens in einer neueren Ausgabe der Lebensmittelzeitung.


    Das kann ich jetzt überhaupt nicht beurteilen. Zugegenermaßen hatte ich mir bisher aber auch noch keine Gedanken über den Abtransport der Einwegflaschen und den damit verbundenen Kosten gemacht. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die großen Supermarktketten (die in meiner Umgebung zu 99% dominieren) auch vor dieser Entweder-Oder-Entscheidung stehen.


    Gruß
    Andreas

    Eine Smith & Wesson übertrumpft vier Asse

  • bezüglich den dosen ist mir aufgefallen das auf den pfanddosen ein logo drauf ist P-Pfand bei denen zahlt man ja die 25 cent ! bei den redbull-dosen ist jetzt auch ein p-pfandsiegel drauf und die blaue lasche die bei der abgabe nicht fehlen darf komischerweise hab ich jetzt redbull-light dosen bei kaisers gesehen da steht wieder drauf pfandfrei ! des weiteren werden im grenznahen gebiet von den niederlanden viele pfandfreie-dosen angeboten dort gibt es kein dosenpfand .

  • Zitat

    Original geschrieben von belinea
    ...Warum wird so einer wie Herr Tritin nicht sofort in eine psychatrische Klinik eingelifiert? ...


    Ich lese da immer Trittin. Du weißt wohl nicht, wie die Umweltminister hiessen, denen wir das Dosenpfand zu verdanken haben!


    Töpfer ist heute vielleicht nicht mehr so bekannt, aber der Name Merkel sollte Dir schon etwas sagen. :D


    Gruß


    Pitter

  • Wobei das Jammern des Handels ja ziemlich scheinheilig ist - schließlch verdient man laut letzten Zahlen ca. 1,2 Milliarden / Jahr an nicht zurückgebrachten Pfand-Verpackungen - durch den Einwegpfand wird sich diese Zahl noch beachtlich erhöhen.


    Bei Kosten für die Einführung von Pfandautomaten von ca. 2,5 Millarden Euro, sollten die Kosten schon durch diese nette Zusatzeinnahme in recht absehbarer Zeit "eingespielt" sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von KX250
    Wobei das Jammern des Handels ja ziemlich scheinheilig ist - schließlch verdient man laut letzten Zahlen ca. 1,2 Milliarden / Jahr an nicht zurückgebrachten Pfand-Verpackungen - durch den Einwegpfand wird sich diese Zahl noch beachtlich erhöhen.


    Bei Kosten für die Einführung von Pfandautomaten von ca. 2,5 Millarden Euro, sollten die Kosten schon durch diese nette Zusatzeinnahme in recht absehbarer Zeit "eingespielt" sein.


    Andersherum, die Milliarden hat man in den letzten Jahren verdient. Und dieser nette Zusatzverdienst könnte nun, da man die Dosen und Flaschen eigentlich überall zurückgeben können müßte, "etwas" geringer ausfallen.


    Gruß


    Pitter

  • Sicherlich kostet so ein einzelner Automat 20.000 € - kann sehr gut sein.


    Aber - beispielsweise - Aldi kauft ja nicht einen Automat sondern ein Paket mit 500 Automaten und Wartungsverträgen. Da sie dann die Entwicklungskosten, die den Löwenanteil der Kosten ausmachen, nur einmal zahlen müssen, dürfte der Systempreis weitaus geringer ausfallen.


    Und auch diese geringeren Kosten dürften sich schneller armortisieren als Ihr denkt, schließlich spart Aldi dadurch Personalkosten, hat etwas zum Abschreiben (=> Steuerminderung) und es gibt noch einen besonderen Synergie-Effekt: Kunden, die z.B. früher noch zu Lidl wollten um eine Flasche abzugeben, haben jetzt einen Grund weniger, dort hinzugehen und erledigen ihren ganzen Einkäufe bei Aldi (und vice-versa).

    Früher konnte man Drachen töten und durfte dann eine Jungfrau heiraten -
    heute gibt's keine mehr und man muss den Drachen heiraten :-(

  • Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    ...und es gibt noch einen besonderen Synergie-Effekt: Kunden, die z.B. früher noch zu Lidl wollten um eine Flasche abzugeben, haben jetzt einen Grund weniger, dort hinzugehen und erledigen ihren ganzen Einkäufe bei Aldi (und vice-versa).


    Ein Problem könnten die Händler bekommen, wo man z.B. öfters frische Sachen wie z.B. Milch oder Brötchen kauft. Es ist denkbar, dass die Leute einmal wöchentlich bei Aldi, Lidl und Co ihre Getränke einkaufen und diese dann, weil es so einfach ist, beim Händler um die Ecke zurückgegeben werden. Die Pfandbeträge werden zwar ausgegeglichen, der Aufwand und Platzbedarf bliebe aber bei dem Händler hängen.


    Gruß


    Pitter

  • Morgen erstmal,


    was ich hier nicht verstehen kann ist allerdings das problem der Einzelhändler.


    Können die nicht "einfach" die Einwegartikel aus dem Sortiment streichen, dann müssen diese doch auch keine Einwegverpackungen mehr zurücknehmen (oder sehe ich das falsch).


    Wobei ich dazu sagen muss das mir ja eh die Produkte aus dem Hause Coca-Cola und Pepsi am besten schmecken und irgendwas davon ist fast immer im Angebot hier bei uns (als Mehrweg).


    Gruß,
    Oliver

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