sind hier Köche ? Erfahrungen aus dem Berufsleben gesucht !

  • Ich kann den Chef zumindest soweit verstehen, dass er jetzt noch keine Zusagen machen möchte für in 2 Jahren - in der Zeit kann so viel passieren. Nur allein die Tatsache, dass der Laden sich in 2 Jahren keinen Azubi mehr leisten kann, würde dann schon zum Problem für ihn werden...


    Wg. möglichem Auslandsaufenthalt: hier hilft wohl nur die Suche über G und anschließendem Lesen der unzähligen Anbieter-Homepages. Ich denke, sollte es denn überhaupt in Frage kommen, werdet ihr auch nicht drum herum kommen, euch etwas intensiver mit der Thematik zu befassen und noch mehr in entsprechenden Foren lesen müssen, um irgendwie ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Agentur was taugt und welche nicht. Das ist schließlich nix, was man von jetzt auf gleich entscheidet und übermorgen in den Flieger steigt.


    Oder andere Idee: wie wäre es mit einem freiwilligen sozialen Jahr? Klar, auch nix, was mit Kochen zu tun hat, aber im Kochen scheint ja nicht das Problem zu liegen, sondern eher an seiner Reife.

  • Zitat

    Original geschrieben von reffi
    Ich kann es nicht genau festmachen: auf der einen Seite waren Sie (Chef und seine Frau) gestern sehr interessiert, überlegend, Ratschlag gebend, kümmernd, betroffen und man hatte den Eindruck, dass sie es sich wirklich nicht leicht gemacht haben, aber auf der anderen Seite hatte ich auch den Eindruck, dass es evtl. auch zwischenmenschlich beim Chef nicht passt, oder besser gesagt nicht mehr passt. Ich hatte den Eindruck, dass evtl. die Enttäuschung über die nicht erfüllten Anforderungen auch teilweise in "Frust" umgeschlagen sind. (beim Chef)


    ...gut, ich komme aus der Branche und habe von Berufswegen damit viel zu tun.


    Deshalb bin ich nicht allwissend und ich kann auch nur aus meiner Erfahrung sprechen.


    Tatsache ist, ist die Aussage vom Chef hört sich für mich sehr halbherzig an. Kochen ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Deshalb vermute ich die "Gründe" als vorgeschoben, des Friedenswillens und um einfach kein Streß zu bekommen.


    Natürlich muss man schon gewisse Stärken in der Persöhnlichkeit mitbringen, weil man sonst tatsächlich "untergehen" könnte. Aber ein Lehrling ist nun mal ein Lehrling, und wenn sonst alles passt...


    Wenn der Lehrherr eine eigene und starke Persöhnlichkeit besitzen würde, würde er sich dem Lehrling annehmen und Ihn so formen wie es nötig ist. Alle anderen Eigenschaften sind ja vorhanden und werden gelobt.


    Im Normalfall würde man nur wegen einer "nicht starken" oder "nicht ausgereiften" Persöhnlichkeit, kein Ausbildungsverhältnis beenden. Es sei denn, es ist wirklich so extrem - was ich bezweifle. Du kannst ja Deinen Sohn auch einschätzen...


    Die genannten Alternativen halte ich für nicht Zielführend. Trotzdem nochmal mit dem Ausbildungsbetrieb sprechen, ob Dein Sohn nach einjähriger Schule seine Ausbildung erneut anfangen könnte (ich vermute mal nicht) - und sonst am besten ein anderen Betrieb suchen.


    Wenn sich nichts finden lässt, dann bleibt nur die Schule...leider..


    Gruss

  • Ja, klingt nach Ausrede vom Arbeitgeber. Vor allem sollte die Aussage "Ist in seiner Persönlichkeit noch nicht so weit" konkretisiert werden. Was genau soll das bedeuten????


    Entweder er ist wirklich "kindisch" und/oder hat irgendwelche Defizite, oder es hat einfach nicht gepasst. Dann eine neue Stelle suchen. In dem Job zählt Erfahrung und ein Jahr bis zur nächsten Ausbildungsstelle wäre als Praktikant in einigen guten Betrieben besser investiert als in einer Berufsfachschule.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • Zitat

    Original geschrieben von Aniimii
    Oder andere Idee: wie wäre es mit einem freiwilligen sozialen Jahr? Klar, auch nix, was mit Kochen zu tun hat, aber im Kochen scheint ja nicht das Problem zu liegen, sondern eher an seiner Reife.


    Das halte ich für eine sehr gute Idee! Bringt ihm wahrscheinlich mehr, als noch zwei Jahre die Schulbank zu drücken und es bringt die Persönlichkeit auch weiter. Geht ggf. auch im Ausland (gibt's ADiA noch?) und je nach Stelle kann man auch ab und zu mal kochen (war bei mir so, in einer Behinderteneinrichtung). Und: Auslandserfahrung oder soziale Arbeit sind heutzutage immer gefragt, während ich mir da bei der Berufsfachschule nicht so sicher wäre.

  • Falls er sich nach der Ausbildung noch weiterbilden moechte waere es afaik sinnvoll wen schon eine Schule in Betracht komt, dan gleich Fachabi oder Abi zu machen - das ist dan ein hoeherer Abschluss und keine verschwendete Zeit

  • Tja es scheinen wohl mehrer Dinge zusammen zu kommen
    Wobei der Ton in der Küche wohl weniger das Problem ist, zumindest lt. unserem Sohn. Der Chef ist auch eher ein sehr ruhiger Vertreter, soweit ich das aus den bisherigen Gesprächen beurteilen kann.


    Unser Sohn ist relativ ruhig und zurückhaltent, aber interessiert und bereitwillig, was der Chef auch so durchaus bestätigt hat.
    Allerdings ist er Ihm wohl nicht selbständig genug und nimmt Dinge wohl nicht schnell genug auf. Der Chef machte es daran deutlich, dass es wohl vorgekommen ist, dass er Ihm Dinge/Abläufe/Aufgaben 2-3 erklärt hat, er diese dann auch durchaus öfters, sagen wir mal 5-6 mal selbstständig und richtig ausgeführt hat (meist in der Neben- / Vorbereitungszeit), es dann aber im Hauptgeschäft (wenn die Küche brennt) passierte, dass er Fehler im Ablauf hatte, Dinge vergessen hatte ... und so etwas könne er während des Hauptgeschäftes nicht gebrauchen. Er hätte zu dem Zeitpunkt dann nicht auch noch Zeit, im wieder die Punkte zu erklären. Er sähe dann keine andere Möglichkeit, als Ihn irgendwo zum Gemüseputzen o.ä. in eine Ecke zu plazieren und alles selber bzw. von seinem Koch machen zu lassen, damit es auch wirklich funktioniert.
    Unser Sohn hätte nach seiner Auffasung noch nicht genügend Persönlichkeit / "Standing" um unter Druck die erlernten Dinge umzusetzen.


    Das jetzt mal so schnell zusammengefasst.


    Und jetzt wohnen halt 2 Seelen in meiner Brust:
    Hat der Chef recht und er ist einfach noch nicht in seiner Entwicklung weitgenug?! Dann würde ja auch eine Weiterführung in einem anderen Betrieb zum jetzigen Zeitpunkt nichts bringen und wir müßten etwas sinnvolles finden, wo er Zeit findet diese Perönlichkeit aufzubauen.
    Oder hat der Berufsschullehrer recht, der den Chef und den Betrieb seit langer Zeit kennt und sagt, dass dort Maßstäbe angesetzt würden die eigentlich kaum zu erfüllen sein und auch der Chef als solches nicht einfach von der Art sei, da er eigentlich selber sehr verschlossen und zurückhaltent ist.
    Und wir sollten versuchen unseren Sohn in einem anderen Betrieb unterzubringen, da der Lehrer durchaus Chancen für unseren Sohn sieht. (Der lehrer hatte sich, nachdem er Jani als Typ in der Schule kennengelernt hat bereits gewunder, dass er in dem jetzigen Betrieb angenommen wurde)


    Was ist, wenn er wirklich noch nicht weit genug ist und eine evtl. 2 Lehre ggf. auch scheitern sollt ? Dann ist er ganz gebrochen :(

    Grüße aus dem Sauerland:
    reffi

  • eine Sache noch, da hier ja ein paar Leutchen dabei sind, die zumindest nicht ganz branchenfremd sind:


    kennt evtl. jemand die WIHOGA in Dortmund ? (
    klick )
    Ist eine private Fachschule für den Gastrobereich.
    Laut seinem noch Chef, soll die einen guten Ruf haben und eine wirkliche Qualifikation darstellen.

    Grüße aus dem Sauerland:
    reffi

  • Zitat

    Original geschrieben von reffi
    Der Chef machte es daran deutlich, dass es wohl vorgekommen ist, dass er Ihm Dinge/Abläufe/Aufgaben 2-3 erklärt hat, er diese dann auch durchaus öfters, sagen wir mal 5-6 mal selbstständig und richtig ausgeführt hat (meist in der Neben- / Vorbereitungszeit), es dann aber im Hauptgeschäft (wenn die Küche brennt) passierte, dass er Fehler im Ablauf hatte, Dinge vergessen hatte ... und so etwas könne er während des Hauptgeschäftes nicht gebrauchen.


    Sorry ist jetzt nicht böse gemeint, aber dann hat der Chef nur nett verpackt das euer Filius (zumindest in dieser Küche) wirklich fehl am Platz ist.


    In der Gastronomie ist man darauf angewiesen, dass auch die Azubis funktionieren. Sofern wir jetzt hier nicht über Monsteranforderungen sprechen bei denen ein Lehrling im ersten Lehrjahr überfordert sein muss, dann würde ich als Chef von meinem Azubi auch erwarten, dass er Tätigkeiten die man ihm in Ruhe ein paar Mal erklärt hat und die er auch schon selbständig ausgeführt hat dann auch in einer Stresssituation auf die Reihe bekommt ohne das man ihm jemanden an die Seite stellen muss der jeden Schritt kontrolliert.


    Ja solche Fehler können gerade zu Beginn mal passieren, aber hier wird halt erwartet, dass so ein Fehler 1 oder max. 2 passiert und danach hat es zu laufen. So wie Du es hier beschreibst ist das aber wohl öfter vorgekommen und das macht es einem Chef dann auch schon wirklich schwer an diesem Azubi länger festzuhalten. (Zum Gemüse schrubben kann man auch ne Aushilfe beschäftigen.)


    Insoweit wäre hier wirklich die Überlegung ob es für euren Sohn nicht besser ist erstmal etwas mehr mit beiden Beinen im Leben zu stehen bevor er sich wieder in so einen stressigen Beruf stürzt.

  • ChickenHawk ...das sehe ich leider anders.


    Es ist mehr als unüblich, einen Lehrling im ersten bzw. zweiten Monat bereits voll einzuplanen im a la carte Geschäft bzw. Bankett-Geschäft.


    Das erste halbe Jahr wirkt der Lehrling eh meist im Hintergrund, sprich Basisarbeiten wie Mise en place, Ware verräumen, putzen bis zum umfallen und maximal einfache Tätigkeiten wie z.b. Teller anrichten am Fließband bei Veranstaltungen.


    Im übrigen ist ein Lehrling billiger wie eine Aushilfskraft oder Küchenhilfe - im ersten Lehrjahr und in der Gastronomie zumindest. Und jetzt bitte einfach mal Abstand nehmen von den Lehrwerkstätten, wie es in der Industrie üblich ist.


    Das ein Lehrling, vielleicht gerade unter Streß, in der kurzen Zeit sich noch anpassen muss und dazu auch die Gelegenheit benötigt, dürfte klar sein. Da hat jeder je nach Betrieb, auch so seine Probleme - und abhängig von der Persöhnlichkeit dauert es mehr oder weniger an Zeit.


    Natürlich ist es schwer die Lage aus der Ferne einzuschätzen, wir kennen weder Deinen Sohn, noch den Ausbildungsbetrieb.


    Daher kann es schon sein, das Dein Sohn daher nicht reinpasst, weil er als Vollzeitkraft eingeplant ist - auch wenn er eigentlich Lehrling ist. Der Betrieb benötigt wohl voll funktionierende Persöhnlichkeiten.


    Hat Dein Sohn Kontakt aufgebaut zu den anderen Mitarbeitern bzw. Lehrlinge? Gibt es vielleicht dort noch die Möglichkeit eine "zweite" Meinung/Einschätzung einzuholen?


    Schwierig das ganze und sicherlich für Dein Sohn nicht einfach, aber manchmal kommt es anders wie gedacht, leider...


    Gruss

  • Zitat

    Original geschrieben von reffi
    Allerdings ist er Ihm wohl nicht selbständig genug und nimmt Dinge wohl nicht schnell genug auf. Der Chef machte es daran deutlich, dass es wohl vorgekommen ist, dass er Ihm Dinge/Abläufe/Aufgaben 2-3 erklärt hat, er diese dann auch durchaus öfters, sagen wir mal 5-6 mal selbstständig und richtig ausgeführt hat (meist in der Neben- / Vorbereitungszeit), es dann aber im Hauptgeschäft (wenn die Küche brennt) passierte, dass er Fehler im Ablauf hatte, Dinge vergessen hatte ... und so etwas könne er während des Hauptgeschäftes nicht gebrauchen. Er hätte zu dem Zeitpunkt dann nicht auch noch Zeit, im wieder die Punkte zu erklären. Er sähe dann keine andere Möglichkeit, als Ihn irgendwo zum Gemüseputzen o.ä. in eine Ecke zu plazieren und alles selber bzw. von seinem Koch machen zu lassen, damit es auch wirklich funktioniert.

    ^


    Das hatte ich angenommen. Er soll in Stresssituationen funktionieren - undenkbar nach 8 Wochen!


    Zum Vergleich, meine kaufmännischen Azubis brauchen mindestens 8 Wochen bis sie (unter Aufsicht!) ans Telefon dürfen. Zuerst müssen sie die zwei, drei gängigsten Anfragen (auf Basis von Emailanfragen = JEDE Antwort wird vor Versand geprüft, ggfs. besprochen!) üben, üben, üben.
    Gleichzeitig gibts im Vorfeld Telefontraining, Kunden nach genauer Anweisung anrufen wo man weis da kommt zu 90% nichts unerwartetes.


    Wenns hoch her geht muss in den ersten 2 Wochen der Azubi tatsächlich VIEL rumsitzen wenns heis ist und er seine Jobs grad erledigt hat. Nach 8 Wochen wird dem Azubi ein Job gegeben wo er in Stresssituationen nicht im Weg ist und eine Arbeit machen kann die keinen Einfluss auf die Stresssituation hat - er soll lernen! Es kann nicht der Betrieb vom Azubi abhängen.


    Als wirkliche Unterstützung kann man nen Azubi nach nem halben Jahr sehen, ihn manches eigenständig machen lassen. (Natürlich gibts auch schnellere, hatte grad den extremen Unterschied zwischen Abiturient und Hauptschulabschluss erleben dürfen - echt krass!)

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

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