ZitatNiemand wird auf das Theater verzichten
Stimmt. Es wird höchstens eine Substituierung geben. Statt ins Theater geht man ins Kino. Statt das teure Markenmüsli kauft man das billige Eigenprodukt aus dem Aldi. Bei der U-Bahn fährt man mal schnell schwarz, anstatt dann für eine Strecke von 6 km innerstädtisch zu Freunden z.B. in Hamburg mal eben 3,06 € zu bezahlen.
Einkommenssteuerausgleich allein wäre ja wohl ein schlechter Scherz. Die Leute, die am stärksten vom ermäßigten Satz auf Lebensmittel und Nahverkehrsleistungen profitieren, zahlen schon heute kaum oder gar keine Einkommenssteuer.
Nimmt man den "Hartz-IV-Warenkorb" und überschlägt etwas, kommt man allein dort auf Mehrkosten von knapp 18 € pro Bezieher im Monat *, wenn der höhere MwSt-Satz von 19 statt 7 % 1:1 durchgereicht würde. Heute diskutieren wir über ein Plus von 5 €.
* Die Ausgaben für Nahrungsmittel, Transport und Unterhaltung/Kulturelles dürften in diesem Bereich heute zu mindetens 80 Prozent unter den ermäßigten Satz fallen.
ZitatIch möchte mal den hören, der auf seine Wohnraummiete plötzlich 19% Umsatzsteuer zahlen soll (wie dies bei Gewerberaum oder sonstigen Mietobjekten der Fall ist).
Stimmt. Keine Mehrwertsteuer auf Wohnraum ist ebenso eine Sonderregelung. Auf Gewerberaum wird sie eben erhoben und das bedeutet letztlich einen dicken bürokratischen Aufwand in Mischobjekten. Kommt der Handwerker im vermieteten Ladenlokal zu Besuch, kann der Eigentümer sich die Mehrwertsteuer erstatten lassen. Im Wohnraum zwei Meter weiter oben im gleichen Haus geht das nicht. Dort muss der Eigentümer die MwSt. selbst tragen.
Keine Mehrwertsteuer wird übrigens z.B. auch auf Bankgebühren und auch Zinsen fällig. Wäre doch putzig. Ihr finanziert euer Haus zu 5 % und obendrauf kommt eben 19 % Mehrwertsteuer. Kostet der Kredit eben 6 % Zinsen, aber dafür ist es unbürokratischer ![]()